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Wir, [Ich], Ich, „Ich“, Anteile, innere Personen – Was ist gemeint?

Manchmal verwenden wir hier ein paar komische Zeichen/Bezeichnungen, die vll auf den ein oder anderen erstmal befremdlich wirken können. Daher wollten wir mal eine kurze Legende dazu machen, wann was wie gemeint ist:

[Ich]

Damit bin ich (Franzi) gemeint, die auch sonst den Blog überwiegend verwaltet. Damit drücke ich meine ganz persönliche und eigene Meinung aus.

Ich

Damit ist der Körper als Gesamtperson gemeint bzw derjenige der einfach gerade schreibt. Das ist hier nicht wirklich leicht auseinander zu halten, ob man gerade alleine ist (wo ich nicht mal weiß, ob das überhaupt vorkommt🤔) oder wer man gerade überhaupt ist. So leicht erkennbar wie in manchen Dokus oder in Filmen dargestellt (wo immer nur eine Person da ist und es daher klar ersichtlich ist), empfinde ich das auf jeden Fall nicht. Oft sind wir auch wieder im Leugnen drin, dann fällt logischerweise auch nur der Begriff ICH, egal wer gerade da ist oder vorwiegend agiert. Manchmal regt sich auch nur einer auf oder schreibt etwas aus seiner Perspektive (obwohl vll trotzdem mehr da sind, was man jetzt aber nicht unbedingt checkt), dann fällt ebenfalls der Begriff.

Und, ganz wichtig: wird das ICH generell eigentlich für alles was mit Außenstehenden (vor allem außerhalb des Blogs) zu tun hat verwendet. Du kannst ja nicht in irgendeiner Mutti-Facebookgruppe oder so anfangen ständig in der WIR-Form zu reden 😅. Also kannst’e schon, birgt aber unnötiges Stresspotenzial. Im realen zwischenmenschlichen Gespräch ist da zudem auch eine Blockade drin. Nicht mal vor unserer Therapeutin klappt das mit dem WIR. Beim Schreiben geht das besser.
Außerdem muss und wollen wir auch gar nicht, dass ständig alles ausklamüsert wird (von uns und anderen in der Öffentlichkeit) wer und wie viele nun ganz genau da sind. Wenn’s für [MICH] offensichtlich und gerade relevant ist, dann erwähne ich das schon mal am Rande mit. Aber sonst ist der Körper im Alltag und im Außen (also gegenüber Fremden oder Bekannten) eine Gesamtperson und so agiert bzw redet man auch.

„Ich“

Ich erkläre es am besten an einem Bsp: Ich bin mit anwesend, XY reagiert jedoch sehr forsch auf irgendwas. Im Nachhinein checke ich, dass diese Reaktion gar nicht von [MIR] kam, weiß aber auch nicht wer es war. Wenn ich jetzt über diese Situation z.B schreiben will, kann ich logischerweise weder sagen XY war es (entweder weil ich den Namen nicht sagen will oder eben weil ich es selbst nicht weiß), noch das [ICH] es war, daher dann das „ICH“.

Wir/Uns

Logischerweise ist damit die Mehrzahl von Personen/Ansichten gemeint. Das hat aber nichts damit zu tun, das dann immer auch mehrere gleichzeitig schreiben und sich quasi hin und her schubsen dabei 😅. Zum Beispiel wenn [ICH] schreibe über.. . k.A… Wie toll Blumen sind. Als Bsp. Und 2 andere finden das in dem Moment (oder in einem vorhergehenden, wo wir drüber sprachen) auch, dann spreche ich in der Mehrzahl. Einfach weil es nicht nur meine Ansicht ist. Oder es geht z.B um eine Entscheidung, die nicht alleine getroffen wurde.

Wenn wir in der WIR-Form sprechen heißt das aber nicht ALLE sind der gleichen Meinung. Das wird wohl sehr wahrscheinlich niemals vorkommen 😂🙈. Damit ist wirklich eher gemeint, dass da gerade mehrere die gleiche Ansicht haben. Die stehen dann da übrigens auch nicht in Reih und Glied und sagen ihr Zeugs, oder so. Ich weiß auch selten genau, was von wem kommt (so gut ist die Kommunikation nämlich noch nicht wirklich). Manche werfen einfach ihren Senf dazu ein und andere teilen sich z.B über ein Gefühl mit. Und dann geht ICH sagen halt manchmal schwer, weil du einfach in dem ganzen Thema gerade nicht allein denkst oder entscheidest.

WIR kann aber auch heißen, es sind gerade bewusst wirklich mehrere da/gleichzeitig aktiv. Oder wenn es z.B um so Themen geht wie „unsere Wohnung, unser Körper, unsere Mutter, usw.“ – Es ist nach wie vor nur ein Körper, logischerweise bewohnen wir also auch alle die gleiche Wohnung, etc.

Warum sagen wir Anteile?

Letztens wurde kommentiert, dass dieser Begriff im Rahmen der Dis eher nicht so passend ist. Und der Sinn dahinter ist für mich klar nachvollziehbar: Anteile hat jeder Mensch, nur sind sie bei der (p)Dis soweit abgespalten, dass sie ein eigenes Bewusstsein entwickelt haben. Und ja, mich nervt es auch, wenn jemand sagt: ,,Ach, das haben wir doch alle“ – Ja ne, habt ihr eben nicht. Das ist etwas komplett unterschiedliches.

Zur Unterscheidung: [ICH] kann auch verschiedene Rollen haben. [ICH] kann witzig oder traurig sein. [ICH] benehme mich privat anders, wie bei öffentlichen Terminen, usw. Das sind unterschiedliche Rollen, die man einnimmt – Ja, hier kommt auch nicht für jeden Schrips ein anderer raus. Wenn jemand anderes aber kommt, dann ist der kein Zuhause-Ich oder Arbeits-Ich, sondern eine eigenständige Persönlichkeit mit eigenem Denken, Fühlen und Handeln. Er ist keine Rolle von [MIR] selbst, sondern jemand eigenständiges mit Bewusstsein.
Dahingehend ist uns auch oft schon der Begriff „Mensch/en“ über den Weg gelaufen, also das einige diesen in dem Zusammenhang lieber mögen. Da würden wir zustimmen, da das jedem Anteil seine eigene Lebendigkeit zuspricht und nicht zu etwas kaltem, klinischen herabstuft.

Warum sagen wir nun also trotzdem vornehmlich „Anteil/e“?

Aus 2 Gründen:

  • 1. Sind wir trotzdem alle nur ein Teil von einem Gehirn. Jeder von uns ist ein (An)Teil eines Gehirns und eines Körpers. [MICH] eingeschlossen. Daher finden wir den Begriff „Anteile“ gar nicht so unpassend. Jemand natürlich stumpf nur als Anteil zu bezeichnen nimmt ihn durchaus die Lebendigkeit. Definitiv. Da stimmen wir zu. Etwas ähnliches meinte ich ja schon mal, als ich über die verschiedenen „Rollen“ wie Beschützer, usw. geredet habe. Keiner von uns ist ja nur ein Begriff, eine Aufgabe, Anhängsel o.ä, sondern wir haben ein Bewusstsein. Und nur weil wir alle Teil eines Gehirns (also etwas Materiellen) sind, nimmt uns das ja nicht in irgendeiner Form die Lebendigkeit. Einer Einzelperson, mit Bewusstsein, die auch nur auf das eine Gehirn zugreift, würde man diese ja schließlich auch nicht absprechen. Letztendlich und da kommen wir zu Punkt …
  • 2. Ist dieser Begriff aber auch der für andere am leichtesten zu verstehende. Ich rede auf dem Blog ja nicht nur über (p)Dis. Das findet ja erst in letzter Zeit viel mehr Beachtung, weil ich mich endlich damit ansatzweise arrangieren kann. Heißt: Es sind hier auch nicht nur Menschen unterwegs, die automatisch wissen, was ich gerade meine. Und ich finde, ich kann anderen Leuten (die also nicht betroffen sind oder dieses Thema regelmäßig verfolgen) nur schwer verständlich machen, was ich meine, wenn ich von anderen „Menschen„, etc. rede. Nicht weil das falsch wäre, sondern weil ich dann das Gefühl habe, in jedem Text zu viel extra erklären zu müssen. Also wann sind reale außenstehende Personen gemeint, wann innere usw., zumal wir ja auch keine Namen von den anderen nennen.

Also kurz: Wir finden den Begriff „Anteil“ für andere am leichtesten zu verstehen und auch nicht gänzlich unpassend.

Innere Personen

Wenn ich ganz ehrlich sein soll, mag ich diese Bezeichnung gar nicht. Mir fällt nur immer nix anderes dafür ein. „Innere Personen“ suggeriert irgendwie, dass sich alle nur „drin“ aufhalten, während [ICH] hier draußen alles manage und das ist Schwachsinn. So gesehen ist jeder eine innere Person, sobald er nicht „draußen“ unterwegs ist. Auch ich. Der Einfachheit halber und um für andere verständlich zu machen, was gerade gemeint ist, benutzen wir diesen Begriff aber trotzdem. Vll fällt uns ja irgendwann noch was besseres ein…

Arten dissoziativer Persönlichkeitsanteile – Teil 2

So und heute solls dann ein bisschen detaillierter um die verschiedenen „Jobs“ gehen. Ich habe dazu im Internet gestöbert und wollte das gerne so aufschlussreich wie möglich schreiben (sodass alles mit abgedeckt ist), aber ganz ehrlich? Viele unterteilen das ganz unterschiedlich und auch teilweise in zig Arten von Anteilen. Das ist mir zu kompliziert 😅.

Wir nehmen deswegen jetzt einfach mal die üblichen/gängigsten Formen und das, wo wir uns eher zurecht finden bzw. wie wir sie benennen würden. Falls ihr da aber manches anders wahrnehmt, könnt und dürft ihr uns jederzeit voll gerne ergänzen😊 .

Übrigens: Das sind jetzt alles keine unveränderlichen Rollen, sondern sie sind eher fluid. Die sexuellen Anteile lassen sich z.B sowohl zu den Beschützern, wie auch zu den Täter-Anteilen rechnen. Die nicht-menschlichen können sowohl Beschützer, Kinder, Täterintrojekte etc. sein. Usw. Das soll einfach alles nur eine grobe Übersicht darstellen.

Die Beschützer

Beschützende Anteile sind die, die versuchen die Gesamtperson (also alle Anteile und den Körper) vor weiterem Leid und Traumata zu schützen. Sie greifen auch oft ein, wenn ein traumatisierter Anteil getriggert wird und stellen sich dann vor diese. Aber wie ich schon in „Innere Landkarte erstellen“ sagte, erkenne ich bei fast allen irgendwo eine schützende Intention heraus 🤷‍♀️. Wir nehmen hier jetzt einfach die üblichen, die auch sonst da mit hinein gezählt werden:

Die kämpferischen Anteile:

Das sind die, die auch sehr forsch nach Außen agieren. Die z.B eine starke Abwehrhaltung einnehmen („Warum sollte ich hier jetzt mitwirken?!“ = es ist eine große Skepsis da, die eigentlich das gesamte System dadurch beschützen will).

Oder auch die, die aggressiv (körperlich oder durch Beleidigungen z.B) nach Außen reagieren. Das wirkt auf andere sehr befremdlich (und gerade körperliche Aggression ist definitiv Außenstehenden nicht zuzumuten) und teilweise auch sehr auf einen selbst. Letztendlich soll dieser (prophylaktische) Angriff auf andere aber auch nur wie ein Schutzwall wirken. Stellt euch das wie eine Art Mauer vor, die eine Gruppe Überlebender in einer Zombieapokalypse gebaut hat. Und auf dieser Mauer befinden sich jetzt jede Menge Schützen, die auf die kleinste Bewegung außerhalb der Mauer feuern. Das ist nicht böse gemeint, sondern soll stattdessen die Überlebenden hinter der Mauer schützen.

