Täterintrojekte

Was sind Projektionen?

Wir alle kennen sie – Projektionen.
Wir haben auf der einen Seite den Projektor stehen und dieser wirft sein Bild/Film auf die ihm gegenüberliegende Leinwand.

Im Falle von uns Menschen ist das so, dass wir oft viele unserer innersten Verhaltensweisen, Wünsche, Begierden, Abneigungen ect. auf die uns gegenüberstehende Person projizieren. Wenn nun ein Mensch z.B sehr eifersüchtig ist, kann es passieren das ihm genau diese Verhaltensweise an seinem Partner besonders auffällt und er diese ausgesprochen oft kritisiert, ohne zu merken das es eigentlich sein eigenes Verhalten ist, welches ihn stört.

Er projiziert etwas aus seinem Innersten auf die ihm gegenüberliegende Leinwand, sieht dort den (in diesem Fall unangenehmen) Film ablaufen und bildet sich nun ein, er käme von der Leinwand selbst, ohne aber zu merken das dieser Film eigentlich von ihm stammt.

Was ist nun Introjekte?

Eine Introjektion ist nun genau das Gegenteil.

Wir nehmen eine Verhaltens- oder Denkweise von unserem Gegenüber, in unser Innerstes auf und denken nun es käme von uns selbst.


Beispiel:

In meinem Kopf steckt immer wieder dieser Gedanke “Du lügst! Sei still, dir glaubt sowieso keiner.”

Ich persönlich bin ein Mensch der sehr gerne analysiert, für mich ist das essentiell wichtig, um zu wissen warum was wie geschieht. Also bin ich der ganzen Sache einmal auf die Spur gegangen…

Tatsächlich war es so das ich früher als Kind sehr viel gelogen habe. Ich denke ich habe die ganze Bandbreite durch, was man seinen Mitschülern und Lehrern so erzählen kann, warum man wieder nicht zur Schule kommt oder nicht am Sportunterricht teilnimmt 😅. Und auch in anderen Gelegenheiten habe ich oft gelogen, da sich die Wahrheit selten positiv anbot. Schlussfolgerung wäre jetzt also das ich aus der Erfahrung mit mir selbst weiß das ich oft gelogen habe und dies sich daher in mir verfestigt hat, also der Gedanke das ich lüge.

Nun ist das aber schon lange nicht mehr der Fall, d.h ich weiß selbst ganz genau wann ich die Wahrheit sage und wann nicht und warum ich das tue. Wenn ich nun etwas erzähle das der Wahrheit entspricht, weiß ich das ich dies aus meiner inneren Überzeugung (aufgrund von Fakten oder meiner persönlichen Meinung) stammt und nicht gelogen ist. Umso wichtiger mir das Erzählte aber ist, umso größer ist dieses Innere “Du lügst!”.

Rational gesehen ergibt das überhaupt keinen Sinn, da ich alleine durch die innere Selbstbeobachtung so ein selbst eingebautes Programm längst durchbrochen hätte.
Wenn ich in dem Moment wo ich etwas sage zu 100% weiß das es der Wahrheit entspricht, ist es vollkommen unlogisch das ich mir selbst vorwerfe zu lügen.

Anders sieht es aber aus wenn ich diese Botschaft aus dem Außen so verinnerlicht habe, das ich nun denke ich würde es mir selbst sagen bzw. denken.
DAS ist ein Täterintrojekt.

Ein anderes Beispiel:

Männer (natürlich auch Frauen) die in ihrer Kindheit geschlagen wurden oder gesehen haben wie z.B ihre Mutter geschlagen wird, neigen sehr häufig dazu selbst ihre Kinder und/oder Frauen zu schlagen (täterimitierendes Verhalten).

Warum sie das tun, wissen sie meist selbst nicht wirklich. Natürlich spielen da noch einige andere Faktoren eine Rolle, wie mangelnde Impulskontrolle, falsche Wutkompensation, …. Trotz alledem steckt meist der Täter noch immer in ihnen bzw. in ihrem Verhalten.
Das Gleiche gilt für Sexualverbrechen – die meisten Sexualverbrecher waren in ihrer Kindheit selbst in irgendeiner Form Opfer von sexueller Gewalt.

❗Wichtig❗➡ unsere Vergangenheit ist lediglich eine Erklärung für unser heutiges Verhalten, NIEMALS eine Entschuldigung!
Aufgrund der Erkenntnise über unsere Vergangenheit können wir unsere derzeitigen Verhaltensweisen bearbeiten und zum Positiven verändern, wer aber etwas Schlechtes tut und ganz genau weiß das es schlecht ist, kann nicht aufgrund seiner schlechten Vergangenheit mit einer milden Strafe rechnen! Ihr seid nun erwachsen und verantwortlich für das was ihr anstellt und diese Verantwortung müsst ihr auch übernehmen!

Noch ein Beispiel:
Viele Frauen (und natürlich wieder Männer) kenne diesen inneren Gedankengang “Du bist nichts wert” oder “Du bist nicht gut genug”.

Auch das ist ein Täterintrojekt.

Unsere Eltern oder Großeltern müssen solche Botschaften nicht immer gezielt bösartig eingesetzt haben. Oft werden solche Botschaften sogar sehr subtil vermittelt, durch Situationen und Sätze wie: “Musst du immer so schlechte Noten schreiben?!” ; “Warum musst du dich immer so benehmen?!” ; “Reiß dich zusammen, wenn die anderen das können, kannst du das auch!” oder “Wenn du dich so benimmst, wird dich nie ein(e) Mann/Frau wollen” usw usf.

Ich sag es nochmal: Eltern müssen das nicht böse meinen und in den wenigsten Fällen ist ihnen überhaupt bewusst, was sie da anrichten. Viele geben auch nur weiter was sie selbst erfahren haben. Es geht auch nicht um Schuldzuweisungen, wichtig ist aber für uns zu verstehen, das diese Gedanken NICHT WIR SELBST sind. Nur dann können wir sie durchbrechen.

Was können wir dagegen tun?

Auch Täterintrojekte sind “Programme” (nicht im Sinne der rituellen Programmierung!) die wir hacken können und dazu brauchen wir nicht einmal den Täter.

Achtsamkeit spielt da eine extrem große Rolle. Wichtig ist ja erst einmal herauszufinden welche Meinung und Worte überhaupt zu uns gehören und welche zu denen gehören die uns immer und immer wieder solche Botschaften vermittelt haben. Mir hilft es ab und zu meinen (destruktiven) Gedanken zu folgen, um herauszufinden woher sie kommen und warum sie da sind.

Beispiel:
Warum sollte ich mir selbst sagen das ich schlecht bin, woher kommt das? Warum tue ich das? Und da dürft ihr euch nicht mit den oberflächlichen Erklärungen abspeisen lassen, die euer Gehirn euch, wie in diesem Beispiel, bringen wird => “weil ich keine Karriere mache”, “weil ich hässlich bin”, “weil ich dick bin”, “weil ich Single bin”… usw.

Fragt euch dann weiter: Ja, warum findest du dich dick oder hässlich und was ist das Problem daran? Was stört DICH selbst wirklich und was stört dich, weil du denkst das es das Außen stören könnte? Was hat das damit zu tun das du schlecht bist? Wo ist die Verbindung und wo kommt diese Verbindung her?

Also versteht ihr das Prinzip? Klamüsert eure Gedanken soweit aus das ihr erst einmal wisst, welche überhaupt eure eigenen sind. Dann könnt ihr versuchen ein neues, eigenes “Programm” aufzuspielen, indem die negative, in sich verankerte, Sichtweise in eine realitätsnähere, positive umgewandelt wird.
Und schämt euch in gar keinem Fall professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Es ist EXTREM schwer sowas selbst zu lösen!

Täterintrojekte bei dissoziativen Störungen

Bei einer dissoziativen Störung, wie der Dis oder pDis, ist es möglich das sich diese Täterintrojekte soweit abgespalten sind, dass sie autonom reagieren und denken können (weshalb sie aber auch irgendwann eine Änderung in ihrem Verhalten bewirken können).

Gibt es positive Introjektionen?

Die gibt es 😊.

🌞Introjektionen können auch auf positiver Art und Weise stattfinden.

Unser Gehirn ist so gestrickt das wir schnell auf Emotionen anspringen. Das geht bei negativen, aber genauso gut eben auch bei positiven Emotionen. Verhält sich unser Gegenüber z.B sehr offen und liebevoll zu uns, ist es also ebenso möglich das wir diese Verhaltensweise in uns aufnehmen und somit an andere weitergeben 😊
Ist doch irgendwie ein Grund sich netter und aufmerksamer anderen gegenüber zu verhalten, oder?😁

Das Stockholmsyndrom (Täteranbindung)

Was verstehen wir darunter?

Beim Stockholm Syndrom entwickeln die Opfer einer Gewalttat Sympathien und Verständnis für die Täter und verklären diese dann oft sogar selbst zum Opfer (,,Er musste das ja tun, man ließ ihn keine Wahl, …” usw).

Ursprünglich geht der Name auf ein Geiseldrama 1973 in Schweden zurück. Damals wurde eine Bank in Stockholm überfallen und vier Angestellte als Geiseln genommen. Aufgrund des besagten Effektes entwickelten die Geiseln eine regelrechte Zuneigung für die Geiselnehmer. Dies führte dann dazu, dass sie am Ende mehr Angst vor der Polizei als vor ihren Geiselnehmern hatten.
Auch nach der Beendigung der Geiselnahme empfanden die Geiseln keine negativen Gefühle wie z.B. Hass oder Wut auf die Täter. Sie waren ihnen sogar dankbar, baten um Gnade für sie und besuchten sie im Gefängnis.

Daher wird das Stockholm-Syndrom meist mit Entführungen in Verbindung gebracht, dieser Effekt kann aber auch bei jeder anderen Gewalttat eintreten, z.B bei einer Vergewaltigung, bei Frauen die geschlagen werden, usw.

Hört sich eigentlich total schräg an, oder?

Wie entsteht sowas?

