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Mobbing

Was ist Mobbing?

Mobbing ist schwere, psychische Gewalt und zwar der übelsten Sorte, da hier bewusst direkt auf den Selbstwert eines Menschen gezielt wird (und gerade in der Gruppe, kann man sich kaum wehren).
Und nein, dass ist nicht nur mein subjektives Empfinden, sondern von schwerer, psychischer Gewalt wird laut Definition geredet.
Zum Mobbing zählt:

  • das Schikanieren des Opfers
  • das Auslachen
  • das Verleumden
  • das Demütigen (jeglicher Art)
  • die soziale Ausgrenzung (,,DICH wollen wir
    nicht dabei haben!”)
  • ständige Kritik an der Person selbst (,,Guck
    mal wie hässlich du bist” – ,,Du bist so
    dumm” – ,,Wer will so jemand ekliges wie
    dich schon haben?”)
  • Gewaltandrohung oder sogar -ausübung
  • Machtmissbrauch (z.B eine ganze Gruppe
    gegen eine Person oder der Chef gegenüber
    seines Angestellten)
  • und jegliches weiteres seelisches Quälen
    und Verletzen

All das wird zudem regelmäßig ausgeführt und ist keine einmalige Handlung. Dann kann es nur eine Person sein, die mobbt, meistens sind es aber mehrere, die sich zusammenschließen. Und ja, Mobbing kann überall stattfinden – in der Schule, auf der Arbeit, in der Familie, im “Freundes”kreis, sogar in der Beziehung.

Praxisbeispiele:

Also ich selbst hab das Mobbing gar nicht so krass abbekommen früher. Ich weiß das aber ehrlich gesagt auch gar nicht mehr richtig 🤔. Ich weiß nur das ich tierisch ungern zur Schule gegangen bin und in den Pausen hab ich versucht irgendwohin zu verschwinden oder mich in Büchern zu verkriechen 😅. Da waren schon viele Momente dabei wo ich ausgelacht oder rumgeschubst wurde 🤔(das Auslachen fand ich am schlimmsten, dass haben meine Eltern nämlich zuhause auch immer mit mir gemacht. Und dann gab es natürlich diverse Beleidigungen und abschätzige Blicke und immer wieder das Gefühl ,,Die wollen dich nicht. Du bist falsch”, ich kann mich aber wirklich kaum dran erinnern😒), aber wir wollen ja jetzt erstmal von den wirklich schlimmen Fällen reden:

  • Eine meiner Freundinnen hatten sie richtig auf den Kicker. Die wurde in die Schultoilette gezerrt, im Schrank eingesperrt (wofür SIE dann Ärger vom Lehrer bekam), geschubst, beleidigt, ausgelacht, ihre Sachen weggenommen, Lügen über sie erzählt, geschlagen (sie wurde von einem Klassenkameraden so fest in den Bauch/Unterleib geschlagen, dass die ärztliche Sorge bestand das sie überhaupt keine Kinder bekommen kann und sie erlitt tatsächlich auch mehrere Fehlgeburten), usw.
    Was ich richtig schlimm fand, waren die Mädels eine Klasse über uns, die spielten ihr vor das sie mit ihr befreundet sein wollen, nur um sie dann richtig auflaufen zu lassen.
    Das ging eigentlich jeden Tag so, bis sie irgendwann die Schule wechselte und dort ging es…naja…es war zumindest nicht ganz so extrem.
    Wenn ich mich heute mir ihr unterhalte wird mir das Ausmaß dessen erst einmal richtig bewusst, was das mir ihr gemacht hat.
  • Meine andere Freundin wurde ebenfalls beleidigt, bespuckt, ausgelacht, Behauptungen aufgestellt, Sachen weggenommen und es wurde sogar ihre Kleidung angezündet. Die war zwar nicht das Daueropfer, hatte es mit den Attacken aber keinen Deut besser
  • Die Tochter einer meiner Freundinnen wird in der Schule gemobbt. Sie hat sich einmal zur Wehr gesetzt und die Federmappe nach dem Täter geworfen, daraufhin hat SIE Ärger von der Lehrerin bekommen. Und wisst ihr warum das Mädel gemobbt wird? Weil sie 5kg mehr auf den Rippen hat (und selbst wenn sie 50kg zu viel hätte – überlegt euch mal diese Absurdität, jemand aufgrund seines Körpergewichtes abzuwerten!). Wisst ihr was sich so ein Kind dann fragt? ,,Was ist falsch mit mir?” und wisst ihr was? NICHTS

Warum wird gemobbt?