Junge; Alter; verpiss dich“ – Daran merke ich oft, dass hier jemand mit da ist, der sehr ablehnend und stinkig reagiert. Der ist durchaus ein wenig launisch. Ich persönlich empfinde seine Art aber als unglaublich hilfreich, gerade wenn wir wieder mal vor Angst und Scham im Erdboden versinken könnten. Die ganze Angst und Scham ist dann nämlich wie weggepustet und statt wie ein verschüchtertes Opfer aufzutreten, strahlen wir Stärke aus.

Die rationalen Anteile:

Mit dieser Bezeichnung können wir was anfangen. Ob es die jetzt so auch offiziell gibt, weiß ich nicht. Diese Anteile reagieren nicht stark emotional in irgendeine Richtung, sondern übernehmen die Situation/Handlung eher ruhig und besonnen, um den (möglichen) Schaden auf ein Minimum zu reduzieren. Das kann dann z.B zur rationale Entscheidung führen, die jetzige Situation ganz schnell zu verlassen oder in ein Gespräch sehr ruhig und besonnen einzugreifen.

Die sozialen Anteile:

Die sozialen Charaktere sind hier die, die freier nach Außen agieren. Das heißt nicht, dass sie nicht auch vorbelastet sein können. Viel mehr fallen ihnen soziale Interaktionen einfach leichter als mir (oder anderen). Einige mögen die Gesellschaft von anderen (was hier oft zu Diskrepanzen führt: Der eine will sich verabreden und tut es sogar. Der andere, mich eingeschlossen, bekommt deshalb ne Krise). Andere wiederum tun das zwar nicht (Gesellschaft anderer übermäßig mögen), können deshalb aber trotzdem recht gut mit Außenpersonen/-situationen umgehen.

Ich persönlich bin z.B gar nicht so nett und selbstbewusst, wie ich manchmal wirke/gesagt bekomme. Aktiv ist dabei oft noch jemand anderes (/andere). Gerade z.B die, die ich in „Innere Landkarte“ angesprochen hatte, ist da meist mit aktiv. Fast schon überschwänglich. Wenn sie mit anwesend ist, merke ich das daran, dass ich auf einmal plappere wie ein Wasserfall und auch noch Gefallen daran finde. Sie geht auch eher die sozialen Risiken ein, wo ich und andere sich manchmal innerlich an die Stirn schlagen und sich fragen ob das gerade wirklich Not tut. Sie ist wohl eher die draufgängerische, würde ich sagen. Wäre ich rein nur im sozialen z.B anwesend, dann wäre unser Auftreten wahrscheinlich ein nicht immer so positives🙈. Ich mag schon Kontakte, manchmal jedenfalls. Mit meiner sarkastisch-zynischen Art gäbe es aber wahrscheinlich viel mehr Anstoßpunkte.

Die Täteranteile – Eigentlich auch nur Beschützer

Hört sich erstmal befremdlich an. Ich jedoch empfinde sie – durchaus natürlich als extrem anstrengend und teilweise sehr destruktiv (klar, das auf jeden Fall) – aber auch als sehr beschützend.

Als Bsp. will ich die hier extrem lauten „Halt deinen Mund„-Anteile nehmen. Die sind manchmal so krass übergreifend, über das gesamte System, dass nicht nur Worte und Gedanken entzogen werden (sodass ein weiterreden kaum mehr möglich ist), sondern das sie auch zu diesem extremen Leugnen bis hin zu Selbstmordgedanken/-absichten führen. Ich weiß aber, dass dieses Verhalten, teilweise zumindest, auch nur einen Schutz bieten soll. Zum einen natürlich vor den Tätern. Denn normalerweise sagen dir Täter ja nicht: ,,Ohja, geh ruhig raus und erzähl allen was los war. Das macht überhaupt nichts. Dir wird deshalb auch gar nichts schlimmes passieren.“

Zum anderen hat einer auch einmal durchsickern lassen, dass zumindest er einen Schutz vor zu viel (Trauma)Information geben will. Sagen wir mal so: Es stoßen da 2 unterschiedliche Meinungen aufeinander und ich finde seine Methoden nicht unbedingt sehr hilfreich, kann aber auch seine Sicht der Dinge verstehen.

Wenn wir nicht drüber reden und leugnen, bleibt die Sache unreal. Unreal heißt auch, dass der Schutz vor dem Trauma weiter gegeben ist. Sofern der (die) ANP(’s) mit in das Trauma einbezogen werden, bedeutet das auch, dass das ganze System durcheinander gebracht wird, was das normale Weiterleben stark beeinflusst. Die Mittel sind vll übel, aber der Sinn dahinter (von den Anteilen selbst – die Rede ist nicht von den Tätern) ist kein Böser.

Täterloyale-Anteile

Und das betrifft auch genau jene. Ich weiß, dass es Anteile gibt, die bestimmte Praktiken nicht nur tolerieren, sondern sogar gut finden. Für jede Praktik gab es ursprünglich einmal einen nachvollziehbaren Grund. Egal ob man diesen nun moralisch gut oder schlecht findet. Wir leben in einer Welt, in der wir manche Dinge nicht immer von Anfang an frei entscheiden und bewerten dürfen, da unser Überleben davon abhängt.

Stell dir vor, du wächst in der Wildnis auf und bist zum Überleben gezwungen Tiere zu töten – Nur als Beispiel. Auch wenn du Tiere toll findest, würdest du verhungern, würdest du es nicht tun. Moralisch kann man das schlecht finden, aber in dieser Situation ist es notwendig. Du tust es, um weiter leben zu können und rechtfertigst dadurch deine Tat. Es ist nicht nur eine Ausrede, es ist Realität in diesem Moment und dieses Weltbild bleibt eben bestehen. Zu den täterloyalen können dann übrigens auch die inneren Berichterstatter zählen. Also die, die den Tätern noch immer erzählen was gerade so abgeht, beabsichtigt und getan wird.

Die Täterintrojekte

Bei einer Projektion übertragen wir unsere inneren Zustände auf eine andere Person. Was uns an uns selbst stört, auch wenn es uns vll nicht einmal bewusst ist, sehen wir in anderen und stören uns daran bzw. kritisieren es. Bei einer Introjektion ist es jetzt genau das Gegenteil. Die inneren Zustände (Angst, Lust, Begierde, usw.) des anderen, nehmen wir in uns auf und denken nun, es wären unsere eigenen Empfindungen. So kann es dann z.B zu Anteilen kommen, die sexuelle Lust gegenüber Kindern oder bei Vergewaltigungen empfinden u.ä. Ich schrieb dazu aber schon mal Hier einen eigenen Beitrag.

Die sexuellen Anteile

Also hier gibt es die, die Sex lieben und diesen eigentlich auch viel öfter praktizieren würden, als er stattfindet. Und das sind auch die, die eine sehr krasse Reaktion beim Sex zeigen. Ich persönlich bin beim Akt anwesend (also kein Blackout, soweit ich zumindest weiß). Habe allerdings keinerlei Empfindung dabei. Also ich empfinde schon ein angenehmes Gefühl und mag vor allem die Nähe, aber ein Orgasmus o.ä ist nicht möglich. Ginge es nach mir, könnte ich auch total teilnahmslos rumliegen. Es gibt aber jemand (welche? – k.A) die sehr stark körperlich reagieren und damit auch die Männerwelt bisher (soweit die Rückmeldung) sehr glücklich machten. Für mich persönlich war das früher immer sehr schräg, da meine Wahrnehmung und die des Partners (über den Körper) total auseinander trifteten. Warum das alles einmal nötig war, versuche ich momentan jedoch irgendwie noch weit von mir wegzuschieben.

Es gibt außerdem die (wo ich nicht weiß, inwieweit es vll die gleichen wie oben sind), die hemmungslos flirten (bei Männern wie auch bei Frauen) und wo ich heute manchmal denke: ,,Jetzt reicht es aber!„. Durchaus kann es da aber auch zu sehr witzigen Situationen kommen. Z.B wenn ich mit einem Mann unterwegs bin und plötzlich die bin, die die Frau hinter der Theke abzuschleppen scheint und nicht er, so wie der sich das anfangs vorstellte 😂🙈.

Und dann gibt es noch jene, die eher in das Repertoire „Täteranteile“ fallen, da sie … Naja… sehr merkwürdige, sexuelle Vorstellungen haben. Vll führen wir das irgendwann mal näher aus.

Die überwachenden Anteile

Oft gibt es sogenannte Gatekeeper, die sich darum kümmern wer wann nach außen geschickt wird. Es ist also nicht so, dass jeder nach Lust und Laune wechseln darf, wie er gerade Bock hat. Bei manchen Systemen (und auch manchen Anteilen) ist das schon so, aber meist gibt es jemand, der dafür zuständig ist, zu schauen was gerade los ist und wer gerade am sinnvollsten im Draußen agieren kann.

Von hier weiß ich (bisher) das es jemand gibt, die schlichtend im Inneren wirkt und schaut was wann gerade angemessen ist. Das bedeutet nicht, dass nicht trotzdem jemand irgendetwas Unangemessenes sagen kann oder unvorteilhaft herauswechselt. Stattdessen heißt das nur, dass z.B ein sexuelles Täterintrojekt nicht in aller Öffentlichkeit plötzlich von seinen Vorlieben/Gedanken anfängt zu erzählen o.ä. Schließlich könnte das schlimme Folgen haben. Ob sie jetzt aber wirklich diese „Gatekeeper“-Funktion inne hat, weiß ich nicht.

Es kann dabei aber auch Anteile geben, die einfach nur zuschauen und gar nirgends eingreifen. Protokollanten z.B. Das sind Anteile die zwar alles mitbekommen und abspeichern, jedoch nicht eingreifen (können). Hier gibt es auch jemand, mit dem ich mal sprach, bevor ich von allem wusste. Der ist eher wie so eine formlose Rauchwolke, die weit „oben“ thront und zuschaut (genau genommen nehme ich ihn rechts oben im Kopf wahr, wahrscheinlich entsteht deshalb dieses Bild er säße oben 🤔)

Nicht-menschliche Anteile

Der Name erklärts ja schon. Da können jetzt drunter fallen: Tierische Anteile, Fabelwesen (Feen, Elfen, Drachen, Zauberer, usw.) oder auch religiöse. Hier gibt es z.B einen jungen Dämon. Früher dachte ich oft, ich würde in Wirklichkeit von einer Dämonenfamilie abstammen. Das Denken/Gefühl kam jedoch eigentlich von ihm. Er meckert auch immer sehr rum, wenn ich in seinen Augen Dämonen in ein schlechtes Licht rücke😅 . Auch Engel, Teufel, Götter usw. können vorhanden sein. Sogar Gegenstände sind übrigens möglich. Also Anteile dir sich z.B für einen Tisch oder Stuhl halten. Da es hier (soweit bisher bekannt) sowas aber nicht gibt, kann ich dazu nicht viel sagen. Anteile können auch menschlich sein, aber dazu Flügel haben oder Tentakel. Sie können ihre Gestalt wechseln usw.

Ich glaube bei uns gibt es übrigens einen Zwerg. Ich hab da allerdings null Zugang zu. Wir wurden nur einmal getriggert. [Ich] war total dissoziiert und plötzlich war da diese Überzeugung ein Zwerg zu sein. Also so richtig mit Statur und allem drum und dran. Das war als wäre sein Körper in dem großen Körper drin bzw. als würde die Hälfte des Körpers einfach oben „überhängen“ und er war selbst total irritiert, was da jetzt los ist. Das war voll schräg.

Die verletzten (Trauma) -Anteile

Hier brauchen wir eigentlich nicht viel erklären, oder? In gewisser Weiße haben natürlich auch alle vorhergehenden mit einem Trauma zu tun. Es gibt aber auch die, die rein nur dafür entstanden sind, das Trauma zu ertragen. Das Alter spielt dabei jetzt erst einmal keine Rolle. Es gibt bei uns z.b eine Jugendliche bzw. junge Erwachsene (das Alter ist unklar), die immer wieder in Träumen auftaucht und auch in einer Art Intrusion, die Dinge mit meinem Vater erlebt hat. Dinge, wovon weder ich noch andere etwas mitbekommen haben (und es daher leugnen). An sie gibt es (bisher) kein rankommen, keine Kommunikation o.ä. In den Träumen endet es meist so, dass sie Tod ist oder im Koma liegt. Daher gehe ich davon aus, dass sie sich vll auch derzeit noch in einer Art Stasis befindet. Ist aber nur eine Vermutung.

