Archiv der Kategorie: Persönliches…

Lust auf ein Q&A?

Ich hab mir überlegt, man könnte ja auch mal ein Q&A machen. Habt ihr Lust?

Habt ihr irgendwelche Fragen? Brennt euch was auf der Seele? Kann, muss aber nicht ‚Dis‘ spezifisch sein.

Niklas vom Seelennetzwerk und ich haben außerdem überlegt mal wieder einen Podcast aufzunehmen. Habt ihr irgendein Wunschthema oder sind wir da ganz unserer Fantasie überlassen 😄?

Ein paar Fragen habe ich schon gesammelt. Wenn euch noch mehr einfällt könnt ihr mir das gerne per Mail schreiben oder natürlich kommentieren, ganz wie ihr mögt.

Bis bald 🙋‍♀️

Täterkontakt

[Das schrieb ich im November, nur der letzte Absatz ist aktuell]

,,Sie wissen, Täterkontakt behindert die Therapie und den Heilungsprozess“ . Darauf wies mich meine Therapeutin letztens nochmal ganz vorsichtig hin …

Joar, würde ich so bestätigen. Also jeder der mir erzählen würde, dass er noch mit den Tätern Kontakt hat, den würde ich genau das Gleiche sagen. Is ja auch irgendwo naheliegend und logisch.

,,Du kannst nicht in der selben Umgebung heilen, wie du krank wurdest“ ist doch da so ein berühmter Spruch.

,,Und warum machst du’s dann?“ .

Ja, keine Ahnung. Warum nicht? Man gönnt sich doch sonst nichts im Leben 🤷‍♀️.

Sorry, mein zweifelhafter Humor ist heute mal wieder mit anwesend.

Kontaktabbruch

Naja, also zum Großteil hab ich ja schon den Kontakt abgebrochen, z.B zu meinen Eltern. Ich bin ja nicht ganz behämmert. Und auch zu einem anderen Teil habe ich vor Jahren strikt den Kontakt unterbunden.

Jaaha und ich mach dann so lustige Sachen wie denen meine Andresse nicht verraten. Was richtig mega schlau und produktiv ist, da ich ja vor wenigen Jahren erst zurück in meine alte Heimat gezogen bin 👍. Es ist absolut uuunvorstellbar, dass irgendjemand, den ich es nicht wissen lassen möchte, meine Adresse herausfinden könnte, wenn ich im Nachbarort wohne. Unvorstellbar. Echt. Total.

Och und auch so ne super Sache: Ich versuche in den sozialen Netzwerken irgendwie „unter dem Radar“ zu laufen. Ich habe mich bei vielen (wo ich damals mal angemeldet war) abgemeldet, überall meine Bilder rausgenommen und agiere dort nirgens mehr unter meinem richtigen Namen. Ich blockiere alle verdächtigen Personen und habe sogar die Funktion ausgestellt, dass man mich bei Facebook suchen kann (obwohl ich mir nicht sicher bin, ob das wirklich klappt🤔). Also damit hab ich erst angefangen, nachdem ich gecheckt habe, dass mich meine Eltern dort suchen und stalken, aber immerhin. Und mein Gott, es ist kaum zu glauben wie gut das funktioniert!

Vor allem, wenn man andere Familienmitglieder noch in der „Freundesliste“ hat und die trotzdem jeden Scheiß von dir lesen können. Jap. War mir bewusst, hab ich aber trotzdem konsequent ausgeblendet, dass das genauso kacke ist, als würden meine Eltern mitlesen. Dass das im Prinzip Jacke wie Hose ist.

Und direkte Kontakte

Gibt’s auch noch. Ich schlaf ab und an sogar da 😂👍. Also wir blenden jetzt mal völlig aus in welcher Form Täter (ausblenden kann ich nämlich super). Es reicht vollkommen aus, dass es sich um höchst dysfunktionale und toxische Familienstrukturen handelt.

,,Warum gehen Sie da noch hin?“ fragte mich meine Therapeutin letztens. Doofe Fragen, oder? Deshalb ist meine Familie wahrscheinlich auch so unbegeistert von einer Therapie. Immer diese komischen Fragen. Naja, warum gehe ich da denn nun eigentlich noch hin? … Puh, kann man die Frage schieben? Ich weiß die Antwort nämlich nicht. Naja, okay. Es ist ja immerhin auch meine Familie. Und nicht alles ist kacke. Also manchmal. Manchmal sind die auch ganz nett. In guten Momenten. Und sie sind hilfsbereit. Cholerisch, aggressiv, nie für etwas verantwortlich, rechthaberisch, hetzerisch, emotionale Krüppel, aber hilfsbereit. Nicht unbedingt, weil sie einen so sehr mögen. Mehr weil sie nicht Nein sagen können. Aber wer ist schon perfekt?

Und meine (…) hat wiederum Kontakt zu meinen Eltern. Aber die erzählt nichts über mich. Ganz bestimmt nicht. Ich hab sie ja schließlich drum gebeten und meine Wünsche wurden bisher immer respektiert🤞. … Ich weiß auch nicht, vll hat man mir auch einfach irgendwann mal ins Hirn gekackt. Wäre jedenfalls ne Erklärung🤷‍♀️.

,,Was hält sie denn hier?

Noch so eine Frage, die mir meine Therapeutin mal gestellt hat. Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Also warum ich jetzt hier bleibe schon. Denke ich. Ich fühle mich endlich mal wohl. Klar, hätte meine Kindheit hier schöner sein können, aber es fühlt sich trotzdem endlich nach einem Zuhause an. Ich mag meine Wohnung. Meinen Ort. Die Gegend. Ich bin 10 Jahre lang durch Deutschland gereist. Von einer Wohnung in die Nächste. Von einem Ort in den Nächsten. Und ich hab so die Nase voll davon. Außerdem wohnt meine alte Schulfreundin auch hier. Siehste, ein Haufen Gründe.

Aber warum ich überhaupt hier her zurück gezogen bin: 🤷‍♀️. Vor mehreren Jahren wollte eins der Familienmitglieder (zu denen jetzt kein Kontakt mehr besteht), dass ich her komme. Sie hat mir die Wohnung bei ihr schmackhaft gemacht und mir erzählt, dass es doch auch für den Kleinen besser wäre, wenn Familie in der Nähe ist, usw. Hatte se ja auch recht. Also so grundsätzlich. Gleichzeitig starte sie „Verkupplungsversuche“, weil ich wieder mit meinem Ex zusammenkommen sollte.

Ging nur irgendwie alles mächtig schief. Ich bin immerhin aus einem guten Grund von dem weg. Und bei ihr? Dort hatte ich ständig Blackouts, sodass ich dachte die Wohnung wäre voll mit Geistern oder Dämonen und ich wäre ständig besessen 😂. Fand ich irgendwie gruselig. Damals konnte ich das ja nicht mal im Ansatz zuordnen. Aber der Hauptgrund war eigentlich, dass es für mich unmöglich war neben der zu wohnen. Was für ein furchtbar verlogener und herrschsüchtiger Mensch…

Naja, und dann bin ich halt abgehauen. Wiedermal. Ich mach ständig so nen Rotz. Hat ihr schon nicht gepasst, dass ich meinen Ex verlassen habe und „durchgebrannt“ bin und nun das schon wieder. Und als Strafe, denn böse Kinder müssen bestraft werden, haben sie dem Jugendamt und später Gericht eine Lüge nach der anderen aufgetischt. Ich wurde als Mutter einfach komplett entmündigt. Geht leichter als man denkt. Das Jugendamt hat mir gar nicht mehr zugehört. Eigentlich hätten nur noch so Pompoms in deren Händen und ein Anfeuerungstanz für meinen Ex gefehlt. Gesetze am Arsch… Ich las meiner Thera. mal eine E-Mail vor, die die für das Gericht geschrieben hatten und sie war entsetzt (puh, doch nicht nur alles überbewertet). Tja, wie gesagt, böse Kinder müssen bestraft werden und ihre Spielsachen weggenommen bekommen… Zumindest haben die mein Kind scheinbar als eine Art Spielzeug angesehen.

Ich bin vom Thema abgekommen

Ja, ups. Wo war ich stehen geblieben? Ach ja:

Ich hatte danach jedenfalls meinen Drogenabsturz und die Umgebung wo ich saß war keinen Deut besser. Und dann kam ich, vor wenigen Jahren, eigentlich nur zu Besuch zu meinen (…). Und da blieb ich irgendwie. Das war gar nicht geplant. Ich weiß auch nicht so recht. Es war schön dort, irgendwie. Und irgendwann später suchte ich mir dann eine eigene Wohnung in der Nähe. Naja, spontan sein kann ich jedenfalls😅.

Ja und seitdem besteht auch wieder regelmäßiger Kontakt. Also nur zu dem einen Teil. Wie gesagt: Ich bin ja nicht ganz behämmert.

Ich hatte mich vor 2 Jahren schon mal in einer Klinik angemeldet (was ja dann wegen Maskentzeugs nix wurde) und da habe ich auf die Frage ob noch Täterkontakt herrscht, mit Nein geantwortet. … Ich lache immer noch 😂.

Na und wie ist das jetzt? Lest ihr nur auf Facebook mit oder auch auf dem Blog hier? Nur mal so für mich zur Info.

Dank Corona …

… hatte sich der Kontakt stark minimiert und im Sommer hatte ich den Kontakt sogar ganz abgebrochen. Und dann hab ich den Antrag für den Fonds ausgefüllt. Das war auch ein komisches Gefühl. Dieses Gefühl die Familie zu verraten. Das Ding auszufüllen war echt anstrengender, also auch so emotional, als gedacht. Naja und dann tauchte einen Tag später mein (…) bei mir zuhause auf. Etwas was er nie macht … Ich bin schon wieder paranoid. Ich weiß. Veeerrüüücckkt 🙄. Komisch war’s trotzdem, also der Zufall 🤷‍♀️.

Aber er war total nett. Das er wieder Kontakt will und so ein Bla und seitdem herrscht eben auch wieder Kontakt. Ich versuche Telefonate und Besuche schon zu beschränken, aber letztendlich schlafe ich dann doch wieder da. Und wundere mich über meine Panikzustände 😂. Ich musste das meiner Thera. letztens erzählen, weil ich den Zusammenhang nicht verstehe: Das ist keine Panikattacke im herkömmlichen Sinne. Das ist irgendwie anders und tritt spätenstens dann auf, wenn ich gehen will. Es ist als würde dir jemand deine ganze Lebensenergie mit einem großen Staubsauger nach unten hin aussaugen. Ich kann mich dann kaum auf den Beinen halten und will mich eigentlich nur noch irgendwo im Bett zusammenrollen. Und dann kommt diese Panik auf, dass gleich irgendwas schlimmes passiert, wenn ich es nicht tue. Das passierte die ganzen letzten Male, ausnahmslos, kurz bevor ich gehen wollte.

Und heute?

Ich hab das, wie gesagt, im November geschrieben. Hat sich seitdem was verändert?

Naja, ich ändere auf der einen Seite, total paranoid, ständig meinen Namen auf Facebook und mach dann gleichzeitig so Sachen wie ein Bild von mir reinzustellen. Hatte ich bestimmt über ne Woche drin 😅. Ja nö, die Logik dahinter versteh ich auch nicht 🤷‍♀️. Oder erzähl (…) Sachen die ich gar nicht erzählen sollte. Aber so aktuell geht auch in meinem Kopf rum: Warum sollten sie es nicht lesen? Egal wer von denen. Warum sollten dich die Menschen, denen du ursprünglich aus dem Weg gehen wolltest, nicht finden und lesen? Ist es nicht eh Wurst? Von der familiären Seite hab ich mitbekommen, dass es nicht so positiv ankommt, dass ich private Dinge öffentlich teile. Und das ist sooo lächerlich, sorry Leute. Ich rede über, ja Kram, nix weiter und das ohne Identität. Kackt euch nicht ein.

Und das Nächste ist: Es ist und war wirklich nicht alles schlecht und irgendwie geht mir meine Paranoia dermassen selbst auf den Keks. Irgendwo existiert da schließlich auch noch dieser kleine, heile Teil der Vergangenheit und vll ist es der, von dem ich mich nicht trennen will. Who knows 🤷‍♀️. Aktuell, bzw mehr seit der Pause, bin ich jedenfalls irgendwie auf dem Stand, dass ich auf dieses Versteckspiel und diese dramaturgische Sche*** keine Lust mehr habe. Kennt ihr diese Stelle aus nem Lied: 🎶“Is mir egal, is mir egal“ 🎶… Passt voll zu meinen derzeitigen Gedanken. Naiv? Vll. Kontraproduktiv? Höchstwahrscheinlich. Aber ich hab keine Lust mich für Sachen zu verstecken, die einfach nicht mein Fehler waren. Punkt. Lest doch mit. Macht was ihr wollt. Is mir egal.

