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Q&A – Teil 2

Nein keine Sorge, ihr habt den 1. Teil nicht verpasst.

Für Teil 1 haben wir uns nämlich mit Dis Ding und SeelenNetzwerk zu einem kleinen YouTube-Plausch getroffen (🥳👏) . Ende der Woche müsste daher der 1. Teil des Q&A als Video online kommen. Wenn es soweit ist, gebe ich euch dann aber auf jeden Fall nochmal bescheid, inkl. Link!

Heute starten wir aber erst schon einmal mit den Fragen, die wir nicht mehr ins Video mit geschafft haben aufzunehmen… Vor ein paar Tagen kamen nochmal ein paar (zusammenhängende) Fragen herein, für die ich aber gerne einen eigenen Beitrag machen möchte. Also nicht wundern das die hier fehlen. Ich beabsichtige diesen für nächsten Sonntag fertig zu bekommen, sodass auch die ganze Q&A Sache nächste Woche abgeschlossen ist und ihr nicht ewig warten müsst. Allerdings kann es auch sein, dass wir erstmal wieder eine kurze Pause einlegen. Ich weiß es ehrlich gesagt gerade noch nicht.

#1 Bemerkst du wenn du „weg“ bist und wie ist das für dich?

Nein ich merke nicht, wenn eine andere Person herauswechselt und ich für diese Zeit nicht anwesend bin. Ich habe dann einfach eine Amnesie (Blackout). Oft ist es sogar auch so, dass mir Stunden fehlen können, aber ich (beim wiederkommen) noch (bzw. wieder) an der gleichen Tätigkeit sitze. Mir fällt der Wechsel dann maximal anhand der fehlenden Stunden auf.

➡️ So etwas kann z.B zum Sinn haben (also von den anderen so beabsichtigt), dass der Frontperson eben der Wechsel nicht auffällt. Was die dann in dieser Zeit tun – keine Ahnung 🤷‍♀️.

#2 Wie erlebst du Co-Bewusstsein?

Bei der Frage würde ich euch einfach direkt auf einen Beitrag von mir zum Co-Bewusstsein weiterleiten. Der ist zwar schon ein bisschen älter, aber im Prinzip kann ich nicht so extrem viel Neues dazu sagen.

#3 Hast du viele Amnesien?

Alltagsamnesien? Ne, ich glaube nicht. Aber dazu muss man halt auch sagen, dass es äußerlich gerade recht ruhig ist und das nicht wirklich notwendig sein dürfte bzw. ich es, wenn, eh nur sehr selten checke. Also man muss ja zu den Amnesien sagen, dass das auch nicht immer welche von Stunden oder Tagen sind. Minuten Amnesien gibt es hier auf jeden Fall viele. Das definitiv. Oder was sehr, sehr häufig vorkommt ist, dass ich mich generell kaum an den Tag erinnern kann. Dazu habe ich dann keinen kompletten Blackout, aber was wirklich vorgefallen ist, weiß ich auch nicht mehr.
Aber so Situationen, dass ich mich plötzlich in einer ganz anderen Stadt wiederfinde, die gibt es eigentlich nicht.

#4 Kannst du dich an deine Kindheit erinnern?

Temporär ja. Also ich habe auf jeden Fall so ein Bild im Kopf, was konstant erscheint. Erst bei näheren hinschauen habe ich bemerkt, dass ich eigentlich kaum Erinnerungen habe. Also Weihnachten, Geburtstage, Ostern oder andere Feiertage: Da gibt es jeweils vllt 3-4 einzelne Szenen, das war es. Und auch sonst fangen die Erinnerungen, die man vllt als annähernd konstant/flüssig/zusammenhängend bezeichnen könnte, wohl eher so ab 12/13 Jahren an. Frühstens. Vorher ist viel schwarz, aber mein Hirn hat die wenigen Erinnerungen halt auf die dementsprechende Länge gestreckt (siehe auch „Falsche Erinnerungen„), sodass es mir immer vorkam, als wüsste ich eigentlich sehr viel.
Es gibt, was ich im Abgleich mit einer alten Schulfreundin so festgestellt habe, allerdings schon eeeecht viele schwarze Stellen. Also mega viele Situationen die in meinem Hirn einfach so gar nicht existieren 😅🤷‍♀️ .