Dann kann es Anteile geben, die rein die Schmerzen des psychischen Missbrauchs auf sich genommen haben (den man vll selbst kognitiv mitbekam, aber nicht fühlte). Dabei erinnert man sich zwar an Worte, Verhalten usw. empfindet aber erst etwas, wenn per Trigger der entsprechende Anteil dazu hervorgeholt wird. Welcher dann im Hintergrund (oder auch Außen) das Denken und Handeln beeinflusst. Oder die den physischen Missbrauch auf sich nahmen und nur dafür rauskamen oder eben den sexuellen usw. Das sind dann alles meist auch die Anteile, die emotional und für andere (Außenstehende) fast schon unlogisch (der Situation nicht entsprechend) agieren. Und jene, vor die sich dann oft die „Beschützer“ werfen.

Sie sind es, die quasi wie ein Nerv offen liegen und über die sich dringend sofort eine Art Schutzschirm legen muss, da der Schmerz sonst zu groß wird, würden sie noch weiter verletzt. Sie kamen wenn es unerträglich wurde und gingen wenn die Lage für die anderen wieder aushaltbar war. Das auch diese Anteile also nicht immer nur am weinen sind, sondern manchmal ganz schön viel Wut in sich tragen, ist irgendwo schon verständlich, oder? Jene sind übrigens auch die, die meist sehr viel Scham in sich beherbergen und auf den Rest übertragen (auch das ist ein Schutzmechanismus). Auch selbstverletzendes Verhalten kommt bei ihnen oft vor.

Die kindlichen Anteile

Du, die könnte man in jede dieser oberen Kategorien packen. Ich möchte sie trotzdem mal extra erwähnen.

Alison Miller meinte nämlich mal, dass selbst die, die sich für z.B 20 , 30 oder 40 Jahre halten in Wirklichkeit kindliche Anteile sind (weil in der Kindheit entstanden). Ich kann das hier nur so angeben, kann aber nicht wirklich sagen, ob das bei uns so wohl (für alle) stimmt oder nicht. Ist aber auch irgendwo Wurst, denke ich. Wenn sich jemand als 30 Jährige/r fühlt, weiß ich nicht ob das so Not tut, den jetzt aufzuzwingen das er eigentlich erst 6 ist 🤷‍♀️.

Die kindlichen Anteile sind oft auch die traumatisierten. Dennoch gibt es auch die, die ganz „normale“ Kinder sind. Hier gibt es z.b eine Kleine die sehr fröhlich, leider aber auch manchmal sehr naiv ist. Dieses berühmte: ,,Der weiße Van parkt da und hält nen Lolli raus“ und sie springt drauf an. Das hört sich im ersten Moment furchtbar gefährlich an, dennoch ist es auch sie, die uns manchmal aus der Paranoia herausholt. Die Spaß am Leben hat und viel Positives sieht. Die sich über die kleinsten Dinge mega freut und die unbeschwert durchs Leben geht. Auf der einen Seite gefährlich, auf der anderen aber so unglaublich wichtig und wertvoll.

Dann gibt es die, die einfach nur spielen und Kind sein wollen oder die, die bereits als Kind Aufgaben von Erwachsenen übernommen haben. Die, die sehr verschüchtert sind oder die einfach nur bei irgendjemand auf den Arm genommen und gedrückt werden wollen. Meistens ist es hier so, dass deren Emotionen und Bedürfnisse übergreifen und sie eher selten (ich kann nicht sagen wie oft, da keine Information darüber da sind – Wir leben wie gesagt allein, da lässt sich sowas schwierig abgleichen) herauswechseln. Ich bin dann also noch ich (sprich anwesend), aber sie handeln und „fordern“ durch mich. Und da merke ich oft auch die eher beschützenden Anteile, die versuchen schnell wieder eine Trennung/Distanz reinzubringen (zumindest vor anderen Leuten). Das Verhalten der Gesamt-Person wirkt dann oftmals auf andere sehr widersprüchlich.

Arten dissoziativer Persönlichkeitsanteile – Teil 1

Letzte Woche (in „Innere Landkarte„) sprach ich es schon mal an: Ich persönlich kann nicht gut mit dieser Art von Rollenverteilung arbeiten oder vll fällt es mir auch einfach nur sehr schwer. Da wir noch ziemlich am Anfang stehen und kein guter Kontakt untereinander herrscht bzw. viele (mich eingeschlossen) eher noch viel zu weit voneinander getrennt sind, haut das einfach nicht so gut hin. Außerdem fühlt es sich etwas falsch an zu sagen XY ist ein Beschützer und ZX ist ein Täterintrojekt usw. Irgendwie nimmt ihnen das … ja, die Lebendigkeit?

Wisst ihr was ich meine? Das ist so wie wenn man sagt: ,,Ich bin Krankenschwester.“ Ja ne, eigentlich bist du keine Krankenschwester, sondern du arbeitest als Krankenschwester. In erster Linie bist du aber immer noch du. Ein Mensch mit Bewusstsein und Leben und kein starrer Beruf, so als wäre man nur ein Roboter. Und so kommt es mir eben auch vor, wenn ich dann so Rollen an alle vergeben will. Ich mag es lieber zu sagen XY wirkt gerade beschützend, so als wäre es sein Job. So wie es meiner ist, sich um den Alltag zu kümmern …

Hmm naja, irgendwie gibts da auch nicht soviel Unterschied, wie man das wohl letztendlich sagt 🤔. Hach ich weiß auch nicht, irgendwas stört daran einfach.

Aber das ist sowieso nur die momentane Meinung und ich weiß ganz genau, wie sehr es helfen kann manches zu kategorisieren (ich als Listen-Fan😅). Es kann so vieles einfach greifbarer und echter machen und daher gucken wir uns jetzt auch mal das ganze Thema der verschiedenen Arten von Persönlichkeitsanteilen näher an…

ANP – Anscheinend normaler Persönlichkeitsanteil

Darunter falle ich. Hallo. Guten Tag 🙋‍♀️😄

Wenn wir uns die gesamte Person als einen Kuchen vorstellen und diesen Kuchen nun in viele kleine Stückchen teilen, dann ist jedes Stück immer noch ein Teil des ganzen Kuchens, gleichzeitig aber auch ein eigenständiges Stück für sich. Bei den ANP’s handelt es sich dabei um das Stückchen Kuchen, dass sich um den normalen Alltag kümmert. Also d.h einkaufen gehen, putzen, Termine wahrnehmen, usw. Das ist der Anteil, der die meiste Zeit nach Außen hin agiert und deshalb leider fälschlicherweise auch von vielen als die „Ursprungspersönlichkeit“ wahrgenommen/eingeteilt wird.

Ich will nicht ausschließen, dass das bei einigen vll sogar so ist (ich weiß es ja nicht). In den meisten Fällen ist es aber so, dass wir auch nur ein Teil des Ganzen sind. Ich würde sogar soweit gehen und behaupten, dass selbst bei einer Ego-State Disorder oder einer pDis (wo es ja eigentlich nur einen ANP gibt) dieser nichts mehr mit der „reinen“ Ursprungspersönlichkeit zu tun hat. Allerdings könnte man da jetzt anfangen zu philosophieren und wenn wir das machen, haben wir letztendlich noch 5000 Wörter hier stehen 😅.

Bei einer Dis ist es so, dass sich mehrere Anteile um den Alltag kümmern, also sprich es gibt mehrere ANP’s. Es gibt Dis-Systeme, wo manche ANP’s tatsächlich sogar komplette Parallelleben nebeneinander her führen. Hier würde ich jetzt (momentan) behaupten, ist das eher nicht der Fall. Bei uns gibt es auch keinen permanenten starren Wechsel, sodass immer nur einer da ist, sondern meist sind mehrere da und greifen ineinander über.

ANP’s – Gefühle und Traumata

Ein weiteres Merkmal eines ANP ist, dass er sich meistens an keine Traumata erinnern kann und seine Gefühlswelt eher sehr flach ausfällt.

Das heißt aber nicht, dass ein ANP keine Emotionen und Gefühle haben kann, nur reichen sie meist nicht so tief. Als Beispiel:

Links, das bin ich. Rechts bezeichne ich als „normal“. Ich kann durchaus verschiedene Gefühle haben, aber es ist eher, als würde ich da aus einer flachen Schale schöpfen. Dabei ist der Teil, oberhalb der Linie, meine Wahrnehmung/Empfindung. Bei mir herrscht die Rationalität und das Analysieren vor. Wenn [Ich] Emotionen empfinde ist es immer so, als wäre da noch viel mehr möglich, aber ich habe keinen Zugriff darauf. Als wären sie eben nicht sehr ausgeprägt.

Und das Gleiche ist es, was die Traumata betrifft. Ein ANP kann durchaus auch Traumata erlebt haben und sich daran erinnern. Dass das immer alles ausschließlich auf die EP’s zurückfällt mag bei einigen so sein, hier jedoch definitiv nicht. Viele Traumata, die so im normalen (erwachsenen) Alltagsleben stattfanden, habe auch ich mitbekommen. Auf jeden Fall zumindest rational.

Weitere Merkmale

Da unsere Aufgabe die ist, im Alltag so normal wie möglich zu agieren, sind wir es auch meist, die als letzte etwas von den anderen mitbekommen. Wenn du anfängst das Ausmaß so einer Traumafolgestörung zu erkennen und was nötig ist, bis sich Persönlichkeitsanteile abspalten, dann funktionierst du in aller Regel erstmal nicht mehr so super im Alltag. All dem gegenüber amnestisch und ablehnend/verleugnend eingestellt zu sein, ist also irgendwo notwendig, um die Aufgabe, den Alltag so normal wie möglich weiter zu führen, auch umsetzen zu können.

Was oft noch bei vielen Alltagspersönlichkeiten zu beobachten ist, sind verschiedene Zwänge, diffuse Ängste und Depressionen. Ich würde zwar sagen, das ist hier auch so. Allerdings kann ich das noch nicht wirklich einschätzen, was von wem kommt. Die Zwänge gehören, glaube ich, z.B nicht ausnahmslos zu mir, da sie nur temporär auftreten.

Wenn ich von mir spreche, kann ich aber auf jeden Fall sagen, dass [Ich] keine große Entscheidungsgewalt hier habe. Ich bin hier also weder die „Hauptperson“, noch die, die den Ton angeben kann. Ich kümmere mich einfach nur um die normalen, anstehenden Dinge.

Um das aber nochmal zu betonen: Ich kümmere mich zwar um die alltäglichen Dinge. Das ist mein Job. Ich bin aber trotzdem mehr als einfach nur ein Anteil mit starrer Aufgabe. Das trifft auf uns alle zu (irgendwas wurmt einfach an dieser Rollenverteilungssache 🤔🤷‍♀️).

EP – Emotionaler Persönlichkeitsanteil

Das sind die, die normalerweise auch in irgendeiner Form mit dem Trauma in Verbindung stehen. Oft stecken sie zeitlich auch noch irgendwo dort fest, wo sie entstanden. Wenn so ein Anteil vollständig rauswechselt kann es so z.B sein, das die Person plötzlich total regressiv wird und sich wie ein kleines Kind verhält, sehr wütend oder traurig wird o.ä.