Aber hey, wahrscheinlich erzähl ich euch in 2 Wochen wieder was ganz anderes. That’s life 🤷‍♀️

Ich bin wieder da 🥳

Frohes Neues erstmal

…wünsche ich allen! Ich hoffe ihr hab die Feiertage relativ gut überstehen können.

Hier verlief das alles recht gut. Heiligabend und an den Feiertagen waren wir zu viert. Meine Freundin kam mit Tochter vorbei, mein Sohn war da und es war eigentlich ein recht entspanntes und schönes Weihnachtsfest. Nach den Feiertagen war ich einige Tage innerlich sehr angespannt und gereizt und jedes kleinste Ding hat mich auf die Palme gebracht. Ich glaube das waren bisher allerdings die einzigen Auswirkungen. Auch die schlechten Träume hielten sich ganz gut in Grenzen.

Wie verlief die Pause und wie geht’s mir aktuell?

Die Pause war wirklich hilfreich und wahrscheinlich werde ich auch häufiger mal so einen freien Monat einschieben. Nach vorheriger Ankündigung natürlich, nicht das ihr noch denkt ein Bär hat mich gefressen, wenn ich einfach weg bin 😅.

Nein, es tat wirklich gut. Ich hatte die Social Media Apps vom Handy gelöscht und hab auch die aktuellen Nachrichten komplett ignoriert. Ich schaltete das Radio aus, sobald die Nachrichten dran kamen und hab auch meinen Google NewsFeed dementsprechend verändert. Und wie ich sehe, hab ich auch absolut nichts verpasst. Es scheint alles beim Alten zu sein. Und auch die Fachliteratur, die ich eigentlich eher und auch sehr gerne lese, hab ich jetzt schon recht lange nicht mehr angefasst. So übel bin ich gar nicht darin meine Gefühle zu erkennen, aber wenn’s darum geht zu merken, dass ich mich gerade selbst total überlaste, diese Grenze zu spüren, dann merke ich das leider oft erst 5 vor 12. Aber ☝, ich denke ich werde besser darin .

Vor allem habe ich aber auch nicht nur Dinge weggelassen, sondern ich habe endlich mal wieder etwas für mich gemacht. Ich hab das vorher irgendwie gar nicht so gecheckt, aber ich war so fokussiert auf Therapie und „Was hast du?“ und „Was kann ich tun?“ und das dadurch aufgewühlte irgendwie zu händeln, dass das echt flöten ging. Mir fällt das immer schwer, wenn ich in einem Thema drin bin und daran und damit arbeiten möchte, es dann zwischendurch auch einfach mal „auszustellen“. Aber diese Pausen sind halt doch echt wichtig.

Naja, ich hatte auf jeden Fall eine überwiegend entspannte und schöne Pause, die unglaublich geholfen hat Ressourcen wieder aufzufüllen. Ich hab jetzt keine Spontanheilung erfahren😅, aber es geht mir auf jeden Fall wieder recht gut.

Apropos Therapie…

Joar, kann ja nicht alles supi sein😅🙈.

Ne, eigentlich ist auch mit der Therapie alles wie vorher. Naja, keine Ahnung. Ich hab ja für Dezember die Termine abgesagt und wir sehen uns auch erst Ende Januar wieder, auf meinen Wunsch hin. Allerdings … Naja, ich, keine Ahnung. Ich würd am liebsten gar nicht mehr gehen, aber das ist auch irgendwie doof. Es wurden ja jetzt extra nochmal Stunden vom Fonds bewilligt und von der Krankenkasse wurden auch nochmal 20 bewilligt. Ach aber irgendwie will ich in diesen ganzen Strudel nicht wieder eintauchen. Ich muss da irgendwie noch nen Mittelweg finden. Mal gucken.

Uuund, vllt fällts auf, aber ich spreche mal wieder ganz begeistert im Singular. Ich bekomme derzeit Pestbeulen bei dem Wort „Wir„, allein nur bei dem Gedanken daran. Es ist noch Kontakt da, zwar mau, aber er liegt immerhin nicht wieder komplett brach. Es ist echt immer 1 Schritt vor und gefühlt 4 zurück. Das ist derzeit mal wieder soooo unreal alles, dass es einfach nicht wahr sein kann. Das einzige was sich in der Pause leider eher zum Negativen hin verändert hat. Vllt ist das auch einer der Gründe warum ich mich derzeit so vor der Therapie scheue. Aber naja, ich versuch das so zu akzeptieren wie es derzeit ist. Wird schon seine Gründe haben 🤷‍♀️.

Was gibt’s noch?

Ich denk mal, dass es jetzt wieder recht normal mit Sonntagsbeiträgen weiter feht. So richtig von der Muse geküsst bin ich allerdings noch nicht, weshalb ich nicht versprechen kann was kommt. Ich hab nämlich im letzten Monat den Blog auch nicht angerührt😅. Ein paar Artikel hab ich allerdings noch vom November, wahrscheinlich werde ich die erstmal veröffentlichen und dann mal schauen. Ideen hab ich auf jeden Fall en masse. Die müssen jetzt nur noch verschriftlicht werden.

Was ich allerdings definitiv demnächst gerne machen möchte, ist eine bestimmte Traumreihe niederschreiben. Ich finde diese Träume total interessant, weil man sie auf so vielen verschiedenen Ebenen deuten kann, aber ich denke da werde ich immer mal so zwischendurch einen veröffentlichen. Ob ich die auf Instagram allerdings auch veröffentliche, weiß ich noch nicht 🤔.

Apropos Instagram. Die alten Beiträge von der Website, die ich auf Instagram noch nicht oder nur teilweise habe, werde ich weiter unter dem „repost“ Stempel veröffentlichen. Das geht dann in ein paar Tagen auch direkt wieder damit los. Allerdings werde ich mich weiterhin eingrenzen, was das lesen anderer Beiträge betrifft. Bevor ich mich wieder selbst ins nächste Loch triggere, lass ich es vorerst besser einfach. Diesbezüglich bleibt’s also weiter ruhig.

Und für die, die mir auf Facebook folgen: Dort geht’s auch wieder weiter. Mal schauen ob täglich, aber es passiert auf jeden Fall wieder was. Falls ihr Lust habt auf der jeweiligen Plattform vorbeizuschauen, hab ich euch den Link zu meinem Profil verlinkt. Ihr braucht nur auf das grüne Instagram oder Facebook oben klicken.

Achso und vielen Dank an die neuen Abonnenten! Ich hab mich sehr gefreut, als ich wieder reingeschaut habe😘

Beitragspause, Depressionen, Hetze, usw

Wir werden in eine 1-monatige Postpause gehen. Die nächsten Beiträge werden also voraussichtlich erst wieder Anfang Januar 2022 erscheinen.

Eigentlich habe ich ganz viele Themen schon ausgearbeitet und vorbereitet und hatte ganz viele Ideen, was ich angehen will, aber es muss dringend eine Pause her. Nicht nur andere Sachen nicht lesen usw, sondern so komplett muss eine Pause her.

Ich habe auch bei der Therapeutin um eine Therapiepause gebeten. Leider geht auch hier das ganze Thema Corona, Impfung usw nicht mehr so gut an einem vorbei, wie es vorher irgendwie noch möglich war. Gerade der aktuell aufkommende Zwang und die regelrechte Hetze (,,Grenzt Impfgegner aus!“ ) belastet uns stark und macht uns extrem zu schaffen. Sowas z.B zu sehen, lässt sich emotional nicht mehr wirklich abschütteln:

Wie wir zu dem ganzen Thema stehen und warum uns das so belastet, hatten wir letztens in einem Instagram-Post angeschnitten (siehe Slider rechts auf dem Blog – Dort findet ihr das Bild und wenn ihr es anklickt auch unseren Text darunter, müsste auch ohne Instagram-Profil gehen🤔). Letzte Woche führte das zu einem regelrechten Systemkollaps (vermehrt Blackouts und Aktionen, die mir überhaupt nicht passen) und nem richtigen Hammer extra Depressionen obendrein. Dazu kommt sowieso die aktuelle Zeit November-Januar, wo die Nerven eh generell etwas freier liegen. Nett ausgedrückt😅.

Wir haben beschlossen jetzt einfach mal einen Monat lang so zu tun, als wäre alles gut. Ob das hinhaut, weiß ich auch noch nicht, aber der Plan sieht so Sachen vor wie: Videospiele spielen, Romane lesen, wieder mehr rausgehen (heute hat es geschneit, Yieppe 🥳) und an Räucherkerzchen schnuppern. Vll gebrannte Mandeln selbst machen und Kekse backen natürlich😊. Einfach mal Dinge tun, die nichts mit Psyche, Problemen oder dem politischen Wahnsinn da draußen zu tun haben. Das versuchen wir natürlich sonst auch irgendwie, sind kürzer getreten usw., aber letztendlich wird das alles eben doch wieder von Therapiethemen oder anderen ähnlichen Sachen unterbrochen. Deshalb wird’s auch erstmal kein Social-Media geben, YouTube, Nachrichten u.ä. Die Welt geht schließlich auch ohne uns glücklich und erfreut weiter unter 🤷‍♀️😅.

Kurz gesagt: Wir wollen versuchen, einfach mal einen Monat lang den Affen zu spielen, der sich Augen, Ohren und Mund zuhält. Einfach mal wieder den Alltag mit ein paar angenehmen Dingen füllen. Inwieweit das hinhaut, wird sich dann natürlich noch zeigen.

Mails könnt ihr natürlich trotzdem weiterhin schicken, nur das ihr euch nicht wundert, wenn erstmal keine Reaktion kommt. Im neuen Jahr geht’s dafür dann aber mit Sachen weiter, wie: Innere Kommunikation; Was man bei Verdacht auf (p)Dis tun kann; Wie es bei uns zur Diagnose kam; neue Imaginationsübungen; Essstörungen, usw.

Wir wünschen allen jetzt schon mal hoffentlich ruhige und schöne Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr 🥳.

(Erzwungene) Soziale Isolation

Ja, der Titel ist irgendwie kacke, aber mir fiel kein passenderer ein 🤷‍♀️. Im Beitrag von vor ein paar Wochen „Wie Selbstbestrafung auch aussehen kann“ (die beiden Beiträge hängen also zusammen) meinte ich ja, dass ich nochmal auf das Ding mit der sozialen Isolation, in Bezug auf Selbstbestrafung, näher eingehen möchte.

Edit: Ich les das gerade Korrektur und dabei fällt mir auf, dass ich schon wieder dermaßen um den heißen Brei herumrede. Es geht kurz und einfach um andere (innere) Personen, die ein Problem mit manchen Themen haben.

Naja, wollen ist die eine Sache

Können die andere. Nein, nicht weil mal wieder ,,Das daaarfst duu nicht maachen“ (stellt euch das bitte total theatralisch gesagt vor, wie in so einem schlechten Hollywoodstreifen – Ja ich werd schon wieder fies 🙈) kommt. Nö, eher hätte ich das wohl gleich abtippen sollen. Wenn dann einige Zeit ins Land gegangen ist, habe ich so gut wie keinen Zugang mehr zu dem was da ablief (brauch also auch gar keiner sagen ,,Sei mal still“ ). Also schon. Ich notiere ja auch immer so ein paar Sachen, während solcher Phasen. Aber irgendwie auch nicht.

Stellt euch meinen Kopf wie eine große Schublade vor, in der sich ganz viele Aktenorder befinden, die mit Karteikarten von einander getrennt sind. Während so einer „Phase“ befinde ich mich im Aktenordner XY und dann springe ich einfach wieder 3 Aktenordner zurück in den „Alles ist doch total normal. Gibt’s etwa ein Problem?“ . Und hier in dem Ordner ist alles so chillig (okay, jetzt übertreibst du), dass ich gar kein Verständnis mehr dafür hab, was in Aktenordner XY so schlimm gewesen sein soll. Versteht diesen Vergleich einer?🤔

Naja, ist ja auch Wurst. Wir tun alle einfach so als ob. Ich hab mich auf jeden Fall entschlossen eine E-Mail von uns (an unsere Thera.) hier zu veröffentlichen. Dann kann ich danach nämlich näher drauf eingehen. Das macht es ein bisschen leichter, einen Faden zu finden. Selbstverständlich (oder leider, je nachdem ob aus unserer oder eurer Sicht gesehen) habe ich die Mail zensiert. Erstmal habe ich sie gekürzt und dann die wichtigen Stellen mit „(…)“ ersetzt. Ihr könnt sie dann mit lesen oder auch nur den anderen Teil. Ich denke eine Triggerwarnung braucht es aber nicht.

