Helfergewalt (+Seelennetzwerk)

Niklas vom Seelennetzwerk ( ⬅ schaut unbedingt mal vorbei!) und ich hatten letztens einen kleinen Plausch und da ich das Thema Helfergewalt unbedingt hier einmal mit aufgreifen wollte, habe ich ihn mal ein bisschen ausgequetscht, wie das bei ihm so war.

Im Prinzip bin ich ja sehr froh, dass wir in der heutigen Zeit leben. Noch vor 2 Jahrzehnten war die Therapie im Bereich Trauma … nun, wie drücke ich es nett aus 🤔 … etwas zurückgeblieben. Und gehen wir noch einmal ein paar Jahrzehnte zurück, dann gelangen wir bei Geschichten an, wie die meines Opa´s, wo schwer depressive Menschen mit Elektroschocks behandelt und in 10-Bett Zimmer gesteckt wurden. In der heutigen Zeit hat sich vieles zum positiven gewandelt und das Bewusstsein für die (empfindliche) Psyche wächst immer mehr.

Dennoch, und hier kommen wir beim berüchtigten Aber an, gestaltet sich die Hilfesuche für psychisch labile Menschen noch immer als sehr schwierig. Meiner Meinung nach sollte man starke Nerven besitzen, ist man auf der Suche nach Hilfe. Etwas widersprüchlich, ich weiß…

Was ist Helfergewalt?

Unter Helfergewalt definiere ich psychische (in manchen Fällen auch physische) Gewalt von eigentlich helfenden Kräften, gegenüber ihren hilfesuchenden Patienten. Das muss nicht immer mit einer Böswilligkeit oder narzisstischen Verhalten begründet werden, sondern kann auch oft an der Einstellung, dem Wissenstand, der Überfoderung etc. der Behandler liegen. Wie es z.B zu einer Falschdiagnose und demnach einer Falschbehandlung kommen kann, habe ich Hier schon einmal näher beschrieben.

Es soll hier demnach auch nicht pauschal um Vorwürfe gegen Behandler gehen, sondern nur einmal die Sicht und Erfahrungen der Betroffenen wider gespiegelt werden. Denn wenn wir nicht darüber sprechen, kann sich ja auch schlecht etwas ändern, oder?

Der Weg zum Arzt

,,Gut irgendwas ist bei mir anders. Mir gehts nicht so gut, ich such mir mal besser Hilfe.”

Let the drama begin 😂.

Meistens gibts vom Hausarzt erstmal eine Überweisung zum Psychiater, sobald man schildert, dass man das Leben vllt ein bisschen doof findet. Gut. Beim Psychiater angelangt, gibts meist recht schnell Tabletten. Ja Tabletten, die sind das Allheilmittel. Früher, glaube ich, waren Ärzte mal dafür da, die Ursache der Erkrankung zu finden und sich darum zu kümmern. Heute haben wir dafür ganz viele Pharmaverträge. Es wird nicht mehr nach der Ursache geschaut, sondern nur, wie man die Symptome der Ursache wegbekommt. Für jedes Wehwechen gibt’s ein Pillchen. Eine sehr produktive (*hust*profitable*hust) Sache🤞. Und manche Ärzte kennen gar nichts anderes mehr, als ihren Rezeptzettel, so scheint es mir. Ja, manchmal befürchte ich, die Menschheit degeneriert langsam, aber gut. Ich schweife schon wieder ab, ne?

Wo waren wir? Achja, Kompetenz ins Weiß.

Ich erhielt damals sofort Tabletten gegen die Depression, gegen Schlafstörungen, gegen Panikattacken und die Suizidalität sollte auch gebessert werden.

Jaaa, so wirklich klappte das nur nicht. Die meisten Tabletten schlugen nicht an, also so gar nicht und an meinem Zustand veränderte sich nix. Im Gegenteil ging es mir immer schlechter, was mich dann in eine Klinik führte. Ungefähr 3 Jahre später gelangte ich bei einem anderen Psychiater an. Ich schilderte ihm kurz die Symptomatik. Ich erzählte ihm von der Retraumatisierung durch sex. Gewalt und anderen Vorkommnissen, sagte aber auch klar und deutlich das ich keine Medikamente mehr möchte (warum beschrieb ich schon mal Hier). Er schrieb mich für 4 Wochen krank und meinte beim nächsten Termin, dass die Behandlung nun auch abgeschlossen wäre.

Ehrlich, ich saß da, mit dem Mund offen und wusste erstmal nicht, was ich antworten sollte. Ich fragte ob er meine Unterlagen von meiner ehemaligen Psychiaterin angefordert und angesehen hätte und was er damit meine. Er: Ja nö, hat er noch nicht, aber das wären ja auch mehr zwischenmenschliche Probleme bei mir und da könne er nix machen. Dafür wäre er ja auch nicht zuständig … Ähm … ja. 👍. Erst viel später checkte ich, dass dieser “Rauswurf” daran lag, weil ich die Einnahme von Medikamenten ablehnte. No profit 🤷‍♀️

Das Seelennetzwerk in der Kur

Nun kommt mein Lieblingsthema: Die Kliniken.

Wie schon erwähnt, bekommst du nach suizidalen Gedanken oft recht schnell Antidepressiva verschrieben und die sind für viele Menschen bestimmt eine tolle Sache, solange die Einnahme (höchstens) begleitend neben einer Therapie her stattfindet. Die Geschichte des lieben Niklas zeigt das ganze Dilemma, der modernen Medizin, jedoch noch einmal mehr als eindrücklich. Auch Niklas erhielt sehr schnell und vor allem in sehr jungen Jahren bereits, eine gute, regelmäßige Dosis Happiness pills.

Nach einer, über Jahren, schon recht ausgeprägten Abhängigkeit, setzte er die Medikamente selbstständig nach und nach ab. Ich persönlich finde selbstständiges Denken eine unheimlich wertvolle Sache, dazu zählt in meinen Augen auch zu erkennen was einem gut tut, was man will und was nicht. Nun ging es nach einigen Jahren weiter in eine Kur.

Ja, Kur. Das hört sich so wundervoll erholsam an.

Komplett freiwillig und auf der Basis, dass man selbst tatsächlich auch berücksichtigt und ernstgenommen wird, auf jeden Fall. Der Hinweis seinerseits, dass man die Medikamente bei ihm besser weglässt, wurde allerdings strikt ignoriert. Es gab die volle Dosis und Niklas war am Ende eigentlich einfach nur wieder voll drauf. Mir wurde mal am Anfang der Therapie gesagt, dass eine Therapie nicht möglich wäre, solange der Patient von einer Substanz abhängig ist. Körperlich oder/und psychisch. Ich lass das mal so stehen, ne?

Rollen wir das Ganze mal von hinten auf

Auch bei akuter Suizidalität oder schweren, depressiven Phasen gestaltet sich eine Therapie oft schwierig, weshalb verschiedene Medikamente gerne zur Unterstützung gereicht werden. Das ist tatsächlich meist der normale Ablauf und auch nicht pauschal verwerflich.

Was sich hier aber abgespielt hat, ist etwas, was mir immer wieder in solchen Behandlungskontexten auffällt. Die Meinung und Gedanken des Patienten werden schlicht übergangen und gar nicht erst ernst genommen. Immer wieder kommt es zu Fällen, wo die Selbsteinschätzung, die Bedürfnisse oder sogar ganze bestehende Diagnosen völlig ignoriert und untergraben werden. Und das geht gar nicht. Gerade Traumabetroffene erlebten dieses Muster in ihrer Vergangenheit immer wieder und so kann erneutes, ähnliches Verhalten von eigentlichen Autoritätspersonen fast unmöglich zu einer Besserung beitragen.

Mir wurde z.B mal wortwörtlich vom einem Arzt gesagt, dass er der Profi wäre und ich doch die bin, die Hilfe will. Nach dem Motto: Friss oder stirb. Ich versuchte dem Arzt damals nämlich zu erklären, dass ich keine Beschäftigungstherapien brauche, da ich bereits eine Struktur im Alltag habe und dringend eher Gespräche u.ä Therapien benötige, da ich Vogelhäuschen auch zuhause bauen könne.

Die Klinik – Eine Massenabfertigung

Die Kur, welche Niklas besuchte, war breit aufgestellt. So wurden dort sowohl Depressive, wie aber auch Drogensüchtige, Fettleibige, Sexsüchtige usw. behandelt und zusammen in Gruppentherapien gesteckt. Auch das ist leider ein Muster, welches sich durch die meisten psychosomatischen Kliniken zieht.

Ich glaube, es ist sehr wertvoll, sich mit Menschen auszutauschen denen es ähnlich wie einem selbst geht. Man fühlt sich verstanden und nicht mehr ganz so alleine auf dieser Welt. Viele psychisch kranke Menschen auf einem Haufen, welche sich höchstwahrscheinlich fast alle gerade in einer Krise befinden, können aber nun mal auch genau das Gegenteil auslösen. Vor allem wenn viele unterschiedliche Erkrankungen zusammenkommen.

Ein Mensch mit einem sex. Trauma wird es sehr schwer haben, gemeinsam mit Sexsüchtigen in einem Raum zu sitzen. Ebenso ist eine Psychose etwas komplett anderes als eine Dis/pDis. Eigentlich erkennt diese Diskrepanz ein Blinder, zumindest ein blinder mit Empathie und Verstand 🤷‍♀️.

Manchmal frage ich mich wirklich wo und wann und ob überhaupt es um die echte Gesundheit des Einzelnen geht oder rein nur darum, uns wieder funktionstüchtig für den beruflichen und sozialen Alltag zu machen. Viele Traumapatienten sind aber bereits in der Lage, im normalen Alltag zu funktionieren. Das ist ja das Prinzip: Das Trauma abzuspalten, um normal weiter zu “leben”. Aber das ist kein echtes Leben, sondern du läufst nur wie ein Roboter, nicht mehr. Aber wir wollen doch mehr sein. Wir wollen doch nicht nur wieder oberflächlich laufen, sondern irgendwann auch einmal aus unserem tiefsten Herzen glücklich sein können.

Therapiegespräche

Niklas erzählte von einer 1/2 h Einzel- wie Gruppentherapie pro Woche. Gehen wir von 6 Wochen durchschnittlicher Behandlungszeit aus, dann wären das genau 3h Einzelgespräch insgesamt, während des ganzen Aufenthaltes. Mir ist es zwar ein Rätsel wie das jemanden großartig weiterhelfen kann, aber gut. Ich bin ja auch nicht der Profi, oder wie war das? 😂

Die Gruppentherapien wiederum drehten sich hautsächlich um Geschehnisse während des Kuraufenthaltes. Der Sinn dahinter soll sein, meistens zumindest, dass im Kliniksetting der Mitpatienten die gleichen Verhaltensweisen, wie außerhalb der Klinik auftreten, diese aber während des Aufenthalts besser und direkt besprochen werden können.

An sich ne tolle Sache, ist aber (30min/wl.) neben ein bisschen malen, basteln, Sport machen und dumm in die Gegend gucken, einfach nicht ausreichend.

Ich persönlich kann von keinem Klinikaufenthalt berichten, wovon ich behaupten könnte danach hätte sich zumindest um 0,05% etwas gebessert. Es gibt gute Kliniken. Auf jeden Fall! Nur gehören sie eben leider nicht zum Regelfall.

Das Verhalten des Personals

Es gab mal eine Situation, vor vielen Jahren, wo ich wegen einer Überdosis Medikamente (man kann sich ja vll denken, warum manche sowas machen) in einer Klinik landete. Ich verweigerte, trotz Medikamentendelir, jegliche körperliche Untersuchung und mein Ex-Freund berichtete den Ärzten über Stimmen, die ich höre. Während des Delirs bildete ich mir ein, ich wäre im Zimmer eingesperrt und mein Ex-Freund, der da war, wäre ein Vergewaltiger. Meiner Meinung nach, müsste selbst einen Laien auffallen, dass da mit mir etwas nicht stimmte.

Dennoch wurde ich vom Arzt sehr abweisend und mehr wie ein Junkie (obwohl ich zu dieser Zeit nichts in dieser Richtung nahm) behandelt und auch die Pfleger waren damals mega ekelhaft. Ich erinnere mich an eine Szene, wo ich aus dem Zimmer rannte und Panik hatte, mein Ex wäre jemand und würde gleich … mit mir anstellen und sie lachten. Sie lachten einfach. Ich rannte in ihre Arme und sie lachten einfach.

Ein anderes Mal wurde mir in einer Klinik deutlich gemacht das der Arzt jetzt Feierabend habe und sich nicht um meine “Befindlichkeiten” (welche ein ausgewachsener Nervenzusammenbruch waren) kümmern kann. ,,Der hat ja auch noch besseres vor” – Ich verbrachte dann stundenlang draußen und überlegte ob ich mich nun endlich vor den Bus werfe oder nicht. Als ich endlich wieder zurück ging, wurde ich von der Schwester rund gemacht, weil ich ja nicht einfach gehen dürfe 👍.

Mein Fazit

Wer zu Ärzten gelangt, welche wiederholt nicht zuhören (und vll sogar noch das Gegenteil von eurem Gesagten reininterpretieren), wer euch nur mit Medikamente zupumpt, ohne mehr tun zu wollen oder euch Alternativen anzubieten, der wird euch auch keine Hilfe sein.

Die Suche nach Hilfe kann sehr schwierig sein, ich weiß. Und mir zumindest gehts so, dass ich dann gerne dazu neige, das erstbeste zu nehmen. Aber ich habe festgestellt, dass dich das kein Stück weiter bringen wird. Am Ende sind es die eigenen Selbstheilungskräfte die aktiv werden müssen und wir können nur jemand finden, der uns darin unterstützt, diese wieder zu aktivieren.

Wenn ihr an Menschen gelangt, die euch ihre eigene Meinung aufdrücken wollen, die ignorieren was ihr selbst sagt und wollt, dann seid ihr einfach an der falschen Adresse. Diese Leute mögen bei anderen und vll auf einem bestimmten Gebiet sehr gut sein, aber euch werden sie einfach nicht helfen können.

Eine richtige Therapie (und der Weg zur Heilung) beruht auf gegenseitigen Vertrauen, auf Empathie, auf Verständnis und Zuhören. Alles andere wird nur das Gegenteil zur Folge haben. Ich weiß der Weg ist lang, bis man jemand findet, der einem zuhört und versteht, aber jeder andere wird nur noch mehr Unruhe und Chaos in euch auslösen.