Also erstmal: Das Stockholm-Syndrom kann sich unabhängig von jeder psychischen Krankheit entwickeln.

Überlegt mal, ihr befindet euch in einer schrecklichen Situation, in der euer Wohl und vll euer Leben davon abhängen wie ihr euch verhaltet. Du selbst bzw deine Psyche versucht dich also wieder irgendwie zu schützen, indem es die Situation anders einstuft, als sie es in der Realität ist.

–> Beispiel: Du wirst als Kind (oder Erwachsener) regelmäßig missbr*ucht (sexuell, körperlich oder emotional) – wenn sich ein Teil von dir jetzt einredet, dass das eigentlich ganz normal und gar nicht so schlimm, vll sogar nötig ist, dann ist die Situation viel aushaltbarer, als wenn du dir jedesmal wieder den Schrecken bewusst machen musst.

Jetzt kann das soweit gehen das der Täter dahinter die Unterstützung des Opfers, in seiner Tat, sieht und dementsprechende Sympathien deswegen entwickelt. Das Opfer redet sich währenddessen ein das es die Tat/Taten auch möchte, vor allem da der Täter ja so nett ist (weil er ja eben deine Unterstützung sieht).

Und da kann dann tatsächlich eine ganz perfide “Freundschaft” entstehen, wo dem Opfer immer noch regelmäßig grauenvolle Taten angetan werden, aber beide scheinbar völlig zufrieden mit dieser “Beziehung” wirken (das Opfer befindet sich in starker kognitiver Dissonanz und ist nicht wirklich glücklich!).

Jeder der jetzt versucht sich von Außen einzumischen und das Opfer zu befreien bzw ihm zu helfen, wird als Feind betrachtet. Auch da halten Täter und Opfer wieder zusammen.
Das ist eine völlige kranke Dynamik, die sich da entwickelt!
Opfer und Täter können sogar zu der Überzeugung kommen, dass ihre Begegnung eine schicksalshafte Begegnung war und sie für einander bestimmt sind.

Dann kann der Täter z.B auf die Tränendrüse drücken und sich selbst als Opfer hinstellen. Und er bringt es so glaubhaft rüber, das man ihm glaubt (bzw. innerlich vor allem glauben will, weil es die Situation eben erträglicher macht).

–> Beispiel: Ein Bankräuber fängt vor der Geisel an zu weinen, erklärt welch dramatische Historie ihn jetzt dahin geführt hat und das er der Geisel eigentlich auch wirklich gar nicht weh tun will, dass er das alles hier gar nicht wollte, aber man ihn ja dazu gedrängt hat und drängt (die Polizei die draußen wartet o.ä ).

–> Diese Geschichte zu glauben und den Täter zum Opfer zu verklären macht die Situation um so vieles erträglicher, als sich einzugestehen das der Typ ein widerliches Arschloch ist. Keine dramatische Hintergrundgeschichte, so schlimm sie auch sein mag, rechtfertigt es anderen Leid und Schrecken zuzufügen. Soll er das mit den (vll. damals) Beteiligten ausmachen, aber nicht mit Unschuldigen. Aber was ist einfacher in dem Moment, wo du vll um dein Leben fürchtest…? Die Angst zulassen oder ihn in ein romantisches Licht stellen

Merke: Wir treten in eine kognitive Dissonanz, wenn wir die Realität nicht ertragen und keine andere Lösung finden können. Dabei verzerren wir die Realität dann so, dass wir wieder darin existieren können❗

Als nächstes kann es sein das die Forderungen des Täters vom Opfer nachvollzogen werden können. Das Opfer kann partout nicht verstehen warum den Forderungen auch nicht einfach nachgegangen wird, denn das würde die schlimme Situation, in der sie sich befinden, ja endlich beenden.

Plötzlich wird nicht mehr der eigentliche Täter zum Übeltäter, sondern die, die versuchen eine gewaltfreie Lösung zu finden (bzw eine Lösung in der nicht den Forderung des Terroristen nachgegangen wird und dieser dadurch vll auch noch Schlimmeres anrichten kann) werden für die schlimme Situation verantwortlich gemacht.
Ein aktuelles Beispiel verkneife ich mir da jetzt lieber mal 😉

Nochmal zusammengefasst:

Das Opfer entwickelt Zuneigung, Sympathie und Verständnis für den Täter, aber nicht weil es WIRKLICH Verständnis für die Tat/Taten hat, sondern weil die Situation anders nicht erträglich wäre

Gaslighting – Wie wir uns daraus befreien

Gaslighting funktioniert nicht, wenn wir nicht mitspielen.
Es gibt auf der einen Seite immer den, der es ausführt, also den Gaslighter und auf der anderen Seite den, bei dem es fruchten kann.

(Zum Beitrag ,,Was ist Gaslighting? ” geht’s Hier)

Ganz wichtig!: Du bist NICHT schuld am Verhalten des Gasl. und du bist auch NICHT schuld daran das es dir schlecht geht o.ä. (dass ist eine normale Reaktion der Psyche auf missbräuchliches Verhalten).
Hier geht es nicht um die Schuldfrage, sondern um destruktive Mechanismen und wie wir sie nicht mehr zulassen. Hier treten wir also nicht in den Opfermodus, sondern schauen was wir selbst tun können und wo unsere eigene Verantwortung liegt.

Wann bist du leichter anfällig für Gaslighting?

  • Wenn du dich schnell von Menschen
    beeinflussen lässt, die sicher oder autoritär
    wirken
  • Wenn du verstärkt auf Menschen reagierst
    die gekränkt, frustriert oder hilfsbedürftig
    erscheinen
  • Wenn du gern recht hast und dir das auch
    von anderen bestätigen lässt
  • Wenn du alles daran setzt gemocht,
    geschätzt und verstanden zu werden
  • Wenn es dir sehr wichtig ist alles ins Lot und
    Sachen zu einem guten Ende zu bringen
  • Wenn du die ausgeprägte Fähigkeit besitzt,
    dich in andere hineinversetzen zu können
    und du somit schnell den Standpunkt des
    Gasl. verstehen kannst
  • Wenn du die Beziehung unbedingt
    beibehalten und nicht aufgeben willst (aus
    Angst vor Einsamkeit vll, oder weil es ein
    Familienmitglied ist, Menschen loslassen dir
    schwer fällt, usw.)
  • Wenn du zu gern eine gute Meinung vom
    Gasl. beibehalten willst (du verklärst ihn,
    stellst ihn auf ein falsches Podest ,,Er ist der
    perfekte Mann/die perfekte Frau”, willst
    nicht auch negative Seiten von ihm sehen)
  • Wenn es dir schwerfällt zuzugeben das
    jemand dich schlecht behandelt (vll aus
    Scham,…)
  • Wenn du Streitigkeiten und Konflikte nicht
    ertragen kannst (und deshalb z.B schnell
    kleinbei gibst)
  • Wenn du dich lieber auf die Meinung eines
    anderen verlässt, als auf deine eigene
  • Wenn du oft Angst hast nicht gut, tüchtig
    oder liebenswert zu sein (schwacher
    Selbstwert – du willst vom Gegenüber die
    Bestätigung bekommen das du
    liebenswert, ect. bist)

Versteht das nicht falsch, es geht nicht darum das eine dieser Eigenschaften/Verhaltensweisen per se schlecht ist (oder das du schlecht bist, weil du so reagierst) und abgelegt werden muss, es geht nur darum das sie uns leichter manipulierbar machen. Wenn ich z.B gerne recht habe oder die Bestätigung suche das ich ein liebenswerter Mensch bin (weil ich es selbst nicht glaube), dann lasse ich mich schneller und vor allem immer wieder auf Diskussionen ein, die im Falle des Gasl. dann zu emotionaler Manipulation führen.

Umso weniger Standfestigkeit ich habe, umso leichter bin ich manipulierbar – wie ein Baum. Umso tiefer seine Wurzeln gehen, umso schwerer lässt er sich vom Wind verbiegen.

Was kann ich jetzt tun?

Beim Gaslighting geht es darum das deine Wahrnehmung verdreht wird und du die des Gegenüber annehmen sollst.

Also ist der wichtigste Rat:
Bleib bei dir!

Nehmen wir das Beispiel mit dem Flirten wieder:

Die objektive Wahrheit ist das du dich mit jemand des anderen Geschlechts unterhälst.

Deine subjektive Wahrnehmung ist das du dich gut mit jemand unterhälst, der dir sympatisch ist.

Seine (des Gasl.) subjektive Wahrnehmung ist das du hemmungslos flirtest und dabei auf seine Gefühle schei*t.

‼️ Ihr habt beide das Recht auf eure Wahrnehmung!!

Die jeweilige eigene Wahrnehmung einer Sache, resultiert aus etwas das euch selbst betrifft. Wenn der Gasl. wahrnimmt das du flirtest und dich nicht um seine Gefühle kümmerst, dann ist das etwas das IHN betrifft, nicht dich! Und wenn der, mit dem du dich unterhälst, das Gespräch als flirten aufnimmt, dann ist ebenfalls das SEINE WAHRNEHMUNG. Und würden es noch 10 weitere Menschen als flirten wahrnehmen, dann wäre das auch IHRE Wahrnehmung. Nicht deine. Punkt.

Selbstverständlich sollte man darüber aber auch sprechen können, denn egal ob die Wahrnehmung deines Gegenübers zu der deinen passt, spielt sie ja trotzdem eine wichtige Rolle. Entscheident ist hier aber das ,,darüber reden können” – Du musst dich weder beleidigen, beschimpfen, dir etwas unterstellen lassen oder sonst etwas in dieser Art.

Deine Wahrnehmung – seine Wahrnehmung und ihr habt beide das recht die jeweilige zu behalten.
Du kannst seinen Standpunkt verstehen und dadurch auf ihn eingehen, aber du musst NICHT seinen Standpunkt einnehmen. Und er (der Gasl.) muss auch nicht von deinem Standpunkt überzeugt werden. Wenn er wahrnimmt das du auf seine Gefühle nichts gibst, dann hat das einen (seinen) Grund, den ER angehen muss. Er darf so empfinden. Das heißt aber nicht, das es stimmt was er über dich denkt und sagt!