Die Mail (1. Teil)

,,Hallo Frau (…),
ich versuche das was die letzten Tage los war irgendwie einmal zusammenzufassen. (…)
Am Mittwochmorgen zeigte es mir auf Facebook eine Erinnerung an, von einem Beitrag den ich letztes Jahr postete. Es ging um einen Text von Frau Huber, der sich um (…) drehte. Ich mag gerade nicht näher darauf eingehen. Und ich weiß nicht genau, was dann der ausschlaggebende Grund war, warum oder was da genau passierte. Ich war auf jeden Fall sehr getriggert. Meine Körper fühlte sich an, als würde er brennen, meine Haut fing an zu jucken und es fühlte sich an, (…) Aber das rollte alles langsam an und kam nicht schlagartig.

Ich tippte dann einfach ins Handy ein, was im Kopf los ging. Welche Worte und Gedanken sich immer wiederholten und veröffentlichte das, ohne drüber nachzudenken, auf dem Blog. Normalerweise bereite ich alle Beiträge vor und lese sie mehrmals Korrektur, bevor ich sie öffentlich stelle. Aber da tippte ich einfach auf veröffentlichen, weil mir das in dem Moment so richtig vorkam. Weil es einmal so echt war und nicht mit so vielen Filtern überzogen und verpackt.

(…) Das ich das veröffentlicht habe, war, glaube ich, nicht so gut. Ich bekomme die genaue zeitliche Abfolge bzw. was was ausgelöst hat aber nicht mehr so gut auf die Reihe, daher versuche ich das einfach niederzuschreiben wie ich es im Kopf habe. (…) Wir sind dann jedenfalls raus. Und ich lief so schnell es nur ging. Sodass es bereits weh tat. Ich wollte das es weh tut. Und dann hab ich irgendwie einen Hänger im Kopf.“

Kommentar dazu

Es ging um einen Post den ich veröffentlichte (ist mittlerweile wieder rausgenommen). Das war ne unüberlegte Handlung, ich weiß auch gar nicht warum ich das gemacht hab. Ich hab das später noch versucht zu retten, indem ich noch etwas dazu schrieb. Mit eher mittelmäßigen Erfolg. Allerdings weiß ich bis heute nicht, was so dramatisch daran war, aber gut. Der war aber nicht der Auslöser. Das hat irgendwie alles komisch zusammengespielt und lag wahrscheinlich eher daran, dass ich mich mit einem bestimmten Thema gedanklich „zu viel“ auseinandergesetzt habe bzw. es kurzzeitig tatsächlich ernsthaft in Betracht zog. Naja egal, weiter im Text…

Die Mail (2. Teil)

,,Als (…) da war, kamen mir manchmal Sachen komisch vor. Schon im Sommer habe ich das beobachtet. Also, also ich komm mir so dämlich vor darüber überhaupt nachzudenken. Ich weiß nicht, er wusste so oft Dinge gar nicht mehr und er war so oft einfach ein anderer (…) und dann wieder ganz normal und ja keine Ahnung. Ich fand einfach Dinge komisch. Und an irgendeinem Abend ging mir auch (…) so durch den Kopf und so Sachen eben. Und ich weiß nicht mehr ob ich am Mittwoch, also am gleichen Tag wie oben, auf diesen Gedanken kam oder vorher. Es fühlt sich an, als hätte ein Sturm in meinem Kopf gewütet und jetzt liegt nichts mehr da, wo es mal lag oder liegen sollte.

Ich hoffe das Sie irgendwie verstehen worauf ich vllt. hinauswill / was ich meine. Ich kann das nicht sagen oder ausschreiben. Bei dem Gedanken daran, kommt da gerade unheimlich viel Scham auf, aber das löst auch noch mehr aus. Ich muss das irgendwie versuchen nur anzureißen.

Auf Instagram folgt mir und folge ich einer Betroffenen, die auch eine Dis hat (…). Ich weiß nicht warum ich das gemacht habe, aber mir fiel niemand anderes ein, den ich hätte fragen können. Also jemand der so direkt betroffen ist. Ich hab gar nicht viel geschrieben, nur kurz angerissen um was es mir geht und wie und ob überhaupt man sowas überhaupt bei (…) merken kann. (…) Ihre Antwort war sehr freundlich und sie hielt sich auch sehr an der Oberfläche auf. Da war also nichts schlimmes (…) Nach ihren Antworten wimmelte ich sie jedoch, so gut es ging, gleich wieder ab und sagte das ich nicht näher darauf eingehen will und da auch nichts ist. Ich weiß nicht, ich hätte nicht schreiben dürfen und ich weiß auch nicht warum ich das gemacht habe. Und ich weiß auch nicht warum ich das ausgerechnet an diesem Tag machen musste.

Auch hier fehlt mir die zeitliche Abfolge. Im Kopf jedoch ging ein totales Chaos los. Und ich verstehe das nicht. (…) Aber nachdem ich dieser Frau geschrieben habe, ich weiß nicht, vllt. war es zu konkret was ich angesprochen habe, wirklich ich weiß es nicht, aber da ging ganz viel los.
(…) ,,Nie mehr darfst du dich mit anderen so austauschen. Nie mehr. Gar nicht mehr mit ihnen schreiben. Du kannst nicht mit anderen in Kontakt treten. Schäm dich. Du lügst. Du lügst jeden an und alle merken es.“ (…)
Ich kann mich nur mit Mühe und Not zusammenreißen und nicht den ganzen Blog löschen. Ich will das nämlich nicht. (…) Aber diese Gedanken mit niemand mehr zu sprechen sind überwältigend. Es ist kein Verbot. (…) Das ist anders. (…) fühlen sich an, als kämen sie von mir selbst. „

Kommentar dazu

Ja da ging es um eine Sache, die ich auch hier nicht näher erläutern werde. Nachdem ich geschrieben hatte, ging es zwar richtig los, aber ich glaube das war nur das Tröpfchen, was das Fass zum Überlaufen brachte. Es ging wahrscheinlich um das Thema, das da im Kopf präsent war. Mittlerweile hat sich einiges wieder gelegt und mir ist auch wieder klar, dass mir Gedanken daran auch schon einige Zeit vorher kamen. Immer mal wieder. Und ich weiß nicht, ob der Trigger vorher diese Gedanken dann so konkret im Kopf gemacht hat oder was es nun war. Auf jeden Fall ging hier ganz schön was los und ich hatte immer weniger Kontrolle. Jetzt ist alles wieder ganz weit weg geschoben und auch emotional total abgekapselt. Also alles wieder chillig. Oder, naja, so in der Art jedenfalls.

Was ich da auch anspreche ist das, was im Kopf abgespult wurde. Mit „es ist kein Verbot“ meinte ich, dass niemand sagt „Du du du☝ , dass darfst du aber nicht“ . Mir war bewusst das diese Gedanken nicht von mir kommen, sie wurden aber so rüber gebracht, als kämen sie von mir selbst. Das ist echt scheiße zu beschreiben. Und die waren nicht primär darauf ausgelegt mir zu erzählen wie kacke ich bin. So wie ich das oft von den üblichen Beleidigungen und Beschimpfungen kenne. Die haben durch ihre Worte/Gedanken eher zu einer Trennung zur Außenwelt hin geführt. Ich versuch’s gleich nochmal besser zu erklären. Das ist echt doof zu beschreiben irgendwie.

Die Mail (3. Teil)

,,In Folge kam auch das Leugnen wieder so stark. ,,Nichts ist echt. Nichts von alle dem.“ (…) Als wir uns gestern gesehen haben war das so laut im Kopf. ,,Das ist alles eine Lüge. Ich lüge. Und ich brauche keine Therapie. Das ist Schwachsinn.“ Ich weiß nicht warum ich trotzdem hinkomme. Ich glaube, weil ich nicht aufhören will in die Therapie zu kommen. Aber ist das nicht wieder ein Beweis für meine Lügen? Wenn es so schlimm wäre, käme ich nicht mehr. Und dann muss ich an meine Familie denken. (…) Gerade die Paranoia macht mir momentan sowieso starke Probleme, da mir manche Dinge wieder hochkamen, wie z.B die Emails meiner (…) damals oder auch das mein (…) genau dem Tag, nachdem ich den Antrag für den Fonds ausgefüllt habe, aufkreuzte usw. (…)

Und ich möchte gerne mit Ihnen darüber reden (…)
Als ich dann gestern bei Ihnen saß wollte ich so viel ansprechen und sagen, aber es ging nicht. Also es ging wirklich nicht. Ich will es sagen und ich habe die Worte im Kopf, aber sie gehen nicht über meine Lippen. Da zu sein fühlte sich schon so falsch an. Und als wir dann draußen waren und ich neben Ihnen lief, ging es die ganze Zeit in meinem Kopf: ,,Feind. Feind. Feind.“.
Ich weiß, dass Sie nicht mein Feind sind, aber ich weiß nicht was ich gegen diese Gedanken, und das was sie in meinem Körper auslösen, tun soll und wenn ich leugne, dann richtet das aber auch soviel in mir an. So viel Selbsthass. Der ist kaum erträglich.

Ich komme nur aus allem raus, wenn ich zurück in meine Filterblase rutsche, wo alles nur ein Spiel ist und alles nicht echt. Nicht real. Und wenn ich mit Ihnen rede, also das was wirklich los ist, dann kann ich nicht in dieser Blase bleiben und dann geht das im Kopf wieder los. Und ich weiß nicht, wie ich das stoppen kann. Wenn ich mit anderen rede, so über das Echte was gerade los ist, nicht über das Freigegebene, dann löst das etwas aus, über das ich nicht weiß, wie Herr darüber werde. Wie ich dann weiterleben soll. Es übernimmt einfach meine Gedanken und Gefühle.

Es ist wie eine Parallelwelt. Eine Welt, in der ich und meine Gedanken jetzt existieren, aber diese fühlt sich so oberflächlich an. Dort fühle ich mich so einsam, weil ich mit niemand reden kann und wo mich niemand wirklich kennt. Und eine, wo meine echten Gedanken sitzen, aber die darf ich nicht betreten. Vllt. will ich es auch nicht. Aber vllt. will ich es nur nicht, weil dann sofort dieses Chaos im Kopf los geht. Aber vllt. bin ich auch ein zwanghafter Lügner. So oder so möchte ich, dass das weg geht, aber ich weiß nicht wie. Wirklich nicht. Immer wenn Sie mit etwas anfangen, was mein Innerstes betrifft, baut sich diese große Mauer auf und da kommt soviel Scham. Ich weiß nicht, wie ich das ändern kann und das löst wieder soviel Ohnmacht und Verzweiflung in mir aus. (…)“

Was war da denn nun los?

[Nur kurz zu oben noch: Weil in der Therapiestunde halt gar nichts ging, sind wir zusammen raus spazieren und im obersten Absatz geht es um Familienmitglieder. Zu dem Familienmitglied bzgl des Fonds bestand bis dato, seit einiger Zeit, kein Kontakt mehr. Nun allerdings wieder.]

Das war wie ein Domino-Effekt. Erst wurde ein Stein umgeworfen und dann fiel einer nach dem anderen. Wie eine Lawine im Kopf, die los geht und mich komplett überrollt und mitzieht. Es geht dann mit „harmlosen“ Dingen los, wie Gedanken z.B das ich mit niemanden reden darf. Aber das sind nicht die typischen „Halt deinen Mund“ -Dinger, so wie wenn es eine Person „neben dir“ sagt, sondern das ist überwältigend. Das kapert meinen ganzen Kopf und Körper. Und umso mehr ich dann versuche mit jemand in Kontakt zu treten (wie z.B meiner Therapeutin), umso intensiver wird das. Und ich bringe dann auch kein Wort raus, selbst wenn ich es noch so sehr will. Auch das Leugnen spielte plötzlich wieder eine große Rolle (obwohl das längst besser war).