Aus unterschiedlichen Gründen. Es gibt ja zum einen auch erstmal unterschiedliche Arten von Mobbern:

  • 1.) den Initiator (der sich ein Opfer rauspickt und auch immer wieder dafür sorgt das der Gesprächsstoff über das Opfer nicht abreißt) –> da fällt mir z.B sofort eine aus unserer Parallelklasse ein oder meine
    damalige, vorübergehende Chefin in der Ausbildung😌
    ➡️ Soziopathen und Narzissten sind übrigens die perfekten Initiatoren, denn egal was dem Opfer passiert, selbst wenn es sich vll sogar etwas antut, dass juckt die einfach nicht – 0 Empathie! Aber auch Menschen die sich einfach selbst nicht die Bohne ausstehen können, brauchen jemand anderes, um sich durch dessen Abwertung, selbst besser zu fühlen
  • 2.) die ,,Flying Monkeys” (den Begriff. schnappte ich letztens wo auf und der ist SO passend) –> das sind die ,,guten Freunde” des Initiators, die jeden Scheiß glauben und mitmachen, die der erzählt
    ➡️ das sind sowas wie die Soldaten der Regierung, die denken selbst nicht viel, handeln aber aus voller Überzeugung. Die haben meist gar nicht immer selbst einen gebrochenen Selbstwert, sondern denken einfach nur nicht soviel drüber nach, was sie da gerade anstellen und warum. Die finden das meist einfach “witzig” oder glauben sie hätten das Recht dazu, weil der andere ja nun mal dick ist oder ne schiefe Nase hat
  • 3.) die Gelegenheitsmobber –> die machen ab und zu mit, wenn sie gerade nichts besseres zu tun haben, sollte deren Laune gut sein, reden sie aber auch ganz normal mit dir
    ➡️ das fällt in den Bereich Gruppendynamik, auch die machen sich wenig Gedanken darüber was sie anrichten, haben aber gar nicht pauschal ein Problem mit dir, sondern lassen sich einfach “mitreißen”
  • 4.) die “Hauptsache-ich-werde-nicht-gemobbt” Mobber –> die mobben mit, aus dem Grund das nicht sie gemobbt werden, wenn ein
    anderer dran ist
    ↪️ dazu gehörte übrigens ich 🙋‍
    Jap, ich war früher kein Engel 😌. Ich hab meine Freundin damals auch ganz schön drangsaliert. Ich war zwar noch nie der Typ, der groß zusammen mit der Masse agiert, trotzdem habe ich unmögliche Sachen gerissen. Sie hat erzählt das ich ihr z.B Briefe geschrieben habe, wo ich so tat als wäre ich einer der Jungs, der auf sie steht. Ist das nicht widerlich?! Oder das ich auch plötzlich nicht mehr mit ihr geredet und über sie gelästert hab. Ich weiß wirklich so gut wie fast gar nichts mehr aus dieser Zeit, aber das ist ja keine Rechtfertigung. Das macht ja das, was passiert ist, nicht ungeschehen. Nicht für sie. Und ich denke schon das in meinem Kopf rumging, das nicht ich dran bin, wenn sie es ist, die leidet.

‼ Keine dieser 4 Formen ist okay ‼
Nicht einmal ansatzweise. Egal welche Erklärung man dafür hat.
Passt auf, ich denke, ich war als Kind sehr komisch. Ich kann daher verstehen warum andere Kinder mich nicht einzuschätzen wussten und was fremd oder komisch ist, wird prinzipiell gerne abgelehnt. Nur war es aber so das Ich ja nicht ohne Grund komisch war. Ich meine, kein Kind kommt ,,komisch” zur Welt. Zuhause war es Mist und wenn ich in die Schule kam, war es auch Mist – Natürlich schlägt sich das auf dein Verhalten nieder. Das gleiche war es mit meinen Freundinnen, beide hatten ein schwieriges Elternhaus.

❗Daher Merke❗


–> beim Mobbing werden sich immer die
Schwächsten rausgesucht (und das ist
ARMSELIG und KEIN Zeichen von Stärke!)

‼ MOBBER SIND TÄTER – KEINE OPFER ‼

Mir Wurst mit welcher rührseligen Geschichte die ankommen, was für ne schlimme Vergangenheit die haben oder das sie sich doch nur wehren müssen oder sonst was.
Wenn dir die Fresse von jemanden nicht passt, denk dir deinen Teil und geh weiter.
Du hast NICHT DAS RECHT jemand als Mensch abzuwerten, nur weil DIR irgendwas nicht passt. Punkt.

Was sind die Folgen von Mobbing?