Nächstes Beispiel:
Wie viele Omi’s, sagt auch meine gern so Sachen wie ,,Naja, da hattest du wohl einfach keine Lust mit mir zu reden. Mit so einer Alten hätte ich auch keine Lust mich zu unterhalten.”, wenn ich mal nicht gleich ans Telefon gehe 😌.
Auch das ist emotionale Manipulation (und wie man da sieht, nicht immer mutwillig oder böse angewandt, wie teilweise bei Narzissten ect.).

Das was sie da zu mir sagt, ist ihre Wahrnehmung über sich selbst, die sie dann auf mich projiziert. Nicht meine.

Wenn ich einfach nur keine Zeit hatte ran zu gehen, dann hatte ich einfach keine Zeit ran zu gehen, mehr nicht. Das sage ich ihr dann. Wenn dann so Sachen kommen wie ,,Und da hattest du nicht eine Sekunde Zeit um mal kurz abzunehmen?! Schon gut, du musst dich ja auch nicht mit mir unterhalten, wenn du das gar nicht willst.” (d.h du wirst in die Rechtfertigungsfalle gelockt), dann versuche weiter bei dir zu bleiben: ,,Ich hatte keine Zeit ran zu gehen, wenn du dich unterhalten möchtest, dann unterhalte ich mich sehr gerne jetzt mit dir.”

–> Lass dich nicht darauf ein und erkläre das es z.B gar nicht stimmt das du nicht reden willst oder warum du keine Zeit hattest (außer die Frage lautet anders und ist aus Neugierde gestellt, statt mit dem Ziel der Rechtfertigung).

Du weißt das der (in)direkte Vorwurf deines Gegenübers nicht stimmt, also rechtfertige dich dafür auch nicht.

So kann es sein das der andere zwar immer noch denkt das du ihn nicht magst, seine Gefühle ignorierst, dumm bist, usw., aber DU GLAUBST ES NICHT!
Und darum geht es hier – nicht darum die Meinung des anderen zu ändern.

Wenn es dir enorm wichtig ist was der andere über dich denkt, dann ist das ein Punkt bei dem DU ansetzen musst.
2 unterschiedliche Personen, 2 unterschiedliche Wahrnehmungen, 2 unterschiedliche Punkte an denen der jeweilige ansetzen kann/sollte. Nicht der andere muss sich ändern (wenn es dir zu viel wird hast du jederzeit das Recht zu gehen und das solltest du dann auch tun) und nicht du musst dich ändern.
Mir hat diese Erkenntnis zumindest sehr geholfen 🙂

➡️ Setz das Schritt für Schritt um und übe immer mal ein bisschen (Ich bin darin auch noch laaaaaange kein Meister 😅)

Im letzten Beitrag sprach ich über die verschiedenen Phasen. Wenn du dich bereits in Phase 2 oder gar 3 befindest, wird das alles nicht mehr so leicht sein. Versuch es trotzdem (im Endeffekt kannst ja so oder so nur du dich befreien) und scheue dich nicht Hilfe von Außen anzunehmen, entweder durch Freunde/Familie oder auch durch einen Therapeuten.
Und wenn das Gaslighting wirklich schlimm ist, dann breche den Kontakt bitte ab oder beschränke ihn zumindest auf ein Minimum, auch da such dir ruhig Hilfe, dass durchzustehen.

»Du kannst nicht im selben Umfeld geneßen, in welchem du krank wurdest«

Fazit:

Am Ende hilft also nur sich um sein eigenes Selbstbewusstsein und sein eigenes Selbstwertgefühl zu kümmern. Bleibt bei euch, heilt euch Psyche Schritt für Schritt und lasst nicht zu das andere sich um euer Leben und eure Gedanken kümmern.
Ihr seid niemanden eine Rechtfertigung schuldig. Das man aus seiner eigenen Warte heraus mal irgendwas in den anderen und sein Verhalten hinein interpretiert, passiert jeden von uns mal, aber dann fragt man nach und wenn der andere sagt ,,Ne ist nicht so”, dann glaubt man das oder distanziert sich. Je nachdem. Und das gleiche könnt ihr auch erwarten. Nämlich das man euch fragt und euch dann auch glaubt.
Keiner weiß besser was in eurem Kopf vergeht, als ihr selbst!😉

Buchhinweis:

–> ,,Der Gaslight-Effekt” von Dr. Robin Stern (sehr empfehlenswert!)

Gaslighting – Was ist das?

Gaslighting ist eine schwere Form der psychischen Gewalt, wobei der Täter, durch Macht und Kontrolle, sein Opfer soweit manipuliert, dass dieses seiner eigenen Wahrnehmung nicht mehr glaubt und beginnt die Wahrnehmung des Täters anzunehmen.

Soweit so gut, schauen wir uns das ganze aber einmal näher an:

Wer übt Gaslighting aus?

Das ist ein ganz wichtiger Punkt:

Gaslighting (oder, ,,emotionale Manipulation”) ist DAS Standardwerkzeug von Narzissten, Sozi- und Psychopathen, aber ☝ auch “normale” Menschen können es anwenden, d.h wenn du feststellst das dein Partner, deine Mutter, dein Chef, … solche Verhaltensweisen an den Tag legt, dann muss er/sie deshalb nicht gleich ein Narzisst o.ä sein.

Gaslighting wird, wider erwarten, nämlich meist gar nicht so bewusst benutzt, sondern geschieht oft ohne das der Gegenüber direkt eine bewusste Manipulation geplant hatte (was es aber auch nicht wirklich besser macht 😅 – Selbstreflexion könnte da helfen 😌).
Vor allem wenn man solche Verhaltensweisen von Anfang an durchgehen lässt und darauf einsteigt, können sie sich in einer Beziehung verfestigen und einen Automatismus annehmen.

Die 3 Phasen des Gaslighting

Phase 1.) Die Anfangsphase – es passiert
nur hin und wieder

Deine Standardreaktion: ,,Wovon redest du überhaupt?”

Beispiel: Du unterhälst dich nur mit jemand des anderen Geschlechts. Dein Partner ist rasend eifersüchtig und der Meinung du hättest hemmungslos geflirtet. Ein Nicht-Gaslighter würde nun vll sagen ,,Na gut, ICH habe ein Problem mit meiner Eifersucht, wahrscheinlich wollte er/sie mich mit seinem/ihrem Verhalten aber gar nicht verletzen.”

Der Gaslighter würde dagegen jedoch nie auf die Idee kommen das es eigentlich um seine Eifersucht, Unsicherheit und Paranoia geht. Er wird der Meinung sein, dass ER leidet unter deinem Verhalten und daran ist nur einer Schuld – DU! Du bist schuld, weil du in Wirklichkeit auf seine Gefühle scheißt. Ja ganz richtig, du willst ihn nur verletzen und machst das doch absichtlich! Aber es reicht nicht das er deine Boshaftigkeit nur erkannt hat, nein er wird auch noch alles dafür tun das du ihm zustimmst, wie boshaft du bist. Stimmst du ihm nicht zu, dann reagiert er strafend mit stundenlangen Beleidigungen, Drohungen, Beschimpfungen, Brüllen, Schweigen, usw.

Eine tatsächlich logische Reaktion darauf ist sich zu rechtfertigen: ,,Schatz, ich habe mit ihm/ihr nicht geflirtet. Wir haben uns nur ganz normal unterhalten. Wie kommst du nur darauf das ich dich absichtlich verletzen will?!” –> Ein Nicht-Gaslighter würde jetzt vll sagen ,,Okay, ich glaube dir. Es tut mir leid, meine Eifersucht geht manchmal mit mir durch. Ich versuche das besser in den Griff zu bekommen.”

Dem Gaslighter wiederum würde das niemals einfallen. DU hast etwas falsch gemacht und DU musst das genauso sehen wie er. Wenn du es nicht so siehst und ihm nicht zustimmst, dann bist du in Wirklichkeit noch boshafter als angenommen, dann willst du ihn scheinbar noch mehr leiden sehen. Wie kannst du ihn/sie nur anlügen?! Perfide wird es dann wenn dir der Gaslighter plötzlich vorwirft DU würdest SEINE Wahrnehmung verdrehen wollen.

❗ In Phase 1 wunderst du dich noch über den Gasl. Wenn er dich kritisiert, einschüchtert, dir etwas vorwirft, usw. sagst du: ,,Ach komm schon” oder ,,Das stimmt doch nicht” (Rechtfertigung)
–> Du hast noch immer deine eigene Perspektive und fragst dich ,,Was stimmt mit IHM nicht?”

Ein weiteres Beispiel:

Ich räumte immer morgens die Küche auf. Irgendwann behauptete mein Freund jedoch er müsse das jeden Tag tun, wenn er von der Arbeit kommt und ich würde überhaupt nichts machen. Ich wusste jedoch ganz genau das ICH das jeden Morgen mache. ICH mit MEINEN Händen und das die Küche sauber war, wenn er kam. Er war allerdings der festen Überzeugung das er alles machen musste und da gab es auch keinen Weg, kein Argument ihm zu versichern das ICH es doch eigentlich erledige. Ich war nicht nur faul und ließ ihn mit dem Haushalt allein, sondern log ihn auch noch frech an…Das war seine Sicht und davon ließ er nicht ab.

❗SEINE Wahrnehmung war die einzig richtige. Eine andere Wahrnehmung existiert für den Gaslighter nicht. Er denkt etwas von dir und dann ist das eben so und das wird solange wiederholt bis du zustimmst.
Und irgendwann fragst du dich dann…

Phase 2.) Was stimmt mit MIR nicht?

Gaslighting funktioniert nur wenn wir uns auch darauf einlassen, d.h zum Gaslighting gehören immer 2.