Da gibt’s dann keine anderen (inneren) Personen mehr, denn dazu bräuchte man ja ein Trauma. Und man glaubt am besten, dass man gerade auf dem totalen Holzweg ist, sich Sachen einbildet und total irre ist, wenn man noch nie ein Trauma erlebt hat, oder nich? Wie gesagt: Mir war das parallel dazu aber alles bewusst und das da gerade irgendwas komisches abgeht, aber ich hatte keine handhabe mehr darüber. Das geht dann weiter (also wenn ich von einen Thema/Vorhaben z.B nicht ablasse), dass ich mich selbst verletzen will oder auch tue, bis hin zu starken Selbstmordgedanken. Ähm … und wo ich halt auch nicht weiß, ob es da letztendlich eine Grenze gibt. Vll nachvollziehbarerweise versucht hier aber auch keiner wirklich auszutesten, ob es eine Grenze geben könnte.

Und was hat das jetzt mit der Isolation zu tun?

Das begrenzt sich eben nicht darauf, dass ich dann nur über ein bestimmtes Thema nicht reden kann. Ich spüre richtig, wie sich eine Mauer zwischen mir und der Außenwelt reinschiebt. Trauma-Betroffene fühlen sich generell von anderen getrennt und nicht mit ihnen verbunden. Das ist auch hier ein üblicher Zustand. Aber die meiste Zeit bekommen wir zumindest so ein gewisses Level hin. Dann geht aber gar nichts mehr. Es kommt diese unglaubliche Überzeugung, dass es furchtbar schädlich ist, mit jemand Kontakt zu haben. Das wird mir nur schaden.

Man darf das aber nicht verwechseln: Meine Alltagsmaske (für andere) funktioniert trotzdem weiterhin (fast) fehlerfrei. Ich kann Smalltalk halten (wenn unbedingt nötig), Witze reißen usw. Ich kann bei allem bleiben, was oberflächlich und kurzweilig ist. Aber wehe es geht an irgendwas anderes. Das braucht auch überhaupt nichts mit dem Thema zu tun haben. Ich wollte meiner Freundin z.B etwas anderes sagen, was mir auf dem Herzen lag. Aber sofort bröckelte die all-days-smiley-Maske und ich bekam kein Wort mehr heraus. ,,Nicht reden. Das ist schwach. Du musst JETZT nach Hause.“ (➡ Ich war bei ihr zu Besuch – Ein Abend den ich dann auch wirklich bereute. Wir hatten wieder D&D-Abend und da der nur so selten stattfindet und sich alle drauf freuen, wollte ich nicht absagen. Das ging dann am laufendem Band, sodass die Gesellschaft der anderen Leute teilweise fast unerträglich wurde und ich am liebsten heulend rausgerannt wäre.)

Es kommt einfach diese überwältigende Überzeugung auf, dass es das Beste und Gesündeste für mich ist, jegliche Kontakte auf ein absolutes Minimum zu begrenzen. Kontakte sind nicht gut. Kontakte sind böse. Und bloß nicht den Mund aufmachen, dann zeigen dir die Kontakte nämlich wie böse und schädlich sie wirklich sind … Ja, das trifft es so in etwa. Heute, jetzt und hier, bin ich übrigens der Meinung das ich da total übertreibe. So schlimm wars gar nicht. Ne kurze Down-Phase: ,,Pff, mach mal nicht so ein Drama draus“ – Tja 🤷‍♀️😏

Von Flachpfeifen und jede Menge Ängsten…

Aktuell steht gerade wieder einmal im Raum einen Kampf-/Selbstverteidigungssport zu besuchen.

Ach naja, eigentlich das steht schon seit Jahren im Raum und wird dann immer wieder verworfen.

Warum das verworfen wird?

Naja, meistens findet sowas in einer Turnhalle oder etwas ähnlichem wie einer Turnhalle statt, is ja irgendwie auch logisch. Boar aber wenn ich diese Hallen schon sehe: das Licht, die Atmosphäre … Bäh, da vergeht mir direkt wieder alles. Und dann die vielen anderen Leute. Ich muss Dinge vor andern tun (gut, auch irgendwie logisch, ne? – Vom zugucken lernt man’s ja nix 😅). Ach Mensch und so finde ich immer wieder tausend Gründe warum ich doch nicht hin gehen sollte.

Vor 2 Jahren bin ich mal zum Krav Maga. Ja hört sich toll an, ne? Jup, ich bin bis heute glücklich, dass ich nicht noch während der Stunde heulend rausgerannt bin (ein Grund warum Stolz auch etwas tolles sein kann: Man gibt nicht jedem feigen Impuls nach😅). Einmal hin und dann nie wieder. Da waren 2 Männer mit denen ich nicht klar kam, naja …

Viele Gründe etwas nicht zu tun

Aktuell war wieder so ein Fall, wo ich am liebsten mal wieder den Schwanz eingezogen hätte.

Wir habe beschlossen, die Gelder aus dem Fonds unteranderem für eine Mitgliedschaft beim Wing Tsun zu nutzen. Und schon während des Telefonats mit dem Leiter ist’s mir wieder vergangen. Ich fühlte mir ziemlich über den Mund gefahren, weshalb ich nach dem Telefonat auch erstmal wieder restlos im Eimer war.

Aber mal ganz ehrlich?

Der Typ war gar nicht das Problem. Das Problem ist mein Selbstwert, meine Selbstzweifel und meine Angst.

Wir verabredeten uns während des Telefonats dann übrigens noch zu einem persönlichen Gespräch und wisst ihr was? Der war gar nicht so schlimm, sondern im Gegenteil sogar recht sympathisch. Mal gut ich bin hin, oder? Und hab mich nicht wieder vor lauter Angst zuhause verkrochen.

Ich meine, es lassen sich tausend Gründe finden etwas nicht zu tun: Die Sporthalle, eine Verhaltensweise, ein falscher Blick, die Luft … Was weiß ich. Für alles findet man einen Grund, wenn man will. Wenn ich dem aber so weiter nachgehe, kann ich mich auch direkt in ne Gummizelle sperren lassen.

,,Schrittweises Zurückweichen ist oft schlimmer als ein Sturz“

(Marie von Ebner-Eschenbach)

Ich hab’s satt

Als wir letztens draußen auf der Wiese saßen, ging mir das alles so durch den Kopf.

Meine Güte, dieses ganzes Leben richte ich nach den Ängsten aus! Ich ertrage das langsam nicht mehr. Es gibt so viele Dinge, die ich gern tun würde. Aber ich tue sie nicht, weil diese riesige Angst da ist. Angst vor den Reaktionen der Menschen. Die Angst vor der Bestätigung falsch zu sein und kein Recht zu haben, auf dieser Welt zu existieren. Angst davor niemals geliebt werden zu können. Ängste die aber aus mir selbst kommen und die ich wie ein Gefängnis um mich herum gebaut habe.

Ich denke selbst so über mich. Tief drin. Und ich habe Angst diese Bestätigung nun auch von Außen zu bekommen. Und ja, dieses Bild habe ich einmal vermittelt bekommen. Früher und auch in naher Vergangenheit, immer wieder. Nein, es ist nicht Ewigkeiten her und wahrscheinlich werde ich auch wieder Menschen begegnen, die mir dieses Gefühl geben werden. Aber um Himmels Willen, das kann doch so nicht weiter gehen!

Ich rede ständig davon, dass wir als Menschheit endlich lernen sollten Selbstverantwortung zu übernehmen und selbst befinde ich mich mit meiner Angst total in der Abhängigkeit zu anderen. Ich will einfach nicht mehr, dass meine Umstände über mich und dieses Leben entscheiden.

Ja, ich hab es wirklich satt!

Die Geschichte von den Flachpfeifen

Ab Herbst bin ich jetzt 6 Jahre Single. Gut, ich hab’s danach noch 2-3x probiert, aber das waren nur so Kurzzeit-Dinger. Eine Katastrophe dabei größer als die andere.

Und wenn ich mich da so zurück erinnere, was ich bisher abgeschleppt habe … Oh heidewitzka, da waren Typen dabei 🤦‍♀️. Mein Gott, habe ich mich unter dem Wert verkauft. Aber wie!

In der 1. Beziehung war der Typ, naja… Er war, nett ausgedrückt, weder emotional noch geistig besonders intelligent. Man muss ja nicht unbedingt mit mir über ägyptische Geschichte oder Chopin diskutieren. Aber die Fähigkeit zur Selbstreflektion und Gespräche zu führen, die tiefer gehen als übers Dschungelcamp und das Ego des anderen brauche ich dennoch. Sonst verhungere ich geistig. 4 Jahre waren wir zusammen und wenn er nach Hause kam, hat er es nicht einmal geschafft sich die Motorradhose auszuziehen, weil er schon beim reinkommen mit offenem Mund vor dem Fernseher stehen blieb. Echt, da hätte nur noch der Sabberstriemen gefehlt🤦‍♀️ .

Und ehrlich Leute, das wurde nicht besser danach. Ganz im Gegenteil. Die Männer wurden stattdessen aggressiver, arbeitsloser (nicht das arbeitslos ist schlimm, sondern deren destruktive Lebensweise war es) und versiffter. Pfui Teufel ekelt es mich, wenn ich daran zurück denke wem ich alles diesen Körper und meine Seele hab anfassen lassen 🤢. ,,Na so richtige Flachpfeifen halt.“ – Ich musste lachen, als das jemand dazu einwarf 😂. Ja. Ja es waren wirklich alles Flachpfeifen. Erster Klasse. Dieses Wort trifft es wirklich sehr passend.

Warum habe ich das nur gemacht?

Die Erkenntnis, dass sich diese Flachpfeifen nur deshalb gesucht werden, weil doch irgendwo das Gefühl besteht, gar nichts besseres verdient zu haben, gab es schon mal. Zudem kommt das mit dem Wiederholungszwang dazu, wo man sich ja gerne immer wieder in altbekannte Muster hineinbegibt. Ein weiterer wichtiger Punkt ist aber auch, dass ich eigentlich, ganz ehrlich, immer das Erstbeste genommen habe.

Wir waren schon immer ziiiemlich isoliert. Schon in der Kindheit. Klar gab es 2-3 Schulfreundinnen, aber das andere Kinder Freunde und Menschen außerhalb der Schule hatten und kannten, war zumindest für mich lange Zeit kaum zu glauben. Selten war eine Freundin bei uns zuhause, selten wir bei ihnen. Andere Menschen waren erst recht nie bei uns. Wir waren nicht im Kindergarten und meine Eltern mochten es auch nicht überstrebend, wenn sich doch einmal Besuch ankündigte. Und so ging das als Erwachsene weiter.

Es gab nie einen eigenen Freundeskreis. Es gab nur Arbeitskollegen und dann gab es noch die Freunde des jeweiligen Partners. Aber sonst kenne ich es nicht anders, als allein zu sein. Isolation bestimmte schon immer unser Leben. Ja und wo willst du denn dann jetzt also auch jemanden kennenlernen? Das ist schwierig. Also hab ich meistens das Erstbeste genommen, was mir unter die Finger kam und sich angeboten hat. Und der Gedanke: ,,Nimm das jetzt, was besseres bekommst du eh so schnell nicht mehr.“ hat das noch gut verstärkt.

Und in der Partnerschaft haben dann eben diese Menschen, mehr oder weniger, das Leben bestimmt. Wo wir wohnen, welches Umfeld wir haben. Wie die Stimmung ist.

Ich fühle mich ein bisschen, als wäre ich 30 Jahre lang wie ein Blatt durch die Gegend geweht und an jede Ecke geprallt, an die mich der Wind geweht hat.

Es wird wohl Zeit etwas zu ändern

Eigentlich weiß ich ja, das wir ziemlich schlau sind. Attraktiv, fähig und durchaus nicht auf den Mund gefallen. Also ja gut, das wissen nicht alle, aber ein gewisses Selbstbewusstsein ist größtenteils schon da. Eigentlich müsste ich also nicht wirklich mit so komischen Assis rumhängen. Nein wirklich nicht. Aber weil ich mich so minderwertig fühle und deshalb solche Angst vor den anderen habe, hab ich’s eben doch gemacht.

Und nun war mein Gedankengang dazu:

Wenn ich jedes mal meinen Ängsten nachgebe (wie beim Bsp. mit dem Kampfsport) und den Schwanz einziehe, dann werden meine Ängste nicht nur immer größer, sondern ich kann auch gar keinen Respekt vor mir selbst aufbauen. Und wenn ich schon keinen Respekt vor mir habe, warum sollten andere Menschen das dann? Klar, in einer idealen Welt sollte jeder vor jedem Respekt haben, aber wir leben nun mal nicht in einer idealen Welt. Natürlich komme ich so also immer wieder an diese respektlosen Taugenichtse 🤷‍♀️.