Zerstörter Selbstwert (sowie Selbstvertrauen/-bewusstsein)

  • Depressionen
  • soziale Isolation
  • Ptbs bis komplexe Ptbs
  • dauerhafte Angespanntheit
  • Schreckhaftigkeit
  • Alpträume
  • Nervosität
  • Panikattacken
  • Übelkeit
  • somatoforme Beschwerden wie Migräne, Bauchschmerzen (Magen-Darm Trakt), Hautkrankheiten wie Neurodermitis können begünstigt werden, und weitere
  • Erschöpfungszustände
  • selbstverletzenden Verhalten [da werden Kinder(od. Erwachsene) zuhause und/oder in der Schule(od. Job) fertig gemacht und dann wird sich noch darüber beschwert und lustig gemacht, das sie sich selbst verletzen, weil sie aber anders nicht mehr mit dem Druck umzugehen wissen – Mal drüber nachdenken wie krank das ist]
  • UND SELBSTMORD!

Mobbingopfer tragen also nicht nur lebenslange, seelische Narben (und große noch dazu) davon, sondern sie können unter der Last auch völlig zusammenbrechen und sich das Leben nehmen.
Auch extreme Schamgefühle können ein Leben lang bestehen bleiben (nur wofür sollen die sich eigentlich schämen?!

An die Opfer:


IHR SEID GUT SO, WIE IHR SEID!


Wenn andere ein Problem mit euch haben, ist das DEREN Problem. Man kann ein Problem normal ansprechen und man muss sich auch nicht mögen (dann geht man sich eben einfach aus dem Weg), aber sobald sie mobben, geht es nicht mehr um etwas ernsthaftes, dass ihr falsch gemacht habt, sondern es geht ausschließlich darum euch abzuwerten (egal wie und warum) und das tun nur Menschen, die sich selbst so abstoßend finden, dass sie sich irgenwie (auf Kosten anderer) erhöhen müssen.
IHR SEID VÖLLIG IN ORDNUNG, DEREN VERHALTEN IST FALSCH.
Vergesst das bitte nie ❤

Emotionale Gewalt

Gerade emotionale Gewalt wird in unserer Gesellschaft noch immer sehr gerne bagatellisiert oder sogar ignoriert.
Ganz zu unrecht, wie ich finde.
Sprechen wir nämlich von sexueller oder physischer Gewalt und den darauffolgenden Schäden für die Opfer, so weiß meist jeder relativ schnell was gemeint ist. Wusstet ihr aber das emotionale Gewalt ganz ähnliche Folgen für die menschliche Psyche und den Körper haben kann?
Im MRT lassen sich z.B die gleichen neuronalen Veränderungen im Gehirn durch emotionalen Missbrauch feststellen, wie auch durch sexuelle oder physische Gewalt.

Was verstehen wir unter emotionaler Gewalt/emotionalen
Missbrauch?

Wer jemanden missbraucht, der nutzt diesen, gegen seinen Willen, für die eigenen Zwecke aus. Was beim physischen und sexuellen Missbrauch auf der körperlichen Ebene stattfindet, geschieht beim emotionalen Missbrauch auf der psychischen/emotional bzw. zwischenmenschlichen Ebene und genau dort sind die Folgen der Gewalt sowohl für das Opfer, wie aber auch für Außenstehende kaum äußerlich sichtbar. Dies ist auch ein Grund dafür, warum diese Form des Missbrauchs gerne mit Sätzen wie:

  • ,,Hab dich doch nicht so.”
  • ,,Ich glaube, du übertreibst.”
  • ,,Das war doch nur ein Spaß! Sei nicht so eine Spaßbremse!” oder
  • ,,Ich verstehe gar nicht wo dein Problem liegt? Da war doch gar nichts weiter.”

usw. abgetan wird.

Emotionale Gewalt gegen andere wird meist dann angewandt, wenn ein fehlendes oder ‘fehlerhaftes” Gefühl kompensiert werden muss. Wenn sich der Vater (bzw. die Mutter) oder der Ehemann(-frau) z.B selbst stark minderwertig fühlt, dann gibt es natürlich verschiedene Möglichkeiten wie er(sie) damit umgehen kann. Eine dieser Möglichkeiten wäre u.a das er dieses Gefühl der Unterlegenheit, gegen eins der Überlegenheit austauscht. Und wie erreicht er das?