Was ich wiederum oft mitbekomme ist, wenn so jemand (innerlich) in die Nähe zu mir kommt, dass ich z.B oft kurzzeitig nicht mehr weiß wo und wann ich bin. Also ich bin schon noch da (kein Blackout), bekomme aber dessen Gedanken und Gefühle in voller Breitseite zu spüren. Manchmal wirkt es auch, als würde sich das Zimmer verändern (was es optisch aber nicht wirklich tut). Letzens war es z.B so, dass ich kurzzeitig dachte ich wäre wieder in meinem alten Elternhaus, im Wohnzimmer. Das war kein Flashback im herkömmlichen Sinne (von heute nach damals zurück), sondern mehr so als wäre „ich“ von früher, plötzlich in die heutige Zeit katapultiert worden (also genau umgedreht) und muss mich erstmal orientieren. Oder „ich“ denke, dass ich doch in einer ganz anderen Stadt sein oder einem anderen Bett aufwachen müsste und das da gerade irgendwas nicht passt, usw.

Und generell kann sich so alles, was diejenigen Personen und Fragmente fühlen und denken, intrusiv auf den Anteil auswirken der gerade vorn ist. Wie ich oben schon ansprach, hat hier auf jeden Fall jemand krassere Zwänge als ich. Und diese bekomme dann auch ich zeitweise (wenn derjenige eben gerade Nahe ist) stärker zu spüren.

Sooo und nun ließe sich dann in weitere „Kategorien“ einteilen. Also Beschützer, Täteranteil, nicht-menschliche usw. Das besprechen wir dann aber im 2. Teil, nächste Woche.

,,Hausbesetzer“

Das Wort hab ich letztens gelesen. Eine Therapeutin verwendete es auf ihrer Website stellvertretend für ‚Anteile/Innenpersönlichkeiten‘.
Sie hat dann zwar noch versucht zu erklären wie sie das meint, aber trotzdem hats mich bei dem Wort irgendwie geschüttelt…

Also ich lege da ja fast meine Hand dafür ins Feuer, dass die, die am Anfang da war, jetzt nicht mehr da ist. Und ich lege ausserdem fast meine Hand dafür ins Feuer, dass ich auch nicht die Gleiche wie die von vor ein paar Jahren bin.
Das würde ja dann aber bedeuten ich wäre auch ein Hausbesetzer 🤔.
Und wie geht man mit Hausbesetzern um? Na man wirft sie raus oder der Hauseigentümer findet einen Kompromiß mit ihnen, dass sie halt bleiben dürfen, solange sie sich benehmen, oder?
Aber wer soll denn dieser Hauseigentümer sein? Und viel wichtiger: Wohin sollte ich denn gehen, wenn ich raus geworfen werde? Ich mein, ich bin doch hier geboren. Wäre ich jetzt aus einem anderen Körper hier rein geschlüpft, so nach dem Motto: ,,Nö, ich bleib jetzt hier. Hier gefällts mir viel besser, als da drüben. Ätschi Bätsch😝“, dann würde ich das ja verstehen.
Aber wir sind doch alle Teil von einem Gehirn.

Außerdem impliziert das Wort Hausbesetzer irgendwie so etwas Negatives. Jemand der da nicht hingehört, will einfach nicht aus dem Haus rausgehen. So verstehe ich das Wort. Ich bin mir aber ziemlich sicher, ich lege sogar wieder fast meine Hand dafür ins Feuer, dass hier jeder da hingehört, wo er gerade ist. Jeder ist aus einem triftigen Grund entstanden, übernimmt nen Haufen Aufgaben und dann wirst’e einfach ‚Besetzer‘ genannt 😅.
Ne du, da schüttelts mich immer noch

Artifizielle Störung (und imitierte Dis)

Grrr, in mir sträubt sich gerade alles das zu schreiben 😑. Ansprechen, was das ist, will ich es aber trotzdem mal…

Als ich nämlich mal wieder tief in meinem Wahn steckte, dass ich mir alles nur einbilde und alles dramatisiere usw., bin ich auf die Artifizielle Störung gestoßen. Eigentlich wollte ich mir mit der Suche irgendwie mein: ,,Ich bin ein Lügner und nichts von dem was ich erzähle stimmt“ bestätigen (maaasochiiiistisch – ich sag´s doch 🤦‍♀️), ich schaff´s aber trotzdem immer mal wieder mich da rauszuziehen.

Besprechen wir jetzt also erstmal was das oben genannte ist und später erzähle ich euch, wie ich das abgleiche bzw. mich da dann versuche wieder rauszuholen.

Lest das bitte nur, wenn ihr stabil seid und euch nicht gerade in einer Phase des Zweifels bzgl der (p)Dis befindet! Ansonsten geht lieber direkt weiter zu „Mein Senf dazu“ und überspringt den Rest.

Was ist eine artifizielle Störung?

(Achtung! Ich finde das sehr triggend!)

Im ICD-10 ist sie als F68.1 Artifizielle Störung [absichtliches Erzeugen oder Vortäuschen von körperlichen oder psychischen Symptomen oder Behinderungen] angegeben.

,,Der betroffene Patient täuscht Symptome wiederholt ohne einleuchtenden Grund vor und kann sich sogar, um Symptome oder klinische Zeichen hervorzurufen, absichtlich selbst beschädigen. Die Motivation ist unklar, vermutlich besteht das Ziel, die Krankenrolle einzunehmen. Die Störung ist oft mit deutlichen Persönlichkeits- und Beziehungsstörungen kombiniert.“

Ist die Störung auf einen selbst bezogen, nennt man es oft auch das Münchhausensyndrom. Die Betroffenen geben wiederholt vor an einer Krankheit zu leiden. Sie übertreiben die Symptome stark oder lügen diesbezüglich und sie stellen sich oft kränker oder stärker beeinträchtigt dar, als sie sind.

Vorgetäuscht werden kann im Prinzip alles: Von verschiedenen Schmerzzuständen, Herzerkrankungen, Atemstillstände, epileptische Anfälle bis hin zu psychologischen Beschwerdebildern.

Symptome

  • Sie nennen Symptome die auf eine bestimmte Krankheit hindeuten (wie z.B einen Herzinfarkt) oder können aber auch Symptome nennen, deren Ursache auf verschiedene Erkrankungen hinweisen
  • Oft wissen sie über die Erkrankung, die sie vortäuschen, meist sehr gut bescheid (gutes medizinisches Wissen)
  • Sie können evtl. Änderungen an der Krankenakte vornehmen, um zu beweisen das sie krank sind
  • Es kann vorkommen, dass sie sich selbst Schaden zufügen, um bestimmte Symptome hervorzurufen (z.B stechen sie sich in den Finger, um einer Urinprobe Blut beizumischen)
  • Durch ihr umfangreiches Wissen, wissen sie die Behandler oft gezielt zu täuschen, welche sie dann in Kliniken einweisen oder sogar Operationen veranlassen
  • Die Täuschung geschieht absichtlich, der Grund ihres Handels bleibt ihnen jedoch größtenteils unbewusst
  • Betroffene wandern oft von Arzt zu Arzt und von Klinik zu Klinik

Das Klinikum Stuttgart sagt dazu:

,,Sie reagieren auffällig empathielos auf den Leidensdruck anderer.

Es besteht eine hohe Komorbidität mit dissozialen
Persönlichkeitsstörungen, Borderlinestörungen, depressiven Syndromen, Essstörungen, narzistischen und histrionischen Persönlichkeitsstörungen“

Diagnose

Ärzte erkennen diese Störung oft an folgenden Punkten:

  • Die Krankengeschichte der Patienten ist oft sehr dramatisch, dennoch aber widersprüchlich
  • Die Behandlungen und Eingriffe machen die Symptome nicht besser, sondern oft schlimmer (nach anfänglicher, kurzer Besserung finden die Betroffenen neue, andere Symptome oder verschlimmern die vorherigen)
  • Sie unterziehen sich freiwillig und gewollt diagnostischen Tests und (gefährlichen) Eingriffen
  • Sie wollen nicht, dass die Ärzte mit Angehörigen sprechen
  • Andere Erkrankungen wurden ausgeschlossen
  • Es gibt Hinweise auf Fälschungen, Übertreibungen oder Änderungen der Vorgeschichte
  • Es gibt keine offensichtlichen Gründe oder Anreize für den Betroffenen, die Erkrankung vorzutäuschen (z.B ein milderes Strafverfahren dadurch, Schadensersatzansprüche, usw.)

Fügt eine Person einer anderen Schaden zu, wie z.B Mütter ihren Kindern nennt man das das Münchhausen-by-proxy-Syndrom. Dort präsentieren sich die Mütter oft besonders besorgt und aufopferungsvoll und bestehen auf medizinische Eingriffe (bei den Kindern), bei welchen sie meist weniger besorgt sind.

Ursache

Genau geklärt, wann und warum so etwas auftritt, wurde es noch nicht. Höchstwahrscheinlich haben die Betroffenen in früher Kindheit viele Traumata erlitten, weshalb sie das Gefühl hatten nicht gesehen zu werden. Die Störung kann daher auch ein Leben lang bestehen bleiben.

Das Klinikum Stuttgart äußert diese Möglichkeiten:

,,Als mögliche Motive, allerdings ohne empirischen Nachweis werden u.a. diskutiert:

  • Verschaffen von Aufmerksamkeit, Fürsorge und Einzigartigkeitsgefühlen
  • Regulation von Effekten und Spannungen
  • Reinszenierung traumatischer Erfahrungen
  • Regulierung und Stabilisierung konfliktreicher Paarbeziehungen“

Und:

,,Trotzdem sind diese Patienten krank und benötigen Hilfe! Sie können für ihr Verhalten nicht oder nur teilweise moralisch verantwortlich gemacht werden.“

Was ist eine imitierte Dis?

Die imitierte Dis kann jetzt eine Form der artifiziellen Störung sein. Der Betroffene glaubt selbst darunter zu leiden, erfindet die Symptome jedoch.

Auffällig ist dabei meist, dass die Betroffenen ihre Symptome und „Persönlichkeitsanteile“ besonders begeistert und betont zur Schau stellen, was im Gegensatz zur typischen Verleugnung der Dis/pDis steht. Ebenfalls werden die Symptome meist nur sehr oberflächlich beschrieben und gehen daher wenig in die Tiefe. Auch werden eher die bekannten Symptome genommen und vieles, was sonst für die dissoziativen Störungen üblich, aber eher unbekannt ist, ausgelassen.

(Unbewusste) Gründe können dafür sein, dass Betroffene eine besonders ausgefallene oder schwerwiegende Erkrankung haben möchten. Möglich wäre aber auch die Imitation (was dann keine artifizielle Störung wäre), weil sie einer Haftstrafe entgehen wollen oder andere Vorteile daraus ziehen möchten.

Mein Senf dazu…

Dadurch ergibt sich jetzt auch ein klareres Bild für mich, warum so viele Dis-Betroffene anderen so was wie Hier (,,Die faken doch alle“) unterstellen. Ich könnte mir vorstellen, im Zuge der Verleugnung, sind so einige ebenfalls auf die artifizielle Störung gestoßen und übertragen das jetzt einfach auf andere – Wer sich selbst nicht glaubt, glaubt auch anderen nicht.

Vieles was da beschrieben wird, habe ich in den Trauma-Gruppen so nämlich (als Vorwurf gegenüber anderen) teilweise wortwörtlich gelesen.

Um das aber nochmal klar zu stellen: IHR HABT, nur weil es so etwas gibt, TROTZDEM NICHT DAS RECHT DAZU, JEMAND SO ETWAS ZU UNTERSTELLEN!

Ich muss immer wieder darauf zurückkommen: Mit welchem Recht wollt ihr wissen, anhand weniger Informationen, dass da gerade jemand faket? Weil bei euch etwas anders ist? Ihr anders damit umgeht? Sorry man, das ist so dermaßen arrogant und überheblich 🤷‍♀️.

Ich streite auf gar keinen Fall ab, dass es das gibt. Aber ich glaube nicht das irgendjemand, der mit den Leuten nix weiter am Hut hat, das Recht zusteht, so zu tun als wüsste er ob jemand ehrlich an etwas erkrankt ist oder nicht.

Zudem finde es auch sehr schwierig mich mit dieser Störung überhaupt näher auseinanderzusetzen, weil ich mir sowieso schon ständig einrede, dass ich mit allem lüge und völlig übertreibe. Ob man sich das als Betroffene dann gegenseitig noch vorwerfen muss (sodass man sich nicht einmal dort aufgehoben fühlen kann und ständig im Rechtferigungszwang ist) halte ich für fragwürdig.