Auch erzählte sie z.B mal, dass ich früher in der Schule zu Wochenbeginn oft meinte, dass ich das gesamte Wochenende durchgeschlafen hätte und daher nichts davon wüsste oder mich auch deshalb nicht mit ihr treffen konnte. Davon weiß ich überhaupt nichts mehr und ohne den Abgleich mit ihr, wüsste ich davon bis heute nichts. Auch in einem früheren Tagebuch gibt es teilweise Monate bis zu einem Jahr Abstand zwischen den Einträgen. Inwieweit das mit einer Amnesie zusammenhängt oder ich da einfach nur keine Lust hatte reinzuschreiben, weiß ich nicht.

Und so im Alter von vllt 6-11 existieren fast überhaupt keine Erinnerungen. 2-3 vllt, aber das auch nur ohne konkrete zeitliche Zuordnung. Meine Grundschulzeit fehlt fast komplett.

Um die Frage also zu beantworten: Ich denke, dass ich mich sehr gut erinnere. Erinnere mich in Wirklichkeit aber an so gut wie überhaupt nichts.

#5 Kennst du dissoziative Situationen manchmal auch als „Ich bin mir voll bewusst, aber mein Hirn ist komplett lahmgelegt“ ?

Also ich weiß nicht, ob ich das so richtig verstehe, aber ich antworte jetzt einfach mal so, wie ich es mit diesem Kontext verbinde.

Also hier gibt es sehr oft die Situation, dass ich z.B total abtrifte oder auch im Supermarkt vor einem Regal stehe und ewig vor mich hinstarre. Ich bin dann noch da, aber es funktioniert halt nichts mehr. Es fühlt sich ein bisschen so an, als wäre im Kopf einfach etwas falsch verdrahtet worden. Du stehst da und checkst schon was abgeht (ich höre und sehe auch andere Menschen), aber kannst halt nicht wirklich etwas tun. Manchmal funktioniert es dann, dass ich wenigstens von Innen rufen und drauf aufmerksam machen kann, dass gerade nichts geht. So ein: „Nun mach schon. Spring wieder an!“ . War das damit gemeint? Wenn ja, dann kenne ich das definitiv auch so.

#6 Ich habe keine visuellen Flashbacks. Ist das normal?

Ja! Definitiv ja! Ich dachte am Anfang auch, dass man nur ein Trauma haben kann, wenn man visuelle Flashbacks hat, wie man das halt so aus Filmen oder auch der Literatur kennt. Tatsache ist aber, dass ich mittlerweile, glaube 🤔erst einen richtigen, „typisch“ visuellen Flashback im Alltagsbewusstsein hatte. Überwiegend sind es tatsächlich emotionale oder somatoforme (körperliche), gustatorische (schmecken – z.B kam ich im Sommer mal gar nicht klar, weil erst das Wasser bei meiner Freundin wie Blut schmeckte und ich noch dachte: „Naja, die haben halt einen hohen Eisenanteil im Wasser“, aber später einmal schmeckte auch mein Wasser so. Du trinkst dann und willst dich am liebsten direkt ins Glas übergeben, weil es einfach so widerlich ist), usw.

Was ich allerdings öfter habe sind visuelle Flashbacks in Träumen. Das ist halt schwierig zu erklären, wo da der Unterschied zu normalen Alpträumen liegt. Ich persönlich finde aber, wenn man so einen Flashback erstmal im Traum hatte, weiß man das es einer war. Also klar gibt es da die Zweifel (Zweifler), die all das trotzdem abstreiten. Aber man merkt den Unterschied einfach. Ich verlinke euch dazu nochmal den Beitrag, den ich dazu mal schrieb. Vllt hilft der da etwas.
Aber so generell habe ich auch kaum visuelle Flashbacks und ich denke das ist auch relativ normal bei einer kPTBS bzw. gerade wenn eine dissoziative Störung noch dazu kommt. Hätte man, via Flashback, das Trauma jedesmal vor Augen gerufen, wäre doch auch alles viel zu leicht 😅. Also der Sinn einer dissoziativen Störung ist es ja, traumatisches so gut wie möglich aufzuspalten. Logischerweise werden daher auch Details des Traumas weiterhin von einem ferngehalten. Interessant wäre dazu auch noch zu sagen, dass du auch einen visuellen Flashback haben kannst, aber dir von einer anderen Innenperson die Erinnerung daran wieder geklaut wird, sodass eine Amnesie für den Flashback entsteht.

