Ein Therapieende

Jo, wir leben tatsächlich noch.

Demnächst lassen wir das wohl einfach direkt stecken mit irgendwelchen Zeitangaben, wann man nach der Pause wieder da ist. Haut ja eh nicht hin.

Die letzten 2 Monate hauten Deressionsmäßig ganz schön rein und mit der Schreibblockade wurde es seit Dezember auch nur minimal besser, weshalb es dann jetzt doch wieder etwas länger als 1-2 Wochen still wurde. Ich mach jetzt einfach mal einen kurzen Abriss, was so der aktuelle Stand ist und dann schauen wir mal, dass es in den nächsten Wochen auf dem Blog wieder weiter geht.

Therapie

Joar, das Thema hat mich heute eigentlich überhaupt erst so wirklich zum Schreiben motiviert. Heute war nämlich wieder Therapie (Freitag) und puh … Ich bin mit seeehr gemischten Gefühlen rausgegangen, sagen wir es so.

Wir haben das ja schon öfter angeschnitten, dass es hier derzeit eine unglaubliche Therapieblockade gibt. Vor allem nach der etwas längeren Pause vor ein paar Monaten. Wir haben uns mit der Thera. heute auch darüber unterhalten, dass von Innen ein starker Drang da ist überhaupt nicht mehr zu kommen. Gleichzeitig sitze ich dann aber ja trotzdem immer wieder in der Stunde, ohne wirkliche Ahnung aktuell weshalb eigentlich. Und deshalb fühle ich mich dann dort auch so ein bisschen wie im Vorbeigehen hingespuckt, nach dem Motto: „Du regelst den Fall schon“ .

Wir (aktuellen ANP’s) haben derzeit allerdings nur zu den „Lass die Therapie abbrechen„-Gedanken und nicht zu den Leuten, die eine Therapie möchten und auch weiterführen wollen, zugang. Die treiben uns zwar weiter motiviert in die Therapie, aber ohne uns oder wenigstens der Thera. mitzuteilen warum. Bei uns ist nur präsent über was man nicht reden darf und auf welche Themen einige einfach generell keinen Bock haben. Mehr können wir nicht beantworten und selbst dazu, warum das mal wieder so ist, können wir nichts sagen. Letztendlich führt diese Diskrepanz zwischen irgendwer will Therapie, denen die überhaupt nicht wollen und uns, die zu gar nichts etwas sagen können (aber sollen), dazu das wir größtenteils nur Smalltalk in der Stunde führen. Wie ein Mittelsmann, den keiner aufklärt.

Der Vorschlag

Ich denke das frustriert auch meine Therapeutin zunehmends. Also sie hat es heute schon relativ deutlich gesagt, soviel muss man da jetzt gar nicht vermuten (sie war aber nicht unfreundlich). Das Nächste ist, und das frustriert mich wiederum extrem: Es funktioniert einfach partout nicht, dass jemand mal einen Namen fallen lässt oder überhaupt nur zu erkennen gibt, dass er gerade nicht Franzi ist.

Das Theater hatten wir auch letztens bei unserer Freundin. Sie hat deutlich erkannt, dass da gerade „fröhlich“ hin und her geswitcht wird und dann auch nachgefragt. „Hä? Nö, ich bin immer noch ich. Kein Plan was du meinst“ – Behaupteten wohl ca. 4-5 hintereinander. Sowas macht mich rasend. So kannste doch nicht vernünftig arbeiten. Wenn jeder die Maske weiter aufrecht hält, bleibt ihnen doch auch keine Möglichkeit mal ehrlich über ihr Zeugs zu reden. Manchmal denke ich, die glauben nur so 2-3 haben paar Probleme, die können ja mal quatschen, aber sie selbst wären völlig gesund und können sich demnach auch aus allem raushalten. Vllt wäre es aber besser, wenn einige mal selbst in ihrem Namen sprechen. So haut das auch alles langsam nicht mehr hin.

In der Therapie stagnieren wir jedenfalls, um mal auf den Punkt zu kommen. Daher meinte die Therapeutin jetzt sie könne entweder bereits heute, also nach der 60h, das Therapieende anmelden oder nach der 64h. Das wäre soweit nicht ungewöhnlich (also das so abzumelden, weil dann die 2-Jahres Pause ab der 64h gilt, statt erst ab der 80ten) und man könnte die restlichen 16h als Notfallprophylaxe behalten. Die kommenden 4h könnten wir dann nochmal einen Block machen, wo wir versuchen etwas intensiver zu arbeiten. Heißt entweder wäre heute vorbei mit der regulären Therapie oder nach den kommenden 4h.