Update: Der Stand der Dinge

Mir geht es besser. Nicht gut, aber wieder besser. Einige Sachen haben sich zum Vergleich der letzten Wochen und des letzten Beitrags wieder etwas beruhigt.

Der Blog war offline

Bestimmt haben es einige mitbekommen: Der Blog war einige Zeit down. Ich stellte einen Wartungsmodus ein, sodass man auf den Blog nicht mehr zugreifen konnte. Auch die Facebook- und Instagram-Seite waren vorübergehend deaktiviert. Ich bin mir noch nicht sicher, was genau los war. Ob es an der Jahreszeit/Datum lag oder etwas anderes mit reingespielt hat: Das ist nicht klar. So oder so wurde mir auf jeden Fall alles zu viel und gerade auch bzgl. des Blogs war ich so extrem von Selbstzweifeln zerfressen (also eigentlich bestanden die in nahezu jeden Bereich), sodass ich es nicht mehr ertragen habe, dass andere Menschen lesen, was ich geschrieben habe.

Es ist so, dass ich zu Beginn anfing (auf Facebook) mehr über verschiedene psychische “Störungen” zu erzählen. Natürlich habe ich da teilweise auch von mir gesprochen, aber das war alles sehr auf der analytischen Ebene, sodass ich es jederzeit von mir weisen oder es als Vergangenheit abtun konnte. Mit der Zeit und vorallem auf dieser Seite hier, die ja nun noch nicht so lange existiert, fing ich nun jedoch an über persönlichere Themen zu sprechen. Auch was das Diagnosebild angeht.

Natürlich bin ich hier anonym, trotzdem ist es etwas anderes davon zu sprechen mal eine Depression oder Angstattacke erlebt zu haben oder ob man plötzlich intensiver von einem Trauma und momentanen Gedankengängen und Gefühlen spricht. Auch wenn für Außenstehende meist nicht wirklich klar ist, was genau gemeint ist, ist hier klar, dass die, die von sowas wissen, auch wissen was gemeint ist und das ist zeitweise gedanklich eher negativ besetzt. Sich so nackig machen. In meinen Augen zeigt das viel zu viel Schwäche, was den Umgang mit dem eigenen Geschriebenen manchmal schwer macht.

All das nieder zu schreiben, öffentlich zu machen, tut dennoch auch sehr gut (das gehört/gelesen werden auf jeden Fall), begünstigt zudem aber auch den Prozess, sich tatsächlich mit diesem Thema auseinander zu setzten: ,,Junge, du redest hier nicht von Erdbeeren pflücken, sondern es geht hier um echtes Trauma. Keiner fremden Person, sondern um deins”.

Trigger: Selbstmord-Gedanken (und wie ich sie vorerst abwenden konnte)

Die waren einige Male sehr stark und intrusiv vorhanden. Vll hilft es jemanden, wenn ich kurz schildere, wie ich versucht habe sie abzuwenden:

Bei mir hilft der Gedanke, dass ich nun mal ein Kind habe, welches ich nicht alleine lassen kann. Das würde ihn sehr sicher zerstören. SM geht also nicht. Wie ich das finde steht da wohl erstmal an 2. Stelle, solchen Quatsch sollte allerdings nicht mehr nachgegangen werden.
Die Gedanken waren diesmal sehr stark, sehr intrusiv und ließen im Kopf kaum einen Zweifel übrig, dass es überhaupt noch eine andere Wahl, als das, geben könnte.
Statt dagegen zu halten, stimmte ich zu. Ich stimmte ein, dass wir das machen. ABER erst, wenn das Kind 20 Jahre alt ist. Dann ist er alt genug, das zu verkraften, zu verstehen und selbst klar zu kommen. Das war der Deal. Und damit ließen sich diese Gedanken für den Moment auch besänftigen: ,,Wir tun es. Das Datum steht fest. Ein Ziel. Darauf lässt sich hinarbeiten.”
Ich wiederholte es mehrmals: ,,Das ist der Plan” – ,,Okay

Nicht lange danach kamen die Gedanken und der “Trieb” noch stärker und die Erklärungen, dass es auch ,,für das Kind keine Sinn macht, WAS DU bist. Es ist alt genug, das schafft es. Es gibt keine Möglichkeit mehr das auszuhalten. Keine Sekunde länger. Unmöglich. Es MUSS jetzt sein. Egal wie.”

Also versuchte ich den nächsten Deal auszuhandeln: ,,Okay. Bald. Nicht erst wenn er so alt ist. Jetzt. Demnächst. Aber erst schreiben wir ALLES auf. Er darf niemals den Gedanken haben, er wäre schuld. Man hätte ihn im Stich gelassen. Den einfachen Weg gewählt. Irgendwann muss er es verstehen können. Diese Chance braucht er.” – ,,Okay (kann ja nicht solange dauern, also ist es bald soweit)” – Nur die Geschichte ist ziemlich lang und ich fürchte, diese Gedanken wurden damit etwas aufs Kreuz gelegt.

Mit der Therapeutin sprach ich darüber und sie stimmte zu, dass diese Vorgehensweise ganz sinnvoll ist. Auf Zeit spielen. Eine Verzögerungstaktik. So wie man es auch bei Kindern macht, wenn sie etwas unbedingt wollen (,,Ich will das und das! ” – ,,Bekommst du. Wenn ich in ein paar Wochen in jenen Laden einkaufen gehe, schaue ich danach” und sehr häufig ist es dann schon wieder vergessen, wenn es soweit ist bzw. die Diskussion geht eben von vorn los und man kann erneut auf Zeit spielen). Es ist schließlich nicht dauerhaft präsent, sondern nur zu bestimmten Zeiten und Phasen und die gilt es eben irgendwie zu überstehen.

So schaut es jetzt aus

Es fühlte sich an, als würde man mich in eine sehr tiefe, schwarze Teergrube tauchen. Immer wieder. Und nur kurz rausziehen, damit ich nicht ersticke.
Jetzt, momentan, habe ich das Gefühl, als säße ich neben der Teergrube. Ich bin draußen und nicht ertrunken oder erstickt. Aber der Teer klebt noch überall im Gesicht und am Körper. Ich schnappe nach Luft und versuche den Teer abzubekommen, aber das geht eben nicht von heute auf morgen.
Dennoch haben die SM-Gedanken derzeit nichts intrusives/ aufdringliches mehr. Der Selbsthass hat nachgelassen. Zu meiner Familie besteht noch immer kein Kontakt, was aber gut so ist. Mit der Freundin habe ich gesprochen und die andere habe ich von meinen gedanklichen Entgleisungen verschont, weshalb es da nichts zu bereden gab.

Beiträge

Ich hoffe, dass das demnächst wieder relativ normal weitergehen kann. Dann veröffentliche ich auch, nach und nach, die bereits vorgeschriebenen Beiträge. Außerdem wird sich hier demnächst wieder mehr dem Thema Trauma und auch Persönlichkeitsstörungen gewidmet. Wir werden sehen, wie das läuft und funktioniert.

Schon vor einiger Zeit habe ich allerdings mit Niklas vom Seelennetzwerk gesprochen und daraus entstand auch ein kleiner Podcast (naja klein ist gelogen, er geht 50 min) über die Themen Tod, Existenzängste usw., der nun auch schon einige Zeit online ist. Ich habe zudem einen Beitrag über Helfergewalt geschrieben, worin auch einige Erzählungen von Niklas ihren Platz fanden. Dieser erscheint dann auch als nächstes…

Update: Was ist gerade los?

Ich versuche das jetzt irgendwie einmal relativ strukturiert aufzuschreiben.

Zur Zeit geht’s mir extrem schlecht. Seit ca, ich weiß nicht genau, 3 Wochen ungefähr, hab ich das Gefühl ich finde überhaupt keinen Boden mehr unter den Füßen.

Ich stolpere derzeit von einem emotionalen Flashback in den nächsten und momentan empfinde ich sie richtig schlimm, weil kaum eine Erholung mehr dazwischen kommt. Die Gedanken dabei werden extrem mies und destruktiv. Ich fühle mich wie ein Pingpongball, der die ganze Zeit hin und her geschleudert wird und überhaupt keine Kontrolle mehr hat und bekommt.

Ich ertrage es nicht, wenn sich mein Kind oberkörperfrei in meiner Nähe aufhält. Geht nicht. Ich raste aus wenn er mir ohne T-Shirt zu nahe kommt. Da steigt so eine extreme Panik in mir auf. Kuscheln geht kaum. Keine Nähe. Bloß nicht zu Nahe kommen. Ich versuche das zu deckeln, sodass er das nicht so mitbekommt. Ich rede davon, dass ich einfach etwas Platz brauche. Das es so heiß ist und viel zu warm zum kuscheln. Ich sage, dass ich Kopfschmerzen habe und mich mal eben etwas hinlegen muss oder das ich eben duschen oder ins Nebenzimmer gehe, nur um dort dann so leise wie möglich zu weinen. Ich will ständig nur noch weinen.

Aber was willst du dem Kind denn erzählen? Deine Mutter rastet völlig irrational aus, keine Ahnung warum, sorry, aber komm mal damit klar?!

Nähe. Nähe ist zur Zeit sowieso ganz schlimm. Ich ertrag sie nicht.

Und ich bekomme meine Gedanken kaum noch geordnet.

So geht das die ganze Zeit und ich bekomm das nicht mehr in den Griff. Ich versuche mir immer wieder zu sagen, dass das nur meine Gedanken sind. Dass das nicht die Realität ist. Nur meine Gedanken. Aber es funktioniert nicht. ,,Die Welt hasst dich. Jeder hasst dich. Du bist Abschaum. Niemand braucht dich. Niemand will dich. ” – Ich denke das momentan nicht nur. Ich WEIß es. Ich bin in meiner tiefsten Faser davon überzeugt. Natürlich ist mir rational klar, dass ich es nicht weiß. Ich weiß nicht was andere denken. Es sind verfickt nochmal meine Gedanken. Nur meine Gedanken.

Ein Nachbar im Haus … ab und an hört man mal laute Musik von ihm. Eine Woche lang hatte er es sehr übertrieben und die ganze Zeit kam dieses “Bumbumbum”. Das hat etwas in mir ausgelöst. Etwas herauf geholt. Seitdem ertrage ich es nicht mal mehr, wenn von irgendwo aus dem Haus, nur für 2 Sekunden, dieser monotone Basston kommt. Ein Hämmern. Ein Klopfen. Irgendwas monotones. Ich würde dann am liebsten aus meinem Körper raus. Fliehen. Ganz weit weg. Ausrasten. Um mich schlagen. Schreien – Ich tue es nicht. Ich bin ja hier nicht alleine. Ich konnte Panik immer wunderbar unterdrücken. Ich weiß das sich das dämlich anhört. Panik unterdrücken. Es ist schließlich Panik. Irgendwie habe ich es aber immer geschafft, sie im Hintergrund ablaufen zu lassen. Nicht auffallen. Weitermachen. Nicht spüren. Wie ein Kind, dass sich die Augen zuhält: ,,Wenn ich die Panik nicht sehe, ist sie auch nicht da.

Aber das klappt immer schlechter. Ich kann sie immer schwerer unterdrücken. Wenn ich mein Kind abhole, muss ich eine längere Zugstrecke fahren. Ich fahre ständig mit dem Zug durchs halbe Land. Das hat mir selten etwas ausgemacht. Diesmal fuhren wir eine andere Strecke, durch einen Tunnel. Die Dunkelheit. Die Enge. Die Menschen. Alles verschwamm und diese furchtbare Panik. Gleich passiert etwas schlimmes. Es ist zu eng. Raus. Ich will raus! Das passierte mir noch nie. Zusammenreißen hat oberste Priorität.

Und wo soll ich zuhause hin, wenn die Panik aufsteigt? Der Mann über uns in der Wohnung hat so eine aggressive, laute Stimme. Ich zucke immer wieder zusammen, wenn er schreit. Jemand läuft im Treppenhaus. Panik. ,,Niemand kommt rein. Niemand KANN rein! Es ist alles abgesperrt. Du bist erwachsen. Niemand kommt hier rein!” – Wie ein Mantra sage ich das auf.

Ich bekomme das nicht mit Skills in den Griff. Jämmerlich fühle ich mich deshalb. Bei andern klappt es doch auch. Bei dir früher auch. WAS IST VERDAMMT NOCHMAL LOS?? – Lüge. Skills haben noch nie funktioniert, wenn ich mich so gefühlt habe.

Niemand kam jemals zu mir ins Zimmer! Woher kommt also diese scheiß Panik?! Warum hab ich solche Angst vor dieser lauten Stimme des Mannes?! Es war alles gut. Keine Gewalt. Es war alles gut! – Das nächste Mantra.

Ich will Hilfe rufen. Ich will um Hilfe bitten. Aber ich kann nicht. Statt Hilfe zu sagen, stoße ich alle von mir weg. Statt zu sagen bitte hilf mir, ich schaff das nicht allein, schlage ich wie wild um mich.

Wir haben gemalt: So fühlt es sich an. Gefangen in der eigenen falschen Maske von Fröhlichkeit und Alles ist gut, während der tiefe Kern nie an die Oberfläche dringen darf. NIEMALS. Denn darin ist es düster und dunkel. Niemand würde ihn ertragen und dann bin ich wieder allein. Ich versuche mit meiner Maske Anschluss zu finden, aber am Ende fühle ich mich trotzdem IMMER getrennt von den anderen. Ich weiß das die Welt nicht überall bunt ist und alle glücklich sind. Aber es fühlt sich so an. Alles ist so weit weg. Weit entfernt von mir. Ich bin grau. Gehöre nicht zu dieser Welt.

Ich hab mich mit dem kleinen Teil meiner Familie, mit dem ich noch Kontakt habe, überworfen. Die Familiendynamik ist generell sehr destruktiv. Als ich wieder öfter da war und dort übernachtete, fingen auch die somatischen Beschwerden wieder an. Schmerzen. Panik beim gemeinsemen Essen. Aber deswegen hab ich mich nicht mit ihnen gestritten. Ich hätte das ignoriert. Wie immer. Es war eine Kleinigkeit, auf die ich beharrte. Und ich weiß ehrlich nicht, ob ich Grenzen gezogen habe (die dort definitiv wichtig sind!) oder ob ich mir unbewusst einen Grund gesucht habe, mich von ihnen zu isolieren. Der Grund war fast schon lächerlich. Seitdem telefonieren wir nicht. Reden nicht. Ich werde nicht anrufen. Mein Stolz. Der Gedanke: Gibst du nach, öffnest du wieder Tür und Angel, dass man dich benutzt. NIE WIEDER!