Natürlich ist da schon irgendwo Respekt vor mir, uns und vor den Dingen, die wir geschafft haben und dieses Wissen gibt auch unglaublich viel Kraft und Selbstbewusstsein. Aber das waren halt auch alles Dinge die geschafft werden mussten. Jetzt frage ich mich, ob es vll nicht doch endlich einmal Zeit wird auch Dinge zu tun, die nicht für das Überleben zwingend notwendig sind und weswegen ich genau deshalb immer wieder davor kneife.

Keine Ahnung ob wir das (mit dem Wing Tsun) jetzt letztendlich machen oder nicht. Was aber sicher ist, ist das der Entschluss endlich etwas ändern zu müssen, mittlerweile nicht mehr aus dem Kopf rauszubekommen ist. So kann und darf es nicht weiter gehen! Ich hab keine Lust mehr das andere, den Ängsten eingeschlossen, über unser Leben bestimmen!

Aber wie Herr Goethe schon sagte:

,,Wer sichere Schritte tun will, muss sie langsam tun.“

Update: Zweifel ausklamüsert…

Soo, eigentlich sollte heute der Beitrag zur Hochsensibilität kommen. Der ist auch schon fertig geschrieben und wartet nächste Woche dann eigentlich auch nur auf seine Veröffentlichung.

Der letzte Beitrag haute bei uns allerdings etwas rein, naja eher das ich ihn nun doch so veröffentlicht habe, und das hat das momentan eh schon desolate Gefühl der letzten Wochen nicht gerade verbessert.

Das wird jetzt gleich ein bisschen zusammengewürfelt, verzeiht mir das. Das wurde alles nicht an einem Tag geschrieben, sondern es sind eher Schnipsel von verschiedenen Tagen die ich jetzt einfach, mehr oder weniger, versucht habe zusammenzupacken (und so wenig zu schönen, wie es geht), da die alle irgendwie miteinander zusammenhängen. Ich wusste nicht ob ich überhaupt etwas davon veröffentlichen sollte/will und ja … Da es mir jetzt wieder etwas besser geht, hab das jetzt trotzdem mal gemacht, weil es einfach auch einen kleinen Einblick in die aktuelle Lage gibt.

Was Anfang der Woche los war/geschrieben wurde

Alle anderen haben so schlimme Sachen erlebt und du jammerst hier rum! Du hattest Glück in so einer Familie aufzuwachsen! Hat es dir etwa an etwas gefehlt?!“ – Sei einfach nur still, in Herrgotts Namen 🤦‍♀️
Da habe ich mich doch tatsächlich erbost darüber zu sprechen, dass zuhause irgendwie ein paar Kleinigkeiten schief liefen. War ja nicht das erste Mal. Und da sind sie wieder, die Erinnerungen, wie toll doch früher alles war.

Das sind vll 4-5 Szenen, immer die gleichen, die jedes Mal ausgepackt und mit Schleifen verziert vorgehalten werden. Und ich höre meine Mutter. Nicht metaphorisch. Nein, in echt. Obwohl nein, jetzt auch nicht akustisch. Ich höre sie im Kopf. Ich höre sie lachen. Mich auslachen. Das ich mich doch nur aufspielen will. Aufmerksamkeit und diese furchtbaren Lügen. Aber das war ja schon immer mein Problem, diese Lügen.

Ja du, ich erinnere mich wieder. Natürlich. Wie wir lachend und Händchen haltend alle zusammen über Blumenwiesen gehüpft sind und währenddessen haben wir freudestrahlend glückliche Liedchen geträllert (Scheiße man, erinnert nur mich dieses Bild gerade an die Manson-Familie😂). Ja, es war wunderbar. Alles war toll. Mein Fehler.
Ich frage mich nur, wenn immer alles so toll war, warum lösen dann auch diese „tollen“ Erinnerungen, die als Argument für meine Lügen gelten sollen, ein unwohles Gefühl in mir aus? Warum will ich dann mit keiner Faser meines Seins die Zeit auch nur um eine Sekunde zurückdrehen? Nein, ich gehöre nicht zu jenen Menschen, die gern wieder Kind wären. Warum nicht, wenn alles nur so vor Glück geglitzert hat?
Keine Antwort, schon klar… Weil ICH im Denken falsch bin. Achja. Tschuldige, ich vergaß.

Jedes Mal wenn ich einige Szenen zusammenbekomme und ein Teil an das andere versuche zu setzen, geht diese endlos Leier wieder los. Und dann denke ich wieder: „Hey, du musst es mit Empathie versuchen. Die meinen es nicht böse. Red mit ihnen.“ – ,,Sind wir hier auf nem Eso-Seminar oder was?!“ tönts von anderer Seite…„Stimmt. Wozu sich zum Eimer machen und Süßholz raspeln? Aber reden wäre eigentlich schlauer“… Aber wie gehtn das? Ehrlich jetzt. Ich hab nicht mal das Gefühl, dass mir jemand zuhört, geschweige denn darauf antwortet. Und in der Therapie erst. Mensch das geht ab. Die prügeln sich förmlich darum auch mal reden zu können. „Halt die Klappe“ wird öfters von Innen eingeworfen. Gilt das schon als Therapieteilnahme?
Ehrlich man, ich komm dort mir vor wie der größte Lügner … Lügen … Achja, da war ja was.

Dauerbeschallung hilft, dass ich wenig bis nichts mitbekomme. Hab ich schon lange festgestellt. Krampfhaft ablenken. Also lenken wir uns halt krampfhaft ab. Nein Moment. Ich lenke krampfhaft ab? Ehrlich, ist mir Jacke wie Hose.
Kommunikation haben wir jedenfalls drauf 👍🤦‍♀️ Volle Möhre.
Braucht vll jemand Tipps?

Endlich der richtige Vergleich

Heute fand ich in der Therapie endlich den richtigen Vergleich dafür, wie ich mich fühle.
,,Nicht in der Realität“ – ,,Im Nebel“ – ,,Hinter einer Scheibe“ … Ja, das passt zwar alles, hat es aber irgendwie nie so richtig auf den Punkt getroffen.

Vor vielen Jahren hatte ich mal einen Autounfall mit meinem damaligen Freund. Wir schleuderten zwischen den Leitblanken hin und her wie ein Pingpongball, bis wir dann letztendlich irgendwann zum stehen kamen. Das Auto war Totalschaden, uns ist aber, Gott sei Dank, nichts weiter passiert. Ich blieb jedoch einfach sitzen und weigerte mich das Auto zu verlassen, weil ich dachte, dass wir gleich weiterfahren können. So als wäre nichts geschehen. Ich habe das gar nicht realisiert, dass jetzt hier für uns Schluss ist. Das sich dieses Auto, von selbst, keinen Millimeter mehr fort bewegen wird. Oder das ich dringend aus diesem Auto raus sollte, weil es mitten auf der Straße stand. Ich begriff den ernst der Lage gar nicht.

,,Es ist doch alles gut. Nur ein Kratzer. Wir können einfach weiterfahren. Nichts passiert.

Ich stand unter Schock, nur wusste ich das damals nicht. Sagt einem ja auch keiner 😅

Und GENAUSO fühlt es sich an. Mein ganzes Leben. Ich bin da und ich habe sicherlich auch den ein oder andern Rums mitbekommen, aber NICHTS davon realisiere ich richtig. Ich lebe mein Leben genauso, wie ich damals in diesem Auto saß. Für mich ist das alles wie ein „Spaß“. Ein witziges Abenteuer. Ich sehe z.B die „Innere Landkarte“ vor mir, aber ich begreife das trotzdem nicht. Checke langsam das Ausmaß der nur bekannten Traumata, aber das wirkt alles nicht echt. Damals dachte ich, es wäre doch völlig übertrieben das jetzt Polizei, Abschleppdienst usw. zur Unfallstelle kommen, weil doch nichts schlimmes passiert ist. Und so denke ich über alles in meinem Leben. Ein Trauma anerkennen, die Folgen anerkennen, das ist für mich fast schon Humbug, weil das alles wie ein riesiger Fake wirkt. Nichts davon ist doch schließlich schlimm oder dramatisch gewesen.

Ich habe das heute erst begriffen: Das ist eine Schockreaktion. Ich lebe vor mich hin, wie im Schock. Im Dauerschockzustand.

Was steckt hinter den Zweifeln?

Der Plan war es eigentlich heute einen Vertrag zwischen den Alltagspersönlichkeiten und einigen anderen Anteilen auszuhandeln. Allerdings haperte es da an einigen Ecken und meine Therapeutin und ich überlegten, warum ich so blocke. Die Überlegungen waren vll solche Sachen aufzunehmen, wie das denen, die sich mitteilen wollen, diese Möglichkeit zumindest im geschützten Rahmen der Therapie gegeben wird. Und im Gegenzug sollten die Anteile, die mehr Wert auf Verschwiegenheit legen, mehr Raum bekommen auch mal sein zu dürfen, wie sie sind bzw mehr Gehör finden.

Ich finde das eigentlich eine super coole Sache und bin total für Kompromisse usw. zu haben und ich will das auch wirklich. Ihnen die Chance für mehr Raum geben. Aber es geht nicht. Ich blocke so extrem und deshalb überlegten meine Therapeutin und ich, warum das so sein könnte. Sie fragte mich, was ich den befürchte, wenn ich sie mehr zulasse:

,,Ich könnte ja lügen. Da ist gar nichts. Weil ich das alles bestimmt gar nicht bin (Viele) und wie peinlich dann.“ – Naja, der übliche Krams halt. Aber kennt ihr dieses Gefühl, wenn du etwas sagst (oder auch hörst) und es macht einfach nicht Klick? So war das da auch: ,,Ne, da muss also noch was anderes hinter stecken. Das kann nicht der einzige Grund sein.“ Und so langsam wurde das dann ein bisschen klarer im Kopf.

Bäääm alter, was für ne Überraschung

Würde ich das wirklich zulassen: die Stimmen, die Dissoziationen, die Blackouts, vor allem die Gefühle! Also ich meine so richtig in meinem Kopf für voll nehmen (da ist das Zeugs ja sowieso), dann müsste ich mich ja auch allem anderen stellen (bahnbrechende Erkenntnis, oder?😅). Ich beschrieb das meiner Therapeutin so:

,,Derzeit steht das alles noch wie ein zugeschnürtes Päckchen in einer Ecke des Zimmers. Da steht zwar was rum und da KÖNNTE evtl. dies und jenes drin sein, könnte aber eben auch nicht. Momentan ist alles nichts als reine Spekulation. Und wenn ich es jetzt aber anfange zu öffnen, dann wird all das plötzlich Realität und ich weiß nicht ob ich dazu wirklich bereit bin.“

Was ich jetzt so manchmal merke, wenn mal so ein Brocken „Scheiße alter, das war real“ zu mir durchschwappt, ist heftig. Ich kann damit nicht gut umgehen. Ich kann zwar kopfmäßig mega viel analysieren und reflektieren und machen, aber ich weiß nicht ob ich wirklich auch die Gefühle zu irgendwas im Körper haben möchte. Also kopfmäßig ja, weil mir bewusst ist, dass es sonst sowieso keine Heilung gibt. Aber im tiefsten Inneren sieht das anders aus, weshalb ich wahrscheinlich so blocke, was ich auch nicht bewusst abstellen kann. Und ich kann so logischerweise auch keinen richtigen Kontakt zu den anderen aufbauen/zulassen, weil ich mich dann automatisch ganz viel mehr stellen müsste.

Wie es mir gerade geht

Ehrlich gesagt hat aber alleine schon diese Erkenntnis, das alles ein unheimliches Stück realer gemacht. Als ich nach der Therapie zuhause ankam, war ich einfach nur am weinen. Und dieses penetrante Angstgefühl ist seit dieser Woche wieder dolle da. Das ist keine konkrete Angst vor etwas, wie sonst wohin zu gehen o.ä. Das ist eher dieses: ,,Gleich passiert irgendwas schlimmes“, was meinen ganzen Körper durchfährt. Mir macht es dann bereits schon Angst nur aus der Decke hervorzukriechen und vom Sofa aufzustehen, um bspw. auf Toilette zu gehen, wo ich dort angekommen deswegen dann total in Tränen ausbreche (also weil ich unter der „sicheren“ Decke hervor musste).