Bin ich davon betroffen?

Keine Ahnung. Vielleicht?

Ich versuche (wenn die Verleugnung sehr stark wird) immer wieder zu reflektieren, was da steht und was bei mir Tatsache ist. Ich geh da mal kurz etwas näher drauf ein…

Also: Ich bin z.B nicht überzeugt von meinen Symptomen und schwäche sie eher ab, als das ich sie besonders darstelle. Mich kotzt das eigentlich im Gegenteil sogar extrem an, dass mein Erleben allein zuhause ein ganz anderes ist, als das in der Öffentlichkeit. Manchmal wünsche ich mir wirklich, ich könnte etwas davon nach Außen präsentieren. Einfach weil ich das Gefühl habe, dass man mich dann vll ernster nehmen würde. Das man dann sehen würde, wie es mir wirklich geht. Mitleid will ich da jedoch keins (damit kann ich sowieso nicht umgehen, das ekelt mich an), nur ernst genommen werden (also nicht ständig dieses: ,,Wieso? Sie sehen doch gut aus, ich kann mir nicht vorstellen, dass Ihnen etwas fehlt“).

Ich erachte mein Leiden weiter auf keinen Fall als schlimmer oder wichtiger, als das der anderen. Das Gegenteil ist eher der Fall. Mit verschiedenen Symptomen und Krankheiten kenne ich mich recht gut aus, würde ich behaupten. Was aber auf jeden Fall daran liegt, dass mich interessiert was mit mir los ist und wie ich mir oder aber auch anderen helfen kann. Generell interessiert mich das Thema Psychologie schon seit meiner Kindheit stark.

Symptome erfinde ich keine, sondern ich erzähle was und wie ich es erlebe. Dennoch kommt es mir zu jeder Sekunde vor, als würde ich lügen. Aber auch da lässt sich eben schnell ein Faktencheck machen: Erlebe ich die Sachen wirklich, die ich erzähle oder erlebe ich sie nicht? Fertig. Glauben tue ich mir deshalb trotzdem nicht wirklich besser, aber objektiv lässt sich so zumindest auf ein Ergebnis kommen.

Seit ich mich mehr mit den verschiedenen dissoziativen Symptomen beschäftigt habe, nehme ich auch mehr wahr. Das trifft zu. Allerdings habe ich eigentlich fast alles davon auch vorher schon erlebt (also es ist nix neues für mich). Ich glaube, ich achte mittlerweile nur mehr darauf was wann wie auftritt. Vorher habe ich vieles einfach gar nicht als „unnormal“ angesehen.

Anteile besonders präsentieren?

Anteile stelle ich auch auf keinen Fall zur Schau. Solange ich das unter Kontrolle halten kann, lasse ich niemand raus 🙈 und rede auch möglichst nicht über sie. Auch nicht bei meiner Therapeutin. In meinem Büchlein habe ich verschiedene Namen stehen und auch Skizzen, von denen, die ich im Inneren glaube gesehen zu haben. Allerdings hat das noch keiner zu Gesicht bekommen und ich gebe auf meine Notizen auch keine Garantie. Einmal sagte ich meiner Therapeutin den Namen einer Persönlichkeit, was aber ziemlich nach hinten los ging. Nicht von seitens der Thera. aus, mehr weil es im Inneren deshalb ziemlichen Tumult gab.

Ich merke die Veränderung im Inneren schon manchmal und bestimmt wäre es sinnvoll, das in der Therapie auch direkt anzusprechen, um endlich mit damit arbeiten zu können, aber dazu ist meine Schamgrenze einfach zu hoch. Ich versuche es lieber zu ignorieren und so zu tun, als wäre nichts. Außerdem, selbst wenn ich es ansprechen würde, hätte ich eh das Gefühl gerade eine riesengroße Lügengeschichte aufzutischen. Das belastet mich dann zusätzlich, weshalb ich das darüber-Reden auch stark versuche zu vermeiden.

Aber ganz ehrlich?

Selbst wenn…

…es bei dir anders ist, weil du vll einen guten Kontakt zu deinem Innensystem hast und sich deine Leute eben einfach so zeigen wollen wie sie sind, ist das keine Bestätigung für das da oben.

Jeder geht mit der Sache anders um. Manche Verleugnen krass alles was dazu gehört, manche nicht. Manche wollen ihr System so anerkannt haben, wie es ist und manche nicht.

Selbst wenn du vll von Klinik zu Klinik „wanderst“, weil du dringend Hilfe suchst, welche du einfach nicht bekommst, ist das auch keine Bestätigung. Du suchst eben einfach nur Hilfe.

Nur weil du vll nicht die gleichen Symptome wie andere hast oder bei dir andersrum tatsächlich die „Lehrbuchsymptome“ im Vordergrund stehen und du darüber reden möchtest, ist das auch keine Bestätigung dafür, dass du dir alles nur einbildest oder es imitierst.

Ich glaube, gerade wer sich immer wieder fragt, ob er sich alles nur einbildet, übertreibt, lügt usw., da ist es eher wahrscheinlich das die Symptome auch echt sind. Ich meine, aus welchem Grund solltest du dir das alles einbilden und ausschmücken und dich gleichzeitig runtermachen dafür? So richtig Sinn ergibt das nicht 🤷‍♀️. Genau genommen, würde dieses Verhalten an sich schon sehr gespalten wirken 😉.

Im Endeffekt hilft aber vll auch eine Gegenüberstellung von dem was du tatsächlich erlebst (vll mit einem Ereignis, welches dir als Beispiel dient), wobei du dir nicht ganz sicher bist und von dem was nicht (was du aber sagst zu erleben). Schreib es auf. Mach greifbar, was sich sonst nur in deinen Gedanken abspielt. Bestimmt stellst du dann fest, dass du dir gar nicht soviel ausdenkst, wie du glaubst.

Und denkt bitte daran, dass wir von klein auf eingeredet bekommen haben, dass unsere Wahrnehmung falsch ist und wir nur schauspielern und lügen um Aufmerksamkeit zu bekommen. Sowas speichert sich tief drin ab und verankert sich fest in unserem Denken! Das wir uns nicht glauben, uns für Lügner halten und denken wir würden alles nur für Aufmerksamkeit machen, ist doch völlig logisch. Was soll man denn anderes glauben, wenn man genau diese Worte, über sich, sein halbes Leben lang gehört hat?

Dis/pDis – Formen und Unterschiede

Dis ist nicht gleich Dis, genauso wenig wie eine DDNOS gleich eine DDNOS ist. Es ist eben wie bei allen psychischen „Störungen“, wo nicht jeder in genau das gleiche Muster passt. Gerade auch bei der DDNOS fällt mir immer wieder auf, dass in verschiedene Typen unterteilt wird, was manchmal ganz schön verwirrend sein kann.

Gucken wir uns einfach mal an, was es da überall für Unterschiede gibt. [Ich spreche jetzt hier noch vom ICD-10. Was sich nächstes Jahr, mit dem ICD-11 ändert, kennzeichne ich euch extra.]

DDNOS

pDis…

  • Typ 1a: Wird als Dis (Dissoziative Identitätsstörung) gesehen, welche aber noch nicht klar diagnostiziert ist, weil z.B kein Switch beobachtet werden konnte. Oder weil zwar relevante Amnesien für die Vergangenheit bestehen, nicht jedoch aber für den normalen Alltag (keine bis wenig Alltagsamnesien).
  • Typ 1b: Wie eine Dis (erfüllt nicht alle Kriterien dafür) => Die unterschiedlichen Anteile sind nicht ganz soweit von einander getrennt/abgespalten oder wirken nicht getrennt genug von der Frontperson. Weiter gibt es keine Amnesien zwischen den verschiedenen Anteilen (emotionale Amnesien sind aber möglich, also das nicht-Erinnern an entsprechende Gefühle ect.), d.h es besteht ein ständiges Co-Bewusstsein. Es kann dabei auch „nur“ zu verschiedenen Ich-Altersstufen oder Emotionszuständen kommen (=Ego-State-Disorder).

➡ Im neuen ICD-11 werden beide Typen zusammengefasst, als Partielle Dissoziative Identitätsstörung. Dort heißt es:

,,In der Regel treten keine Amnesien, aber regelmässig teildissoziiertes Handeln auf. Ein Persönlichkeitszustand ist dominant und andere Persönlichkeitszustände versuchen intrusiv zu beeinflussen, sind jedoch nicht dominant. Intrusive Beeinflussungsversuche beinhalten oft Selbst- und Fremdverletzungen, Essstörungen, Einnahme von Suchtmitteln und sexuelle Handlungen. (…) Diese Intrusionen sind verbunden mit Veränderungen von Empfindungen, Wahrnehmung, Affekten, Kognitionen, Erinnerung, motorischer Kontrolle und Verhalten und werden als Beeinträchtigung des Funktionierens des dominanten Persönlichkeitszustands und typischerweise als störend erlebt.“

Im amerikanischen DSM-5 (seit 2013) heißt diese Diagnose OSDD.

Weitere…

  • Typ 2: Derealisation, ohne Depersonalisation. Normalerweise wird hierfür aber trotzdem die Diagnose: Depersonalisations- /Derealisationsstörung vergeben, da nach dem ICD-10 dafür entweder Derealisation oder Depersonalisation (oder eben beides) gegeben sein muss. Wann genau und warum dafür dann manchmal die Diagnose DDNOS ausgestellt wird/werden kann, konnte ich leider noch nicht herausfinden (ich gebe bescheid, wenn ich mehr weiß).
  • Typ 3: Dissoziationszustände die bei Personen auftreten, die längere Zeitphasen einer Gehirnwäsche und/oder Indoktrination ausgesetzt waren, z.B in einem Gefangenlager ect.
  • Typ 4: Dissoziative Trance(störung). Das Bewusstsein für die Umgebung, das eigene Erleben, die eigene Identität, wie auch für das kognitive Denkvermögen sind dort stark eingeschränkt. Es kann zudem immer wieder zu den gleichen, monotonen Aussagen kommen.

Bei der Besitztrance (Besessenheitszuständen) erlebt der Betroffene sich bzw. sein Handeln wie von einer fremden Macht oder Wesenheit gesteuert. Diesbezüglich kann es auch zu einer Amnesie kommen. Vor allem in den östlichen Ländern, wie Asien, ist diese Störung sehr weit verbreitet (und wurde bei den Betroffenen, früher und heute, wahrscheinlich oft auch bewusst durch Dritte herbeigeführt).

  • Typ 5: Dissoziativer Stupor, wobei der Betroffene am ganzen Körper erstarrt und sich nicht mehr bewegen kann. Oder Bewusstlosigkeit und Koma, die nicht auf eine körperliche Ursache zurückzuführen sind.
  • Typ 6: Ganser-Syndrom. Betroffene antworten knapp an Fragen vorbei (z.B 2+2=5). Ein anderer Zustand kann nicht damit assoziiert werden (z.B eine dissoziativen Fuge, ect.).

Dissoziative Identitätsstörung

Reaktive Dis

Reaktiv = ,,als Reaktion auf einen Reiz auftretend“

Gemeint ist hier, dass die Dis „natürlich“ entstanden ist. Durch anhaltenden Missbrauch (psychisch, physisch und/oder se*uell), entwickelten sich alternative Persönlichkeiten, die die Traumata aushielten. Diese entstanden jedoch ohne Beabsichtigung durch die Außenwelt.