Und nun hab ich´s geschafft, mich mit meiner Freundin zu überwerfen. Ich werde sie nicht beste Freundin nennen. Geht nicht. Klappt in meinem Hirn nicht. Ich hatte eine beste Freundin und damit verbinde ich viele schlimme Gefühle. Viele Gefühle von Verrat. Jedes Mal kommt mit diesem Wort alles wieder hoch. Es ist vieles so ähnlich. Vieles aus der Zeit damals. Die langen Telefonate. Ich bin ehrlich. Ich öffne mich. Mir liegt was an ihr. Und das bedeutet Gefahr. Verrat. Keine engen Freundschaften. Obwohl es genau das ist, was ich will und brauche.

Also treib ich sie weg. Unbewusst. Gedanklich schon länger, nun handfest. Ich will das gar nicht. Ich will es wirklich nicht. Aber ich kann auch nicht mehr reagieren. Ich schäme mich in Grund und Boden – Ich kann das wegen der Scham nicht bereinigen. Ich denke nur an mich – Also tue ich nichts mehr, weil sie besser ohne mich dran ist. Jeder ist das. Ich bin wütend – Ich suche mir immer Gründe, um auf nahe Menschen wütend zu sein, denn so kann ich sie leichter von mir stoßen. Kann sie einfach aus meinem Leben ausschließen. Sind sie jetzt berechtigt oder nicht, diese Gründe? Ziehe ich Grenzen oder isoliere ich mich unbewusst, aber doch mutwillig? Woher soll ich das wissen!

Ich hab noch eine Freundin. Ich schreibe eben mit ihr, als ich das hier tippe. Zeige mich fröhlich und mache Witze – Ich fühle genau das Gegenteil. Letztens übernachtete ich bei ihr, nach unserem D&D Abend. Es war ein toller und witziger Abend. Mir bereiten diese Abende extrem viel Spaß und ich mag die Leute sehr. Zur Nacht ging es mir nicht sehr gut und sie kam morgens zu mir rein. Ich erzählte ihr plötzlich was ich in meinem Kopf los ist. Die Vermutungen. Die Gedanken. Es war ein offenes und ehrliches und auch schönes Gespräch. Sowas macht die Bindung enger. Und wo stehe ich nun gerade im Kopf? Auf starker Distanz zu ihr. Ich entferne mich gedanklich bereits. Ich gehe nicht mehr zu dem D&D Abend. Nie mehr. Die Leute da werden bald merken wie furchtbar du bist. Sei nicht du. Sei alles, aber einfach nur nicht du. Das schaffe ich nicht! Sie werden dich hassen, wenn du ihnen zeigst wer du bist. Du redest zu viel. Du denkst falsch. Handelt falsch. DU BIST FALSCH! Sie werden es merken und dann hassen sie dich auch. Entfern dich, dann tut es nicht weh. Du brauchst niemanden! Doch verdammt, brauche ich!

Ich isoliere mich, weil ich denke das mich keiner will und bestätige mir damit meine eigenen Befürchtungen. Mir ist bewusst, dass ich mir das alles selbst antue. Ich stoße die Menschen weg. Ich isoliere mich. Niemand anderes ist dafür verantwortlich. Das ist stets meine erste Reaktion bei Emotionen, Nähe und Schmerz: Wegstoßen. Ignorieren. Flüchten. Ich will schon seit einiger Zeit nur noch meine Sachen packen und abhauen. So wie ich es immer getan habe. Ich stoße alle weg und verschwinde dann. Lasse alles hinter mir. Nur physisch. Psychisch nie … Dabei muss ich ständig an den Fragenbogen, aus den ersten Therapiestunden, denken: Haben Sie Probleme mit Nähe?, war eine der Fragen. Nö, ganz normal. Keine übermäßigen Probleme. Nähe kann ich zulassen.

Merkt irgendjemand was davon? Ich glaube nicht. Ich versuche krampfhaft alles hinter dieser Alles ist gut-Maske zu verstecken. Bis es überläuft. Bis ich nicht mehr kann. Dann spüren es andere. Aber sie spüren nicht das, was wirklich los ist. Sie bekommen nur meine Wut ab. Die ist echt, aber nur ein Teil von allem.

Während der eine Teil von mir weg will, will der andere fest gedrückt werden. Nicht alleine sein, aber allein sein ist der einzige Weg, sagt der andere. Ich ertrage dieses hin und her in meinem Kopf kaum noch!

Der Selbsthass ist zeitweise so stark, so unerträglich, dass ich mir am liebsten die Haut vom Körper ziehen möchte. Der Körper. Die nächste Baustelle. Den mochte ich immer. Ich bin schlank und habe eine tolle Figur. Ich weiß das. Rational. Aber seit einiger Zeit ertrage ich diesen Körper nicht mehr. Ich sehe ihn an, ich fasse ihn an und mich überkommt der pure Ekel. Fett. Überall Fett. Überall ist alles so ekelhaft daran. Nun mache ich wieder mehr Sport. Ich versuche es. 2 Monate hab ich das völlig schleifen lassen, es war keine Energie dafür da. Dann keine Kohlenhydrate mehr abends. 2x am Tag essen. Ich habe nie Diäten gemacht! Nie! Aber so ist es jetzt zumindest etwas erträglich.

Es wäre so einfach. Ich bräuchte es nur sagen. Hilfe. Bitte halt mich. Bitte halt mich einfach nur fest. Aber es geht nicht. Allein dieser Gedanke daran ist mit Einsamkeit verbunden. Mit Verrat. Mit Ablehnung. Deshalb wächst meine Wut. Meine Wut schon von vornherein. Ich bin so extrem wütend zur Zeit. Wütend auf all die Lügen. Die Heuchelei. Die Ablehnung. Die Einsamkeit. Den vielen Schmerz. Es gab nie Hilfe. Warum also jetzt? Warum sich das antun? Den Schmerz vergrößern? Ich weiß, rational, dass genau diese Gedanken mindestens genauso viel Schmerz mit sich bringen, aber ich kann es nicht bewusst steuern oder ändern. Warum Herrgott nochmal nicht?!

Ich habe viele Beiträge schon vor einiger Zeit vorgeschrieben. Veröffentlichen werde ich demnächst trotzdem keine. Ich lese meine alten Beiträge durch und ich möchte am liebsten drauf kotzen. Die Wortwahl. Die Gedanken. Die Informationen. Alles falsch. Alles zum lachen. Nichts mit Wert. Zu lang. Und schon wieder so lang. Perfekt soll alles sein. Aber ich sehe überall Fehler. Ich ertrag das momentan nicht noch mehr davon zu machen. Auch Mails kann ich vorerst nicht beantworten. Ich versuche mich da jetzt schon seit Tagen dranzusetzen, aber gerade geht´s nicht. Es tut mir leid. Mir käme jedes Wort wie reine Heuchelei vor.

(Subtiler) sex. Missbrauch

Wir kennen natürlich alle mehr oder weniger die Definition von sexuellen Missbrauch. Meist verbinden wir allerdings eine direkte, sexuelle Handlung, in Form einer Penetration, damit.

Sexueller Missbrauch hat jedoch sehr viele Gesichter und dennoch können die Folgen haargenau die Gleichen sein.

Ab wann ist es sexueller Missbrauch?

Generell gilt als Ziel/Absicht des Erwachsenen, eine sexuelle Erregung oder mehr, bei sich und/oder dem Kind, zu erreichen. Zufälliges Berühren oder normale Kuscheleinheiten, ohne sexuelle Gedanken und Empfindungen/Absichten dahinter, fallen daher natürlich heraus. Also kein Elternteil, das mit seinem Kind ganz normal kuschelt oder es zufällig am Oberkörper streift, weil man vll nebeneinander steht o.ä, missbraucht sein Kind.

Aber genau deshalb ist es eben auch so schwer zu erkennen (für einen selbst, wie auch für Außenstehende) wann die Grenze überschritten wird, denn die wenigsten Erwachsenen benennen ihren Missbrauch auch klar als diesen. Weder vor sich noch natürlich dem Kind gegenüber. Meist wird ja alles als normal oder sogar als Liebeseinheiten deklariert.

Formen von sex. Missbrauch

  • Vaginale, anale oder orale Penetration (durch das mänl. Glied, Finger oder aber auch durch Gegenstände, etc.)
  • Sexualisiertes Streicheln, Kuscheln, Umarmen und anderweitiges kurzes, “zufälliges” Berühren, z.B des Po´s, der Brust usw (durch den Stoff), auf den Po klapsen oder aus “Spaß” wird kurz zwischen die Beine gefasst oder die Hose runter gezogen, etc.
  • Erotische Massagen beim Kind, an der Brust, den Gliedmaßen, Oberschenkeln, am Po oder den Genitalien oder das Kind soll diese Massagen beim Erwachsenen vornehmen ➡ Das Kind begreift all das selten als das, was es ist bzw. was der Erwachsene erreichen will, sondern erstmal viel mehr nur als Nähe, Kuscheln und Wohlgefallen
  • Sexualisierte Körperreinigung der Kinder ➡ z.B regelmäßiges, intensives und ausgiebiges Waschen der Intimregion von Kindern (die dies aber eigentlich auch schon selbst könnten). Oder auch ausgiebiges Absuchen von Zecken, überprüfen auf Ekzeme o.ä im Intimbereich des Kindes. Gemeinsames Baden, mit “zufälligen” Berührungen, ausgiebigen einseifen und streicheln, Ejakulation des Erwachsenen usw.
  • Sexualisierte Küsse mit Zunge, auf die Lippen oder an anderen Körperstellen. Lecken an Zunge, Lippen, an Körperstellen usw. Auch das Saugen an der Brust/Brustwarzen.
  • Doktorspiele und andere sexualisierte Spiele, wobei sich der Erwachsene sex. erregt oder versucht das Kind zu erregen ➡ Sowas passiert durchaus meist angezogen. Mit dem Kind wird z.B viel Hoppereiter gespielt, wobei das (angezogene) Kind fest auf den Schoß des Vaters gedrückt und auf und ab bewegt wird (das ist ein an sich völlig normales Spiel und wird erst bedenklich, wenn der Erwachsene dies zur sex. Stimulation tut!), oder es wird gespielt man sei ein Tier und muss sich gegenseitig überall abschlecken, usw.
  • Exhibitionismus vor dem Kind, mit dem Ziel sich sex. zu erregen. Ständiges nackt sein, in Verbindung anzüglicher Sprache z.B, oder das zeigen des steifen Glieds, der Vagina, oder auch das Verlangen vom Kind, dass es sich selbst nackt zeigen soll ➡ auch Voyeurismus (heimliches beobachten oder filmen/fotografieren des nackten Kindes, beim duschen, umziehen, baden, auf dem Klo, beim schlafen, usw.)
  • Berührungen der Intimregion vor dem Kind. Erotisches Reiben von Penis, der Vagina, den inneren Oberschenkeln oder der Brust. Selbstbefriedigung (mit oder ohne Stöhnen und Höhepunkt) oder das Kind auffordern, sich vor den Eltern selbst im Intimbereich zu berühren oder zu befriedigen.
  • Zeigen oder gemeinsames schauen pornografischer Filme oder Bilder, mit dem Kind .
  • Anzügliche und/oder sexualisierte Sprache (offen oder aber auch diskret), Dialoge oder Blicke (“mit den Augen ausgezogen werden“), …

Warum dieser Missbrauch genauso schlimm ist

Wenn der Erwachsene seine ganz eigene, andere Form der Sexualität dem Kind überstülpt. Es für seine sex. Bedürfnisse ausnutzt, missbraucht, dann spielt nicht die Art des Missbrauchs die entscheidende Rolle, sondern nur dass das Kind überhaupt mit dieser ungewollten (denn das Kind will etwas ganz anderes, als der Erwachsene!) und ausnutzenden Art der sex. Nähe konfrontiert wird, ohne das es flüchten kann. Ausnutzend ist sie auch dann, wenn der Erwachsene das Kind ebenfalls sexuell stimuliert! Es geht nicht um die Stimulanz (ob es das Kind angeblich auch “genießt”), sondern darum, ob er egoistisch handelt oder nicht.

Das Grundtrauma beim sex. Missbrauch sind nicht die Schmerzen, sondern der gewaltsame (was es wird, sobald der Erwachsene das Kind für seine Zwecke benutzt – egal in welcher Form) Ein- und Übergriff in seine so empfindlichen Grundfeste.

Die Folgen solcher ,,unscheinbaren”; angeblich “nicht so wilden” Sachen können genauso schlimme, pschische Folgen haben, wie die direkte Penetration. Depressionen, Essstörungen, (chronische) Suizidalität, Persönlichkeitsstörungen, usw. Um nur mal einige Beispiele zu nennen.

Auch Kinder haben eine Sexualität, das ist richtig. Dennoch zielt diese nicht auf Genuss und Triebbefriedigung ab, so wie bei dem Erwachsenen, sondern auf Nähe, eigene Körperwahrnehmung und Sicherheit. Kinder entdecken und sollten das auf ihre Art und in ihrem Tempo tun dürfen. Nichts, absolut gar NICHTS, aus der Sexualität eines Erwachsenen, hat bei einem Kind etwas zu suchen!

Missbrauch durch eine Frau

,,Ne, also das kann es nicht geben. Sexuell missbrauchen, das tun nur die Männer.” – Die Wahrheit sieht jedoch ganz anders aus. Auch Frauen und Mütter missbrauchen!

Offizielle Zahlen gibt es nicht wirklich dazu. Statistiken gehen von einem Anteil weiblicher Täter von bis zu 10% aus. Der Psychologe Alexander Homes, der sich gegen sexuellen Kindesmissbrauch einsetzt und weltweit darüber recherchiert hat, spricht eine Vermutung von sogar bis zu 50% aus, was genau die Hälfte aller Täter wäre. Selbst wenn die Zahlen allerdings nicht so hoch liegen, ist es dennoch klar, dass auch Frauen ebenso am Missbrauch beteiligt sind, wie Männer. Und indem wir diesen Fakt verschweigen und weiterhin so tun, als gäbe es das nicht, nehmen wir den Opfer die Chance darüber laut und ernstgenommen zu werden!