#7 Mir wurde eine Dis diagnostiziert, ich höre aber keine Stimmen. Hörst du Stimmen? Habt ihr eine gute Kommunikation und wie habt ihr das geschafft?

Also das mit den Stimmen habe ich ja schon mal in ‚pDis/Dis – Formen und Unterschiede‚ näher erklärt. Ja, du kannst auch eine Dis haben, wenn du keine Stimmen hörst. Stimmen kommen (akustisch oder auch nicht akustisch) oft vor, sie sind aber keine Voraussetzung.

Zur Kommunikation: Nein 😂. Unsere Kommunikation ist absolut unterirdisch. Also so zu vllt einer handvoll existiert ein recht „guter“ Kontakt (aktuell sogar zu noch weniger), aber das war es auch schon. Und die sind genauso unwissend wie ich. Das wir uns jetzt also über etwas wirklich relevantes austauschen könnten, davon lässt sich höchstens träumen 😅.
Ich weiß jedoch aber eigentlich, dass z.B sowas wie Meditation zu einer besseren Kommunikation bei uns führt. Bevor ich von der Diagnose wusste und noch recht viel meditiert habe, klappte das super (aber Vorsicht! Viele kommen auf Meditation gar nicht klar!). Also ich dachte da zwar noch, es wären Außerirdische oder irgendwelche esoterischen Tierchen 😅, aber wir haben sehr viel gesprochen.

Seit der Diagnose bzw. seit Realisierung klappt das mit dem Meditieren nicht mehr wirklich. Ich blocke da total und auch alles was an inneren Kommunikationsversuchen ankommt, schmettere ich sehr oft ab.
Auch in der Therapie werden Versuche die Innenkommunikation zu verbessern sehr abgeschmettert (von anderen, aber auch von mir). Also von daher, so nach insgesamt 2,5 Jahren jetzt, kann ich auch nur sagen das die Kommunikation echt noch seeehr schlecht ist und wir auch der Meinung sind, dass das wohl noch ein echt langer Weg sein wird. Man weiß nie was kommt, aber wir rechnen nicht damit, dass wir in den nächsten Jahren einen besonders guten Kontakt herstellen können.

#8 Kannst du die anderen sehen? Seid ihr sehr unterschiedlich?

Nach Außen hin definitiv nicht. Es wechseln aber halt meist auch nur die entsprechenden Anteile heraus, die sich in der Situation ohne Probleme wie die sonst nach außenhin zu erscheinende Person ausgeben können. Nach Außen hin wird man das kaum merken.
Obwohl ich da jetzt noch dazu sagen muss, dass auch ICH (also die, die den Blog größtenteils führt) im Inneren anders als der Körper aussieht, ein anderes Alter hat (ob ich auch einen anderen Namen hab, weiß ich nicht – Franzi fühlt sich richtig und gut an – obwohl wir da auch zu zweit drauf reagieren 🙈, auf Franziska wiederum reagiere ich echt allergisch und fühle mich auch nicht wirklich angesprochen 🤷‍♀️) und ich meistens eigentlich auch nur eine Rolle spiele. Also so fühle ich mich zumindest. Ich könnte euch jetzt nicht sagen, WAS genau die für Außenstehende zu sehende Frontperson ausmacht und was ich dafür spiele, aber das bin auch nicht 100%ig ich. Vllt ergeben wir auch im Mix zusammen, dass was andere sehen und als „Franziska“ kennen 🤔. Keine Ahnung, kann ich euch gerade nicht sagen 🤷‍♀️.