Programmierte Dis

Auch hier ist die Dissoziation natürlich eine Reaktion auf die äußeren Reize. Die Dissoziation der Kinder wird dort aber gezielt durch die Täter gefördert. Meist wurden die Kinder schon im Mutterleib „vorbereitet“, z.B durch Elektroschocks bei der Mutter, während der Schwangerschaft, wodurch die Schmerztoleranz der Kinder erhöht werden soll und diese beabsichtigt eingesetzten Traumata ziehen sich so durch die gesamte Kindheit, bis in das Erwachsenenalter hinein. Die Täter setzen den Missbrauch hier ein, um gezielt Persönlichkeiten abzuspalten, welche dann auf bestimmte Verhaltensweisen und/oder Handlungen konditioniert und programmiert werden (sie führen durch Mind-Control dann die Befehle der Täter aus). Bei anhaltenden Traumata auch zuhause, in der Schule ect., spalten sich weitere Persönlichkeiten ab (reaktiv; nicht beabsichtigt durch die Täter).

Weitere Unterschiede

pDis Typ 1 (neu)

Im Alltag gibt es ganz normal Ich-Syntone Handlungen, was heißt das sich der Betroffene auch wie er selbst fühlt. Nur bei Stresssituationen fühlt sich sein Handeln, Denken und Fühlen Ich-Dyston an, also nicht zu sich gehörig. Wenn im Streit z.B ein emotionaler Anteil (EP) heraus getriggert wird (wie bei der Ego-State Disorder) oder im Flashback usw., also eben in einer Stresssituation, dann übernimmt ein EP die Exekutive (er beeinflusst von Innen heraus, wodurch die Frontperson wie der EP handelt und reagiert, aber immer noch die Frontperson bleibt -> kein Switch, wie bei der Dis), wobei auch Depersonalisation auftreten kann. Amnesien gibt es jedoch nicht.

pDis Typ 2 (neu)

Hier gibt es auch im Alltag Ich-Dystones Empfinden. Handlungen, Gedanken, Gefühle usw. werden als zu sich gehörig (Ich-Synton), wie auch als nicht zu sich gehörig (Ich-Dyston) empfunden/wahrgenommen. Innere Anteile stehen also im Co-Bewusstsein und beeinflussen die Frontperson von Innen, sowohl im normalen Alltag, wie auch in Stresssituationen. Dabei kann es zu Depersonalisationserlebnissen kommen, allerdings ebenfalls ohne Amnesie (die Frontperson bekommt alles mit, auch wenn ein innerer Anteil durch sie hindurch agiert). Das ist das, was wir bisher als DDNOS bzw. Vorstufe zur Dis angesehen haben.

Dis Typ 1 (neu)

Volldissoziiertes Handeln bei Stress, d.h im normalen Alltag gibt es keine Amnesien oder Wechsel. Die Handlungen und Gedanken werden als Ich-Synton, oder aber auch als Ich-Dyston (aber ohne Amnesie) erlebt. Erst bei Stress oder traumanahen Situationen kommt es dann zu einem Switch, mit Amnesie.

➡ ,,Ich-Syntonie bedeutet allgemein, dass eine Person ihre Gedanken, Impulse oder Gemütserregungen als zu ihrem Ich gehörend erlebt. Diese werden also nicht als fremd und störend wahrgenommen, sondern als fester Bestandteil der eigenen Persönlichkeit. “ (Wikipedia)

Dis Typ 2 (neu)

Volldissoziiertes Handeln im Alltag. In stressnahen Situationen, sowie im Alltag kommt es zu Ich-Syntonen, wie Ich-Dystonen Handlungen, mit und ohne Amnesie (d.h auch im normalen Alltag kommt es regelmäßig zu Wechseln).

,,Offene“ Wechsel

Hier sind die Wechsel zwischen den unterschiedlichen Persönlichkeiten relativ offensichtlich zu erkennen. Die Persönlichkeiten unterscheiden sich oft auch stärker in ihrem Auftreten, sodass durchaus eine klare Stimmveränderung, Körperhaltung, ect. wahrgenommen werden kann.

[ Bemerkbar können sich Wechsel übrigens über Augenrollen (das Weiße kommt z.B zum Vorschein) oder andere Augenbewegungen; starkes Zittern; Schütteln; Kopf-, Gesicht- oder Körperspastiken; ,,den Faden verlieren“ bzw. das nicht Erinnern des vorher Gesagten; plötzliche Stimmungswandel oder Sichtweisen; usw. bemerkbar machen. ]

,,Verdeckte“ Wechsel

Die Wechsel erkennt man hier weniger gut, sodass selbst Fachpersonal oft Probleme hat, einen Switch eindeutig zu identifizieren. Die Persönlichkeiten wechseln sich eher im Hintergrund, also hinter der Frontperson ab, sodass nach Außen weiterhin eine einheitliche Fassade aufrecht erhalten bleibt. Obwohl auch da die Persönlichkeiten, für sich genommen, durchaus eine viel tiefere oder höhere Stimme oder eine ganz andere Mimik, Körperhaltung ect. (als die Frontperson) haben können, erkennt man dies selten direkt bei so einem versteckten Wechsel. Es kann auch dazu kommen, dass Vorhergeschehenes an die neu herausgewechselte Persönlichkeit „übergeben“ wird, sodass auch nicht zwangsmäßig eine Amnesie zum z.B vorherigen Gespräch vorhanden sein muss (was dann ja nach Außen hin auffallen würde).

Oft findet man diese Form der Dis bei programmierten Systemen an (da dort von den Tätern ja beabsichtigt wird, dass die Dis niemanden auffällt). Wie immer kann, muss aber gar nichts. Auch reaktive Systeme können so „versteckt“ wechseln. Zudem wechseln sich auch bei der DDNOS die Persönlichkeiten hinter Frontperson ab, weshalb gerade da so schwer erkannt werden kann, dass eine multiple „Störung“ vorliegt.

Was kann sich noch unterscheiden?

Stimmen

  • Viele Betroffene hören die Innenpersonen klar und deutlich. Sie hören eine klare Stimmfarbe und können die unterschiedlichen Stimmen oft auch gut zuordnen. Die Personen diskutieren laut miteinander, kommentieren das Handeln der Frontperson, usw.
  • Ich wiederum höre nur sehr selten eine klare Stimmfarbe. Wenn, dann nehme ich auch den vollständigen Satz wahr. Die meiste Zeit über höre ich die Stimmen aber mehr wie Gedanken. Ich kann nicht heraushören ob da eine männliche oder weibliche oder kindliche Stimme redet und eigentlich höre ich da auch keine ganzen Sätze. Was gesprochen wird weiß ich, aber das ist mehr als würden die Wörter und Sätze als eine Art Gefühl aus dem Hintergrund angeschwappt kommen, welche ich im Inneren dann „übersetze“. Ich beschreibs immer als ,,Hör-Fühlen“ 😅. Da wird auch regelmäßig kommentiert und geschwafelt, aber das ist für mich mehr wie ein Klumpen vieler unterschiedlicher Meinungen/Gedanken, der durch den Kopf rauscht. So deutliches Reden, als würde man sich z.B in einer Bahnhofhalle mit vielen Menschen befinden (wie es viele oft beschreiben), ist das für mich nicht. Oft fühlt es sich eher an, als würden die entsprechenden Personen ganz, ganz weit weg stehen und der Wind trägt mehr so ein Wispern zu mir rüber oder als würde ich sie durch ein ewig langes Rohr, weit entfernt wahrnehmen. Mittlerweile weiß ich, dass das aber auch völlig normal ist und ich gar nicht so alleine damit bin (am Anfang dachte ich das nämlich, was mir wieder einen Grund zum Zweifeln gab).
  • Manche hören überhaupt keine Stimmen. Sie können die anderen nicht reden hören. Kommunikation ist dort mehr über Intrusionen, Gefühle, Impulse, Körperreaktionen, andere vermittelte (Außen)Personen (wäre aber nicht mein Favorit) , Kontaktbücher usw. möglich. Auch das ist gar nicht so selten, wie angenommen.

Wichtig ist noch zu sagen…

… das es Anteile geben kann, die überhaupt nicht sprechen können. Du kannst also durchaus die anderen ganz klar hören, während du aber diesen Anteil (oder auch mehrere) nicht hörbar wahrnehmen kannst. Dann ist es z.B auch möglich, dass du deine Anteile nicht deutlich hörst, weil die die Barrieren zu ihnen noch zu hoch sind (sie weiter abgespalten sind). Durch die Therapie oder nähere Beschäftigung mit ihnen, kann sich das mit der Zeit verändern. Ebenso kann es aber auch möglich sein, dass du schon Jahre Therapie auf dem Buckel hast und du die Stimmen der anderen trotzdem nicht hören kannst. Dann habt ihr einfach eine andere Art zu kommunizieren.

Es gibt sogar, darüber las ich letztens, Betroffene die die inneren Personen doch im Außen hören (bisher habe ich das in die Kategorie Schizophrenie gepackt, weil es mehr wie eine Halluzination klingt). Alison Miller schreibt über eine Patientin, die die eigentlich inneren Stimmen, aus dem TV kommend wahrnahm. Auf Nachfrage antwortete eine Innenperson, dass die Betroffene die inneren Stimmen als Dämonen und böse Wesen ansah und ihnen deshalb nicht glaubte, wiederum aber alles glaubte, was im TV erzählt wird.

Innenwelt

  • Es ist völlig normal wenn gar keine Innenwelt existiert. Diese wird dann meist im Zuge der Therapie (oder kann natürlich auch ohne) ausgestaltet und aufgebaut. Jede Innenperson kann so ein Zimmer bekommen. Ein Konferenzsaal kann gebaut werden. Ein Spielzimmer für die Kleinen, usw.
  • Es kann auch eine Innenwelt geben, wozu du einfach nur (noch) keinen Zutritt hast oder z.B durch ein erneutes Trauma oder sehr viel Stress, dir der Zutritt nicht mehr möglich ist.
  • Weiter ist aber auch eine sehr große, bunte und umfangreiche Innenwelt möglich. Für programmierte Systeme ist oft eine Innenwelt mit sehr geometrischen Formen und Strukturen (Pyramiden, Hexagon, …) oft ein MÖGLICHER Indikator.

Letztendlich….

… ist das aber wieder nur eine grobe Übersicht, die das Verständnis der Unterschiedlichkeiten leichter machen soll. Wir sind alle so individuell und niemand lässt sich stur in eine bestimmte Kategorie einteilen. Es kann sein, dass du dich irgendwo haargenau wiederfindest. Es kann aber auch sein, dass du dich irgendwo zwischen mehreren Bereichen findest. Und das ist vollkommen okay und nichts daran ist falsch.

Hier geht es ja nicht um eine Tabellenkalkulation, sondern um unsere Psyche und da lassen sich eben nicht immer so ganz haargenaue Grenzen ziehen.

,,Die faken doch nur“

Ich bin masochistisch veranlagt, mittlerweile bin ich mir da ganz sicher 🤦‍♀️

Liebe Franziska, es hatte einen Grund warum du dich aus diesen Online-„Selbsthilfe“gruppen abgemeldet hast. Nur mal so.

Keine Ahnung was das ist. Die Einsamkeit? Die Suche nach Menschen, die einen verstehen? Oder der krampfhafte Versuch, sich seine Wahrnehmung von der Außenwelt bestätigen zu lassen, alá ,,du bist nicht verrückt und bildest dir was ein“?

Kannst du nicht einfach deinem eigenen sch*iß Gefühl vertrauen, ohne das dir ständig jemand sagen muss, dass es nicht falsch ist? – Ne irgendwie bekomme ich das nicht gebacken. Krank oder?

Aber okay, erstmal zurück auf Anfang. Wovon rede ich hier schon wieder?

Dissoziative Störungen und der Vorwurf des ,,fakens“

Die multiple Persönlichkeitsstörung wurde erstmals ☝ 1980 in das offizielle Diagnosehandbuch aufgenommen, obwohl bereits vor weit über 100 Jahren die ersten Theorien dazu aufgestellt wurden. Wie im Beitrag über Freud´s Verführungstheorie schon angeschnitten, wurden fast alle dieser Theorien aber wieder verworfen oder einfach gar nicht weiter verfolgt. Zur Folge hatte das, dass das Prinzip der autonomen Anteile bis noch vor relativ kurzer Zeit als Einbildung, Wahnvorstellung bis hin (in religiös geprägten Gegenden) zur Besessenheit deklariert wurde.