Auffällig dahingehend ist zumindest, dass viele Frauen und Mütter ihren Missbrauch anders tarnen und weniger gewalttätig vorgehen, als Männer (Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel!). Oft deckeln sie den Missbrauch als liebevolle Nähe, gründliches waschen usw. Das intensive Berühren und Stimulieren der Intimregion des Kindes, ist jedoch ein klarer Übergriff! Egal wie man es vor sich selbst oder vor anderen schön reden möchte.

Kindesmissbrauch in Zahlen

Im Jahr 2020 sind die Missbrauchsfälle um 6,8% zum Vorjahr angestiegen.

16.686 Fälle wurden gemeldet. Gemeldet heißt, dass dies die Fälle sind, welche auch tatsächlich zur Anzeige gebracht wurden. Statistisch gesehen werden jedoch hauptsächlich Übergriffe aus dem nicht direkten Umfeld angezeigt. Sprich: Übergriffe welche in Vereinen, durch Babysitter, Nachbarn, entferntere Familienmitglieder wie Onkel, Großonkel usw. geschehen. Die Eltern können so als sichere Basis dienen und das Kind steht in keinem direkten Abhängigkeitsverhältnis zum Täter, was eine Anzeige viel wahrscheinlicher macht. Sind nahe Verwandte o.ä Bezugspersonen die Täter, wird der Missbrauch viel häufiger “vergessen”/verdrängt. Das Kind erhält ja keine Unterstützung dabei sich zu wehren oder möchte durch eine Anzeige nicht die Familie auseinanderreißen etc. Für entsprechende Schuld- und Schamgefühle wird immerhin auch nicht selten gesorgt.

Die WHO schätzt die Zahl, der in Deutschland missbrauchten Kinder, währenddessen auf mindestens 1 Million ein.

Laut einer Hamburger Studie, aus dem Jahre 1993, gaben 23% der befragten Frauen und 4% der Männer an, sexuell missbraucht worden zu sein. Weiter gaben 28% der Frauen und 14% der Männer an, körperliche Misshandlungen erlitten zu haben

Laut einer MiKADO-Studie (Missbrauch von Kindern, Aetiologie, Dunkelfeld, Opfer) wurden mindestens 8,5% der Deutschen sexuell missbraucht. Weiter berichten 11,6% der Frauen und 5,1% der Männer von mindestens einer sexuellen Missbrauchserfahrung in der Kindheit. Laut Schätzungen dieser Studie, werden aber gerade mal ca. 1% der Fälle überhaupt den Jugendämtern oder Behörden gemeldet. Die tatsächliche Dunkelziffer scheint also enorm hoch zu sein!

↪ Von der niedrigsten Schätzung ausgehend (der MiKADO-Studie) wurde fast jeder 10. Deutsche sexuell missbraucht. In jeder Schulklasse säßen demnach ungefähr 2-3 Kinder, die missbraucht wurden oder noch werden. Ausgehend von Statistiken größerer Studien, aus den 90ern (KFN, Bange, Raupp/Eggers, Burger/Reiter, Richter-Appelt, Bange/Deegener), würden in jeder Schulklasse sogar durchschnittlich 3-6 Mädchen mit Missbrauchserfahrung sitzen.

Warum ist die Dunkelziffer so hoch?

  • Mehr als die Hälfte der Missbrauchsopfer leiden bzgl. der Tat an einer (dissoziativen) Amnesie. Bei manchen tauchen die Erinnerungen irgendwann wieder auf, viele erinnern sich (kognitiv – psychische und körperliche Symptome treten trotzdem auf) jedoch höchstwahrscheinlich bis zu ihrem Tod nicht an den erlebten Missbrauch. Und bei wem die Erinnerung wiederkommt, tut sie dies nicht selten nur in Bruchteilen. Nichts was für eine Anzeige wirklich ausreicht.
  • Wer sich spät im Alter erinnert, bei dem ist der/die Täter wahrscheinlich schon tot. Oder es besteht schon lange kein Kontakt mehr und dieser soll, durch Auslassen einer Anzeigestellung, auch weiterhin vermieden werden.
  • Oder die Opfer fühlen sich schuldig und mitverantwortlich. Schämen sich oder glauben man würde ihnen eh nicht glauben. Oder haben schlicht einfach keine Energie für den Prozess. Manchen wurde auch vom Täter gedroht oder sie zeigen nicht an, weil es sich ja noch immer um die eigene Familie handelt.

Die “Normalität” mal genauer unter die Lupe nehmen

Der Missbrauch kann auch so subtil gewesen sein, dass man ihn niemals als Missbrauch ansehen und demnach auch nicht anzeigen würde.

Im Leben wäre ich z.B nicht von selbst darauf gekommen, dass es nicht normal ist, dass meine Eltern stets nackt waren. Und auch ich ständig nackt sein sollte. Irgendwann setzte meine Scham ein und ich wollte einfach nicht mehr, daraufhin gab es regelmäßig den Spott meiner Eltern, ich wurde mit Ignorieren beatraft usw. Oder das es nicht normal war, dass meine Mutter eigentlich im Dauerlauf, nackt auf dem Sofa, an sich rumspielte, vor mir oder sämtliche Wände mit Nacktfotos von ihr gepflastert waren. Das es nicht normal ist, wenn Eltern vor ihrem Kind Sex haben oder diesem die intimsten Details, aus dem Sexleben mit dem anderen Elternteil, erzählen oder Sachen über deins wissen wollen. Und das es damals doch seine Berechtigung hatte, das ich lüsternen Blicke und diese anzüglichen Sätze meines Vaters komisch fand, wollte ich erst gar nicht glauben. Immerzu dachte ich, ich hätte mir was eingebildet. Mich reingesteigert. Ihm mit diesem inneren Gefühl der Abneigung unrecht getan. 100% klare Bilder bestehen schließlich nicht.

Und der Rest war ja immer normal. Alltag. Also was sollte daran falsch sein? ,,Und weil das so normal war, hätte auch NIEMALS jemand mehr gemacht. Völlig ausgeschlossen! War doch immer alles normal!” Heute versuche ich manche Erinnerungen wie etwas zu betrachten, dass mir eine Freundin über sich erzählt. Aus der Sicht eines “Außenstehenden” erscheinen einige Dinge dann plötzlich auch in einem ganz anderen Licht…

Auch Sachen wie gemeinsames Pornogucken oder -zeigen, zwischen die Beine fassen, Bespannen etc. ist beim restlichen Teil meiner Familie stets völlig Gang und Gebe gewesen. Auf Ansprache hieß es immer: “Da ist doch nichts dabei” oder “Das war doch nur ein Spaß 🙄. Sei nicht immer so ernst!” oder “Wir haben doch nur mal kurz geguckt“…. Wenn ich das heute als nicht okay betiteln möchte, kommt in mir dementsprechend auch immer sofort etwas auf wie: ,,Mein Gott, du machst auch aus jeder Mücke einen Elefanten! Das war alles völlig normal. Hör mal auf dich so anzustellen!“.

Das Schwierigste…

All das also ernst nehmen. Wenn manches zum normalen Alltag zuhause gehört, dann wird das für dich auch normal. Nichts dem du Beachtung schenkst.

Und ohne den Input von Außen, der dich einmal abgleichen lässt, denkst du ewig, da war doch nix wildes. Du merkst wie du so überhaupt nicht funktionierst, aber kannst es nicht zuordnen oder verstehst überhaupt warum. ,,Es war doch schließlich immer alles ganz normal.

Steter Tropfen höhlt auch den Stein

Vll war es das aber gar nicht? Vll dachtest du nur es wäre normal, weil es eben Alltag war? Und nun stell dir vor, an diesen doch nicht ganz so normalen Alltag, war vll doch ein winziger Teil toxisch. Diese Toxizität hätte dann jeden Tag, dauerhaft stattgefunden. So regelmäßig, dass du sie einfach nur als normal angesehen hast.

Ich erzählte mal einer recht neutralen Person eine Anekdote darüber, was für Spinnereien meine Eltern oftmals rausgehauen haben: Das eine Mal wollte uns angeblich der und der umbringen, das nächste Mal gabs wilde Vergewaltigungstorys über die Familie. Mal gabs Auftragskiller, als Polizisten getarnte Geldeintreiber (beauftragt von dem und dem), innerfamiliäre Verschwörungen usw.

Der “Fantasie” waren quasi keine Grenzen gesetzt – Ich erzählte ihm das, weil ich die Geschichten irgendwie witzig fand, also heute. Schließlich benahmen sich meine Eltern nie den Geschichten entsprechend paranoid. Sie sperrten keine Türen ab oder versteckten sich irgendwo. Nein, diese Geschichten waren nur für mich bestimmt. Sie teilten stets nur mir ihre tiefsten Geheimnisse mit, wie böse die Welt doch ist. ,,Alle wollen deinen Eltern und dir nur böses. Du kannst niemand vertrauen und glauben!” – Das war immer die Kernbotschaft.

Für mich war das damals nicht offensichtlich schlimm. Ich kann mich an keine bewusste Angst erinnern (irgendwo war sie aber natürlich bestimmt da), obwohl ich diese Geschichten als Kind, natürlich für bare Münze nahm. Ich fühlte mich halt nur dauerhaft wie im Krimi. Das alles (meine Umgebung, Umwelt, usw.) empfand ich eh nie als wirklich real, weshalb ich (oder zumindest ein Teil von mir) all diese Geschichten wohl eher spannend und unterhaltsam wahrnahm, als sie als dauerhaft schädlich anzusehen. Ich mein, wir waren ja eh immer allein. Es kamen keine Freunde zu Besuch. Selten die Familie. Sonst niemand. Und wenn wir weggingen oder -fuhren, bis in die Teenagerzeit hinein, fast nur mit den Eltern. Die angeblich drohende Gefahr durch andere, war also ja nicht wirklich direkt greifbar nahe. Vll erinnere ich mich deshalb nicht an direkte Angst.

Wie gute-Nacht-Geschichten erinnere ich die Storys daher eher und die witzigsten erzählte ich da eben. Derjenige fragte mehrfach nach und erst nach einer ganzen Weile begriff er, dass ich mir diese Geschichten nicht ausdachte und das sie ein Dauerzustand in meiner Kindheit waren. Was sein Problem damit war, wusste ich allerdings immer noch nicht. Warum wird man da so ernst? Das es in anderen, “normalen” Familien nicht einmal annähernd solche Geschichten gab, wusste ich nicht.

,,Echt? Dir wurde nicht gesagt, dass der Opa zu dem du hin abgeschoben wirst, erst eben die Cousine vergewaltigt hat (nach dem Motto: Wir wollen dich jetzt nicht, geh mal zu denen, aber sei SEHR vorsichtig) ? Oder das die Oma Auftragskiller losschickt, die deinen Papa töten, wenn du ihr private Sachen erzählst? Ist ja krass.” Und ich wusste auch nicht, was daran schlimm sein sollte. Witzig. Witzig war das doch! Nun lach doch auch endlich! Schließlich lachte mein Vater früher auch immer. Er lachte dabei, weil sie ja immer schlauer, als die bösen Leute, waren. Die konnten ihnen nix anhaben, aber vorsichtig musste man sein! ICH musste vorsichtig sein.

Wir unterhielten uns ein ganzes Stück und er konnte mir begreiflich machen, wie diese Storys auf ihn wirken, als Erwachsener. Das habe ich verstanden.

Das sie für ein Kind demnach noch viel schlimmer gewirkt haben müssten, also für mich. Das sickert bis heute nicht wirklich in mein Hirn ein. Vll war dieses “im Krimifilm leben”, mit stets neuer, unvorhersehbarer Geschichte, am Ende aber dafür verantwortlich, dass ich mein Leben und meine Existenz noch heute dauerhaft unreal finde. Who knows 🤷‍♀️

Ich wollt damit nur sagen, dass es sich manchmal lohnt, die “Normalität” genauer unter die Lupe zu nehmen. Manches war am Ende davon nämlich gar nichts so “normal” … 😉

Luzides Träumen / Klartraum

Wenn Menschen bewusst wahrnehmen können, dass sie sich gerade in einem Traum befinden, spricht man auch vom luziden Träumen.

Was ist luzides Träumen bzw. was sind Klarträume?

Dem Träumer ist während des Träumens also bewusst, dass er träumt. Er kann so seine Gedanken, Gefühle und auch Handlungen bewusst wahrnehmen und sogar steuern.

Dessen kannst du dir zum Teil bewusst sein (also sprich du erlebst einzelne Passagen des Traumes bewusst) oder aber du kannst dir auch des ganzen Traumes vollbewusst sein. Und dann wirds spannend, da du die komplette Handlung und Kulisse kontrollieren und verändern kannst. Du kannst z.B Türen öffnen (die einen Zugang zu deinem Unterbewusstsein darstellen), die du im Traum nie zuvor öffnen konntest. Aber auch kreativen Ideen, im Traum, kann man so aktiver nachgehen usw.

Luzides Träumen im Alptraum

Gerade in Alpträumen sind Klarträume also besonders wertvoll. Da wir den Ausgang des Traums und der vll ausweglosen Situation beeinflussen können, was wiederum auch einen direkten Einfluss auf unsere Psyche hat. Wir sind nicht mehr nur machtlose Opfer, die vor unseren Verfolgern nur davonlaufen können, sondern wir können uns ihnen aktiv stellen.

Beispiel – Zombietraum

Seit meiner Kindheit träumte ich stets immer wieder davon, dass mich Zombies verfolgen und am Ende essen. Wahrscheinlich kommt daher meine Panik von irgendwas oder irgendwem aufgegessen zu werden 😅. Oft, wenn der Traum endete, fing er einfach von vorn wieder an und ich erlebte die gleiche Verfolgung und das gleiche Ende immer und immer wieder. Die ganze Nacht lang.

Irgendwann kamen Momente, wo ich die Verfolgung bewusst wahrnahm, erst schleichend, dann immer öfter. Wenn ich an einer Kreuzung stand, fiel mir nun auf, dass ich das letzte Mal ja nach rechts gegangen bin. Nun ging ich also nach links. Da das Ende meistens doch ziemlich gleich blieb und mich die Zombies trotzdem schnappten, baute mein Unterbewusstsein sowas irgendwann wie einen Reset-Knopf ein. Als Kind spielte ich sehr viel Play Station und wahrscheinlich kam das daher.