➡ [ Mir hilft es da übrigens etwas, wenn ich im liegen mit den Beinen leicht hin und her wippe, was den ganzen Körper sacht schunkelt. Das beruhigt und gibt ein kleines Gefühl von Geborgenheit.]

Momentan gehen mir auch einige Szenen aus der Kindheit durch den Kopf, die in mir sehr viele Folgefragen aufwerfen und deren Antwort ich aber gar nicht weiß, ob ich sie eigentlich wirklich wissen will. Simultan dazu fange ich, glaube, gerade an viele Dinge aus der nahen Vergangenheit zu verarbeiten, was unglaublich viel Wut in mir aufsteigen lässt. Vieles wird mir jetzt erst richtig bewusst. Wie ich mich behandeln lassen und was ich alles geschehen lassen habe. Es gibt immer wieder diese vielen Momente, wo ich wegen der kleinsten Dinge die Tränen nicht eine Sekunde mehr zurückhalten kann und völlig zusammenbreche. Gestern Abend, beim Abwasch war wieder so einer dieser Momente. So unglaublich viel Trauer und Wut stieg in mir auf (gefühlt aus dem Nichts)und letztendlich musste mein Pfannenwender dran glauben, den ich wütend durch das Zimmer warf, als wäre er der Stellvertreter auf den ich all meine Wut lenken kann.

Naja, aber das olle Plastikding war eh nicht so hübsch anzuschauen 😅🙈

Die Einsamkeit nagt sehr. Mehr die Innere, als die Äußere, glaube ich. Das Gefühl sich nicht richtig mitteilen zu können. Niemanden. Nicht weil gar niemand zuhören würde, sondern mehr weil ich für viele Gefühle, die derzeit in mir hochkommen, keine Worte finde. Ich rede zwar und versuche irgendwas zu erklären, aber es passt einfach nie. Und manche Dinge existieren in mir und ich weiß gar nicht, was es überhaupt ist, geschweige denn das ich es in Worte packen könnte.

Heute war allerdings ein sehr angenehmer Tag. Endlich scheint die Sonne und es ist wieder etwas warm. Ich konnte raus, auf die Wiese. Ich liebe es dort. Die Wiese liegt auf einer Lichtung und ist umschlossen von Wald. Dort ist es so wundervoll ruhig und still. Nur die Vögel und ab und an ein paar Insekten die über meine Decke huschen . Wenn ich mich dort aufhalten kann, kehrt immer so eine unglaublich schöne Stille in mir ein 😊.

Update: Der Stand der Dinge

Mir geht es besser. Nicht gut, aber wieder besser. Einige Sachen haben sich zum Vergleich der letzten Wochen und des letzten Beitrags wieder etwas beruhigt.

Der Blog war offline

Bestimmt haben es einige mitbekommen: Der Blog war einige Zeit down. Ich stellte einen Wartungsmodus ein, sodass man auf den Blog nicht mehr zugreifen konnte. Auch die Facebook- und Instagram-Seite waren vorübergehend deaktiviert. Ich bin mir noch nicht sicher, was genau los war. Ob es an der Jahreszeit/Datum lag oder etwas anderes mit reingespielt hat: Das ist nicht klar. So oder so wurde mir auf jeden Fall alles zu viel und gerade auch bzgl. des Blogs war ich so extrem von Selbstzweifeln zerfressen (also eigentlich bestanden die in nahezu jeden Bereich), sodass ich es nicht mehr ertragen habe, dass andere Menschen lesen, was ich geschrieben habe.

Es ist so, dass ich zu Beginn anfing (auf Facebook) mehr über verschiedene psychische „Störungen“ zu erzählen. Natürlich habe ich da teilweise auch von mir gesprochen, aber das war alles sehr auf der analytischen Ebene, sodass ich es jederzeit von mir weisen oder es als Vergangenheit abtun konnte. Mit der Zeit und vorallem auf dieser Seite hier, die ja nun noch nicht so lange existiert, fing ich nun jedoch an über persönlichere Themen zu sprechen. Auch was das Diagnosebild angeht.

Natürlich bin ich hier anonym, trotzdem ist es etwas anderes davon zu sprechen mal eine Depression oder Angstattacke erlebt zu haben oder ob man plötzlich intensiver von einem Trauma und momentanen Gedankengängen und Gefühlen spricht. Auch wenn für Außenstehende meist nicht wirklich klar ist, was genau gemeint ist, ist hier klar, dass die, die von sowas wissen, auch wissen was gemeint ist und das ist zeitweise gedanklich eher negativ besetzt. Sich so nackig machen. In meinen Augen zeigt das viel zu viel Schwäche, was den Umgang mit dem eigenen Geschriebenen manchmal schwer macht.

All das nieder zu schreiben, öffentlich zu machen, tut dennoch auch sehr gut (das gehört/gelesen werden auf jeden Fall), begünstigt zudem aber auch den Prozess, sich tatsächlich mit diesem Thema auseinander zu setzten: ,,Junge, du redest hier nicht von Erdbeeren pflücken, sondern es geht hier um echtes Trauma. Keiner fremden Person, sondern um deins“.

Trigger: Selbstmord-Gedanken (und wie ich sie vorerst abwenden konnte)

Die waren einige Male sehr stark und intrusiv vorhanden. Vll hilft es jemanden, wenn ich kurz schildere, wie ich versucht habe sie abzuwenden:

Bei mir hilft der Gedanke, dass ich nun mal ein Kind habe, welches ich nicht alleine lassen kann. Das würde ihn sehr sicher zerstören. SM geht also nicht. Wie ich das finde steht da wohl erstmal an 2. Stelle, solchen Quatsch sollte allerdings nicht mehr nachgegangen werden.
Die Gedanken waren diesmal sehr stark, sehr intrusiv und ließen im Kopf kaum einen Zweifel übrig, dass es überhaupt noch eine andere Wahl, als das, geben könnte.
Statt dagegen zu halten, stimmte ich zu. Ich stimmte ein, dass wir das machen. ABER erst, wenn das Kind 20 Jahre alt ist. Dann ist er alt genug, das zu verkraften, zu verstehen und selbst klar zu kommen. Das war der Deal. Und damit ließen sich diese Gedanken für den Moment auch besänftigen: ,,Wir tun es. Das Datum steht fest. Ein Ziel. Darauf lässt sich hinarbeiten.“
Ich wiederholte es mehrmals: ,,Das ist der Plan“ – ,,Okay

Nicht lange danach kamen die Gedanken und der „Trieb“ noch stärker und die Erklärungen, dass es auch ,,für das Kind keine Sinn macht, WAS DU bist. Es ist alt genug, das schafft es. Es gibt keine Möglichkeit mehr das auszuhalten. Keine Sekunde länger. Unmöglich. Es MUSS jetzt sein. Egal wie.“

Also versuchte ich den nächsten Deal auszuhandeln: ,,Okay. Bald. Nicht erst wenn er so alt ist. Jetzt. Demnächst. Aber erst schreiben wir ALLES auf. Er darf niemals den Gedanken haben, er wäre schuld. Man hätte ihn im Stich gelassen. Den einfachen Weg gewählt. Irgendwann muss er es verstehen können. Diese Chance braucht er.“ – ,,Okay (kann ja nicht solange dauern, also ist es bald soweit)“ – Nur die Geschichte ist ziemlich lang und ich fürchte, diese Gedanken wurden damit etwas aufs Kreuz gelegt.

Mit der Therapeutin sprach ich darüber und sie stimmte zu, dass diese Vorgehensweise ganz sinnvoll ist. Auf Zeit spielen. Eine Verzögerungstaktik. So wie man es auch bei Kindern macht, wenn sie etwas unbedingt wollen (,,Ich will das und das! “ – ,,Bekommst du. Wenn ich in ein paar Wochen in jenen Laden einkaufen gehe, schaue ich danach“ und sehr häufig ist es dann schon wieder vergessen, wenn es soweit ist bzw. die Diskussion geht eben von vorn los und man kann erneut auf Zeit spielen). Es ist schließlich nicht dauerhaft präsent, sondern nur zu bestimmten Zeiten und Phasen und die gilt es eben irgendwie zu überstehen.

So schaut es jetzt aus

Es fühlte sich an, als würde man mich in eine sehr tiefe, schwarze Teergrube tauchen. Immer wieder. Und nur kurz rausziehen, damit ich nicht ersticke.
Jetzt, momentan, habe ich das Gefühl, als säße ich neben der Teergrube. Ich bin draußen und nicht ertrunken oder erstickt. Aber der Teer klebt noch überall im Gesicht und am Körper. Ich schnappe nach Luft und versuche den Teer abzubekommen, aber das geht eben nicht von heute auf morgen.
Dennoch haben die SM-Gedanken derzeit nichts intrusives/ aufdringliches mehr. Der Selbsthass hat nachgelassen. Zu meiner Familie besteht noch immer kein Kontakt, was aber gut so ist. Mit der Freundin habe ich gesprochen und die andere habe ich von meinen gedanklichen Entgleisungen verschont, weshalb es da nichts zu bereden gab.

Beiträge

Ich hoffe, dass das demnächst wieder relativ normal weitergehen kann. Dann veröffentliche ich auch, nach und nach, die bereits vorgeschriebenen Beiträge. Außerdem wird sich hier demnächst wieder mehr dem Thema Trauma und auch Persönlichkeitsstörungen gewidmet. Wir werden sehen, wie das läuft und funktioniert.

Schon vor einiger Zeit habe ich allerdings mit Niklas vom Seelennetzwerk gesprochen und daraus entstand auch ein kleiner Podcast (naja klein ist gelogen, er geht 50 min) über die Themen Tod, Existenzängste usw., der nun auch schon einige Zeit online ist. Ich habe zudem einen Beitrag über Helfergewalt geschrieben, worin auch einige Erzählungen von Niklas ihren Platz fanden. Dieser erscheint dann auch als nächstes…

Update: Was ist gerade los?

Ich versuche das jetzt irgendwie einmal relativ strukturiert aufzuschreiben.

Zur Zeit geht’s mir extrem schlecht. Seit ca, ich weiß nicht genau, 3 Wochen ungefähr, hab ich das Gefühl ich finde überhaupt keinen Boden mehr unter den Füßen.

Ich stolpere derzeit von einem emotionalen Flashback in den nächsten und momentan empfinde ich sie richtig schlimm, weil kaum eine Erholung mehr dazwischen kommt. Die Gedanken dabei werden extrem mies und destruktiv. Ich fühle mich wie ein Pingpongball, der die ganze Zeit hin und her geschleudert wird und überhaupt keine Kontrolle mehr hat und bekommt.

Ich ertrage es nicht, wenn sich mein Kind oberkörperfrei in meiner Nähe aufhält. Geht nicht. Ich raste aus wenn er mir ohne T-Shirt zu nahe kommt. Da steigt so eine extreme Panik in mir auf. Kuscheln geht kaum. Keine Nähe. Bloß nicht zu Nahe kommen. Ich versuche das zu deckeln, sodass er das nicht so mitbekommt. Ich rede davon, dass ich einfach etwas Platz brauche. Das es so heiß ist und viel zu warm zum kuscheln. Ich sage, dass ich Kopfschmerzen habe und mich mal eben etwas hinlegen muss oder das ich eben duschen oder ins Nebenzimmer gehe, nur um dort dann so leise wie möglich zu weinen. Ich will ständig nur noch weinen.

Aber was willst du dem Kind denn erzählen? Deine Mutter rastet völlig irrational aus, keine Ahnung warum, sorry, aber komm mal damit klar?!

Nähe. Nähe ist zur Zeit sowieso ganz schlimm. Ich ertrag sie nicht.

Und ich bekomme meine Gedanken kaum noch geordnet.

So geht das die ganze Zeit und ich bekomm das nicht mehr in den Griff. Ich versuche mir immer wieder zu sagen, dass das nur meine Gedanken sind. Dass das nicht die Realität ist. Nur meine Gedanken. Aber es funktioniert nicht. ,,Die Welt hasst dich. Jeder hasst dich. Du bist Abschaum. Niemand braucht dich. Niemand will dich. “ – Ich denke das momentan nicht nur. Ich WEIß es. Ich bin in meiner tiefsten Faser davon überzeugt. Natürlich ist mir rational klar, dass ich es nicht weiß. Ich weiß nicht was andere denken. Es sind verfickt nochmal meine Gedanken. Nur meine Gedanken.