Noch heute gibt es viele Ärzte und Therapeuten die diese Diagnose (u.ä) vollends abstreiten und die Betroffenen daher auf alle möglichen anderen Diagnosen behandelt werden, was letztendlich aber zu keiner Besserung führt. Von Seiten der Mediziner kann ich das nur schwer nachvollziehen.

Was ich jedoch nachvollziehen kann ist, dass Nicht-Mediziner und Außenstehende dem Thema gegenüber erstmal mit Skepsis begegnen. Ich denke, das liegt einfach daran, weil viele den Mechanismus hinter den dissoziativen Störungen noch nicht verstehen. Wie auch, wenn man nie damit zu tun hatte? Dennoch finde ich natürlich informieren wichtig, bevor man urteilt☝.

Fühlt man sich wenigstens unter Selbstbetroffenen verstanden?

Also, wie man sieht ist es nicht gerade leicht von der Außenwelt ernst genommen zu werden (bis auf meiner Therapeutin und meinen beiden Freundinnen würde ich deshalb wohl auch kaum jemand in der realen Außenwelt vor den Latz knallen, dass ich Stimmen höre o.ä).

Und nun frage ich mich einfach, warum sich Betroffene von dissoziativen Störungen (und umso weiter es das Spektrum „hoch“ geht, umso schlimmer wird das) ständig gegenseitig vorwerfen zu lügen und zu faken?

Hat irgendjemand dazu mal eine vernünftige Erklärung?!

Ich hab mich aktuell wieder in einer Gruppe angemeldet, in der ich schon mal war und wo zwar unheimlich viel gezickt wurde, ich bisher dieses ,Unterstellen´ jedoch nicht so erlebt habe. Angemeldet, rein und direkt wieder in einen fetten Trigger gelaufen. Masochistisch veranlagt, ich sag´s doch.

Was war da los?

  • Der 1.Punkt wo bei mir schon die Wut hochkochte war, weil einer Threaderstellerin von einer anderen Person erstmal erklärt wurde, dass sie gar keine Anteile und Täterintrojekte hat (wohlgemerkt das Spektrum bzgl. Anteile ist sehr groß).

Ich persönlich finde das eine riesengroße Frechheit, einfach weil ich der Meinung bin das einer völlig fremden Person nicht zusteht, anhand von wenigen Informationen im Internet, so eine Aussage zu treffen. Wohlgemerkt: Viele Ärzte brauchen für so eine Diagnose Monate bis Jahre und die wollen das direkt über so einen/ein paar Threads ganz genau wissen. Wenn ich das Gefühl habe jemand steigert sich in etwas rein, dann darf ich das ansprechen. Natürlich.

Aber meiner Meinung nach kann man eher sowas schreiben wie: ,,Du ich habe das und das wahrgenommen, anhand dessen was ich jetzt lesen konnte und mir kamen dazu diese und jene Gedanken. Kannst du mit diesen etwas anfangen oder so gar nicht?“ – Wenn man es denn schon unbedingt ansprechen muss.

Sowas ist noch einmal eine ganz andere Aussage, als: ,,Du hast gar keine Anteile“ Punkt. Aus. Ende. ?????

  • Der 2.Punkt der die Wut in Wallung hielt, war das diese Person das rausgehauen hat … und dann wars das. Die Threaderstellerin fühlte sich dadurch (verständlicherweise) sichtlich genötigt, sich zu rechtfertigen und man las einfach das sie dadurch aufgewühlt war. Aber nichts. Keine Reaktion darauf.

Vll regt mich das so auf, weil ich eine ähnlich Situation selbst schon einmal hatte (in einer anderen Gruppe), wo einfach etwas rausgekotzt wird und dann gibts keine Reaktion mehr darauf. Für mich ist das sowas wie: Derjenige sagt was und fühlt sich damit so völlig im Recht, dass es eigentlich Wurst ist wie du drauf reagierst. Das es eigentlich egal ist ob es stimmt oder nicht, weil der Gegenüber schon beschlossen hat, dass seine Aussage richtig ist. Genau solche Art von Unterstellungen hat meine Mutter eigentlich permanent betrieben und genau deswegen stört mich das vll auch so stark.

Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte

  • Der 3.Punkt und da wars dann auch wirklich vorbei mit meiner inneren Ruhe (oder wie auch immer man diesen Zustand nennen will😅) war, als unter einem anderen Beitrag darüber diskutiert wurde, dass immer mehr Leute die Anteile in der Therapie eingeredet bekommen. Das es ganz viele in der Gruppe gibt, die gerne Anteile hätten und sich deshalb so darstellen, aber nur wenige, die wirklich welche haben (FREMDEN Leuten wurde also erstmal pauschal das Lügen und gezielte Manipulieren unterstellt).

Dann wurde da aufgezählt wie viele sich Anteile einfach einreden. Das viele einfach nur jemand wollen, den sie die Schuld in die Schuhe schieben können und deshalb Anteile erfinden. Wie diese Leute über Symptome lesen und jene dann plötzlich an sich entdecken und sich deshalb bestätigt fühlen. Wie die Ärzte dann deshalb darauf reinfallen und falsche Diagnosen vergeben. Das die Leute aber eigentlich auch nur sehr viele Probleme haben (was für ein widerliches, gekünsteltes Mitleid), sonst würden sie ja nicht so lügen. Und bla bla bla ….

Was macht das mit mir?

Mir ist bewusst das ich mir nicht jeden Schuh anziehen und mich angesprochen fühlen muss. Hab ich mich diesmal, in dem Sinne, auch nicht. Also ich ging jetzt gar nicht davon aus, dass ich damit gemeint sein könnte o.ä.

Das ändert aber nichts daran, was diese Aussagen in mir auslösen. Sofort fühlen sich sämtliche Zweifel in mir nämlich wieder bestätigt. Ich denke ja selbst ständig das ich nur lüge, nur Aufmerksamkeit will und gar kein Recht habe, mich schlecht zu fühlen, weil mir ja nichts fehlt. Genau sowas bestätigt das dann sofort wieder.

Ich hab richtig Probleme in meinem Kopf jetzt diese Gedanken wie: ,,Bestimmt hast du dir die Symptome auch nur angelesen. Eigentlich fehlt dir gar nichts. Was für ein kranker Simulant du bist!“ zu unterdrücken. Oder Gedanken wie: ,,Vll will deine Therapeutin auch nur gerne mit Anteilen arbeiten. Du kannst der vll gar nicht glauben oder sie ernst nehmen, wenn sie dir was sagt! Die will dich auch nur manipulieren!“ usw. usf.

Das ist richtig übel und ich habe zu kämpfen, mir immer wieder ins Gedächtnis zu rufen, dass ich diese Symptome schon vorher hatte. Also bevor ich darüber las. Das ich eine Diagnose in diesem Bereich schon hatte, bevor ich mit Dissoziation und Anteilen überhaupt etwas anfangen konnte. Das meine Therapeutin mir gar nichts einredet bzgl. Anteilen. Das wir ganz im Gegenteil sogar, sehr wenig davon sprechen und immer nur dann, wenn ich mich dazu bereit fühle.

Wenn dann aber aufgezählt wird warum und wie man den Ärzten auch nicht glauben darf. Das man auch den Symptomen nicht richtig glauben kann, weil die könnten ja eingebildet sein usw. Dann sind das einfach all die Ankerpunkte, an denen ich mich versuche festzuhalten, um mich selbst und mein Erleben ansatzweise ernst nehmen zu können. Und die werden einem dadurch einfach entzogen. All diese Ankerpunkte werden einfach hingestellt als ,,auch nicht vertrauenswürdig“. Und nun muss ich mich zusammenreißen, mein bisschen Vertrauen in mich und auch in meine Therapeutin nicht wieder zu verlieren.

Ja ist das denn der Sinn einer Selbsthilfegruppe??

Warum ich mich so aufrege

Ich habe darauf auch ziemlich klar meine Meinung deutlich gemacht und das ich dieses Verhalten, in solchen Gruppen, nicht okay finde. Und ich finde natürlich durchaus, dass man darüber mal sprechen darf und ich glaube auch das es Menschen gibt, die sowas wirklich simulieren. Es ist ähnlich wie bei einer Vergew*ltigung, wo es auch Frauen gibt die sowas erfinden. Und genau das nimmt echten Betroffenen dann die Glaubwürdigkeit. So kann man das auch auf anderes übertragen. Daher verstehe ich das schon.

Trotzdem kann ich das doch nicht einfach pauschal anderen unterstellen. Und gerade in solchen Gruppen, wo die meisten Probleme haben sich selbst zu vertrauen und sich zu glauben, finde ich es nicht okay solche Diskussionen, noch mit dieser Wortwahl, zu führen. Vor allem mit dem Hinweis, dass sich auch viele solcher ,,Simulanten“ in dieser Gruppe aufhalten würden. Sodass sich schön erstmal jeder fragen kann, ob er nicht auch dazu gehört.

Soviel Verständnis, was das in anderen auslöst oder auslösen könnte, sollte man doch erwarten können, oder nicht?

Erwarte ich da etwa zu viel?

Auf meine Reaktion wurde dann zum Teil mit Unverständnis (,,Du bist ja drauf„), gar nicht oder sogar lachend reagiert. Ich schildere meine Emotionen dazu und werde ausgelacht. Was soll ich´n davon halten?

Auch da wieder: Auslachen war bei meinen Eltern Gang und Gäbe. Kann niemand wissen, ist aber auch einfach keine empathische und angemessene Reaktion. Null.

Ich will denen ja gar keine böswillige Absicht unterstellen, aber ich finde schon das man ein bisschen mehr darauf achten kann WO man sich befindet und WAS man da WIE sagt. Da gehts auch nicht darum den anderen „den Bauch zu Pinseln“ (wie permanent unterstellt), sondern einfach um Rücksichtnahme. Vll kann man sich auch einfach mal daran zurückerinnern, wie es einem selbst am Anfang bzgl Leugnen etc. ging oder in Betracht ziehen, dass nicht jeder gleich mit der Situation umgeht, wie man selbst.

Täterverhalten

Gefühle und Empfindungen ausreden und weg geredet bekommen. Nicht ernst genommen werden. Sich übergangen fühlen, weil andere über dich besser bescheid wissen wollen, als du. Vermittelt bekommen, dass man lügt. Das man sich alles nur einbildet. Das man sich nicht so anstellen sollen usw.

All das kenne ich von Tätern und dann sagt man den Leuten das, dass sie sich gerade genauso verhalten und dann wird das auch einfach nicht ernst genommen. Dann wird argumentiert, dass man ja „nix sagen dürfe“ , weil andere dann direkt damit anfangen, dass dies Täterverhalten wäre usw. Ja wenn es das doch aber ist?! Wenn ich das so empfinde? Oder jemand anders das so empfindet?

Da bekommst´e gleich als Nächstes vermittelt, dass das Gefühl man wäre gerade in die Tätersituation zurückversetzt (und fühlt sich deshalb wieder ähnlich hilflos, übergangen, schlecht usw.) auch nur eine Einbildung ist. Und eine Nervige noch dazu, weil die anderen ja jetzt nicht einfach ihre Meinung sagen dürfen. Die sollen plötzlich auf dein Mimimi Rücksicht nehmen… So fühlt sich das für mich an.

Und das löst auch direkt wieder Scham aus. Scham weil ich mich schlecht fühle und das vll sogar noch äußere.

Aber wenn se sich damit besser fühlen…

Ich jedenfalls finde es nicht okay, dass sich manche benehmen, als müsste man erstmal eine 100seitige Beweisschrift vorlegen und ein Aufnahmeritual bestehen, bevor man ernst genommen werden darf. Oder bevor einem das Recht zuteil wird, nicht ständig das eigene Erleben ausgeredet zu bekommen, nur weil die das anders kennen oder erleben.