Während wir in Phase 1 noch versuchen für unsere Meinung einzustehen und einen Kompromiss mit dem Gasl. zu finden, beginnen wir in Phase 2 nun immer mehr die Situation aus seiner Perspektive zu betrachten (,,Ich würde mich auch nicht gut fühlen an seiner Stelle. Ich kann ihn ja verstehen. Vll habe ich mich wirklich falsch verhalten.”) und versteht mich da nicht falsch. Dinge aus der Perspektive des anderen betrachten zu können, ist eine wichtige empathische Eigenschaft. Gefährlich wird es erst, wenn wir beginnen unsere eigene Perspektive dafür hintenanzustellen bzw. gar nicht mehr zu beachten.

Wir verstehen also unseren Gegenüber und da wir mit ihm in irgendeiner Vertrauensbeziehung (wichtig☝sonst funktioniert das Gasl. nicht) stehen, wollen wir meist auch von ihm/ihr anerkannt werden. Wir wollen das derjenige uns als guter/tüchtiger/liebenswerter…. Mensch betrachtet, jedoch hat dieser ja ständig etwas auszusetzen.

Nun geben wir uns also umso mehr Mühe demjenigen gerecht zu werden, natürlich auch aus Angst vor der Ablehnung, dem Brüllen usw. das sonst folgt.

Wenn er/sie nun also findet das: ,,…Ich so spät zu Bett gehe, um ihn/sie damit zu ärgern, vll ist das dann auch so? Mich würde das ja auch stören und klar, ich will ihn/sie nicht bewusst ärgern, aber was ist wenn ich es unterbewusst doch irgendwie will und tue? Vll merke ich es ja nur nicht?”
–> Hier fängt der Punkt an, wo man nicht mehr seine/ihre Wahrnehmung der Dinge in Frage stellt, sondern seine eigene. Man beginnt an der eigenen Wahrnehmung zu zweifeln.

Und wenn du dir noch so sicher bist, dass es nicht stimmt was er/sie sagt: “Was ist wenn er/sie doch ein bisschen recht hat?” – ,,Vll sehe ja doch ICH die Sache falsch und nicht er/sie?”.

Der Gasl. will immer Recht haben und er wird versuchen dieses Recht mit aller Gewalt durchzusetzen. Entweder brüllt er dich in Grund und Boden oder er redet solange nicht mehr mit dir, bis du ihm zustimmst oder er beschimpft dich, erniedrigt dich, sagt dir immer wieder wie dumm du bist usw.
==> Er (der Gasl.) konditioniert dich darauf, zu denken wie er!

Du wirst versuchen diese übertriebenen Reaktionen zu vermeiden – du wirst dich anpassen. Wenn er/sie findet du flirtest mit jedem, dann versuchst du vll Gespräche mit Fremden zu vermeiden, um ihn/sie nicht zu verärgern und dem drohenden Streit aus dem Weg zu gehen. Oder du wirst perfektionistisch, um bloß keinen Fehler zu machen. Du möchtest ein Problem ansprechen oder möchtest vll wegfahren/ausgehen, aber du hast Angst vor seiner/ihrer Reaktion bzw weißt wie er/sie darüber denken wird, also lässt du es besser: ,,So wichtig war es ja eigentlich eh nicht”…

➡️ Du gibst dich Stück für Stück immer mehr selbst auf. Seine Wahrnehmung wird langsam zu deiner Wahrnehmung (,,Er/sie hat schon recht, irgendwie flirte ich wirklich mit jedem. Scheinbar merke ich das gar nicht. Wie schlimm ich bin!” oder ,,Vll bin ich wirklich so dumm wie er/sie sagt”)

Phase 3.) Du übernimmst vollends die
Wahrnehmung des Gaslighters

Während du in Phase 1 noch versuchst den Gasl. zu überzeugen das er unrecht hat, wächst der Drang nach Verschmelzung in Phase 2 schon immer mehr. Du versuchst es ihm/ihr immer öfter recht zu machen. In Phase 3 jedoch ist der Drang nach Verschmelzung am größten geworden, du willst nur noch endlich seine/ihre Anerkennung bzw Liebe.

Du wirst apathisch und hast weder Energie noch Lust dem Gasl. zu widersprechen (,,Wozu auch, er hat doch recht?”). Wenn er/sie sagt du bist dumm oder unnütz, dann wird das auch so sein.

Du hast dich so sehr angestrengt und trotzdem kannst du ihm/ihr nicht gerecht werden. Weil derjenige schon von Anfang an völlig verklärt wurde (,,Der perfekte Mann!” – ,,So eine aufopferungsvolle Mutter”…), bleibt die einzige Schlussfolgerung für das Opfer das nicht der Gasl. das Problem ist, sondern das Opfer selbst.
Er sagt die Dinge also nicht mehr nur, DU glaubst sie selbst.

–> Bsp. Er/sie ist von etwas verletzt:

Phase 1 = Du rechtfertigst dich ,,Ich hab das
nicht böse gemeint”

Phase 2 = Du glaubst du könntest vll schuld
sein

Phase 3 = Du WEIßT du bist schuld

Er sagt der Himmel ist grün, also glaubst DU der Himmel ist grün. Klar, du schaust hoch und er sieht blau aus, aber dann siehst DU eben falsch, irgendwas stimmt mit DIR nicht. Der Gasl. kann nicht unrecht haben.

Der Gasl. hat also recht und du unrecht, ist dort die Einstellung – sowohl vom Opfer, wie auch vom Täter. Im Prinzip leidest du unter einer Art der Gehirnwäsche.

Gaslighting ist schwerer emotionaler Missbrauch und keine Lappalie, wie man nun merken kann. Und tatsächlich verläuft alles ganz schleichend. Die Folgen in dieser Phase können nicht selten (schwere) Depressionen, Angstzustände, zerstörtes Selbstwertgefühl, (K)PTBS, körperliche Leiden usw. sein.

Frauen oder Männer, die vorher mitten im Leben standen und erfolgreich waren, können nach so etwas nur noch ein Schatten ihrer selbst sein, also vorsichtig wer mit dem Finger auf andere zeigt und der Meinung ist, ihm könnte das niemals passieren

(Zum 2. Teil: ,,Gaslighting – Wie wir uns daraus befreien” geht’s Hier)

Buchhinweis:

–> ,,Der Gaslight-Effekt” von Dr. Robin Stern (sehr empfehlenswert!)

Was sind Träume?

Die Wissenschaft ist sich bis heute uneins darüber, welchen Zweck unsere Träume überhaupt erfüllen sollen. Warum träumen wir? Warum erinnern wir uns manchmal daran und manchmal nicht?


Allgemein sprechen wir davon, dass Träume sich mit unseren Alltagserlebnissen beschäftigen. Viele sind deshalb sogar der Meinung das wir auf unsere Träume nicht sehr viel geben bräuchten oder sollten.
Gehen wir nun aber davon aus das Träume unser Erleben, unsere Gedanken und Gefühle reflektieren, also all das was wir im Wach-Bewusstsein erleben, dann lohnt es sich doch allemal seinen Blick näher darauf zu richten, denn wissen mir nicht spätestens seit Freud, dass unser Bewusstsein nur einen sehr kleinen Teil ausmacht? Das ein Großteil der Dinge die wir wahrnehmen und fühlen, gar nicht erst in unsrem Alltagsbewusstsein ankommt?

»Was der Traum zeigt, ist der Schatten dessen, was an Weisheit im Menschen vorhanden ist, selbst wenn er im Wachzustand nichts davon wissen mag…Wir wissen nichts davon, weil wir unsere Zeit mit äußerlichen und vergänglichen Dingen vertrödeln und dem, was in uns real ist, keine Aufmerksamkeit schenken.«

Paracelsus

Im täglichen Leben benutzen wir überwiegend unsere linke Gehirnhälfte, die logische, rationale, die, die über Sprache kommuniziert. Doch dann gibt es da ja noch mehr.
Könnten wir schließlich alle Fragen mit unserem rationalen Verstand klären, gäbe es keine unklaren Sorgen, Gedanken, Gefühle und Krankheiten mehr.

Träumen wir, dann ist es für uns völlig normal, wenn uns ein Elefant verfolgt, wir gegen Monster kämpfen müssen, uns ein Arm mehr wächst oder wir sogar Weltmeister im Fußball werden.
Träume drücken sich also in einer besonderen Art von Bildersprache aus und sobald man sich darüber klar ist, wird man erkennen das der Elefant oder das Monster jemanden oder etwas symbolisiert, der oder das einen erschreckt oder zu erdrücken droht. Das uns ein Arm mehr wächst, weil wir uns im Alltag den täglichen Aufgaben nicht mehr gewachsen fühlen und wortwörtlich einen Arm mehr dazu bräuchten, um alles zu schaffen.


Lernen wir unsere Träume zu deuten, lernen wir also auch ungemein viel über uns selbst. Wir können unbewusste Muster aufdecken, Sorgen aus dem Weg räumen, die uns nicht mal als Sorgen bekannt waren oder geheime Wünsche, Sehnsüchte oder auch Talente aufdecken – Kurz: Wir können uns dadurch selbst besser kennenlernen und weiterentwickeln.

Was wir daran auch erkennen ist, dass sich Träume über eine sehr dramatische, übertriebene Art äußern. Nur so können wir allerdings ihre Botschaften erkennen.
Würde es reichen zu sagen ,,Hey, du bist unglücklich in deiner Beziehung.”, dann könnte uns jeder gute Ratschlag der Freundin zur Erleuchtung führen, meist verstehen wir aber erst, wenn wir es fast schon übertrieben bildhaft vor Augen geführt bekommen.
Träume reflektieren ja nicht nur die kleinen Dinge, die uns im Wachbewusstsein entgangen sind (wie z.B die nonverbale Kommunikation unseres Chefs, die aussagt das wir uns dringend vor ihm in Acht nehmen sollten, während seine Worte jedoch stets sehr freundlich sind und uns damit täuschen), sondern auch eine enorme Menge an Gedanken und Gefühlen, die uns im Alltagsbewusstsein entgangen sind. Die tief irgendwo in uns liegen und uns beeinflussen, ohne das wir es merken.
Sehen wir die Träume also als Sprachrohr unseres Herzens an, als Kommunikationsmittel unserer Seele mit uns zu sprechen oder für die Martialisten: Die Sprache der rechten Gehirnhälfte, dann ergibt einiges umso mehr Sinn.