Indem er einen Schwächeren (Kinder, Partner, usw) z.B mit demütigenden Worten straft, ihn auslacht, herabwürdigt, usw.
Selbstverständlich muss das aber natürlich nicht immer am Gefühl der Minderwertigkeit liegen, manchmal kann es auch eine innere Leere sein, “schlichte” Wut, die nicht anders auszudrücken gewusst ist. Hass (der aber meistens vom Täter auf sich selbst bezogen ist und nur auf andere ungelenk wird) ect.

Es ist so, das emotionale Gewalt meist von nahestehenden Personen ausgeübt wird (also dem Partner, Familienmitgliedern, “Freunden”, oder auch von Nachbarn, Mitschülern, Lehrern, Kollegen, dem Chef – allen, zu denen man eben in irgendeiner Form eine Beziehung aufgebaut hat), da der Täter eine enge Bindung zum Opfer benötigt, um “erfolgreich” zu sein. Im “besten Falle”, eine Beziehung in der der andere in irgendeiner Art und Weise unterlegen und/oder auf den Täter angewiesen ist.

Wichtig ist hierbei: Nicht in jeder Beziehung, in der es Probleme gibt oder die unfreundlich auseinander geht, wendet der Partner gleich psychischen Missbrauch an. Der richtige Gewalttäter handelt aus Vorsatz, auch ohne die Motivation für sein Handeln zu erkennen und mit der Absicht, das Opfer in irgendeiner Form zu quälen. Eine Veränderung seines Verhalten zu erwägen, kommt ihm dabei selbstverständlich auch nicht in den Sinn, ganz im Gegenteil fühlt sich der Täter sogar noch im Recht und wälzt die Schuld eher auf sein Opfer ab.

Welche Formen von emotionalen
Missbrauch gibt es?

Ich glaube die Bandbreite davon ist riiiesig, denn auch da kommt es wieder darauf an was das Opfer als schlimm empfindet. Grundsätzlich können wir aber sagen:

  • bloßstellen
  • lächerlich machen vor anderen / auslachen
  • beleidigen, beschimpfen
  • herabwürdigen, diskriminieren
  • ignorieren
  • bedrohen, einschüchtern
  • Wahrnehmung verdrehen (Gaslighting)
  • ständige Schuldzuweisungen
  • wiederholter, bewusster Verrat
  • Gefühle und Empfindungen kleinreden
  • nicht ernst nehmen, Gefühle ganz absprechen

Gerade zum letzten Punkt würde ich gerne etwas sagen:
Viele Eltern, aber auch Partner nehmen absolut gar nicht ernst was der Gegenüber da von sich lässt.
Wenn ein Kind oder aber auch die Frau oder der Mann weint oder sagt das er/sie etwas nicht mag, nicht will usw. dann nehmt das bitte ernst und sagt nicht Sachen wie ,,Ach komm, so schlimm findest du das bestimmt gar nicht” oder ,,Hör auf zu heulen. Du übertreibst total”. Ihr wisst doch gar nicht was im anderen vor sich geht, also tut bitte auch nicht so.

Auch was das lächerlich machen oder verspotten angeht, hat das nichts mehr mit Witz und “Spaßbremse sein” zu tun – Humor ist wichtig und gerade auch über sich selbst lachen zu können. Auch sich gegenseitig zu necken kann sehr schön sein, aber wenn Dinge gesagt werden, die der Andere offensichtlich nicht schön oder lustig findet (gerade vor anderen Menschen) dann ist eine Grenze erreicht.
Nicht immer kann man natürlich sofort wissen, wann genau man beim anderen eine Grenze überschreitet, da der jeweilige Humor ja nun mal ganz verschieden ist. Auch ich muss da manchmal aufpassen das ich mit meinem, zugegeben, manchmal fraglichen Humor so manch einen nicht zu sehr auf die Füsse trete😅, aber sobald man merkt das es für den anderen jetzt zu viel wird, ist definitiv aufhören angesagt.

Sehr schlimm finde ich auch das Verhalten das z.B sehr viele Partner oder Eltern sehr gerne an den Tag legen: ,,DU verhältst dich falsch. Nur weil DU das und das tust, muss ich so zu dir sein [–> das Opfer wird selbst verantwortlich gemacht, was z.B starke Schuldgefühle und Scham auslöst, Bei solchen Leuten ist es außerdem egal wie du dich verhälst – Das Problem ist deren Verhalten, NICHT du!].