Innerlich sind wir aber definitiv sehr verschieden.
Also so generell ist unser System sehr Fabelwesenlastig. Logischerweise sind einige Anteile KOMPLETT unterschiedlich zu anderen. Es gibt z.B Dämonen in unseren System, die eher ein geringschätziges Empfinden gegenüber der menschlichen Welt/den menschlichen Empfindungen haben. Und die darfst du auch nicht in Gespräche setzen, wo es nur im Ansatz um Okkultismus geht😅. Da gibt es SEHR deutliche Meinungen, die nicht unbedingt den meinen entsprechen und die ich manchmal auch eher unter Verschluss halten würde (und oft auch gehalten werden).

Aber es gibt z.B auch mindestens einen Vampir. Es gibt Narben auf dem Körper, die allein nur aus dem Grund zugefügt wurden, dass man an das Blut heran kommt. Vampire und so halt😅. Also gerade bei Blut gehen einige richtig ab. Das ist schon seeeeeehr unterschiedlich zu mir bzw. dem normalen Alltagsteam. Oder es gibt z.B jemand der eher wie ein Geist ist. Wie eine formlose Wolke. Also ja, wir sind INNERLICH definitiv SEHR unterschiedlich.

Auch Meinungen, Alter und Aussehen unterscheiden sich stark. Also richtig stark. Aber alles was so nach Außen wechselt (was jetzt aber auch nur mein aktuelles Empfinden/Wahrnehmen ist – vllt ändert sich diese Meinung irgendwann), tut so, als wäre es genau das Gleiche, wie das/der Vorhergehende.

Achso und zu dem sehen können: Ja, das kann ich. Teilweise. Als innere Bilder, die auftauchen. Manchmal ist es aber auch so, dass sich eine Person zeigt, ohne das ich ein Bild sehe. Ich bekomme dann ganz viele Gefühle dazu und habe dadurch ein Bild vorm inneren Auge. Das ist aber richtig blöd zu beschreiben.

#9 Habt ihr eine innere Welt?

Äh, keine Ahnung? 😅
Also, ja. Es gibt definitiv eine Welt in der ich die anderen z.B sehe. Die ist sehr grün. Also, ich glaube, ich habe bisher fast jeden irgendwo in einer grünen Natur-Umgebung gesehen.
Und dann gibt es noch einen anderen, eher „mechanischen“ Teil.
Aber das meiste davon kann ich eigentlich nicht betreten, weshalb eine Aussage dazu recht schwierig ist.
Aber es gibt definitiv auch Orte, die wohl mehr imaginativ sind, glaube ich. Also so, wie wenn man in der Therapie einen sicheren Ort erschafft. Ich weiß nicht recht. Irgendwann waren diese Landschaften einfach da, aber gleichzeitig waren sie auch eine Art imaginatives Ding🤔. Wieder schwer zu beschreiben.

#10 Träumst du manchmal von den anderen bzw. kann jemand anderes den Traum
träumen, aber du bist ebenfalls mit im
Traum?

Also erstmal: Ja ich träume von den anderen. Wir begegnen uns schon lange im Traum und einige habe ich ich erst über die Träume (äußerlich) kennengelernt. Das passierte aber schon lange vor der Diagnose (bzw. dem Wissen darum, da eine Diagnose ja schon 4 Jahre, bevor ich davon wusste, existierte). Im Traum bin ich sehr oft eine andere Person. Ich sehe mich als andere Person in einem Spiegel, erlebe deren Leben oder oft gibt es z.B auch eine Kommentatorstimme.
In manchen Alpträumen z.B führt mich diese Kommentatorstimme durch den Traum. In einem Haus voller Dämonen und Monster z.B sagte sie mir mal wo ich hingehen muss, um sicher zu sein. Oder steht mir zur Seite, wenn Träume bzw Traumtode (also eigene) zu schlimm zu werden scheinen, etc.

Manchmal haben wir auch so eine Art „Filmträume“. Dort ist es dann so, als sähe man einen Film über andere, ohne das man selbst involviert ist. Inwieweit das aber mit der Diagnose zusammenhängt, weiß ich nicht.

Ob jemand anderes den Traum aber träumt und ich bin nur dabei, kann ich nicht wirklich beantworten.
Es ist schon so, dass ich in Träumen manchmal nur eine Art „Statistenrolle“ habe, aber inwieweit das dann ein Traum eines anderen ist oder nicht, weiß ich nicht.