Und warum sollte uns das überhaupt interessieren? Warum sollten wir darauf hören?
Weil wir eben nicht nur äußerlich funktionieren, solange wir auch nur einem Gedanken denken oder ein Gefühl fühlen, solange etwas innerlich in uns stattfindet, funktionieren wir auf der Inneren und Äußeren Ebene gleich und ignorieren wir die Eine, geraten wir ins Ungleichgewicht.
Der Verstand kommuniziert über Sprache und Zahlen und die rechte Gehirnhälfte über Gefühle und Bilder.
Es ist allerdings fast ein bisschen wie bei dem Spiel ,,Scharade”, wo man durch pantomimisch dargestelltes, erraten muss was gemeint ist 😅.

»In jedem von uns steckt ein anderer, den wir nicht kennen. Er spricht mit uns in Träumen und sagt uns, wie anders er uns sieht als wir uns selbst. Wenn wir uns in einer schwierigen, ausweglosen Lage befinden, kann er uns daher manchmal ein Licht aufstecken, dass unsere Haltung radikal ändert – eben die Haltung, die uns in eine schwierige Lage gebracht hat.«


C.G.Jung

Und warum können wir uns nicht immer
erinnern?

Auch diese Frage ist bis heute nicht restlos geklärt.
Eine neuere Hypothese stützt sich auf die (bewiesene) Tatsache, dass unser Gehirn nach dem Aufwachen bis zu 15 Minuten braucht, um zu voller Leistungsfähigkeit „hochzufahren“. In dieser Phase arbeitet vermutlich auch das Gedächtnis nur eingeschränkt und vermag Trauminhalte deshalb nicht immer nachhaltig zu speichern. Das erklärt warum es sinnvoll ist, seinen Traum direkt nach dem Aufwachen zu notieren, jedoch nicht warum uns manche Kindheitsträume noch heute so lebhaft in Erinnerung sind, als wären wir eben erst daraus erwacht.
Es scheint so, als würden uns die wichtigsten Botschaften bzw die emotional stärker (positiv wie negativ) besetzten Träume fester in Erinnerung bleiben.
Träume die uns nicht mehr aus dem Gedächtnis weichen, lohnen sich also allemal näher anzuschauen.

I

Mobbing

Was ist Mobbing?

Mobbing ist schwere, psychische Gewalt und zwar der übelsten Sorte, da hier bewusst direkt auf den Selbstwert eines Menschen gezielt wird (und gerade in der Gruppe, kann man sich kaum wehren).
Und nein, dass ist nicht nur mein subjektives Empfinden, sondern von schwerer, psychischer Gewalt wird laut Definition geredet.
Zum Mobbing zählt:

  • das Schikanieren des Opfers
  • das Auslachen
  • das Verleumden
  • das Demütigen (jeglicher Art)
  • die soziale Ausgrenzung (,,DICH wollen wir
    nicht dabei haben!”)
  • ständige Kritik an der Person selbst (,,Guck
    mal wie hässlich du bist” – ,,Du bist so
    dumm” – ,,Wer will so jemand ekliges wie
    dich schon haben?”)
  • Gewaltandrohung oder sogar -ausübung
  • Machtmissbrauch (z.B eine ganze Gruppe
    gegen eine Person oder der Chef gegenüber
    seines Angestellten)
  • und jegliches weiteres seelisches Quälen
    und Verletzen

All das wird zudem regelmäßig ausgeführt und ist keine einmalige Handlung. Dann kann es nur eine Person sein, die mobbt, meistens sind es aber mehrere, die sich zusammenschließen. Und ja, Mobbing kann überall stattfinden – in der Schule, auf der Arbeit, in der Familie, im “Freundes”kreis, sogar in der Beziehung.

Praxisbeispiele:

Also ich selbst hab das Mobbing gar nicht so krass abbekommen früher. Ich weiß das aber ehrlich gesagt auch gar nicht mehr richtig 🤔. Ich weiß nur das ich tierisch ungern zur Schule gegangen bin und in den Pausen hab ich versucht irgendwohin zu verschwinden oder mich in Büchern zu verkriechen 😅. Da waren schon viele Momente dabei wo ich ausgelacht oder rumgeschubst wurde 🤔(das Auslachen fand ich am schlimmsten, dass haben meine Eltern nämlich zuhause auch immer mit mir gemacht. Und dann gab es natürlich diverse Beleidigungen und abschätzige Blicke und immer wieder das Gefühl ,,Die wollen dich nicht. Du bist falsch”, ich kann mich aber wirklich kaum dran erinnern😒), aber wir wollen ja jetzt erstmal von den wirklich schlimmen Fällen reden:

  • Eine meiner Freundinnen hatten sie richtig auf den Kicker. Die wurde in die Schultoilette gezerrt, im Schrank eingesperrt (wofür SIE dann Ärger vom Lehrer bekam), geschubst, beleidigt, ausgelacht, ihre Sachen weggenommen, Lügen über sie erzählt, geschlagen (sie wurde von einem Klassenkameraden so fest in den Bauch/Unterleib geschlagen, dass die ärztliche Sorge bestand das sie überhaupt keine Kinder bekommen kann und sie erlitt tatsächlich auch mehrere Fehlgeburten), usw.
    Was ich richtig schlimm fand, waren die Mädels eine Klasse über uns, die spielten ihr vor das sie mit ihr befreundet sein wollen, nur um sie dann richtig auflaufen zu lassen.
    Das ging eigentlich jeden Tag so, bis sie irgendwann die Schule wechselte und dort ging es…naja…es war zumindest nicht ganz so extrem.
    Wenn ich mich heute mir ihr unterhalte wird mir das Ausmaß dessen erst einmal richtig bewusst, was das mir ihr gemacht hat.
  • Meine andere Freundin wurde ebenfalls beleidigt, bespuckt, ausgelacht, Behauptungen aufgestellt, Sachen weggenommen und es wurde sogar ihre Kleidung angezündet. Die war zwar nicht das Daueropfer, hatte es mit den Attacken aber keinen Deut besser
  • Die Tochter einer meiner Freundinnen wird in der Schule gemobbt. Sie hat sich einmal zur Wehr gesetzt und die Federmappe nach dem Täter geworfen, daraufhin hat SIE Ärger von der Lehrerin bekommen. Und wisst ihr warum das Mädel gemobbt wird? Weil sie 5kg mehr auf den Rippen hat (und selbst wenn sie 50kg zu viel hätte – überlegt euch mal diese Absurdität, jemand aufgrund seines Körpergewichtes abzuwerten!). Wisst ihr was sich so ein Kind dann fragt? ,,Was ist falsch mit mir?” und wisst ihr was? NICHTS

Warum wird gemobbt?

Aus unterschiedlichen Gründen. Es gibt ja zum einen auch erstmal unterschiedliche Arten von Mobbern:

  • 1.) den Initiator (der sich ein Opfer rauspickt und auch immer wieder dafür sorgt das der Gesprächsstoff über das Opfer nicht abreißt) –> da fällt mir z.B sofort eine aus unserer Parallelklasse ein oder meine
    damalige, vorübergehende Chefin in der Ausbildung😌
    ➡️ Soziopathen und Narzissten sind übrigens die perfekten Initiatoren, denn egal was dem Opfer passiert, selbst wenn es sich vll sogar etwas antut, dass juckt die einfach nicht – 0 Empathie! Aber auch Menschen die sich einfach selbst nicht die Bohne ausstehen können, brauchen jemand anderes, um sich durch dessen Abwertung, selbst besser zu fühlen
  • 2.) die ,,Flying Monkeys” (den Begriff. schnappte ich letztens wo auf und der ist SO passend) –> das sind die ,,guten Freunde” des Initiators, die jeden Scheiß glauben und mitmachen, die der erzählt
    ➡️ das sind sowas wie die Soldaten der Regierung, die denken selbst nicht viel, handeln aber aus voller Überzeugung. Die haben meist gar nicht immer selbst einen gebrochenen Selbstwert, sondern denken einfach nur nicht soviel drüber nach, was sie da gerade anstellen und warum. Die finden das meist einfach “witzig” oder glauben sie hätten das Recht dazu, weil der andere ja nun mal dick ist oder ne schiefe Nase hat
  • 3.) die Gelegenheitsmobber –> die machen ab und zu mit, wenn sie gerade nichts besseres zu tun haben, sollte deren Laune gut sein, reden sie aber auch ganz normal mit dir
    ➡️ das fällt in den Bereich Gruppendynamik, auch die machen sich wenig Gedanken darüber was sie anrichten, haben aber gar nicht pauschal ein Problem mit dir, sondern lassen sich einfach “mitreißen”
  • 4.) die “Hauptsache-ich-werde-nicht-gemobbt” Mobber –> die mobben mit, aus dem Grund das nicht sie gemobbt werden, wenn ein
    anderer dran ist
    ↪️ dazu gehörte übrigens ich 🙋‍
    Jap, ich war früher kein Engel 😌. Ich hab meine Freundin damals auch ganz schön drangsaliert. Ich war zwar noch nie der Typ, der groß zusammen mit der Masse agiert, trotzdem habe ich unmögliche Sachen gerissen. Sie hat erzählt das ich ihr z.B Briefe geschrieben habe, wo ich so tat als wäre ich einer der Jungs, der auf sie steht. Ist das nicht widerlich?! Oder das ich auch plötzlich nicht mehr mit ihr geredet und über sie gelästert hab. Ich weiß wirklich so gut wie fast gar nichts mehr aus dieser Zeit, aber das ist ja keine Rechtfertigung. Das macht ja das, was passiert ist, nicht ungeschehen. Nicht für sie. Und ich denke schon das in meinem Kopf rumging, das nicht ich dran bin, wenn sie es ist, die leidet.