Gerade dieses Muster fahren viele missbräuchliche Täter, denn durch die Schuldzuweisungen und Diskriminierungen fängt das Opfer an, sich selbst die Schuld zu geben und nicht dem Täter. Es verliert immer mehr an Selbstvertrauen und Stärke, was dem Täter damit natürlich in die Hände spielt.
Natürlich steckt hinter so einem Täter ost selbst ein langer Leidensweg und meist geben sie nur das weiter, was sie selbst erfahren haben, aber das ist trotzdem keine Entschuldigung!
Niemals, Leute!
Wir haben immer noch einen freien Willen und wenn wir uns entscheiden, anderen zu schaden, dann tun wir das BEWUSST und nicht weil wir eine schlimme Kindheit oder sonst was hatten! Die Kindheit ist nicht für alles eine Ausrede.

Was kann durch emotionalen Missbrauch
geschehen?

Wie bereits erwähnt, lässt sich emotionale Gewalt im MRT erkennen, genauso wie sexuelle oder physische Gewalt.
Gewalt an anderen hinterlässt also immer Spuren, ob wir es nun direkt an blauen Flecken sehen, oder nicht.

Wenn sich ein Mensch einer Situation hilflos ausgeliefert fühlt und durch die Handlungen des anderen leidet, dann kann sich daraus ein Trauma (eine seelische Verletzung) entwickeln und wird dieses nicht verarbeitet oder hält sogar über einen längeren Zeitraum an, dann entwickelt der Betroffene eine PTBS bis hin zu einer komplexen, also einer chronischen PTBS.
Der Betroffene kann eine Angststörung entwickeln, unter Panikattacken und Alpträumen leiden, leichte bis sehr schwere Depressionen bekommen, es können Persönlichkeitsstörungen entstehen wie z.B Borderline, die narzistische oder depentende PS uvm.
Und auch dissoziative Störungen können sich aus emotionalen Missbrauch entwickeln. Noch immer unklar ist z.B wodurch sich die dissoziative Identitätsstörung entgültig entwickelt. Sicher ist durch eine langanhaltende und dauerhafte Traumatisierung (eine komplexe PTBS ist also die Grundlage), aber ob letztendlich die körperliche oder doch eher die seelische Gewalt (die nämlich fast immer zu dem sexuellen und/oder körperlichen Missbrauch hinzukommt) ausschlaggebend ist, ist noch ungeklärt.

Was kann ich tun?

Gute Frage, nächste Frage 😄

Als Betroffener macht euch erstmal klar:

Ihr seid NICHT Schuld! Natürlich gehört es dazu, dass mal Worte fallen die man nicht mag oder das man selbst verletzt oder durch andere unbewusst verletzt wird, aber dann kann man darüber sprechen.
Wer jegliche Kommunikation mit euch abblockt, euch nicht ernst nimmt und eure eigene Wahrnehmung als falsch oder unwichtig abtut, hat höchstwahrscheinlich auch wenig Interesse an einer richtigen Kommunikation oder an euren wahren Gefühlen. Seht das ihr euch von solchen Menschen so gut und so weit es geht entfernt und das so schnell wie möglich. Wenn es ein Mensch ist, den ihr zwangsgebunden durch irgendeinen Grund nicht so leicht aus eurem Leben streichen könnt, dann sucht euch Hilfe und Unterstützung, wenn ihr mit ihm wieder in Kontakt treten müsst und gebt nicht auf bei der Hilfesuche, auch wenn das manchmal schwer ist.
Und vor allem, das Wichtigste, stärkt eure eigenen Widerstandskräfte, denn am Ende können wir uns ja alle nur selbst aus den Folgen befreien.

Als Angehörige oder Außenstehende schreitet ein wenn ihr mitbekommt das sich jemand missbräuchlich anderen gegenüber verhält, ob das nun auf der Arbeit, in der Schule (bringt euren Kindern bei wie schlimm Mobbing ist!) oder im Freundeskreis oder der eigenen Familie ist. Steht nicht nur daneben und passt auf, denn das verschafft dem Täter einen Freibrief, weil er sieht, dass sein Verhalten scheinbar okay ist oder zumindest niemand stört.

Ich verstehe das man Angst hat sich einzumischen wenn körperlich/tätliche Gewalt geschieht, was auch okay ist (in diesem Fall holt lieber mehr bzw andere Hilfe), aber gerade bei psychischer Gewalt kann jeder einschreiten. Macht dem Täter klar das dieses Verhalten weder normal, noch okay ist. Jeder hat das recht fair und respektvoll behandelt zu werden! Man kann alles so kommunizieren, dass man den anderen dazu weder runterputzen, noch lächerlich machen oder wild beleidigen muss.

Emotionaler Missbrauch, egal in welcher Form, ist die Grundlage für jedwede seelische Erkrankung und die große Misere in der wir derzeit weltweit stecken. Lasst uns dieses Thema in Zukunft daher viel ernster und realer behandeln…