Was ich aber manchmal habe/bekomme sind eine Art von „Intrusion“. So würde ich sie jedenfalls beschreiben. Das sind dann aber keine Träume, höchstens vllt maladaptive Träume (sehr lebhafte Tagträume) 🤔. Dort sehe ich dann Erlebnisse aus der Beobachterperspektive. Als Beispiel sah ich ein kleines Mädchen gefes*elt in einem Keller. Das bin dann aber nicht ich, sondern ich sehe da andere Personen. Normale Intrusionen erlebt man ja sonst auch eher aus der Ego-Perspektive.

Freeze

Kennt ihr das auch, dass euer Hirn euch ständig vorgaukelt, ihr hättet alles unter Kontrolle?

Gestern Nacht triggerten die Schritte über uns in der Wohnung.
Angst. Panik.
,,Schritte! Er kommt!“
Ich komme wieder zurück und checke wo ich wirklich bin: ,,Das ist eure Wohnung. Hier kommt niemand. Ihr seid allein.“, aber ich bewege meinen Körper nicht mehr.
Ich kann nur noch da liegen und ins Zimmer starren.
,,Ich könnte das jederzeit beenden. Bräuchte mich nur drehen.
Warum machst du es dann nicht?
Es ist gerade entspannend, deshalb liege ich so.

Irgendwie bin so benommen.
Ich fühle meinen Puls im Hals, auf dem Kissen schlagen. Ich bin also noch hier.
Aber Ich fühle meinen Körper kaum noch. Ist er noch da? Meine Arme sind ganz taub. Sind sie noch dran?

Oh, mein Daumen hat gezuckt! Mein Körper muss also noch da sein!
Meine Muskeln entspannen sich kurz und da merke ich erst: Oh Gott, so angespannt bin ich?! Mein ganzer Körper ist ja ganz steif!
Langsam tut was weh.
Das ist unbequem!
Ja, dann ändere doch die Position. Du kannst das doch angeblich.
Ja kann ich. Jederzeit. Ich will nur nicht. Es ist bequem so. Ich bin so entspannt.

Wieder Panik.
Es könnte jemand kommen.
Beweg dich endlich!
Ich kann.
Ich kann mich drehen, nur um auf der anderen Seite wieder festzufrieren.
Aber ich kann das jederzeit ändern! Ich will nur nicht

Ja ne, is klar. Verarsch dich ruhig weiter 🤦‍♀️.
Mir fällt das immer öfter auf. Ganz vieles wurde bisher unter: ,,Ich mach das freiwillig und hab alles unter Kontrolle“ verbucht. Logischerweise fand ich viele Dinge deshalb auch nie wirklich auffällig oder komisch. Bis vor einiger Zeit hätte ich z.B auch behauptet solche Sachen noch nie erlebt zu haben. Dabei passiert das ständig.

Ich hielt das anfangs (beim Lesen) immer für einen totalen Kontrollverlust über den Körper, wie bei einer Schlafparalyse. Ist es im Prinzip auch. Aber anders. Ganz anders.
Wenn andere was beschreiben, hört sich das für mich immer so krass an. So nach sich klar und deutlich erkennbaren Dingen. An einem selbst fühlt sich das alles aber irgendwie immer ganz anders an. Viel subtiler.
Also wenn man hinschaut und es klar und deutlich als das erkennen und benennen kann, dann zeigt sich das alles schon deutlicher. Aber vorher ist alles so in den normalen Alltag eingebaut, dass es einem kaum auffällt. Mir geht’s zumindest so 🤷‍♀️. Also d.h nicht das es nicht trotzdem stört und dich beeinflusst, du siehst es halt nur als was völlig normales an. Nicht als irgendwas, dass einen Hintergrund hat und behandelt werden kann und vll auch sollte.

3 Leitsymptome einer (K)PTBS: #3 Intrusion (1)

Traumatische Erlebnisse bzw. posttraumatische Reaktionen gehen meist mit ein und den gleichen Hauptsymptomen einher. In den letzten beiden Beiträgen schauten wir uns die Hypervigilanz und die Konstriktion näher an. Heute soll es dann um die Intrusion gehen….