‼ Keine dieser 4 Formen ist okay ‼
Nicht einmal ansatzweise. Egal welche Erklärung man dafür hat.
Passt auf, ich denke, ich war als Kind sehr komisch. Ich kann daher verstehen warum andere Kinder mich nicht einzuschätzen wussten und was fremd oder komisch ist, wird prinzipiell gerne abgelehnt. Nur war es aber so das Ich ja nicht ohne Grund komisch war. Ich meine, kein Kind kommt ,,komisch” zur Welt. Zuhause war es Mist und wenn ich in die Schule kam, war es auch Mist – Natürlich schlägt sich das auf dein Verhalten nieder. Das gleiche war es mit meinen Freundinnen, beide hatten ein schwieriges Elternhaus.

❗Daher Merke❗


–> beim Mobbing werden sich immer die
Schwächsten rausgesucht (und das ist
ARMSELIG und KEIN Zeichen von Stärke!)

‼ MOBBER SIND TÄTER – KEINE OPFER ‼

Mir Wurst mit welcher rührseligen Geschichte die ankommen, was für ne schlimme Vergangenheit die haben oder das sie sich doch nur wehren müssen oder sonst was.
Wenn dir die Fresse von jemanden nicht passt, denk dir deinen Teil und geh weiter.
Du hast NICHT DAS RECHT jemand als Mensch abzuwerten, nur weil DIR irgendwas nicht passt. Punkt.

Was sind die Folgen von Mobbing?

Zerstörter Selbstwert (sowie Selbstvertrauen/-bewusstsein)

  • Depressionen
  • soziale Isolation
  • Ptbs bis komplexe Ptbs
  • dauerhafte Angespanntheit
  • Schreckhaftigkeit
  • Alpträume
  • Nervosität
  • Panikattacken
  • Übelkeit
  • somatoforme Beschwerden wie Migräne, Bauchschmerzen (Magen-Darm Trakt), Hautkrankheiten wie Neurodermitis können begünstigt werden, und weitere
  • Erschöpfungszustände
  • selbstverletzenden Verhalten [da werden Kinder(od. Erwachsene) zuhause und/oder in der Schule(od. Job) fertig gemacht und dann wird sich noch darüber beschwert und lustig gemacht, das sie sich selbst verletzen, weil sie aber anders nicht mehr mit dem Druck umzugehen wissen – Mal drüber nachdenken wie krank das ist]
  • UND SELBSTMORD!

Mobbingopfer tragen also nicht nur lebenslange, seelische Narben (und große noch dazu) davon, sondern sie können unter der Last auch völlig zusammenbrechen und sich das Leben nehmen.
Auch extreme Schamgefühle können ein Leben lang bestehen bleiben (nur wofür sollen die sich eigentlich schämen?!

An die Opfer:


IHR SEID GUT SO, WIE IHR SEID!


Wenn andere ein Problem mit euch haben, ist das DEREN Problem. Man kann ein Problem normal ansprechen und man muss sich auch nicht mögen (dann geht man sich eben einfach aus dem Weg), aber sobald sie mobben, geht es nicht mehr um etwas ernsthaftes, dass ihr falsch gemacht habt, sondern es geht ausschließlich darum euch abzuwerten (egal wie und warum) und das tun nur Menschen, die sich selbst so abstoßend finden, dass sie sich irgenwie (auf Kosten anderer) erhöhen müssen.
IHR SEID VÖLLIG IN ORDNUNG, DEREN VERHALTEN IST FALSCH.
Vergesst das bitte nie ❤

Emotionale Gewalt

Gerade emotionale Gewalt wird in unserer Gesellschaft noch immer sehr gerne bagatellisiert oder sogar ignoriert.
Ganz zu unrecht, wie ich finde.
Sprechen wir nämlich von sexueller oder physischer Gewalt und den darauffolgenden Schäden für die Opfer, so weiß meist jeder relativ schnell was gemeint ist. Wusstet ihr aber das emotionale Gewalt ganz ähnliche Folgen für die menschliche Psyche und den Körper haben kann?
Im MRT lassen sich z.B die gleichen neuronalen Veränderungen im Gehirn durch emotionalen Missbrauch feststellen, wie auch durch sexuelle oder physische Gewalt.

Was verstehen wir unter emotionaler Gewalt/emotionalen
Missbrauch?

Wer jemanden missbraucht, der nutzt diesen, gegen seinen Willen, für die eigenen Zwecke aus. Was beim physischen und sexuellen Missbrauch auf der körperlichen Ebene stattfindet, geschieht beim emotionalen Missbrauch auf der psychischen/emotional bzw. zwischenmenschlichen Ebene und genau dort sind die Folgen der Gewalt sowohl für das Opfer, wie aber auch für Außenstehende kaum äußerlich sichtbar. Dies ist auch ein Grund dafür, warum diese Form des Missbrauchs gerne mit Sätzen wie:

  • ,,Hab dich doch nicht so.”
  • ,,Ich glaube, du übertreibst.”
  • ,,Das war doch nur ein Spaß! Sei nicht so eine Spaßbremse!” oder
  • ,,Ich verstehe gar nicht wo dein Problem liegt? Da war doch gar nichts weiter.”

usw. abgetan wird.

Emotionale Gewalt gegen andere wird meist dann angewandt, wenn ein fehlendes oder ‘fehlerhaftes” Gefühl kompensiert werden muss. Wenn sich der Vater (bzw. die Mutter) oder der Ehemann(-frau) z.B selbst stark minderwertig fühlt, dann gibt es natürlich verschiedene Möglichkeiten wie er(sie) damit umgehen kann. Eine dieser Möglichkeiten wäre u.a das er dieses Gefühl der Unterlegenheit, gegen eins der Überlegenheit austauscht. Und wie erreicht er das?

Indem er einen Schwächeren (Kinder, Partner, usw) z.B mit demütigenden Worten straft, ihn auslacht, herabwürdigt, usw.
Selbstverständlich muss das aber natürlich nicht immer am Gefühl der Minderwertigkeit liegen, manchmal kann es auch eine innere Leere sein, “schlichte” Wut, die nicht anders auszudrücken gewusst ist. Hass (der aber meistens vom Täter auf sich selbst bezogen ist und nur auf andere ungelenk wird) ect.

Es ist so, das emotionale Gewalt meist von nahestehenden Personen ausgeübt wird (also dem Partner, Familienmitgliedern, “Freunden”, oder auch von Nachbarn, Mitschülern, Lehrern, Kollegen, dem Chef – allen, zu denen man eben in irgendeiner Form eine Beziehung aufgebaut hat), da der Täter eine enge Bindung zum Opfer benötigt, um “erfolgreich” zu sein. Im “besten Falle”, eine Beziehung in der der andere in irgendeiner Art und Weise unterlegen und/oder auf den Täter angewiesen ist.

Wichtig ist hierbei: Nicht in jeder Beziehung, in der es Probleme gibt oder die unfreundlich auseinander geht, wendet der Partner gleich psychischen Missbrauch an. Der richtige Gewalttäter handelt aus Vorsatz, auch ohne die Motivation für sein Handeln zu erkennen und mit der Absicht, das Opfer in irgendeiner Form zu quälen. Eine Veränderung seines Verhalten zu erwägen, kommt ihm dabei selbstverständlich auch nicht in den Sinn, ganz im Gegenteil fühlt sich der Täter sogar noch im Recht und wälzt die Schuld eher auf sein Opfer ab.

Welche Formen von emotionalen
Missbrauch gibt es?

Ich glaube die Bandbreite davon ist riiiesig, denn auch da kommt es wieder darauf an was das Opfer als schlimm empfindet. Grundsätzlich können wir aber sagen:

  • bloßstellen
  • lächerlich machen vor anderen / auslachen
  • beleidigen, beschimpfen
  • herabwürdigen, diskriminieren
  • ignorieren
  • bedrohen, einschüchtern
  • Wahrnehmung verdrehen (Gaslighting)
  • ständige Schuldzuweisungen
  • wiederholter, bewusster Verrat
  • Gefühle und Empfindungen kleinreden
  • nicht ernst nehmen, Gefühle ganz absprechen

Gerade zum letzten Punkt würde ich gerne etwas sagen:
Viele Eltern, aber auch Partner nehmen absolut gar nicht ernst was der Gegenüber da von sich lässt.
Wenn ein Kind oder aber auch die Frau oder der Mann weint oder sagt das er/sie etwas nicht mag, nicht will usw. dann nehmt das bitte ernst und sagt nicht Sachen wie ,,Ach komm, so schlimm findest du das bestimmt gar nicht” oder ,,Hör auf zu heulen. Du übertreibst total”. Ihr wisst doch gar nicht was im anderen vor sich geht, also tut bitte auch nicht so.

Auch was das lächerlich machen oder verspotten angeht, hat das nichts mehr mit Witz und “Spaßbremse sein” zu tun – Humor ist wichtig und gerade auch über sich selbst lachen zu können. Auch sich gegenseitig zu necken kann sehr schön sein, aber wenn Dinge gesagt werden, die der Andere offensichtlich nicht schön oder lustig findet (gerade vor anderen Menschen) dann ist eine Grenze erreicht.
Nicht immer kann man natürlich sofort wissen, wann genau man beim anderen eine Grenze überschreitet, da der jeweilige Humor ja nun mal ganz verschieden ist. Auch ich muss da manchmal aufpassen das ich mit meinem, zugegeben, manchmal fraglichen Humor so manch einen nicht zu sehr auf die Füsse trete😅, aber sobald man merkt das es für den anderen jetzt zu viel wird, ist definitiv aufhören angesagt.

Sehr schlimm finde ich auch das Verhalten das z.B sehr viele Partner oder Eltern sehr gerne an den Tag legen: ,,DU verhältst dich falsch. Nur weil DU das und das tust, muss ich so zu dir sein [–> das Opfer wird selbst verantwortlich gemacht, was z.B starke Schuldgefühle und Scham auslöst, Bei solchen Leuten ist es außerdem egal wie du dich verhälst – Das Problem ist deren Verhalten, NICHT du!].