Ein Nachbar im Haus … ab und an hört man mal laute Musik von ihm. Eine Woche lang hatte er es sehr übertrieben und die ganze Zeit kam dieses „Bumbumbum“. Das hat etwas in mir ausgelöst. Etwas herauf geholt. Seitdem ertrage ich es nicht mal mehr, wenn von irgendwo aus dem Haus, nur für 2 Sekunden, dieser monotone Basston kommt. Ein Hämmern. Ein Klopfen. Irgendwas monotones. Ich würde dann am liebsten aus meinem Körper raus. Fliehen. Ganz weit weg. Ausrasten. Um mich schlagen. Schreien – Ich tue es nicht. Ich bin ja hier nicht alleine. Ich konnte Panik immer wunderbar unterdrücken. Ich weiß das sich das dämlich anhört. Panik unterdrücken. Es ist schließlich Panik. Irgendwie habe ich es aber immer geschafft, sie im Hintergrund ablaufen zu lassen. Nicht auffallen. Weitermachen. Nicht spüren. Wie ein Kind, dass sich die Augen zuhält: ,,Wenn ich die Panik nicht sehe, ist sie auch nicht da.

Aber das klappt immer schlechter. Ich kann sie immer schwerer unterdrücken. Wenn ich mein Kind abhole, muss ich eine längere Zugstrecke fahren. Ich fahre ständig mit dem Zug durchs halbe Land. Das hat mir selten etwas ausgemacht. Diesmal fuhren wir eine andere Strecke, durch einen Tunnel. Die Dunkelheit. Die Enge. Die Menschen. Alles verschwamm und diese furchtbare Panik. Gleich passiert etwas schlimmes. Es ist zu eng. Raus. Ich will raus! Das passierte mir noch nie. Zusammenreißen hat oberste Priorität.

Und wo soll ich zuhause hin, wenn die Panik aufsteigt? Der Mann über uns in der Wohnung hat so eine aggressive, laute Stimme. Ich zucke immer wieder zusammen, wenn er schreit. Jemand läuft im Treppenhaus. Panik. ,,Niemand kommt rein. Niemand KANN rein! Es ist alles abgesperrt. Du bist erwachsen. Niemand kommt hier rein!“ – Wie ein Mantra sage ich das auf.

Ich bekomme das nicht mit Skills in den Griff. Jämmerlich fühle ich mich deshalb. Bei andern klappt es doch auch. Bei dir früher auch. WAS IST VERDAMMT NOCHMAL LOS?? – Lüge. Skills haben noch nie funktioniert, wenn ich mich so gefühlt habe.

Niemand kam jemals zu mir ins Zimmer! Woher kommt also diese scheiß Panik?! Warum hab ich solche Angst vor dieser lauten Stimme des Mannes?! Es war alles gut. Keine Gewalt. Es war alles gut! – Das nächste Mantra.

Ich will Hilfe rufen. Ich will um Hilfe bitten. Aber ich kann nicht. Statt Hilfe zu sagen, stoße ich alle von mir weg. Statt zu sagen bitte hilf mir, ich schaff das nicht allein, schlage ich wie wild um mich.

Wir haben gemalt: So fühlt es sich an. Gefangen in der eigenen falschen Maske von Fröhlichkeit und Alles ist gut, während der tiefe Kern nie an die Oberfläche dringen darf. NIEMALS. Denn darin ist es düster und dunkel. Niemand würde ihn ertragen und dann bin ich wieder allein. Ich versuche mit meiner Maske Anschluss zu finden, aber am Ende fühle ich mich trotzdem IMMER getrennt von den anderen. Ich weiß das die Welt nicht überall bunt ist und alle glücklich sind. Aber es fühlt sich so an. Alles ist so weit weg. Weit entfernt von mir. Ich bin grau. Gehöre nicht zu dieser Welt.

Ich hab mich mit dem kleinen Teil meiner Familie, mit dem ich noch Kontakt habe, überworfen. Die Familiendynamik ist generell sehr destruktiv. Als ich wieder öfter da war und dort übernachtete, fingen auch die somatischen Beschwerden wieder an. Schmerzen. Panik beim gemeinsemen Essen. Aber deswegen hab ich mich nicht mit ihnen gestritten. Ich hätte das ignoriert. Wie immer. Es war eine Kleinigkeit, auf die ich beharrte. Und ich weiß ehrlich nicht, ob ich Grenzen gezogen habe (die dort definitiv wichtig sind!) oder ob ich mir unbewusst einen Grund gesucht habe, mich von ihnen zu isolieren. Der Grund war fast schon lächerlich. Seitdem telefonieren wir nicht. Reden nicht. Ich werde nicht anrufen. Mein Stolz. Der Gedanke: Gibst du nach, öffnest du wieder Tür und Angel, dass man dich benutzt. NIE WIEDER!

Und nun hab ich´s geschafft, mich mit meiner Freundin zu überwerfen. Ich werde sie nicht beste Freundin nennen. Geht nicht. Klappt in meinem Hirn nicht. Ich hatte eine beste Freundin und damit verbinde ich viele schlimme Gefühle. Viele Gefühle von Verrat. Jedes Mal kommt mit diesem Wort alles wieder hoch. Es ist vieles so ähnlich. Vieles aus der Zeit damals. Die langen Telefonate. Ich bin ehrlich. Ich öffne mich. Mir liegt was an ihr. Und das bedeutet Gefahr. Verrat. Keine engen Freundschaften. Obwohl es genau das ist, was ich will und brauche.

Also treib ich sie weg. Unbewusst. Gedanklich schon länger, nun handfest. Ich will das gar nicht. Ich will es wirklich nicht. Aber ich kann auch nicht mehr reagieren. Ich schäme mich in Grund und Boden – Ich kann das wegen der Scham nicht bereinigen. Ich denke nur an mich – Also tue ich nichts mehr, weil sie besser ohne mich dran ist. Jeder ist das. Ich bin wütend – Ich suche mir immer Gründe, um auf nahe Menschen wütend zu sein, denn so kann ich sie leichter von mir stoßen. Kann sie einfach aus meinem Leben ausschließen. Sind sie jetzt berechtigt oder nicht, diese Gründe? Ziehe ich Grenzen oder isoliere ich mich unbewusst, aber doch mutwillig? Woher soll ich das wissen!

Ich hab noch eine Freundin. Ich schreibe eben mit ihr, als ich das hier tippe. Zeige mich fröhlich und mache Witze – Ich fühle genau das Gegenteil. Letztens übernachtete ich bei ihr, nach unserem D&D Abend. Es war ein toller und witziger Abend. Mir bereiten diese Abende extrem viel Spaß und ich mag die Leute sehr. Zur Nacht ging es mir nicht sehr gut und sie kam morgens zu mir rein. Ich erzählte ihr plötzlich was ich in meinem Kopf los ist. Die Vermutungen. Die Gedanken. Es war ein offenes und ehrliches und auch schönes Gespräch. Sowas macht die Bindung enger. Und wo stehe ich nun gerade im Kopf? Auf starker Distanz zu ihr. Ich entferne mich gedanklich bereits. Ich gehe nicht mehr zu dem D&D Abend. Nie mehr. Die Leute da werden bald merken wie furchtbar du bist. Sei nicht du. Sei alles, aber einfach nur nicht du. Das schaffe ich nicht! Sie werden dich hassen, wenn du ihnen zeigst wer du bist. Du redest zu viel. Du denkst falsch. Handelt falsch. DU BIST FALSCH! Sie werden es merken und dann hassen sie dich auch. Entfern dich, dann tut es nicht weh. Du brauchst niemanden! Doch verdammt, brauche ich!

Ich isoliere mich, weil ich denke das mich keiner will und bestätige mir damit meine eigenen Befürchtungen. Mir ist bewusst, dass ich mir das alles selbst antue. Ich stoße die Menschen weg. Ich isoliere mich. Niemand anderes ist dafür verantwortlich. Das ist stets meine erste Reaktion bei Emotionen, Nähe und Schmerz: Wegstoßen. Ignorieren. Flüchten. Ich will schon seit einiger Zeit nur noch meine Sachen packen und abhauen. So wie ich es immer getan habe. Ich stoße alle weg und verschwinde dann. Lasse alles hinter mir. Nur physisch. Psychisch nie … Dabei muss ich ständig an den Fragenbogen, aus den ersten Therapiestunden, denken: Haben Sie Probleme mit Nähe?, war eine der Fragen. Nö, ganz normal. Keine übermäßigen Probleme. Nähe kann ich zulassen.

Merkt irgendjemand was davon? Ich glaube nicht. Ich versuche krampfhaft alles hinter dieser Alles ist gut-Maske zu verstecken. Bis es überläuft. Bis ich nicht mehr kann. Dann spüren es andere. Aber sie spüren nicht das, was wirklich los ist. Sie bekommen nur meine Wut ab. Die ist echt, aber nur ein Teil von allem.

Während der eine Teil von mir weg will, will der andere fest gedrückt werden. Nicht alleine sein, aber allein sein ist der einzige Weg, sagt der andere. Ich ertrage dieses hin und her in meinem Kopf kaum noch!

Der Selbsthass ist zeitweise so stark, so unerträglich, dass ich mir am liebsten die Haut vom Körper ziehen möchte. Der Körper. Die nächste Baustelle. Den mochte ich immer. Ich bin schlank und habe eine tolle Figur. Ich weiß das. Rational. Aber seit einiger Zeit ertrage ich diesen Körper nicht mehr. Ich sehe ihn an, ich fasse ihn an und mich überkommt der pure Ekel. Fett. Überall Fett. Überall ist alles so ekelhaft daran. Nun mache ich wieder mehr Sport. Ich versuche es. 2 Monate hab ich das völlig schleifen lassen, es war keine Energie dafür da. Dann keine Kohlenhydrate mehr abends. 2x am Tag essen. Ich habe nie Diäten gemacht! Nie! Aber so ist es jetzt zumindest etwas erträglich.

Es wäre so einfach. Ich bräuchte es nur sagen. Hilfe. Bitte halt mich. Bitte halt mich einfach nur fest. Aber es geht nicht. Allein dieser Gedanke daran ist mit Einsamkeit verbunden. Mit Verrat. Mit Ablehnung. Deshalb wächst meine Wut. Meine Wut schon von vornherein. Ich bin so extrem wütend zur Zeit. Wütend auf all die Lügen. Die Heuchelei. Die Ablehnung. Die Einsamkeit. Den vielen Schmerz. Es gab nie Hilfe. Warum also jetzt? Warum sich das antun? Den Schmerz vergrößern? Ich weiß, rational, dass genau diese Gedanken mindestens genauso viel Schmerz mit sich bringen, aber ich kann es nicht bewusst steuern oder ändern. Warum Herrgott nochmal nicht?!

Ich habe viele Beiträge schon vor einiger Zeit vorgeschrieben. Veröffentlichen werde ich demnächst trotzdem keine. Ich lese meine alten Beiträge durch und ich möchte am liebsten drauf kotzen. Die Wortwahl. Die Gedanken. Die Informationen. Alles falsch. Alles zum lachen. Nichts mit Wert. Zu lang. Und schon wieder so lang. Perfekt soll alles sein. Aber ich sehe überall Fehler. Ich ertrag das momentan nicht noch mehr davon zu machen. Auch Mails kann ich vorerst nicht beantworten. Ich versuche mich da jetzt schon seit Tagen dranzusetzen, aber gerade geht´s nicht. Es tut mir leid. Mir käme jedes Wort wie reine Heuchelei vor.

Zweifel (Update)

Ne, die sind immer noch nicht weg😂

Und wenn die solange anhalten, dann kann doch auch nix sein, oder? Denk ich mir zumindest 😅

Ich stieß letztens auf den Blog, einer Betroffenen, und der war so toll gemacht! Nach nicht mal über einem Jahr wusste sie schon größtenteils was damals vorgefallen war, sie konnte Innenpersonen (grob) beschreiben und zuordnen und ich sitz da und werd einfach nur wieder unsicher.

Nein irgendwie ist es gar nicht schlau für mich, mich mit anderen Betroffenen zu beschäftigen, weil ich dieses Drecks Vergleichen einfach nicht abstellen kann.

Was andere können…

… und ich nicht – ,,Ja, komm heul wo anders rum“, denk ich mir. Als wär es für andere so einfach.

Trotzdem, ich bekomms nicht gebacken. Ne innere Landkarte, das ist die Aufgabe. Ja, das hab ich letzten Herbst schon mal gemacht. Jetzt hab ich ein paar nette Bildchen dazu gepackt, es wurden ein paar Gefühle mehr. Ich kann 2-3 sogar grob mit Aufgabe und Aussehen bestimmen, aber trag ichs auf der Landkarte ein? Natürlich nicht. Wir müssen ja immer schön im Konjunktiv bleiben. Vielleicht, könnte, eventuell. Könnte ja immerhin auch alles falsch sein. Und wehe etwas falsch machen!