Wenn der Traum nun zu schlimm wurde. Mich die Zombies fassten oder kurz bevor sie ihre Zähne in mein Fleisch schlagen konnten, dann drückte ich im Traum diesen Reset- Knopf. So startete der Traum von neuen und ich konnte neue Wege auswählen. Bis heute gibt es diesen Reset-Knopf in meinen Träumen.

Den Traum auflösen

Die Träume verfolgten mich trotzdem noch. Mehrmals in der Woche, zeitweise sogar täglich. Aber sie waren nicht mehr so unerträglich.

Irgendwann träumte ich dann wieder davon. Wir waren im Haus meines Onkels und plötzlich ging das Theater wieder los und alle verwandelten sich in Zombies. Da war ich schon Mitte 20 und hatte, ehrlich gesagt, langsam die Schnauze voll von diesen Träumen. Ich bewarf die Zombies, im Traum, wieder mit allerlei was ich zu fassen bekam (was meist so kleine Sachen waren, dass ich nichts ausrichten konnte), aber natürlich brachte das wieder nicht viel. Resigniert und genervt dachte ich: ,,Sprichst de die Zombies halt einfach mal an und fragst, wie das Leben als Zombie so ist 🤷‍♀️” – Und sie antworteten.

,,Gar nicht so übel“, meinten sie. Wir unterhielten uns ein Stückchen und ehrlich gesagt, war es ganz witzig. Sie verloren enorm an angsteinflößenden Charme und wirkten auch selbst ganz happy, dass ich sie endlich mal anspreche. Seitdem träume ich viel, viel seltener davon. Manchmal natürlich noch, aber das ist kein Vergleich zu früher.

Ein anderes Beispiel

Eine andere Möglichkeit ist es z.B auch direkt in seine Verfolger hineinzulaufen. Bei einem anderen Traum verfolgte mich immer und immer wieder ein Mann, dessen Gesicht ich nie sehen konnte. Irgendwann blieb ich stehen, drehte mich um und rannte direkt in ihn hinein. Auch dieser Wiederholungstraum endete damit.

Oder indem ich mir z.B klar machte, immer wieder aufs Neue im Traum, das ich nur träume und mein Körper nicht echt ist darin, konnte ich körperliche Schmerzen bis hin zum Tod (und dessen Schmerzen) abmildern oder sogar ganz umgehen/unterbrechen.

,,Schön und gut, aber …

was bringt mir das, wenn ich es nicht beherrsche?”

Tatsächlich passierte das bei mir automatisch. Nach und nach konnte ich die Träume, zumindest teilbewusst, klarer wahrnehmen und darin Entscheidungen treffen. Warum und wie weiß ich leider nicht (und jedes Mal klappt das natürlich auch nicht) . Trotzdem gibt es einige Techniken, auch für jene, die es noch lernen wollen.

Techniken

Reality Check im Traum

Hier geht es darum, den Geist darauf zu trainieren, sein Bewusstsein im Wachzustand zu erkennen. Tagsüber machst du dir also immer wieder bewusst, dass du gerade wach bist.

  • 1. Du kannst dazu deine Handflächen in einander drücken (wenn sie durchgehen, träumst du).
  • 2. Einen Text lesen, indem du hinschaust, dann weg und dann wieder hin (im Traum verändert er sich, sobald du wegschaust).
  • 3. Auf die Uhr schauen (auch hier verändert sich die Uhrzeit jedesmal)
  • 4. In den Spiegel schauen (normalerweise siehst du dein Spiegelbild im Traum nicht)
  • 5. In die Nase kneifen, z.B mit einer Klammer (im Traum kannst du trotzdem weiter atmen)

Meditation und Hypnose

Bei Google und YouTube finden sich jede Menge Meditationen, die dabei helfen können (nicht alle sind natürlich gut). In der Meditation so tief zu versinken, dass sich der Geist (bewusst) vom Körper löst und so wahrgenommen werden kann, kann auch im Traum helfen.

MILT (mnemonische Induktion von luziden Träumen)

Das ist eine Methode, die sehr beliebt ist.

Vor dem schlafen gehen:

  • Stell dir den Wecker morgens 2 Stunden früher.
  • Nimm dir vor einen luziden Traum zu erleben und das du dich darin befindest.
  • Stelle dir vor, dass du diese Nacht einen Klartraum erleben wirst und schlafe mit dieser Vorstellung ein.

Beim Wecker klingeln:

  • Bleib liegen und versuche dich an den Traum zu erinnern. So detailliert wie es geht.
  • Wenn du dich erinnern kannst, stehst du kurz auf, um deinen Kreislauf anzuregen und wirklich wach zu werden.
  • Nun schreibst du dir den Traum auf.
  • Nach einer halben Stunde legst du dich wieder hin. Stell deinen Wecker dazu auf 90 min. Konzentriere dich immer wieder darauf, deine Gedanken zu fokussieren, den Traum zu erkennen und alles zu wiederholen.
  • Bleib die ganzen 90 min liegen, selbst wenn du nicht mehr einschlafen kannst.
  • Wenn der Wecker klingelt, bleibst du wieder erstmal liegen und versuchst dich an alles zu erinnern. Schreib dann alles wieder auf.

WBTB (wake back to bed)

Diese Methode wird als noch zuverlässiger, als die MILT-Technik, angesehen und von Probanden so bewertet.

  • Lege dich schlafen und stelle deinen Wecker auf 6 h später.
  • Bleibe 15 – 20 min wach liegen.
  • Stehe dann auf und beschäftige dich, sodass dein Geist richtig wach wird.
  • Gehe wieder ins Bett, entspanne dich und versuche wieder einzuschlafen.
  • Du kannst dazu meditieren (falls es nicht klappt) oder aber auch deinen Traum wieder visualisieren.

Traumtagebauch und intensive Beschäftigung

Man möchte es nicht glauben, aber auch so etwas “simples” hilft. Wenn wir uns darauf konzentrieren und fokussieren, wenn dieses Thema immer wieder Raum in unseren Bewusstsein bekommt, taucht es auch eher auf bzw. lässt sich leichter umsetzen.

Es gibt z.B auch eine Technik, wo man seine Träume einfach nach der Bedeutung des letzten Traumes fragen kann (erkläre ich ein anderes Mal näher). Auch hier spielt die Konzentration darauf eine wichtige Rolle und es funktioniert am Ende wirklich manchmal, dass ein “erklärender” Folgetraum daraufhin kommt (ob man den dann halt besser versteht, ist ne andere Sache 😅). Ebenfalls hilft es lso auch seine Träume regelmäßig, nach dem Aufwachen, zu beobachten und danach zu notieren.

Warum und wann kommt es zu luziden Träumen?

Bei Klarträumern ist, laut Forschungen des Max-Planck-Instituts, das vordere Stirnhirn größer. Dieser Bereich des Gehirns ist dafür zuständig, dass Denkprozesse bewusst reflektiert werden können.

Die Wissenschaftlerin Elisa Filevich vermutet daher: ,,Dass Menschen, die ihre Träume kontrollieren können, auch im Alltag besonders gut über ihre eigenen Denkprozesse nachdenken können.”

Weiter kommt luzides Träumen am wahrscheinlichsten in der REM-Phase vor (also wie die meisten anderen Träume), welche überwiegend auch am frühen Morgen vorzufinden ist.

55% haben bisher zumindest einen oder mehrere Klarträume erlebt, also mehr als jeder 2te.

23% erleben so etwas mindestens 1x im Monat. Jeder 5te ca. träumt also regelmäßig luzid (obwohl mir nicht jeder 5te gerade reflektiert vorkommt🤔🤷‍♀️). Kinder wiederum träumen noch viel häufiger klar.

Sind Klarträume gefährlich?

Nein. Dieses Gerücht höre ich aber immer wieder.

Ich empfand es sogar als sehr befreiend, zumindest im Traum manchmal Macht über den Ausgang einer Situation zu bekommen.

Trotzdem kann es natürlich (durch verschiedene Techniken des Erlernens) zu Schlafstörungen kommen bzw. diese verstärken. Wer also schon so wenig Schlaf abbekommt, der sollte auf Techniken wie der MILT vll besser verzichten.

Auch kann die Grenze, zwischen dem was echt ist und dem was nur Traum war, verschwimmen, da a auch der Traum bewusst erlebt wird. Da ich persönlich eh immer sehr realistische Träume hatte, konnte ich da jetzt keinen Unterschied ausmachen.

Einige berichten auch von Depersonalisations- und Derealisationserlebnissen im Wachbewusstsein. Wie gesagt, für mich (also jemand mit psychischer Vorbelastung) gabs da allerdings keinen Unterschied und ich habe auch noch von keinem gehört, dass solche Erlebnisse sehr schlimm wurden (wie sie z.B bei der richtigen Depersonalisations-/Derealisationsstörung auftreten). Aber das ist wohl wieder eine ganz individuelle Sache und darauf sollte man auch hören.

Pauschal Angst davor, halte ich jedoch nicht für notwendig…

Traum: Särge in Hongkong

Schräges Zeug, ehrlich 🤷‍♀️

Ich befand mich in Hongkong (keinen Plan warum) und stand vor einer großen Kaufhaustür o.ä. Vor mir stand eine Frau und die malte jeder Person dort eine Zahl auf den Rücken. Sie sagte etwas dazu, was ich aber nicht verstand. Die Leute wirkten komisch, ein wenig wie in Trance. Emotionslos. Sie fuhren dann, nachdem sie ihre Zahl erhielten, draußen mit der Rolltreppe nach unten (vll so eine U-Bahn Station oder so 🤔, irgendwas unter der Erde).

Dann sah ich rechts von mir, mitten in der Stadt, einen riesigen, durchschnittenen Benzinschlauch. Der war wirklich rieeesig und überragte alle Häuser und wedelte hin und her. Aus ihm kam jede Menge Benzin, was auf uns herabregnete. Die Leute flüchteten nach links und ich rannte mit ihnen. Mein einziger Gedanke war dabei die ganze Zeit, dass sie hoffentlich kein Feuer auf uns abwerfen, da wir sonst alle lichterloh brennen.

Das Haus

Ich versuchte unter einem Dachvorsprung entlang zu laufen, um nicht noch mehr Benzin abzubekommen. Ich lief in eine Seitengasse, zu einem Haus, von wo mir ein junger Mann entgegen kam. Bis dahin war ich eine junge Frau (keine Ahnung, ob ich ich war 🤷‍♀️). Wir standen vor dem Haus und er meinte, dass ich mir keine Sorgen machen soll, da man das Benzin abwaschen könne.

Nun war ich der junge Mann.

Wir gehen nun in das Haus rein, denn von außen steckt zu meiner Überraschung ein Schlüssel. Wir sperren von innen zu und probieren jede Tür im EG, aber alle sind verschlossen. Die Türen sehen aus wie Türen von einem Safe, aber auf mich wirkt jede einzelne wie ein Sarg. Wie ein Raum voller Särge an den Wänden. Sie scheint das aber gar nicht so zu bemerken.

Ich laufe nun nach ganz oben, während die junge Frau auf der 2. Etage weiter nach einem Ausgang sucht (man hätte ja auch einfach den Haupteingang wieder nutzen können, aber warum einfach, wenns auch schwer geht 🤦‍♀️)

Die obere Etage

Ganz oben angelangt befindet sich nur eine Tür, die ich öffne. Mir ist dabei die ganze Zeit im Traum, als hätte ich von diesem Haus und dem Zimmer schon einmal geträumt, als würde mir das alles bekannt vorkommen. Ich mache also die Tür auf, weiß aber das wir da nichts finden werden. Währenddessen ruft sie von unten, dass sie eine Tür gefunden hat. Ich laufe also nach unten und beschließe ihr gar nicht erst etwas von der Tür oben zu erzählen, weil mir klar war, dass es kein gutes Ende für uns nimmt, würden wir durch die obere Tür gehen. Ich schenkte deshalb der Tür auf der 2.Etage meine ganze Hoffnung

Während ich runter laufe, ist die Tür noch offen und man kann schemenhaft in das Zimmer sehen bzw. die Szene im Traum schwenkt darauf. Man sieht ein kleines Mädchen drin stehen, mit dem Rücken zur Tür und vor ihr liegt etwas, aber man kann nicht sehen was.

Unten angelangt hatte sie tatsächlich eine offene Tür gefunden und ich glaube, darüber konnten wir auch Hilfe bekommen oder zumindest flüchten.

Das Zimmer

Von dem Zimmer hab ich wirklich schon häufiger geträumt und eigentlich immer ist es mit dem Gefühl verbunden, dass ich da echt nicht unbedingt rein gehen sollte. Das es da nichts Gutes gibt. Es wirkt manchmal so ein bisschen, als hätte man einfach ein altes Foto oder eine alte Aufnahme genommen, also was echtes, und es in die Traumszene gesetzt. Im Gegensatz zum restlichen Traum sticht es immer hervor und wirkt manchmal auch einfach wie blindlings in den Traum gesetzt. Nicht immer passt es wirklich zum Rest. Es wirkt wie ein altes Dachbodenzimmer oder so ähnlich. Ich könnt´s aber ehrlich nicht einordnen.

1. Hilfe bei: Flashbacks

Das zurückgezogen werden in traumatische Erlebnisse kann sehr unangenehm werden, mitunter sogar retraumatisierend wirken.
Einige Möglichkeiten, dem Herr zu werden, habe ich euch heute einmal zusammengestellt. Jeden Flashback bekommt ihr damit natürlich nicht in den Griff, klappt bei mir auch nicht. Manchmal klappt überhaupt nichts, ärgert euch also nicht, falls bei euch nichts davon funktioniert. Vll könnt ihr ihn manchmal dadurch aber zumindest etwas abmildern 😊

Meistens hilft übrigens nicht nur eine Sache, sondern mehrere kombiniert.

Und falls ihr mehr Ideen habt, was bei euch z.B so hilft, dann immer her damit! 😁

In Bewegung bleiben

Aufstehen, im Zimmer herumlaufen, springen, klatschen – Alles was den Körper und das Gehirn in Bewegung hält und nicht weiter in den Flashback abschweifen lässt.
Während des Flashbacks befindest du dich in einem Freeze-Zustand. Durch die Bewegung signalisierst du deinem Gehirn, dass seine Gefahreneunschätzung gerade nicht richtig war und ihr euch nicht in akuter Gefahr befindet.