Gerade dieses Muster fahren viele missbräuchliche Täter, denn durch die Schuldzuweisungen und Diskriminierungen fängt das Opfer an, sich selbst die Schuld zu geben und nicht dem Täter. Es verliert immer mehr an Selbstvertrauen und Stärke, was dem Täter damit natürlich in die Hände spielt.
Natürlich steckt hinter so einem Täter ost selbst ein langer Leidensweg und meist geben sie nur das weiter, was sie selbst erfahren haben, aber das ist trotzdem keine Entschuldigung!
Niemals, Leute!
Wir haben immer noch einen freien Willen und wenn wir uns entscheiden, anderen zu schaden, dann tun wir das BEWUSST und nicht weil wir eine schlimme Kindheit oder sonst was hatten! Die Kindheit ist nicht für alles eine Ausrede.

Was kann durch emotionalen Missbrauch
geschehen?

Wie bereits erwähnt, lässt sich emotionale Gewalt im MRT erkennen, genauso wie sexuelle oder physische Gewalt.
Gewalt an anderen hinterlässt also immer Spuren, ob wir es nun direkt an blauen Flecken sehen, oder nicht.

Wenn sich ein Mensch einer Situation hilflos ausgeliefert fühlt und durch die Handlungen des anderen leidet, dann kann sich daraus ein Trauma (eine seelische Verletzung) entwickeln und wird dieses nicht verarbeitet oder hält sogar über einen längeren Zeitraum an, dann entwickelt der Betroffene eine PTBS bis hin zu einer komplexen, also einer chronischen PTBS.
Der Betroffene kann eine Angststörung entwickeln, unter Panikattacken und Alpträumen leiden, leichte bis sehr schwere Depressionen bekommen, es können Persönlichkeitsstörungen entstehen wie z.B Borderline, die narzistische oder depentende PS uvm.
Und auch dissoziative Störungen können sich aus emotionalen Missbrauch entwickeln. Noch immer unklar ist z.B wodurch sich die dissoziative Identitätsstörung entgültig entwickelt. Sicher ist durch eine langanhaltende und dauerhafte Traumatisierung (eine komplexe PTBS ist also die Grundlage), aber ob letztendlich die körperliche oder doch eher die seelische Gewalt (die nämlich fast immer zu dem sexuellen und/oder körperlichen Missbrauch hinzukommt) ausschlaggebend ist, ist noch ungeklärt.

Was kann ich tun?

Gute Frage, nächste Frage 😄

Als Betroffener macht euch erstmal klar:

Ihr seid NICHT Schuld! Natürlich gehört es dazu, dass mal Worte fallen die man nicht mag oder das man selbst verletzt oder durch andere unbewusst verletzt wird, aber dann kann man darüber sprechen.
Wer jegliche Kommunikation mit euch abblockt, euch nicht ernst nimmt und eure eigene Wahrnehmung als falsch oder unwichtig abtut, hat höchstwahrscheinlich auch wenig Interesse an einer richtigen Kommunikation oder an euren wahren Gefühlen. Seht das ihr euch von solchen Menschen so gut und so weit es geht entfernt und das so schnell wie möglich. Wenn es ein Mensch ist, den ihr zwangsgebunden durch irgendeinen Grund nicht so leicht aus eurem Leben streichen könnt, dann sucht euch Hilfe und Unterstützung, wenn ihr mit ihm wieder in Kontakt treten müsst und gebt nicht auf bei der Hilfesuche, auch wenn das manchmal schwer ist.
Und vor allem, das Wichtigste, stärkt eure eigenen Widerstandskräfte, denn am Ende können wir uns ja alle nur selbst aus den Folgen befreien.

Als Angehörige oder Außenstehende schreitet ein wenn ihr mitbekommt das sich jemand missbräuchlich anderen gegenüber verhält, ob das nun auf der Arbeit, in der Schule (bringt euren Kindern bei wie schlimm Mobbing ist!) oder im Freundeskreis oder der eigenen Familie ist. Steht nicht nur daneben und passt auf, denn das verschafft dem Täter einen Freibrief, weil er sieht, dass sein Verhalten scheinbar okay ist oder zumindest niemand stört.

Ich verstehe das man Angst hat sich einzumischen wenn körperlich/tätliche Gewalt geschieht, was auch okay ist (in diesem Fall holt lieber mehr bzw andere Hilfe), aber gerade bei psychischer Gewalt kann jeder einschreiten. Macht dem Täter klar das dieses Verhalten weder normal, noch okay ist. Jeder hat das recht fair und respektvoll behandelt zu werden! Man kann alles so kommunizieren, dass man den anderen dazu weder runterputzen, noch lächerlich machen oder wild beleidigen muss.

Emotionaler Missbrauch, egal in welcher Form, ist die Grundlage für jedwede seelische Erkrankung und die große Misere in der wir derzeit weltweit stecken. Lasst uns dieses Thema in Zukunft daher viel ernster und realer behandeln…

Ego-State-Disorder

= Ich-Zustand/Wahrnehmungs-Störung

Wir können die ESD nun quasi noch vor der DSNNB und nach dem Komplex Trauma einordnen. Viele bezeichnen sie als kleinen Bruder der DSNNB und leider wird auch (bisher) die gleiche Diagnose, nämlich die ‘Dissoziative Störung, nicht näher bezeichnet’ für beide vergeben.
Ich persönlich finde das etwas verwirrend, da es bei beiden ja schon größere Unterschiede gibt 🤔.
Vll liegt das daran, dass man sowohl bei der DSNNB als auch bei der Ego-State-Disorder nur über einen ANP (anscheinend normalen Persönlichkeitsanteil) verfügt (anders als bei der Dis, wo es mindestens 2 gib), der jeweils unterschiedlich viele EP’s (emotionale Persönlichkeitsanteile/Traumaträger) abgespalten hat. Nur sind sie bei der DSNNB weiter abgespalten und handeln daher auch autonomer.

Aber was ist das denn jetzt genau?

Bei der ESD spaltet der Betroffene einzelne Gefühlszustände ab. Diese Rollen, welche man bei kleinen Kindern auch kennt, die bitterlich weinen und im nächsten Moment herzlich lachen können, so in etwa könnt ihr euch das vorstellen.
Der Betroffene weiß per Definition aber zu jeder Zeit das ER der gerade vorhandene Persönlichkeitsanteil ist, da es nur ihn selbst gibt, daher gibt es auch keine Amnesien zwischen der einzelnen Anteilen (dissoziative Amnesien zur Vergangenheit sind aber trotzdem möglich).

Diese einzelnen Rollen, die Menschen normalerweise haben, sind bei ihm aber besonders stark ausgeprägt.
Wer bei Borderlinern diese starken Emotionsausbrüche (starke Wut, starke Trauer, extreme Fröhlichkeit usw) schon mal gesehen hat – Das sind unterschiedliche States, die auch durch einen entsprechenden Trigger hervorgerufen werden können.

Aber auch bestimmte “Zustände” sind möglich. Wer z.B früh gelernt hat das es in manchen Situationen notwendig ist, ein bestimmtes Verhalten an den Tag zu legen, der kann auch noch im Erwachsenenalter in ähnlichen Situationen in diesen Zustand zurückrutschen.
Nehmen wir z.B an, in der Kindheit wurde gefordert sich Männern anzubieten, dann kann dieses Verhalten als einzelner Zustand abgespalten werden, d.h im Erwachsenenalter kann man noch immer in Gegenwart von Männern das Gefühl haben, als müsste man sich ihnen anbieten (obwohl man das selbst eigentlich gar nicht möchte). Jedoch ist dieser Zustand/dieses Verhalten kein eigenständiger Persönlichkeitsanteil (wie bei der Dis), sondern noch immer ein Teil der eigentlichen Person.
Auch das innere Kind ist z.B so ein Ego-State.

Ego-State Betroffene können aber übrigens trotzdem die Stimmen der einzelnen Anteile hören, sie können vor ihrem inneren Auge eine Vorstellung davon haben wie sie aussehen und ganz wichtig: Die Anteile haben auch Bedürfnisse und wollen gehört und vll gerne einfach mal in den Arm genommen werden. Sie sind also auch völlig existent und real, so wie sie sind. Der einzige Unterschied zur Dis/PDis ist wirklich nur der, dass sie nicht so weit abgespalten sind das sie ein komplett eigenständiges Erleben und Empfinden haben (im Gegensatz zur nach Außen agierenden Person).

Entstehen kann die ESD im Endeffekt genauso wie jede andere Traumafolgestörung – durch anhaltend traumatischen Stress.

Übersäuerung des Körpers

Beim Mediziner ist das Ganze recht einfach – hast du Husten, bekommst du einen Hustenstiller. Hast du hohen Blutdruck, bekommst du blutdrucksenkende Medikamente. Hast du Arthrose oder Gicht, bekommst du eben dagegen Medikamente …

Hilft klasse die Symptome zu unterdrücken, oder?

Aber wie schaut’s mit der Wurzel allen Übels aus? Besiegen wir die Krankheit, indem wir nur die Symptome bekämpfen? Werden wir durch die reine Symptombekämpfung geheilt? Oder besteht sogar die Möglichkeit das sich das Leiden nur an anderer Stelle wieder äussert?


Was ist eine Übersäuerung?

Ist der Körper übersäuert, hat er schlichtweg einen Überschuss an Säure.
Säure an sich ist überhaupt nicht schlimm, ganz im Gegenteil ist sie sogar sehr wichtig. Das Milieu im Dickdarm ist z.B immer sauer und muss es auch bleiben.
Auf der anderen Seite ist es wiederum wichtig für z.B das Blut oder den Dünndarm das es von einem basischen Milieu umgeben ist, um ordnungsgemäß zu funktionieren.

Säure und Base sollten für die optimale Funktion des Körpers also ein harmonisches Gleichgewicht bilden.
Befindet sich nun zuviel Säure im Körper gerät dieses Gleichgewicht aus den Fugen, übrigens geschieht das aber genauso wenn ausschließlich Base vorhanden wäre (hachjaa, dieses berühmte Gleichgewicht zwischen beiden Seiten😏).

Wie äußert sich eine Übersäuerung?