Ich bin jetzt seit 3 Jahren strikt allein zuhause, merke ich. Zum einkaufen und für notwendige Termine gehe ich vor die Tür. Derzeit nehme ich keine Blackouts wahr. Es sind Kleinigkeiten zuhause, wovon man behaupten könnte, dass ich mich nicht daran erinnere. Kleinigkeiten. Die lassen sich aber auch anders erklären. Ich weiß nicht viel von meiner Vergangenheit. Bruchstücke, aber das lässt sich auch mit einer dissoziativen Amnesie erklären. Blackouts in Hochstressstiuationen. Auch das lässt sich rational erklären, denke ich mir.

Nein, das denke ich mir nicht nur. Das ist auch so.

In der Therapie…

Kommen das erste Mal andere durch. Ich habe das erste Mal, vor jemand fremden, keine Zugriff mehr auf mein Denken, auf meine Handlungen und meine Worte (zumindest so, dass es mir auffällt). Ich merke das erstmals. Glaube ich zumindest. Sie fragte das letzte Mal, dass erste Mal, ob das, was ich da erzählte, meine ,,Aufgabe“ wäre und ich spürte die Überraschung im Inneren. Das angesprochen werden, brachte die Überraschung. Das erste Mal wird aktiv, im Ansatz, über Innenanteile geredet. Das Problem war bisher nicht meine Thera., sondern ich. Ich habe bisher klar verständlich gemacht, dass ich dieses Thema nicht abkann. Und kaum habe ich die „Landkarte“ angefertigt, bahnt sich schon das nächste, innere Desaster an – ,,Das ist nicht echt, du Simulant! Hör endlich auf damit!

Die meiste Zeit meines Lebens verbrachte ich mehr oder weniger in Isolation. Es gab Situationen wo ich im Nachhinein merkte, dass ich nicht anwesend war (Blackouts also, ohne Erinnerung daran, dass ich welche hatte), aber es gibt so gut wie keine Situationen, wo ich bewusst das Gefühl hatte, nicht steuern zu können, was ich da gerade tue. Nie nahm ich das wirklich zu 100% bewusst wahr. Im Nachhinein, ja. Aber im Nachhinein kann man sich ja viel zusammenreimen, denke ich mir.

Auf der einen Seite, denke ich, momentan also das wohl doch etwas dran ist, auf der anderen Seite wächst genau deshalb der Zweifel immer mehr. Ein ekelhaftes zur Schau stellen ist das, was ich da mache. Umso mehr „Bestätigung“ aus dem Inneren kommt (sich etwas zeigt oder versucht zu kommunizieren), umso mehr ist das meine Bestätigung für meine Lügen und ich blocke ab. Umso weniger „Bestätigung“ aus dem Inneren kommt (,,ja wo ist Anteil XY, der erzählt wer und was er ist und was er hier treibt??“), desto unsicherer werde ich. Weder das eine, noch das andere kann ich behaupten, ohne unsicher zu werden.

So empfinde ich das. Wenn da jemand wäre und wäre es nur ein Ego-State, dann könnte ich den doch endlich mal klar benennen. Dann könnte ich damit doch mal was anfangen, ohne diesen Selbsthass dabei zu verspüren. Ohne das Gefühl zu lügen. Dann, denke ich mir, wäre da mehr, müsste da doch mal, so wie bei anderen, jemand erscheinen und sagen: ,,Hey ich bin die Gertrude und die Sache ist die und die“, aber nix. Ich tümpel immer noch da rum, wo ich am Anfang war. Im Gegenteil, hab ich das Gefühl, als wäre ich 3 Schritte zurückgegangen. Keine Kommunikation mehr, kein Wahrnehmen der anderen. Nix. Latent, wenn ich mich anstrenge. Man kann sich aber auch in vieles reinsteigern, denke ich mir.

Das eigentliche Problem

Sind, glaub ich, gar nicht die Anteile an sich, sondern das, was mit Trauma damit verbunden wäre. Emotionaler Missbrauch, ja. Das weiß ich (witzig das ich es immer noch unter „lapidaren Scheiß“ verbuche). Und dadurch kann eine dissoziative Störung entstehen. Und gut ist. Sense. Damit kann man doch arbeiten, oder? Will ich ja. Und dann kommen die Träume. Keine visuellen Flashbacks am Tag. Obwohl auch da schon Bilder erschienen sind, ohne Gefühl, ohne irgendwas. Nur Bilder. Sind auch das Flashbacks??

Ich hab meine Thera. immer noch nicht gefragt oder ihr davon erzählt. In meinen Beitrag über Flashbacks behaupte ich jedenfalls, dass das welche wären, also nur Bilder (immer wieder überraschend was ich da so schreibe 🤦‍♀️). Aber gut. Träume sind Träume. Bilder kann man sich im Unterbewusstsein ausdenken. Nix klares. Und das macht mich wahnsinnig! Dieses ständige: ,,Also da war doch das und das“ und dann wieder dieses: „Sag mal, bist du noch bei Trost?! Leuten dies und jenes zu unterstellen?!“

Und z.Z ist so gut wie gar kein Innenkontakt mehr vorhanden. Ein Grund mehr mich darin bestätig zu fühlen, dass alles nur Quatsch ist. Ich meine, war der je vorhanden? Vll hab ich mir das nur eingebildet. Gespräche einer einsamen Irren, mit sich selbst…

Warum hören denn alle anderen die ,,anderen“? Und können mit denen reden und arbeiten? Und bekommen ihre Blackouts mit? Oder haben plötzlich Erinnerungen? Warum ist hier alles weg, sobald ich damit arbeiten will? Habe ich sie vergrault? Waren sie nie da? Herrgott! Bring einer diesen Schwachsinn zum Schweigen oder wenigstens auf einen Nenner!!

Ich bin noch nie in einer anderen Stadt „aufgewacht“. Für mich gibt es nur mein zuhause. Ich bin immer zuhause. Als ich noch in der Stadt lebte, gab es Hinweise, dass ich die Wohnung verließ (Taschen mit Schuhen und T-Shirts, Hosen usw. – die auf Übernachtungen wo anders schließen ließen, Nummern + Namen im Telefonbuch, die ich nicht kenne, etc.), aber jetzt nix. Ich bin zuhause, für mich allein. Da ist auch niemand den ich fragen könnte. Bei den 2 menschlichen Kontakten im Monat funktioniere ich normal. Ganz normal. Keine Besonderheiten. Alles frühere lässt sich auch rational erklären.

Wäre da jemand anderes, würde der nicht rausgehen? Würde der nicht Dinge tun? Dinge endlich sagen? Das müsste doch auffallen.

Trauma

Ich les mich tot, habe ich das Gefühl. Wie ein Trauma funktioniert. Wie all das biologisch/psychologisch funktioniert. Und ich könnte den meisten, für fast alles, ne psychologische Erklärung liefern, aber ich selbst denke mir, dass ein Trauma in diesen Ausmaßen nicht möglich wäre. Nicht bei mir. Ich wüsste doch davon, denke ich mir. Irgendwas wüsste ich. Irgendein Indiz.

Und ehrlich? Die gibt es. Aber bei mir … bei mir sind die ,,übertrieben, ausgedacht, zugespitzt„. Mach ich mich jetzt selbst „Besonders“, weil ich denke ich wäre die Einzige, die so furchtbar ist, dass ihr nicht mal jemand etwas antun könnte und es für all das eine andere Erklärung gibt oder weil ich denke, ich wäre so ekelhaft, dass ich nicht mal den ehrlichen Umgang mit mir selbst lernen kann? Ehrlich zu sich selbst sein? Als Einzige zu dumm dafür? Beides ist ein Hervorheben, was ich in meinen Augen nicht „verdiene“. Wo kommt das nur her?? Boar langsam macht mich das wahnsinnig! Dieses Denken. Dieses völlig verquere Denken! Eigentlich finde ich mich nämlich toll … Ja komm, da muss keiner mehr folgen können.

Mittlerweile lese ich gar nichts mehr. Ich schaue kaum bis gar nicht mehr in andere Dis-Kanäle rein oder bin in Selbsthilfe-Gruppen unterwegs. Weil alles die Zweifel, die eigene Unfähigkeit, das eigene ,,Ich kann das einfach nicht“ antriggert. Denn das bestätigt die Zweifel, das Gefühl zu lügen. Das Gefühl unrecht über andere zu denken (,,als wäre dir etwas schlimmes passiert! Als würden die sowas tun!“) . Das Gefühl schlecht zu sein, so wie man ist. Ehrlich, da kommen Gefühle hoch von: ,,Du bist so unwichtig, dass dir nicht mal der letzte Ar*ch etwas hätte antun wollen“ – Selbst für ein Trauma bist du zu unwichtig! Alles Selbstdarstellung!“ – Klar. Viele Traumabetroffene denken so, aber nun stell dir doch mal vor, diese Gedanken haben recht?! Die Chance steht 50-50.

Ich würde das gerne alles neutral angehen wollen. Neutral nur das behandeln wollen, was gerade da ist, aber es geht nicht. Die Oberfläche behandeln bringt keine Besserung, merke ich, und das darunter liegende ist durchsetzt mit Selbsthass und Ablehnung. Da ist kein Weg ran. Viele Vermutungen müssen nicht mal im Ansatz stimmen, aber um sich klar zu werden, was wahr ist und was nicht, muss man all das ja erstmal neutral angehen können. Indizien untersuchen und dann als wahr, möglich oder unwahr aussortieren können. Boar, aber wie macht man das??

Wie kommt man an diesen Punkt, sich selbst erstmal ein Trauma zuzugestehen? Sich selbst zuzugestehen, dass es okay ist verletzt zu sein? Wie kommt man an den Punkt sich selbst erstmal ernst nehmen zu dürfen? Schwäche zu zeigen? Die Maske abzulegen? Auch vor sich selbst?

Alles perfekt machen

Ich trau mich kaum etwas zu meiner Thera. zu sagen, weil ich denke das all das, bevor ich es sage, erstmal Hand und Fuß haben muss. Ich kann doch nix sagen, was dann vll gar nicht stimmt, denke ich mir. Und sie versucht mich immer wieder zu beruhigen und zu sagen, dass wir hier nicht vor Gericht sind. Das sich Erinnerungen und Gefühle erst finden dürfen. Dass das ein langer Prozess ist und wir nur das angehen, was gerade aktuell ist. Und sei es am Ende nur eine Fantasie.

Aber das funktioniert in meinem Denken nicht. Was ich sage, darf nicht unwahr sein, denke ich mir. Wenn ich jetzt etwas unwahres sage, und sei es nur im Ansatz, dann glaubt sie mir doch nie wieder ein Wort! Wenn ich jetzt etwas unwahres denke, wie kann ICH mir dann jemals wieder in die Augen schauen? Ich bin doch die einzige Person, der ich vertrauen kann und wenn ich jetzt etwas behaupte, was dann so gar nicht stimmt, wie soll ich mir jemals wieder vertrauen können? Aber ohne eine Theorie gibt es keinen Fortschritt. Ohne eine These, die bewiesen oder widerlegt werden kann, gibt es keinen Wachstum. Das ist mir bewusst. Umsetzen kann ich es trotzdem nicht.

Und deshalb, weil ich nichts meiner Gedanken beweisen kann, möchte ich mich derzeit am liebsten vor mir selbst verstecken. Verkriechen. Nichts mehr fühlen. All das ausblenden, was innerlich da ist. So tun, als wäre alles wie vorher. An der Oberfläche kratzen. Denn all das Innere ist ja unwahr. Ich würde das so gern akzeptieren. Glauben. Aus tiefstem Innern.

Ich hab das Gefühl, dass all das für meine Depression momentan zuständig ist. All diese verlogenen Gedanken, aber abstellen kann ich sie nicht. Ich kann die Träume nicht abstellen. Ich kann die Gefühle nicht abstellen. Und ich kann meinen Selbsthass über meine eigene Unfähigkeit nicht abstellen. Das Gefühl nicht stark genug für meine Innenwelt zu sein. Nicht stark genug für die Außenwelt. Stark genug für das, was ich doch können müsste. Nicht stark genug für die Wahrheit, wie auch immer sie aussehen mag. Und nicht stark genug für das, was ich fühle. Für nix stark genug einfach. Das fuckt einfach nur ab!