Gemischte Gefühle

Ehrlich gesagt hat mir das heute so ein bisschen den Boden unter den Füßen weggezogen, weil ich damit so gar nicht gerechnet habe. Wir haben ja erst nochmal 20h von der Krankenkasse bewilligt bekommen und auch der Fonds würde zusätzliche Stunden übernehmen. Und eigentlich wollten wir vor der Pause ja doch so einiges angehen bzw hatten uns einiges vorgenommen, was seit der Pause halt nun brach lag. Therapie-Aus von dieser Seite war irgendwo also überhaupt nicht im Kopf.

Tja und jetzt, keine Ahnung. Also auf der einen Seite hat sie absolut Recht, dass es nichts nützt die Gelder für Stunden zu verschwenden, wo wir nur Smalltalk halten. Definitiv. Und ich sehe uns da gerade an einem Punkt, wo ich auch wirklich nicht weiß, ob das so schnell überwunden sein wird und vor allem wie. Zudem ist das ja nicht erst jetzt so. Wir haben ja schon lange mit innerer Therapiesabotage zu kämpfen, weshalb nicht so wirklich viele Methoden klappen und es teilweise nur schleppend vorwärts ging. Und vllt wäre es momentan wirklich gut, sich einmal anderen Projekten (abseits der Therapie) zu widmen. Es ist ja auch nicht so, dass wir ohne Therapie völlig hilflos wären. Das meiste packen wir auch ohne ziemlich gut.

Auf der anderen Seite ist das gerade so ein: „Woha oookay. Was nun?“ . Von den verletzten Teilen, die sich nun verlassen fühlen über angepisste Kommentare wie: „Hab ichs nicht gleich gesagt!?“ zu übereifrigem Suchen wo man den nächsten Therapeuten findet (mit einer neuen Therapierichtung, was hier Psychoanalyse wäre, könnte man wieder von vorn starten ohne 2 Jahres Pause) . Die Meinungen dazu überschlagen sich im Inneren. Das kam einfach doch sehr überraschend.

Der Versuch zu sortieren

Ich persönlich denke sich jetzt jemand Neues zu suchen, wäre quatsch. Nach wie vor ist die Blockade drin und das zaubert auch kein neuer Therapeut weg. Das Einzige wäre höchstens, dass wir wieder viel BlaBla machen könnten bis wir an dem Punkt kommen, wo das Innen mit dazu gezogen werden müsste und dann stehen wir wahrscheinlich wieder am gleichen Punkt.

Ich denke, ich halte den Plan auch für ganz okay noch einen Block anzustreben, wo wir wenigstens versuchen uns nochmal etwas intensiver zu beschäftigen (vllt nochmal sowas wie Innere Kind-Arbeit o.ä). Und dann belassen wir es erst mal so. Innenkommunikation wurde letzte Stunde nochmal als Wunsch von (…) mit eingeworfen, aber was er sich da so ausmalt, dass haut sowieso nicht so hin. Irgendwann werden wir das schon mal gebacken bekommen.

Naja, es wird schon alles eine Gründe haben warum es jetzt so ist wie es ist und warum Inneres immer noch nicht geht. Ich versuchs einfach mal so zu sehen, auch wenns frustrierend ist. Einige Anteile wollten ein Therapieende ja eh schon länger. Und ob das immer so viel nützt, wie bisher, da mit Zwang und Druck gegen zu wirken ist ja auch fraglich. Außerdem haben wir ja dann trotzdem noch die 16 Stunden, wenn irgendwas sein sollte + den Fonds in der Hinterhand, wenn sich widererwarten doch die Chance auftut, wieder intensiver arbeiten zu können.

Sooo. Damit ist hier drin das Wuhling zwar nicht beseitigt, aber ich denke die Lösung ist die wohl sinnvollste. Ein überraschendes, wenn ja aber eigentlich selbst auch schon länger im Kopf durchgekautes Ende.