Auch den eigenen Körper berühren, beißen, zwicken und abtasten sind wilkommen. Spürt euch und spürt euch vor allem in der Gegenwart wieder.

Laut mitreden

Vll schaust dir gerade einen Film oder eine Serie an: Sprich laut mit, was gesagt wird. Jedes Wort, konzentriere dich darauf. Sei ruhig laut dabei. Zähle laut auf was gerade passiert und was du siehst.

Falls Musik läuft, kannst du auch da laut mitsingen. Schief und krumm und völlig falsch. Hier ist alles erlaubt.

Kühl dich runter

Eiskaltes Wasser auf der Haut, den Kopf unter die kalte Dusche halten oder Eiskompressen auf den Körper legen (gefrorene Erbsen tuns genauso gut): All das kann uns helfen schnellstmöglich wieder im Hier und Jetzt anzukommen, denn das Gehirn wird auf den Kälteschock reagieren, d.h seine Konzentration liegt vorerst weniger auf den Flashback.

5, 4, 3, 2, 1 Übung

Zähl 5 Dinge auf die du siehst, 5 Dinge die du hörst und 5 Dinge die du spürst.
Nun zählst du 4 Dinge auf die du siehst, die du hörst und spürst.
Nun 3 usw.
Auch mit dieser Übung versuchst du dich im Hier und Jetzt wieder zu erden.

Tick Tack

Eine Uhr, am besten mit aktueller Datumsanzeige oder einem Kalender in der Nähe, kann dir ebenfalls immer wieder in Erinnerung rufen WO und WANN du gerade BIST.

Scharfer Geschmack

Chilli-Bonbons, Chilli-Zahnpasta, Chillichoten, scharfe Gummitierchen usw. Alles mit einem starken, intensiven Reiz

Gerüche

Gleiches gilt für Gerüche. Mit Räucherstäbchen oder starken Menthol-Tüchern, aus der Apotheke, kann ich mich z.B am besten wieder erden. Z.b gehen auch Riechstäbchen mit Ammoniak, Lavendel usw.
Es gab Zeiten, da hing ich gefühlt den halben Tag schnüffelnd an so einem Tuch rum. Sieht ein bisschen dämlich aus😅, aber besser dämlich aussehen, als sich schlecht fühlen, oder? 🙂

Atmen

Tief einatmen. Hier hatte ich schon mal mehr zur Atmung und den verschiedenen Methoden geschrieben.
Konzentriert euch darauf, auf jeden einzeln Atemzug. Lange und tief einatmen, kurz halten und dann lange wieder ausatmen. In Stresssituationen halten wir nämlich gerne die Luft an und verkrampfen dadurch innerlich noch mehr, was den Stresszustand verlängert und verschlimmert.

Vorbeugend

… wenn ihr einen Trigger bemerkt und ins Strudeln geratet, können auch Imaginationsübungen helfen, so wie ich sie Hier schon mal näher beschrieben habe.

Und lustigerweise habe ich letztens etwas übers Tetris spielen gelesen. Ich markiere euch den entsprechenden Artikel mal Hier.

Stoppt die Rasterpsychotherapie!

Bzgl all dessen nahm ich auf Instagram und Facebook schon einmal Stellung, aber ich möchte auch hier noch einmal darauf aufmerksam machen. Die aktuelle Petition dagegen findet ihr unter Aktuelles oder auch Hier. Bitte unterzeichnet fleißig und verbreitet die Petition weiter, denn es betrifft uns alle!

Ist möglicherweise ein Bild von Text „Das Problem: NICHT ERST SEIT DER AKTUELLEN CORONALAGE GIB ES VIEL ZU WENIG KASSENFINANZIERTE, PSYCHOTHERAPEUTISCHE BEHANDLUNGSPLÄTZE. DIE WARTEZEITEN SIND LANG UND OFT MUSS MAN FÜR EINEN GEEIGNETEN THERAPIEPLATZ BIS ZU 3 -18 MONATEN WARTEN.“
Ist möglicherweise ein Bild von Text „Die Losung: SYMPTOMBEKÄMPFUNG, STATT URSACHENBEHEBUNG Das Gesundheitsministerium legte einen Vorschlag vor, nach welchem noch vor Therapiebeginn eine Diagnose gestellt werden soll und nach dieser wird dann die Behandlungsdauer angepasst D.h würden für eine Depression beispielsweise 12 Monate Behandlungsdauer festgesetzt, dann müsste die Behandlung auch nach 12 Monaten abgebrochen werden, völlig gleich ob der Patient in diesem Zeitraum wirklich schon genesen ist oder nicht.“
Ist möglicherweise ein Bild von eine oder mehrere Personen und Text „Das Ergebnij. Definitiv mehr freie Behandlungsplätze,aberauch weniger erfolgreich therapierte Patienten Natürlich gibt es dann mehr Behandlungsplätze, die Absicht dahinter möchte ich daher noch nicht mal pauschal verteufeln. Nun ist es doch aber kaum möglich eine klare Diagnose, noch vor Therapiebeginn zu stellen. Wenn ich mit Symptomen einer Depression zum Therapeuten gehe, dann ist es sehr, sehr wahrscheinlich das die Depression nur eine Begleiterscheinung einer ganz anderen Erkrankung t.Wie soll so etwas direkt am Anfang festgestellt werden können? Vieles zeigt sich schließlich erst nach Monaten oder sogar Jahren Behandlung und nach viel Vertrauen zum Therapeuten.“
Ist möglicherweise ein Bild von Text „Was noch: Vertrauen, da sind wir schon beim nächsten Punkt: Es fällt sehr schwer Vertrauen aufzubauen, sich zu öffnen, wenn man unter dem Druck steht zu einer bestimmter Zeit eine bestimmte Leistung erbracht zu haben. Christina Jochim, Psychotherapeutin hierzu: "Es könnte von vornherein ein massiver Leistungsdruck für Patienten entstehen, nicht genug Zeit zu haben, ihr Leid ausreichend zu schildern, weil sie das Gefühl haben, dass das Problem sowieso vorzeitig beendet wird."“
Ist möglicherweise ein Bild von eine oder mehrere Personen und Text
Ist möglicherweise ein Bild von Text „zur petition: Eine entsprechende Petition gegen diesen, pardon aber, Schwachsinn, findet ihr auf meiner Website: https://good4know.de nter,Aktuelles" Oder unter: http://chng.it/hD6cWRCYDk http://chng Bitte unterzeichnet und verbreitet sie fleißig!“

_____________________________________

Aktualisierung:

Und Widerstand lohnt sich eben doch!
Die Rastertheraphie ist vorerst vom Tisch

https://www.br.de/nachrichten/bayern/psychotherapie-reform-therapeuten-und-betroffene-wehren-sich,SZ5bpIP

Vegetarische Lebensweise

Seit Anfang 2018, also seit jetzt nunmehr 3 Jahren lebe ich überwiegend vegetarisch. Warum, wie und welchen Schwierigkeiten man da über den Weg läuft, möchte ich euch heute einmal näher bringen.

Vegetarisch, Vegan und viele Untergruppen

Vegetarisch bedeutet generell auf Fleisch zu verzichten, während Veganer auf jegliche tierisch erzeugte Lebensmittel verzichten. Also d.h zum Fleischverzicht kommt zusätzlich ein Verzicht von Eiern, Milchprodukten (wie Butter, Milch, Joghurt, Schmand, etc.), Honig, usw. hinzu.

Vom Fleischlosen Essen gibt es dann aber noch mehrere verschiedene Unterkategorien:

  • Frutarier: Welche alles essen, was eine Frucht ist. Obst, Gemüse, Nüsse, Hülsenfrüchte und Getreide fallen darunter. Der Sinn dahinter ist, von der Natur nur das zu nehmen, was diese abgibt, ohne das die Pflanze dafür sterben muss. Sachen wie Kartoffeln, Zwiebeln, Kohl oder Möhren fallen da also raus, da dort die ganze Pflanze geerntet werden muss.
  • Lacto-Vegetarier: Sie essen pflanzliche Produkte, vermeiden aber Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte und auch Eier. Milch, Käse und Honig wiederum können durchaus auf dem Speiseplan stehen, da dadurch der Nährstoffhaushalt ausgeglichen werden soll.
  • Ovo-Vegetarier: Verzichten zusätzlich zum Fleisch, Fisch und den Meeresfrüchten auch auf Milch, essen dafür aber Eier.
  • Pescetarier: Essen kein Fleisch von gleichwarmen Tieren, wie Rind, Kuh, Huhn usw. Dafür aber Fisch und andere Meeresfrüchte. Hier stehen vorrangig gesundheitliche Gründe, als ethische im Vordergrund (diese jeweiligen Gründe gelten generell natürlich nicht für alle!).
  • Flexitarier: Leben überwiegend vegetarisch oder sogar vegan, essen hin und wieder aber Fleisch und Fisch, auch wenn sie es größtenteils versuchen zu vermeiden.

Ja, viele Kategorien und manchen hilft es, für sich und die eigene Lebensweise, Einstellung etc. einen Begriff zu finden. Ich glaube jedoch, dass man sich nicht immer stur in eine Gruppe einordnen muss, sondern nach dem Leben sollte, was sich im Moment für einen richtig anfühlt.

Wie lebe ich und warum?

Ich lebe hauptsächlich vegetarisch, d.h ich ernähre mich größtenteils nur von Gemüse, Getreide, Kartoffeln usw., esse aber auch noch Käse (den ich leider abgrundtief liebe, warum das leider erzähle ich gleich), Eier und auch Honig. In den letzten 3 Jahren habe ich allerdings auch schon einmal wieder Fleisch und Fisch gegessen.

Meine Beweggründe spalten sich bzgl. Fleischverzicht auf in ethische, ökologische und gesundheitliche.

Ethische Gründe

Ich persönlich finde es gar nicht so schlimm zu töten, um zu essen bzw. überleben. Einen Menschen, der sich ein Reh im Wald schießt und dann mit seiner Familie 1 Monat davon lebt, würde ich im Leben nicht verurteilen. Warum auch? Das Tier hatte ein freies Leben und wenn es demjenigen dann vor die Flinte läuft, so gemein sich das auch anhören mag, hatte eben Pech. Ob es vom Wolf oder Mensch gegessen wird, da sehe ich pauschal keinen Unterschied 🤷‍♀️. Ähnlich sehe ich es bei einem Raubtier (da viele diese Tiere manchmal schlimm/bösartig finden, da sie töten). Wenn es nicht jagt und tötet, stirbt es. Entweder stirbt das gejagte oder das Raubtier. Das eine hat nicht mehr Recht, als das andere. Was die reine Natur angeht, darüber sollten wir nicht urteilen, finde ich.

Mein Problem liegt, bei uns, in der unmenschlichen Massentierhaltung. Ich weiß nicht, was wir Menschen uns einbilden, zu meinen, wir dürften andere Lebewesen einfach einsperren, quälen und schlachten, wie es uns beliebt, nur weil wir das Bedürfnis dazu haben. Ja, für den Konsumenten ist es einfach. Er kauft das Fleisch in der Kaufhalle und kann sich seines Gewissens frei sprechen. Er tut ja nix schlimmes, foltert und tötet ja nicht. Eben dieses überlässt er allerdings anderen, während er behauptet Tierlieb zu sein und niemals töten zu können. Man könnte das auch feige nennen, wäre man fies 😉. Wir beschweren uns über Gewalt, Folter usw. Der Holocaust ist uns allen ins Gehirn gebrannt, sowas wie rituelle Gewalt wollen viele gar nicht glauben, weil diese Dimension der Perversität, gar nicht in ihre Köpfe geht.

Aber wir tun doch genau das gleiche mit den Tieren, tagtäglich!

,,Wie im Kleinen, so im Großen.” – Eins der hermetischen Grundgesetze. Wir halten uns für etwas besseres. Denken, die Tiere hätten keine Emotionen. Wir brauchen das, was sie uns geben (Fleischhaltung, Tierversuche, Zoos, usw.), also ist unser Handeln dadurch gerechtfertigt. Ja aber genauso dachten auch die Nazis, denken Diktatoren, denken die Mitglieder gewalttätiger, perverser Kulte. Genauso denken die Täter.

Dimensionen

Über 2 Millionen Tiere schlachten wir TÄGLICH allein in Deutschland! 2 Millionen! Jährlich schmeißen allein die Haushalte (die Supermärkte kommen extra dazu, deren Container voll sind) 570.000 Tonnen Frischfleisch weg, wobei fast die Hälfte davon noch essbar wäre. Das wären ungefähr 100.000 Kühe, 1,5 Millionen Schweine und 50 Millionen Hühnern, welche umsonst starben! Fisch, etc. davon noch ausgenommen. Weltweit werden ca. 12 Millionen Tiere weggeworfen! Hinzukommen “Notschlachtungen” wegen Seuchen (stellt euch mal Massentötungen, wegen z.B Corona, bei Menschen vor!). Sie starben umsonst, sie erlitten all die Qualen umsonst. Nicht einmal den Respekt, sie zu essen, haben wir mehr. Wenn ein Kind entführt und getötet wird, fragen wir uns nach dem Sinn. Wir wollen einen Grund. Ein Mörder, der einfach nur so tötet, geht uns nicht in den Kopf. Er ist ein Psychopath. Ein Kranker. Bücher werden über ihn geschrieben und Filme gedreht. Wir Menschen schütteln über ihn (sie) den Kopf.

Aber genau das passiert täglich mit den Tieren! Welches Recht nehmen wir uns heraus, sie unter uns zu stellen? Zu behaupten, sie hätten keine Gefühle (das beruhigt am Ende doch nur unser Gewissen)?

Ähnlich der Massentierhaltung betrifft es die Jäger. Wir dürfen uns nicht der Illusion hingeben, dass nur ab und an ein Reh oder ein Hase geschossen wird. Es gibt Quoten zu erfüllen. Solch hohe Quoten, sodass sogar die Jäger schon auf die Barrikaden gehen und sagen, dass es so viele Tiere gar nicht mehr gibt, wie sie schießen sollen. Nächste Frage: Welches Recht haben wir (und wer glauben wir, hat es uns gegeben?) zu bestimmen, wie viele Tiere einer Art im Wald leben darf? Stellt euch mal vor, so eine Quote würde es für Menschen geben. Das in China jahrelang Mädchen, nach der Geburt, getötet wurden (weil es angeblich zu viele gab), finden wir unmenschlich. Aber was ist das dann?