Merken tun wir davon erstmal gar nichts, alles kommt eher schleichend. Sodbrennen ist z.B nicht das erste Anzeichen oder zwingend notwendig:


📍 Vielmehr fühlen wir uns schlapp,
energielos und dauermüde

📍 Wir bekommen eine schlechte, unreine
(Akne) und/oder fettige Haut

📍 Kopfschmerzen und Migräne entstehen

📍 Schlechte Zähne und/oder brüchige Nägel
durch einen Mineralstoffmangel
[Unser Köper ist ein absolutes Meisterwerk und durchaus in der Lage sich selbst von überschüssigen Säuren zu befreien. Diese werden von unserem Köper nämlich “neutralisiert” und in Schlacken umgewandelt. ‘Schlacken’ ist eigentlich ein Begriff der aus der Kohleindustrie stammt und die Abfallprodukte der verbrannten Kohle bezeichnet und genauso sind die Schlacken in unserem Körper die Reste der umgewandelten Säuren. Um diese Arbeit effektiv verrichten zu können braucht unser Körper basische Mineralien (wie Calcium, Magnesium, Eisen, Natrium, Kalium usw), welche er im Notfall des Mangels zuerst aus den Zähnen oder aus den Haaren zieht (bzw sie dahin nicht mehr weiterleitet)

–> bei Männern macht sich das z.B in lichten Haar bzw einer kleinen Inselglatze bemerkbar 😉. Normalerweise werden diese Schlacken regelmäßig aus dem Körper befördert, fallen jedoch zu viele an und der Körper kommt nicht mehr hinterher, werden sie in verschiedenen Teilen des Körper zwischengelagert, wie z.B im Bindegewebe, was wiederum Cellulite und eine fahle, schlaffe Haut zur Folge haben kann (für alle Frauen übrigens, die ihre Periode hassen: Durch diese werden regelmäßig auch überschüssige Schlacken ausgespült, da sich das Blut einmal monatlich reinigt. Im Gegensatz zu den Männern habt ihr gesundheitlich also einen enormen Vorteil 😉, dass ist auch der Grund warum sich das Hautbild und die Gesundheit vieler Frauen rapide nach den Wechseljahren verschlechtert 😉

📍 Also wie erwähnt haben wir Cellulite und
Haarausfall

📍 dann Rheuma, Arthritis, Gicht und Arthrose
(bei der Verstoffwechslung von Fleisch
und Fleischprodukten entsteht Harnsäure.
Wird diese neutralisiert entstehen
Harnkristalle, welche sich wiederum in den
Gelenken ablagern)

📍 Nieren-, Blasen- oder Gallensteine
(auch in diese Organe werden
überschüssige Schlacken gepackt -> euer
Körper wird zur Müllhalde!)

📍Bluthochdruck (denn auch die Gefäße
werden verengt)

📍 Übergewicht bzw. die Neigung schneller
Gewicht zuzulegen

📍 Blähungen oder andere Magen-Darm
Beschwerden

📍 Muskelverspannungen bis hin zu
Rückenschmerzen

📍 Schuppen

📍 chronischer Schnupfen und Anfälligkeit
für andere Infekte

📍 Appetitlosigkeit und Übelkeit

📍 Depressionen und Gereiztheit

📍 verschlechterte Potenz ….


Wenn ihr testen wollt ob ihr übersäuert seid, solltet ihr das beim Arzt nachprüfen lassen. Erste Hinweise geben aber auch pH-Teststreifen (ca.2-3€) aus der Apotheke. Auf diese pinkelt ihr rauf, ca. 3-4x am Tag über 3-5 Tage hinweg, immer zur gleichen Uhrzeit bitte und daraus nehmt euch dann den Durchschnittswert. Alles unter 7.0 ist sauer. 7.0 – 8.0 dagegen neutral und erwünscht, alles über 8.0 ist basisch. Der Morgenurin ist meist sauer, da über Nacht viele Säuren ausgeschieden werden. Das ist also kein Problem und völlig normal, es geht mehr darum ein ungefähres Tagesprofil zu erstellen. Ist der Urin dauerhaft sauer, ist das kein Zeichen davon wie gut der Körper Säuren ausscheidet (wie oft behauptet), es ist schlichtweg ein Zeichen davon das euer Körper überfordert ist.


Wodurch entstehen Säuren?

Durch Stress, Rauchen, Alkohol, Bewegungsmangel (lustigerweise aber auch beim Leistungssport bzw exzessiven Sport) und vor allem durch die falsche Ernährung.
Generell kann man sagen das:

  • Fleisch und Wurst
  • Milch- und Milchprodukte
  • Fisch
  • Weizenprodukte
  • Kaffee
  • ganz klar Zucker!
  • Fast Food und Softdrinks
  • und synthetische Zusatzstoffe wie
    Konservierungsmittel, Farbstoffe,
    Geschmacksverstärker und Süßstoffe
    stark säurebildend wirken.

Haltet euren Körper zudem von Sachen wie Cremes oder anderer Kosmetik fern, auch dieses Zeug wirkt sich säurebildend und schädlich auf euren Körper aus.

Hier findet ihr eine ganz toll zusammengestellte Liste, zu den basischen und säurebildenden Lebensmitteln.

Irrtümlicherweise wird z.B gerne u.a die Zitrone für ein säurebildendes Lebensmittel gehalten, was jedoch genau dem Gegenteil entspricht. Viele saure Lebensmittel werden im Körper zu basischen Produkten verstoffwechselt, während z.B zuckerhaltige sehr viele Säuren bilden.

Denkt daran: Es geht nicht darum jedes annähernd säurebildende Lebensmittel ab nun komplett zu vermeiden, ihr könnt getrost auch solche essen. Es geht nur darum, dafür zu sorgen das darin kein Ungleichgewicht mehr herrscht (wie es in unserer modernen Lebensweise nun mal meist so ist).

DSNNB / DDNOS / PDIS

Was ist eine DSNNB?

= Dissoziative Störung, nicht näher
bezeichnet

Soo, im Prinzip wird diese Diagnose für Menschen genutzt, die nicht vollends in das Bild der ‘Dis’ reinpassen.

Aber auch wer nicht alle Kriterien für eine andere Diagnose, wie die Derealisations-/Depersonalisationsstörung (weil er z.B Derealisationserlebnisse hat, die aber nicht von Depersonalisation begleitet werden) erfüllt, bekommt diese Diagnose gestellt, ebenso wie Menschen bei denen Dissoziationserlebnisse nach einer Gehirnwäsche auftreten usw.

Also, im Prinzip alles was nicht in das vollständige Bild einer anderen dissoziativen Störung fällt.
Bei der großen Mehrheit ist diese Diagnose aber tatsächlich als Vorstufe/Unterkategorie zur ‘Dis’ anzusehen.
[Übrigens geht man davon aus das die große Mehrheit der Patienten, die mit einer anderen Dissoziativen Störung (außer Dis) diagnostiziert sind, eigentlich eine DSNNB haben, was einen betrachtlich großen Teil ausmachen würde, leider wird dieses Diagnosebild selten richtig erkannt.]

Im ICD-11 gibt es jetzt aber Gott sei Dank die Änderung das jenes, was wir jetzt als Unterkategorie zur ‘Dis’ bezeichnen und noch unter den Begriff DSNNB fällt, nun seinen eigenen Diagnoseschlüssel bekommt.
Das Ganze heißt ab 2022 PDIS = Partielle Dissoziative Identitätsstörung.
Das macht die Aufschlüsselung und das Differenzieren endlich etwas leichter.

Wo liegt der Unterschied zur ‘Dis’?

Im Prinzip ist der Grad zur ‘Dis’ wirklich extrem schmal.
Personen mit ‘PDIS’ sind ebenfalls Multiple und haben andere Persönlichkeiten abgespalten, ebenso liegt eine Abspaltung von ganzen Gedächtnisinhalten, Körperwahrnehmung oder Bewegungen (im Gegensatz zum normalen Bewusstsein) vor.

Die Symptome sind soweit auch fast die Gleichen wie bei der ‘Dis’ (https://good4know.de/2021/01/27/dis-symptome/) , einzig bei den Amnesien wird unterschieden. Was ich persönlich verwirrend finde, ist das manche sagen bei einer ‘PDIS’/DSNNB darf es gar keine Amnesien geben, weil ständiges Co-Bewusstsein zu den anderen Persönlichkeiten herrscht (jeder weiß zu jeder Zeit was der andere getan hat – keine Amnesiebarrieren), andere sagen wiederum das es sehr wohl Amnesien geben kann, diese aber weniger stark ausgeprägt sind, als bei der ‘Dis’. Dieses Modell vertrete auch ich, ehrlich gesagt.

Allerdings gibt es jetzt bei der ‘Dis’ auch die neue Unterscheidung von Typ 1, bei welchem Wechsel nur unter Traumanahen oder Stresssituationen geschehen und Typ 2, bei welchem es auch zwischendurch zu einem Switch kommt. Vorher habe ich genau diese Unterscheidung eigentlich in den Bereich ‘PDIS’ und ‘Dis’ gelegt. Also so wirklich weiß ich das daher auch nicht 😅

Hier habe ich einen Auszug von Alison Miller, aus “Jenseits des Vorstellbaren” dazu (Asanger Verlag 2014, S. 62):


»Bei DDNOS ist der ANP immer präsent, selbst wenn eine andere Innenperson die Kontrolle über das Verhalten und die Gefühle übernommen hat. Menschen mir DDNOS (die einen Hüllen-ANP haben) können innerlich genau so komplex sein, wie Klienten mit DIS […]. Vieles fällt multiplen Persönlichkeiten mit DDNOS leichter, als solchen mit DIS, da sie keine Amnesie haben und so z.B. nicht feststellen müssen, dass sie sechs mal hintereinander gefrühstückt haben. Doch es fällt Ihnen leichter als DIS-Klienten, irrtümlicherweise davon auszugehen, dass ihre negativen Gefühle durch Situationen in der Gegenwart verursacht werden statt durch ein altes Trauma, das durch etwas in der Gegenwart getriggert worden ist. Und es ist schwieriger für Therapeuten, ihre Multiplizität zu erkennen.«

(DDNOS = dissociative disorder not otherwise specified => DSNNB ist die deutsche Bezeichnung)

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