Kunsttherapie

Die haben wir dafür letzte Woche gestartet und ich empfand sie eigentlich recht positiv. Wir haben erst kurz ein bisschen gequatscht und dann mit 2 Übungen gestartet. Bei der ersten sollte ich etwas Gegenständliches (etwas mit fester „Form“) malen und bei der zweiten einfach wild drauf los. Ohne Strukturen, Muster oder das es irgendein Ergebnis erzielen sollte. Einfach nach Gefühl.

Und ehrlich gesagt gefiel mir die 2 Übung sehr gut. Bei der ersten war ich unheimlich blockiert, da ich den inneren Perfektionismus einfach nicht ausstellen kann. Bzgl des Auswertens waren wir uns recht einig, dass wir das erst nach einigen Sitzungen machen, da ich das für sinnvoller halte. Ich denke, dann erkennt man Gemeinsamkeiten/Auffälligkeiten etc. eher. Ich halte euch da auf dem Laufenden und werde mal schauen, dass ich vllt auch die ein oder andere Übung hier mit einfließen lassen kann.

Zum Thema Depressionen noch

Dazu will ich gar nicht so viel erzählen, da das Thema selbsterklärend ist. Ich wollte euch nur noch kurz erzählen, was mich aus den akut Situationen herausgeholt hat. Also es war schon echt schei*e, um das mal so nett auszudrücken. Gerade in Richtung SVV und SM ging es sehr bergab und ich kann wirklich nicht sagen, warum es jetzt wieder so extrem war.

Aber man kann ja nicht ewig in sowas rumhängen. Also kann man schon, macht halt nur wenig Spaß.

Kennt ihr diese Momente: Dir gehts so richtig dreckig usw. und dann gibts da diesen winzigen Moment, wo es gerade mal geht? Genau den Schwung von so einem Moment habe ich mitgenommen und gesehen das wir besonders auch räumlich mal rauskommen. Also ich meine damit, dass wenn man in der Akutdepression steckt, man es ja meist nicht mal hinbekommt überhaupt aus dem Bett zu kriechen. Aber bei uns zumindest ist es so, dass es zwischendrin auch mal andere Tage oder zumindest Momente gibt. Und in einem dieser Momente habe ich z.B Kontakt zu 2 früheren Bekannten aufgenommen (kann man sich jetzt noch streiten, ob das so schlau war, aber das wird die Zeit zeigen). Irgendeinen Schritt mussten wir jetzt machen um etwas aus der Isolation rauszukommen. Einsamkeit und zu viel Zeit zum Grübeln, machen Depressionen ja bekanntlich auch nicht gerade besser.

Und ich habe auch das erste Mal bei jemand wortwörtlich gesagt, dass ich jetzt wirklich Hilfe brauche. Es war eine extreme Überwindung. Das ist ein absolutes Unding hier. Sowas sagt man nicht. Darf man nicht. Ihr habt keine Ahnung (Naja, einige bestimmt) was es da von Innen für Vorwürfe und Probleme gab. Um Hilfe bitten bedeutet Schwäche zeigen und Schwäche zeigen ist ein NoGo, zumindest für einige. Aber so gings nicht weiter. Außerdem gesagt war ja nun mal bereits gesagt (was wollten sie noch tun?) und dann sind wir dorthin auch direkt für ein Wochenende weggefahren. Raus kommen. Abstand gewinnen.

Und das Wochenende darauf auch nochmal für 4 Tage zu einer Freundin. Normalerweise ist sowas eigentlich Hochstress. Also Zug, Menschen, in so kurzen Abständen reisen. War es auch. Aber in dieser Situation, also wo die Depression ungeschönt wirklich lebensbedrohlich wurde, war es genau das Richtige. Raus. Dinge tun. Vor allem unter Menschen kommen. Unter äußerlichen Stress (nicht Druck) stehen.

Auch wenn man sonst ständig versucht aus dem Funktionsmodus rauskommen, ist der gerade in diesem Moment lebensrettend. Funktionieren. Nicht nachdenken. Nicht anhalten. Und wenn dann die Akutsituation nachlässt (also die schwere depressive Phase), hat man ja auch wieder Raum zum runterzufahren und reflektieren. Das war aber auf jeden Fall alles die richtige Entscheidung (was am Anfang nicht wirklich klar war). Und es hat auch wirklich etwas Besserung gebracht. Naja, und jetzt schauen wir mal. Wird schon.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.