Wir schießen die Wälder leer, wundern uns dann, dass der Wolf die Schafe reißt und nutzen das wiederum als Begründung, auch diesen zu schießen. In meinen Augen sind wir Menschen Scheusale. Ich nehme mich da nicht großkotzig raus, keine Sorge. Solange wir aber ignorant dem Gegenüberstehen, was wir nicht-menschlichen Lebewesen antun, brauchen wir uns, meiner Meinung nach, nicht wundern, dass wir uns auch gegenseitig so furchtbare Dinge antun. Das Gefühl besser als andere, ihnen überlegen zu sein und uns nehmen zu können, was wir wollen, dass treibt uns an und das wird auch letztendlich verantwortlich für unsere eigene Zerstörung sein. Wir handeln nicht mit der Natur im Einklang, sondern destruktiv gegen sie. Destruktiv gegen unsere Heimat. Und auf Zerstörung folgt Zerstörung, auch wenn manche Kreise das anders sehen wollen. Aber das ist nur meine Meinung.

Ökologische Gründe

Weltweit leiden 690 Millionen Menschen an Hunger, während gleichzeitig 33% der weltweiten Anbauflächen, für die tierische Nahrung verwendet werden. Europaweit sind das sogar 60% des erwirtschaften Getreides, welches in den Tiertrögen landet. Nun stell dir doch mal vor, wie viele Menschen wir, nur mit einen Viertel weniger Anbaufläche für die Tierhaltung, ernähren könnten. Eine Corona-Impfung können wir fast wie aus dem Hut zaubern (sind ja auch die reichen Länder betroffen). Wir reden davon Impfungen nach Afrika und Indien usw. zu schicken, während die Menschen dort verhungern (während wir hier die Lebensmittel per Gesetz wegschmeißen, siehe Supermärkte), verdursten oder an Krankheiten wie Aids, Malaria usw. dahinsiechen. In meinen Augen ist das blanker Hohn.

Der nächste Punkt, den ich stark kritisch sehe ist, dieses ganze Globalisierungsding. Das die Staaten zusammenarbeiten, finde ich super und vom Grundgedanken her, sollte es auch so sein. Die Realität sieht leider meist ganz anders aus. Darauf gehe ich aber vll mal separat ein. Wo es mir bei diesem Thema geht ist, dass ich nicht nachvollziehen kann, warum Tiere hier geschlachtet, dann nach China verschifft, dort ausgenommen und der Rest wieder hier her zurück verschifft wird. Ähnliches z.B mit Garnelen, etc. Wir reden von einer Klimakrise. Diesel darf nicht mehr gefahren werden, Co2-Steuer, überall Verbote. Aber Frachtschiffe, welche nachweislich die meisten Emissionen ausstoßen, werden sogar subventioniert. Nein, ernst kann ich all das nicht mehr nehmen.

Gesundheitliche Gründe

Fleisch ist ein Grundnahrungsmittel, schon seit der Urzeit, so heißt es oft. Ist das wirklich so?

Ich glaube, Fleisch per se ist nicht wirklich dramatisch. Dramatisch sehe ich hauptsächlich all die Antibiotika, Schmerzmittel, usw., welche die Tiere bekommen. Ohne geht es kaum noch, da die Tiere so viel Stress erleiden und auf so engen Raum zusammenleben müssen, dass sie krank werden. Schweine z.B sind, entgegen der landläufigen Meinung, extrem reinliche und soziale Tiere und nun schaue man sich doch mal an, wie man sie hält…

Zudem kommt hinzu, dass man größtenteils nur noch auf Effizienz und Quantität schaut. Die Tiere essen überwiegend Abfälle und chemisch, ungesunde Pampe (billig herzustellen). Aber das bleibt doch nicht dort und verpufft dann in der Luft! Wir nehmen all diese Medikamente (weshalb ja hauptsächlich erst Sachen wie Multiresistente Keime entstanden) und genmanipulierte Sojanahrung, Fischabfälle, Zuckerpampe usw. auch in uns auf! Aus Studien über Organtransplantation wurde zudem die Erkenntnis gewonnen, dass Gewebe Emotionen speichert. Sogar Erinnerungen und bestimmte Stimmungen vom Spender, erlebten Organempfänger.

Nun stellt euch mal vor, wir würden tatsächlich all die Emotionen der gequälten Tiere, beim Essen ihres Fleisches, in uns aufnehmen. Würde bei dieser Überlegung noch jemand, all die wachsende Gewaltbereitschaft in der Bevölkerung, verwundern?

Fleisch in der Verdauung

Fleisch gehört tatsächlich zu den Lebensmitteln, welche die längste Zeit zur Verdauung benötigen. Man geht von 24 bis sogar 72h aus. Je nach Stoffwechsel und Körperbau eben. Wenn ich nun davon ausgehe, dass uns die Natur ja nicht mit Feuer- und Handwerkskenntnissen erschaffen hat (sondern sich das erst entwickelte), dann liegt für mich die These recht nahe, dass wir uns ursprünglich von Pflanzen und Kleingetier, wie Maden, Würmern, Käfern etc. ernährt und nur (später) im Notfall auf Fleisch zurückgegriffen haben. In der Natur und aus früherer Sicht, gab es nicht jeden Tag essen und eine Nahrung, die solange verdaut, war daher, in Hungerperioden, sogar sinnvoll.

Auch unser restlicher Körperbau legt dies Nahe, da unsere Verdauung mehr auf pflanzliche Nahrung, als auf fleischliche, ausgelegt ist. Da Fleisch schnell zu Fäulnis neigt, ist der Darm von Fleischfressern nur 3x so lang wie ihr Körper, unserer dagegen 12x so lang. Dauerhaftes Fleischessen (wobei jedes Stück für sich, eben lange im Körper verweilt), führt daher nicht selten zu Fäulnisgiften im Körper. Auch unser Speichel ist, im Gegensatz zu reinen Fleischfressern, nicht säurehaltig genug, um das tierische Eiweiß aufzuspalten. Im Gegensatz zu reinen Fleischfressern sind wir z.B auch nicht in der Lage, Vitamin C von selbst zu bilden, sondern benötigen dies über die Ernährung. Und so weiter und so fort. Das wir Fleisch unbedingt benötigen würden, halte ich also für ein Gerücht 😉.

Letztendlich lassen sich für mich viele, durch Fleisch entstandene Zivilisationskrankheiten (darunter auch chronische Übersäuerung, Herzkrankheiten, usw.), also auf die Haltungs- und Ernährungsweise der Tiere, sowie unseren permanenten Fleischkonsum zurückführen. Am Ende kommt eben alles auf einen zurück, wenn oftmals auch nicht direkt so offensichtlich.

Was ich gut fände

Wie gesagt, verteufle ich das Fleischessen nicht per se. Ich verstehe nur nicht, warum es uns nur noch um Masse und demnach Geld geht 🤷‍♀️. Warum gehen wir nicht mehr in den Wald und schießen uns ein Tier? Warum gibt es nicht mehr den einen Fleischer (oder je nach Dorfgröße 2 oder 3) pro Ortschaft, wo nur 1x wöchentlich geschlachtet wird und trotzdem alle satt werden? Und wenn keine Lende mehr da ist, ist sie eben nicht mehr da. Warum müssen wir alles en masse auf Vorrat haben, wenn wir es am Ende eh nur wegwerfen und keinen Respekt mehr davor haben?

So billig wie möglich muss alles sein. Ein ganzes Hühnchen wird manchmal für 1€ verkauft. 1€! Ein ganzes Leben! Stell dir vor, du oder dein Kind würde getötet und für 1€ verkauft! Wie würden wir aus dieser Perspektive heraus, darüber denken? Die Bauern werden dadurch zudem arm. Dem Lebewesen wird keinerlei Respekt mehr entgegengebracht und wir werden nur kränker. Warum leben wir also so und halten es noch für normal?

Warum leben manche auch ohne Milch, Eier, Honig, usw.?

Weil es in dieser Industrie nicht besser aussieht. Die Milchindustrie ist keinen Deut besser, als die Fleischindustrie. Den Hühnern in der Eierindustrie geht es furchtbar. Kükenschreddern wird abgeschafft? Toll! Endlich! Aber tot durch Elektrobad oder Gas ist besser? Ich erinnere wieder an den Holocaust 😉. Oder schon mal gesehen wie der Honig beschafft wird? Was die Bienen dafür bekommen, wie er gemischt wird (von wegen gesund), usw.? Wie die Fische gefangen oder in Aquakulturen gehalten werden (ebenfalls Massentierhaltung)? All das, ja, all das, ist keinen Deut besser.

Vegetarier, Veganer und Co. sind also größtenteils keine ,,in diesem Jahr ist Cord Mode, ich mach mal mit” Leute, sondern meist Menschen, die dieses Leid nicht mehr ignorieren können.

Radikale Vegetarier/Veganer

Wie überall gibt es aber auch hier wieder Menschen, die es sich auf die Fahne geschrieben haben, ihre Einstellung zur Ideologie zu machen und andere mit Androhung von Kontaktabbruch, Bestrafung durch Ignorieren, Beleidigen, Verschmähen, Auslachen usw. von ihrer Einstellung zu überzeugen.

Ich halte das für falsch! Wenn ich eine Meinung habe, die aus dem tiefsten Inneren kommt, dann halte ich die natürlich für richtig. Und das darf und sollte ich auch! Eine Meinung soll ja aus einer tiefen Überzeugung kommen und nicht nur nachgequatscht werden. Ich darf diese Meinung deshalb aber nicht gleich jeden anderen überstülpen! Wir tun manchmal so, als wären wir selbst perfekt und müssten die anderen missionieren.

Umgedreht erlebe ich aber auch immer wieder Anfeindungen von Fleischessern, da sie sofort das Gefühl bekommen, man wollte sie zu irgendwas überreden oder man würde zutiefst ungesund leben. Wenn man mich fragt, erzähle ich natürlich meine Beweggründe. Auf der anderen Seite würde ich deshalb niemals meinem Kind, Freunden etc. das Fleisch essen verbieten oder sie deshalb abschätzig behandeln. Allerdings kommen die auch damit klar. Mit meinen Beweggründen, verstehen diese und fühlen sich deshalb trotzdem nicht angegriffen.

Ich glaube, wer sich derart stark angegriffen fühlt (ohne das man natürlich versucht ihn zu überreden oder ihn verurteilt), der merkt nur sein eigenes, unterdrücktes Gewissen und projiziert das auf denjenigen, der ihn dahingehend triggert. Ebenso nervt es, wie ein Alien wegen der Ernährung behandelt zu werden. Durchaus gestehe ich einem anderen Menschen soviel Eigenverantwortung zu, dass er sich selbst um seine Gesundheit kümmern kann, sich darüber informiert und danach entscheidet. Gleiches erwarte ich von meinem Gegenüber. Das er mir dies zugesteht und mich nicht bei jeder Gelegenheit belehren oder überreden möchte wieder Fleisch zu essen (das gilt ebenso für Vegetarier/Veganer gegenüber Fleischessern!).

Schwierigkeiten dieser Lebensweise/Entscheidung

Ich finde Fleisch total lecker und ich liebe Käse, Butter, Eier usw. Irgendwie musste ich also schauen, meine Überzeugungen und meine Lebensweise aneinander anzupassen. Aber ich bin definitiv die letzte, die perfekt ist und den Finger über andere erheben kann!

Eier esse ich weiterhin, wenn auch wenig. Wenig deshalb, weil ich sie nicht mehr aus dem Supermarkt hole, sondern schaue, dass ich sie von Privat bekomme. D.h von dort, wo ich sehen kann, dass es den Tieren gut geht. Derzeit beziehe ich sie von einer Freundin. Honig beziehe ich ebenfalls von einen kleine, regionalen Bauern, vor Ort. Auf Milch verzichte ich, diese habe ich durch Hafermilch ersetzt. Dennoch nutze ich weiterhin Butter, Käse, Sahne und Schmand. Die Alternativen wie Margarine, Soja-Sahne usw. sagen mir aus gesundheitlichen Gründen (industriell stark aufbereitet) nicht zu. Zudem fällt es mir sehr schwer ohne zu kochen, trotz das ich weiß, dass die Tiere dafür leiden müssen. Fleisch und Fisch esse ich an sich nicht mehr, trotz alledem packte mich in den letzten Jahren auch der Appetit und ich holte mir eine handvollmal eine Makrele, Lachs oder Hackfleisch.

Warum tat/tue ich das?

Dafür kann man viele Ausflüchte und Ausreden finden, letzten Endes aber weil ich dem Genussdrang nachgab/-gebe. Meiner Meinung nach nützt es nicht viel, sich zu etwas zu zwingen, sondern eine Entscheidung sollte aus tiefsten Herzen kommen. Ich kann mich noch so oft zwingen, einem Sucht-/Genussstoff nicht mehr nachzugeben, aber wenn ich der Ursache nicht auf dem Grund gehe, wenn ich es nicht wirklich will, dann bleibe ich nicht lange abstinent.

Ich habe festgestellt, umso mehr ich mich dazu zwingen will etwas nicht zu tun, umso stärker bricht es am Ende durch. Manchmal überkommt mich demnach also auch der Heißhunger auf Fleisch

Was tue ich bei Heißhunger?

  • Ich frage mich, ob es gerade wirklich ums Fleisch geht oder ob ich generell einfach nur Hunger/Appetit habe und dieser auch durch etwas anderes gestillt werden kann (meistens ist es auch einfach nur Hunger)
  • Ich kaufe nicht sofort Fleisch/Fisch, wenn der Appetit kommt, sondern lasse es mir lange durch den Kopf gehen und wenn, nehme ich mir vor, mache ich es bewusst und einige Tage später (selten kommt es dann nämlich wirklich dazu) und dann nur soviel, dass es für einmal essen reicht (nichts auf Vorrat)
  • Wenn mich der Gedanke über Tage/Wochen begleitet, hole ich mir etwas (in meinen Fall Hackfleisch, was ich roh esse) vom Fleischer oder Fisch (nicht aus der Aquakulter) – dabei rede ich mir aber nichts schön, von wegen ,,Ach das Tier lebte bestimmt gut” oder ,,Na, das eine Stück macht auch nix” (auch für ein Stück stirbt das Tier)

Genauso gehe ich bei den Milchprodukten vor. Ich versuche nur soviel zu kaufen, wie ich auch wirklich für bestimmte Gerichte brauche und diese koche ich so selten, wie es (in dieser Zeit) geht. Also d.h es gibt nur Käse zum Überbacken ab und an, aber keine Käseplatten, Käsebrötchen (außer manchmal auf Reisen) oder so. Ich versuche mir also in den Kopf zu holen, ob das gerade wirklich notwendig ist oder ob ich den Appetit/Hunger auch anderweitig stillen kann.