Aber ☝, selbst schuld. Was hängste dich auch überall rein🤦‍♀️. Ein Punkt an dem ich ansetzen muss –> Ar*chiges Verhalten lernen zu ignorieren

Strukturelle Dissoziation

Okay, zäumen wir das Pferd nochmal von hinten auf 😅

Wikipedia sagt dazu:

,,(…) Sie geht davon aus, dass durch anhaltende Traumatisierung in der frühen Kindheit eine strukturelle Aufteilung der Persönlichkeit entstehen kann, mit dem Ziel, das Überleben zu sichern und die Funktionsfähigkeit der Psyche zu erhalten, wenn aufgrund komplexer Traumata eine Integration der damit verbundenen Bewältigungsstrategien nicht mehr gelingt. Die Ausprägung der Abspaltung von Persönlichkeitsanteilen bewegt sich auf einem Kontinuum der Dissoziation[1] und reicht von der primären zu einer sekundären bis hin zur tertiären Dissoziation. Die Spaltung der Persönlichkeit kann je nach Schweregrad zu ganz unterschiedlichen Symptomen führen, die jedoch alle demselben Prinzip zugeschrieben werden.“

Schauen wir uns das Ganze mal näher an:

Was ist eine primäre Dissoziation?

Erleben wir ein Trauma, bleibt quasi ein Teil von uns darin stecken…bis wir das Trauma eben geheilt haben. 
Wir können uns das jetzt so vorstellen das wir als Mensch das Erleben, die Gefühle, Emotionen usw. während des Traumas als einen emotionalen Anteil (EP) von uns abspalten.
Abspalten heißt hier, das wir die entsprechenden Gefühle zum Trauma nicht in uns integriert haben, weshalb sie auch jederzeit hervorgetriggert werden können.
Ein Parfüm kann uns dann z.B in das traumatische Ereignis zurück versetzen, wir bleiben aber immer noch wir als Person.
Der EP ist ein Teil von uns selbst und kann wieder in uns zurück Integriert werden.

Und was ist eine sekundäre Dissoziation?

Von einer sekundären Dissoziation wird nach mehrfachen Traumatas bzw. nach langanhaltenden, dauerhaften Stress gesprochen. Also wie bei der komplexen PTBS, Borderline, der Ego-State-Disorder oder der pDis (bzw. DDNOS) .
Im Prinzip spricht man nun (immer noch) von einem ANP (anscheinend normaler Persönlichkeitsanteil) und dafür aber von mehreren EP’s. Bei jedem erlebten Trauma wurde ein oder mehrere Traumaträger abgespalten.

So und jetzt wird’s interessant, denn wir haben von der KPTBS bis zur pDis ein breites Spektrum und keiner will ja behaupten, alles wäre das Gleiche.

Also nochmal von vorn:
PTBS, KPTBS, Borderline und Ego-State – Was sich hier überschneidet ist, dass die EP’s immer noch ein Teil der Ursprungsperson sind. Sie werden zwar abgespalten, sind aber  keine völlig autonom agierenden Personen.
Was wir da finden sind Gefühle (starke Wut, starke Trauer, …) oder auch verschiedene Persönlichkeitszustände (sich klein machen, sexuell sehr offenherzig sein, ….). Bei den Betroffenen kann dieser Zustand oder dieses Gefühl übernehmen, aber sie SIND dann dieser Zustand oder dieses Gefühl. Es gibt nur diesen einen ANP.

Jetzt haben wir aber noch die pDis:

Auch hier habe wir noch eine Ursprungsperson, also die, die auch so zur Welt kam. Abgespalten sind auch hier mehrere EP’s (es gibt bei den EP’s übrigens nicht wirklich eine Grenze nach oben).
Der Unterschied zu den anderen „Störungen“ ist der, dass die EP’s weiter vom ANP abgespalten sind, d.h die Traumabarrieren sind größer. Sie sind auch schon richtige (Innen)Personen, mit eigenem Erleben, Meinungen, Erinnerungen, Fühlen usw. Während des Traumas kann es z.B notwendig gewesen sein, dass ein eigenständig handelnder Persönlichkeitsanteil übernimmt. Gerade wenn z.B auch immer wieder die gleichen Traumatas aufgetreten sind, in welchem der entsprechende EP „gefordert“ war.
Diese EP’s können im Notfall (oder wann sie es halt für richtig erachten) auch rauswechseln und dadurch eine Amnesie verursachen. Allerdings passieren solche Wechsel (inkl.Amnesie) weniger als bei der Dis.

Nun zu der tertiären Dissoziation:

Diese entsteht ebenfalls nach langanhaltenden, dauerhaften, frühkindlichen Stress, d.h es gibt wieder viele EP’s. Waren die traumatischen Erfahrung für das
Kind jedoch so schwer zu bewältigen (*), dann reichte es nicht mehr aus das sich nur ein ANP um den Alltag kümmert und die Traumata abspaltet, sondern mindestens ein zweiter ANP musste her.
Die Ursprungsperson, so wie sie mal auf die Welt kam, gibt es da also gar nicht mehr. Auch die ANP’s sind jeweils nur Teilpersönlichkeiten, welche für den Alltag zuständig sind und je nachdem welche Alltagspersönlichkeit welches Trauma erlebt hat, haben auch diese wieder EP’s abgespalten. Jeder ANP hat also seine eigenen EP’s und die Traumabarrieren untereinander sind ebenfalls sehr hoch.
Bezogen wird die tertiäre Dissoziation auf die Dissoziative Identitätsstörung.

* Ganz wichtig:
Damit meine ich nicht dass das Trauma oder die „Störung“ des einen mehr oder weniger schlimm ist! Es gibt Menschen mit „nur“ einer Borderline-PS, die aber jahrelangen sexuellen und psychischen Missbrauch erlebt haben und dann gibt es Menschen mit einer Dis, die „nur“ emotionalen Missbrauch erlebt haben. Es kann z.B ebenso Betroffene von einer pDis geben, die von rituellen Missbrauch betroffen waren. Also auch da ist nicht nur die Dis aussagekräftig.
Die Anzahl der Anteile oder die Art der „Störung“ lassen also NICHT auf die Schwere des Traumas schließen, nach dem Motto: ,,Mir gehts aber viel schlimmer als dir 🙄“. Was und wie sich etwas entwickelt und wie jemand etwas erlebt, hängt mit sooo unglaublich vielen Faktoren zusammen und lässt sich zu 1000% nicht anhand einer Diagnose festmachen.

Meine persönliche Meinung:

Ich hab’s jetzt aufgegeben mich irgendwo in eine Kategorie einordnen zu wollen (okay, dass ist gelogen🙈, immer mal wieder zwischendurch will ich es dann doch), denn all das ist ja auch nur ein Modell und wie wir wissen, lässt sich unsere Psyche nicht so einfach in eine Schublade schieben.

Ständig denk ich: ,,Ne, also das ist jetzt nur ein Zustand oder ein Gefühl. Gut, also doch nur ne Ego-State! … Ne Moment mal, wer hat die Nummern gelöscht? Also ich wars nicht! Also doch wer eigenes, oder was?! …Obwohl ne, heute gehts mir doch voll gut und bin ich 100% ich. Ach bestimmt hab ich eigentlich überhaupt kein Trauma…“ und während ich das mache, fühle ich so richtig, wie sich im Inneren, permanent, mit der flachen Hand, an die Stirn geschlagen wird 😅.

Wahrscheinlich ist einfach von allem etwas da. Abgespaltene Zustände, Gefühle und irgendwo hat wahrscheinlich auch der ein oder andere sein eigenes Denken 🙈, d.h auch bei einer sekundären oder tertiären Dissoziation muss sich nicht permanent irgendein Anteil, irgendwie bemerkbar machen und nicht jeder Anteil muss eine voll ausentwickelte, eigene Persönlichkeit sein…

DSNNB / DDNOS / PDIS

Was ist eine DSNNB?

= Dissoziative Störung, nicht näher
bezeichnet

Soo, im Prinzip wird diese Diagnose für Menschen genutzt, die nicht vollends in das Bild der ‚Dis‘ reinpassen.

Aber auch wer nicht alle Kriterien für eine andere Diagnose, wie die Derealisations-/Depersonalisationsstörung (weil er z.B Derealisationserlebnisse hat, die aber nicht von Depersonalisation begleitet werden) erfüllt, bekommt diese Diagnose gestellt, ebenso wie Menschen bei denen Dissoziationserlebnisse nach einer Gehirnwäsche auftreten usw.

Also, im Prinzip alles was nicht in das vollständige Bild einer anderen dissoziativen Störung fällt.
Bei der großen Mehrheit ist diese Diagnose aber tatsächlich als Vorstufe/Unterkategorie zur ‚Dis‘ anzusehen.
[Übrigens geht man davon aus das die große Mehrheit der Patienten, die mit einer anderen Dissoziativen Störung (außer Dis) diagnostiziert sind, eigentlich eine DSNNB haben, was einen betrachtlich großen Teil ausmachen würde, leider wird dieses Diagnosebild selten richtig erkannt.]

Im ICD-11 gibt es jetzt aber Gott sei Dank die Änderung das jenes, was wir jetzt als Unterkategorie zur ‚Dis‘ bezeichnen und noch unter den Begriff DSNNB fällt, nun seinen eigenen Diagnoseschlüssel bekommt.
Das Ganze heißt ab 2022 PDIS = Partielle Dissoziative Identitätsstörung.
Das macht die Aufschlüsselung und das Differenzieren endlich etwas leichter.

Wo liegt der Unterschied zur ‚Dis‘?

Im Prinzip ist der Grad zur ‚Dis‘ wirklich extrem schmal.
Personen mit ‚PDIS‘ sind ebenfalls Multiple und haben andere Persönlichkeiten abgespalten, ebenso liegt eine Abspaltung von ganzen Gedächtnisinhalten, Körperwahrnehmung oder Bewegungen (im Gegensatz zum normalen Bewusstsein) vor.

Die Symptome sind soweit auch fast die Gleichen wie bei der ‚Dis‘ (https://good4know.de/2021/01/27/dis-symptome/) , einzig bei den Amnesien wird unterschieden. Was ich persönlich verwirrend finde, ist das manche sagen bei einer ‚PDIS’/DSNNB darf es gar keine Amnesien geben, weil ständiges Co-Bewusstsein zu den anderen Persönlichkeiten herrscht (jeder weiß zu jeder Zeit was der andere getan hat – keine Amnesiebarrieren), andere sagen wiederum das es sehr wohl Amnesien geben kann, diese aber weniger stark ausgeprägt sind, als bei der ‚Dis‘. Dieses Modell vertrete auch ich, ehrlich gesagt.

Allerdings gibt es jetzt bei der ‚Dis‘ auch die neue Unterscheidung von Typ 1, bei welchem Wechsel nur unter Traumanahen oder Stresssituationen geschehen und Typ 2, bei welchem es auch zwischendurch zu einem Switch kommt. Vorher habe ich genau diese Unterscheidung eigentlich in den Bereich ‚PDIS‘ und ‚Dis‘ gelegt. Also so wirklich weiß ich das daher auch nicht 😅

Hier habe ich einen Auszug von Alison Miller, aus „Jenseits des Vorstellbaren“ dazu (Asanger Verlag 2014, S. 62):


»Bei DDNOS ist der ANP immer präsent, selbst wenn eine andere Innenperson die Kontrolle über das Verhalten und die Gefühle übernommen hat. Menschen mir DDNOS (die einen Hüllen-ANP haben) können innerlich genau so komplex sein, wie Klienten mit DIS […]. Vieles fällt multiplen Persönlichkeiten mit DDNOS leichter, als solchen mit DIS, da sie keine Amnesie haben und so z.B. nicht feststellen müssen, dass sie sechs mal hintereinander gefrühstückt haben. Doch es fällt Ihnen leichter als DIS-Klienten, irrtümlicherweise davon auszugehen, dass ihre negativen Gefühle durch Situationen in der Gegenwart verursacht werden statt durch ein altes Trauma, das durch etwas in der Gegenwart getriggert worden ist. Und es ist schwieriger für Therapeuten, ihre Multiplizität zu erkennen.«

(DDNOS = dissociative disorder not otherwise specified => DSNNB ist die deutsche Bezeichnung)