Wichtig für mich: Keine Ignoranz

Ich würde also niemals jemand verurteilen, weil er weiterhin Fleisch isst oder sagt, er kann nicht ohne. Das habe ich selbst jahrelang so gedacht und gemacht. Und mit Milchprodukten geht es mir noch immer so. Warum sollte ich mich plötzlich als etwas besseres fühlen oder jemand anderes krampfhaft überzeugen wollen? Ich sehe gesundheitlich viel bedenkliches im Fleisch essen und mein Blutbild ist weiterhin gut, trotz (fast) nur pflanzlicher Ernährung (die 3x Hackfleisch in 3 Jahren, haben es jedenfalls nicht rausgeholt). Trotzdem glaube ich, sollte das jeder für sich entscheiden. Jeder Körper ist anders und mancher reagiert vll tatsächlich auf eine fleischlose Ernährung nicht so gut. Wer bin ich das zu be- oder verurteilen? Und selbst wenn derjenige es nur von der Willenskraft her nicht schafft: Wer weiß in welchen Bereichen er dafür ein viel besserer Mensch ist, als ich? 🤷‍♀️

Ich finde es nur wichtig all dem bewusst und nicht mit Ignoranz zu begegnen. Wenn ich mir meine Ernährung schön rede, das Leid der Tiere und der Umwelt versuche absichtlich auszublenden (um mein Gewissen nicht zu belasten), dann handle ich ignorant. Iss Fleisch, Milch, usw. aber bewusst! Hab Respekt vor dem Leben, das gelassen wurde und nehme es nicht als selbstverständlich hin!

Und dann kann man, wenn man will, auch beginnen den Fleischkonsum von 3x täglich (Fleisch, Wurst, Aufstrich, usw.) auf 3x wöchentlich zu beschränken. Der Braten am Sonntag schmeckt meist sogar viel besser, wenn er etwas Besonderes ist, als wie sonst, Alltäglichkeit. Was glaubt ihr, was allein so ein Minimieren des Fleischkonsums für positive Folgen hätte, im Gegensatz zu unserer derzeitigen Lebensweise?!

Kauft das Fleisch vom Fleischer, statt in der Kaufhalle. Damit unterstützt ihr die regionalen Bauern und in vielen Fällen hatten die Tiere zumindest ein annähernd besseres Leben (auch wenn auch sie am Ende trotzdem alle in die Schlachthöfe verfrachtet werden 😒), als bei dem Fleisch, welches ihr in der Kaufhalle, abgepackt, bekommt. Man kann vieles tun, und manchmal reichen viele kleine Schritte, für eine große Veränderung aus!

Esst also ruhig Tierprodukte, aber bitte macht es bewusst!

Verlassensängste (und Isolation)

,,Hab ich nicht” – Da gabs bisher ne ganz klare Antwort drauf.

,,Du hast keinen Bock auf mich? Dann geh doch 🤷‍♀️” So war zumindest bisher oder so ist meine Einstellung (ich versuch dran zu arbeiten). Bevor ich jemand eine Szene mache, mich anbiedere oder sogar bettle, würde ich mir lieber einen Arm ausreisen. Klar finde ich es doof, wenn man jemand verliert, den man mag, aber shit happens, oder nicht?

Dazu hatte ich letztens ein paar mehr Gedanken. Eine Erkenntnis quasi und die möchte ich euch nicht vorenthalten.

Was sind Verlassesängste?

Die Angst verlassen zu werden – Nein echt, dass bedeuten Verlassensängste?😅 Ja aber das ganze Zeug hat auch noch mehr Merkmale:

  • Eifersucht (inkl. Vorwürfe, starke Wut, etc.)
  • ständiges Kontrollieren/Misstrauen
  • Klammern
  • (emotionale) Abhängigkeit
  • Bestätigungssucht / Selbstwertprobleme (,,Bin ich wirklich gut genug?”)
  • Bindungsangst

Hab ich das?

Nö, natürlich nicht. Jegliche Szene (Eifersucht, Kontrollieren, Bestätigungssucht, Klammern, sogar Bindungsängste, etc.) würde so stark an meinem Stolz kratzen, dass ich nicht damit leben könnte.

Offiziell jedenfalls.

Wie schauts wirklich aus?

Ich habe ein Video geschaut, von einer Frau, die eine sehr alte Katze aus dem Tierheim adoptiert hat und dachte mir: ,,Wie schön!” Sie wollte nicht, dass das Tier in einem Käfig stirbt und hat sie daher, für ihre letzten Tage, bei sich aufgenommen. Und ich finde das wunderschön. Schlagartig wurde mir aber klar, dass ich das nicht könnte, auch wenn ich diesen Gedankengang voll unterstütze.

Ich hätte eine Beziehung zu dem Tier aufgebaut, aber nach kurzer Zeit würde es von mir gehen. Das packe ich nicht. Dieser Gedankengang brachte mich dazu, all das mal zu hinterfragen.

An sich empfinde ich diesen Gedankengang nämlich als sehr egoistisch. Ich könnte nur ein noch sehr junges Tier bei mir aufnehmen, bei welchem ich zumindest die Hoffnung hätte, es würde länger bei mir bleiben, weil ich die Trennung nicht ertrage würde …

Verschachtelte Trennungsängste

Kommen wir mal kurz zu dem, wie ich mich wirklich empfinde. Nicht das, was die Oberfläche sagt, denn die mag mich. Die findest mich selbst als recht okay. Die kann manchmal sogar recht arrogant von und über mich sprechen.

In Wirklichkeit ist da ein tiefer Kern vergraben, der mich selbst abgrundtief hasst. Der das Gefühl empfindet, niemals könnte mich jemand so mögen, wie ich bin. Das dies unmöglich wäre. Das mich jeder, der mich ansatzweise mag, dies nur tut, weil er gerade nichts besseres zur Verfügung hat. Das ich für niemand etwas besonderes und jederzeit leicht austauschbar bin. Das jeder, der mein wahres Wesen erkennt, die Beine in die Hand nimmt und schaut, so schnell wegzukommen, wie es nur geht.

Wenn du im tiefen Inneren so etwas empfindest, dann fällt es dir schwer zu glauben, dass jemals jemand bei dir bleiben würde. Es sei denn, natürlich, du spielst eine Rolle. Du gibst vor jemand zu sein, der du nicht wirklich bist.

,,Versteck dein Inneres! Versteck dein wahres Wesen! Niemand darf das sehen!“, ist so ein tief sitzender, innerer Gedanke. ,,Niemand darf sehen, wer du wirklich bist, denn dann verlässt er dich!

Das bedeutet, dass irgendwo, tief drinnen, dieser Drang besteht, nicht diejenige zu sein, die ich eben bin. Wenn du Menschen näher kommst, dann führt dies aber unweigerlich dazu, dass du deine Maske fallen lassen musst. Du kannst sowas nicht ewig aufrecht erhalten. Menschen an sich ran lassen, ist also mit viel Angst verbunden, denn dann sehen sie ja, wer du bist. Aber eigentlich mag ich es, Menschen nahe an mich ran zu lassen (ja eigentlich suche ich Nähe). Gleichzeitig auch nicht. Gleichzeitig macht es mir unheimliche Angst, jemand in meine (emotionale, echte) Nähe zu lassen.

Die Maske

Auf die habe ich gar keine Lust mehr. Ehrlich.

Mich kotzt all das nur noch an. Warum sollte ich vor Menschen jemand spielen, der ich gar nicht bin?! Ich glaube, besonders gut konnte ich das noch nie. Da ist so viel innerer Stolz, soviel Ich-sein-wollen, dass ich trotz aller Bemühungen, es nie schaffe, so eine Maske lange zu tragen, was oft zu vielen Komplikationen geführt hat. Viele Menschen erwarten, dass du deine Rolle weiterhin spielst, habe ich das Gefühl. Ohne Schwäche. Ohne Individualität. Das du ein wichtiges Rädchen der Gesellschaft bleibst.

Da gibt es viele Masken. Die Maske des Angepasst sein und des braven, artigen Bürgers. Des Menschen, der keine Fragen stellt. Die Maske, die alles über sich ergehen lässt, die glaubt es verdient zu haben. Es erdulden zu müssen. Oder Dinge zu verschweigen. Die Maske, die vorgibt wortgewandt und selbstbewusst zu sein – ,,Nix kann mir was anhaben”. Oder die Maske, die die Gefühle und Bedürfnisse der anderen über ihre eigenen stellt: ,,Nicht auffallen, alles über sich ergehen lassen. Denn ich will das ja auch. Ich brauch das!”

Ernsthaft??

Brauche ich das? Will ich das? Nein will ich nicht!

Ich hab die Schnauze voll! So gestrichen voll! Nicht ich zu sein und immer das Gefühl zu haben, sobald ich ich bin, verlässt man mich. Hasst man mich. Erträgt man mich nicht mehr. Vll kommt daher der Gedankengang: ,,Wenn du keinen Bock auf mich hast, dann geh doch!”. Der Gedanke macht es einen einfach, klar. Aber ich würde das gerne mit mehr Distanz und weniger Schmerz sehen wollen.

Was steckt wirklich dahinter?

Tatsächlich bin ich ein eifersüchtiger Charakter. Wer keinen Selbstwert hat, der ist oft eifersüchtig. Wenn ich so furchtbar bin, dass mich keiner will, natürlich habe ich in Wahrheit dann Angst ersetzt zu werden. Die Erfahrung hat es ja auch immer wieder gezeigt. Aber würde ich das offen zeigen, hätte das noch mehr Ablehnung zur Folge und Ablehnung ist ein Ding, mit dem ich schwer klar komme. Ich tue immer so. Aber Ablehnung (jeglicher Art) hat für mich das Gefühl zur Folge, dass ich kein Recht habe zu existieren. Rational ist mir bewusst, dass das Quatsch ist. Aber emotional?

Lieber bringe ich von vorn herein eine emotionale Trennung zwischen mich und der Person, die ich mag, bevor es diese Person tut. ,,Ich brauche niemand! Mir egal ob derjenige mich mag, komisch findet oder nicht, ich brauche denjenigen nicht!” – Das ist der Leitsatz. Funktioniert nur selten. Dazu bin ich viel zu emotional. Belasten tut es mich doch oft mehr, als mir recht ist. Natürlich brauche ich andere Menschen. Natürlich möchte ich Emotionen für diese hegen. Natürlich möchte ich nicht mehr allein sein. Alles andere sind nur Lügen. Lügen, von und vor mir selbst.

Die Folgen

Die Folgen dieses verqueren Denkens, dass ich nicht sein dürfte wer ich bin. Das ich für niemand Emotionen hegen dürfte, dass mich niemand mag. Die Folgen davon sind restlose Isolation. Isolation und tiefer, verschachtelter Selbsthass (denn ich bekomme ja nicht mal die Rolle aufrecht erhalten). Seit Jahren. Herrgott, ich merke das jetzt erst. 30 bin ich jetzt geworden. Und ich merke das jetzt erst. Dass das der falsche Weg ist. Jetzt wo es manchmal gefühlt fast zu spät ist. Wo sich jede Begegnung so schwer anfühlt. Wo sich Panik, Bauchkrämpfe usw. in der Gegenwart von Menschen anbahnen. Manche sprechen von Sozialphobie. Vll kann man es so nennen, mir egal. Am Ende hat doch alles seinen Ursprung und den muss man angehen.

Isolieren. Keinen Menschen begegnen, um der Gefahr aus dem Weg zu gehen, verlassen zu werden. Um der Gefahr aus dem Weg zu gehen, für das verlassen zu werden (was durch viele Arten stattfinden kann), was du im tiefen Inneren bist.

Ich kann nicht an mir halten. So gut wie nie. Wenn es um meine Meinung geht. Ich kann mich nicht anpassen. Anbiedern. Unterordnen, um gemocht zu werden. Also kommt am Ende immer mein Inneres durch. Meine Meinung kommt am Ende immer wieder durch. Immer wieder zeige ich mein Inneres, obwohl ich weiß, dass sollte ich nicht. Immer wieder schäme ich mich also. Also isoliere ich mich mehr. Also bekomme ich immer mehr Angst vor menschlichen Kontakten. Immer mehr Hass auf mich, weil ich nicht funktioniere, wie ich es sollte. Wie ein Haifischbecken fühlt sich das an. Man könnte sagen, ich lebe diese Ängste nicht an anderen aus (durch Bestrafung wegen Eifersucht etc.), sondern bestrafen mich selbst dafür. Lebe sie an mir aus.

Trotzdem will ich nicht mehr

Nicht sein zu können, wie andere mich wollen (oder wie ich denke sie wollen mich) führt noch mehr zu dem Gefühl Unfähig zu sein. Aber am Ende spielt sich all das, dass ich denke das ich für mein wahres Wesen nicht akzeptiert würde, dass man mich deshalb ablehnt, doch nur in meinen Gedanken ab, oder? All das ist am Ende nur eine Konditionierung von Außen. Zu dem Schluss bin ich letztendlich jedenfalls gekommen.

Warum sollte eine offene Person, die nicht selbst auf bestimmte Merkmale konditioniert wurde, sowas glauben? Das ich schlecht oder böse wäre? Und am Ende suche ich doch den Kontakt zu offenen Personen, Menschen. Menschen die tiefer schauen. Vor denen ich keine Rolle spielen muss. Vor denen ich sein darf, wie ich bin. Ohne Schauspiel.

Ob diese Erkenntnis letzten Endes zu weniger Isolation führen wird, mag dahin gestellt sein. Auf Anhieb bestimmt nicht. Aber am Ende ist es doch wichtig zu erkennen, dass man sich die eigenen Grenzen selbst setzt, oder? Ich versuche dagegen anzugehen. Das zu tun, was mir Angst macht. Das zu tun, was oft trotzdem zu einer Zurückweisung führen kann und das fühlt sich elendig an. Aber aufgeben ist ja auch nicht wirklich eine Option, oder? Zumindest nicht solange du am Leben bist.

Ja, genug klug geschissen. Ende für heute, würde ich sagen 😅