Aufgrund der Länge des Beitrags habe ich mich aber entschieden ihn aufzuteilen. Nächste Woche gibt es dann noch den 2.Teil, der sich mit intrusiven Handlungen bzw. der Traumareinszenierung näher befassen wird.

Was sind Intrusionen?

Intrusionen können wir als das genaue Gegenteil der Konstriktion verstehen. Während die Konstriktion versucht, die traumatische Erinnerung aus dem Bewusstsein zu verdrängen, schiebt die Intrusion sie, ohne Vorwarnung und mit Nachdruck, direkt in das aktuelle Tagesbewusstsein.

Sinn und Zweck haben aber beide. Die Eine möchte uns vor den überflutenden Gefühlen des Traumas schützen, die andere möchte es ins Bewusstsein drängen, sodass es aufgelöst werden kann.

Weiter konnte man anhand verschiedener Tierversuch nachweisen, das sich Erlebtes bei anhaltend hoher Konzentration von Adrenalin und anderen Stresshormonen im Blut, stärker einprägt. Der Psychiater Bessel van der Kolk vermutet, dass dabei die sprachliche Kodierung im Gedächtnis außer Kraft gesetzt wird und das Zentralnervensystem die Gedächtnisspuren deshalb in der visuellen oder sensorischen Form abspeichert. Was eine Erklärung dafür wäre, warum traumatische Erlebnisse eher in Form von Bildern, Gerüchen oder Gefühlen wieder auftauchen, sich aber kaum in eine flüssige sprachliche Form bringen lassen.

Diese noch lose abgespeicherten Erinnerungen in uns, sind zudem mit einem Auslösereiz (Trigger) gekoppelt. Etwas was unmittelbar mit der traumatischen Situation zusammenhing. Trifft die traumatisierte Person nun später auf einen dieser Trigger, wird die entsprechende Erinnerung hervorgeholt.

Welche Formen der Intrusion gibt es?

Intrusionen können sich auf verschiedenen Wegen bemerkbar machen. Sie tauchen in Form von Albträumen wieder auf, schieben sich gedanklich mitten am Tag in unser Bewusstsein, holen uns direkt ins Trauma in Form eines Flashbacks zurück oder wiederholen das Trauma in unseren Handlungen. Wir wollen uns diese unterschiedlichen Varianten einmal näher anschauen:

Albträume

Albträume sind ein sich wiederholendes Merkmal nach traumatischen Erlebnissen. Einen Albtraum an sich hatte natürlich jeder Mensch schon einmal. Belastende Gedankengänge und Erfahrungen tauchen nachts in Form wilder Bilder wieder auf und lassen uns oftmals ängstlich hochschrecken. Da bei einem Trauma diese Erfahrung jedoch nicht abebbt, erleben wir die nächtlichen intrusiven Bilder und Gefühle auch dauerhaft und wiederholt. Dort kann das Trauma exakt 1:1 dargestellt werden oder aber es tritt abgewandelt auf. Da ich aber bereits schon mal einen eigenen Beitrag zum Thema Albträume und (nächtliche) Flashbacks geschrieben habe, möchte ich an dieser Stelle auch auf diesen Artikel verweisen.

Flashbacks

Dann haben wir da als nächstes die Flashbacks, eine Unterkategorie der Intrusionen. Beim Flashback wirst du zeitlich und räumlich direkt zurück ins Trauma geworfen. Der Flashback kann auf emotionaler, visueller, körperlicher, gustatorischer (Geschmack) oder auf olfaktorischer (riechen) Ebene auftreten. Wie sich diese einzelnen Flashbacks bemerkbar machen und durch was sie sich unterscheiden habe ich ebenfalls in einem anderen Beitrag, und zwar in Flashbacks und Intrusionen, näher erläutert.

Gedanken

Auch hier wird, wie beim Flashback, per Trigger ein Bild oder Gefühl hervorgeholt. Beide unterscheiden sich jedoch in ihrer Intensität. Während man beim Flashback vollständig geistig, körperlich und zeitlich in das Trauma zurückgezogen wird und es erneut durchlebt, bleibt man bei der Intrusion zeitlich und räumlich noch im Hier und Jetzt.

Ich persönlich kann da übrigens fast dauerhaft keinen Trigger bei mir ausmachen. Sie kommen einfach und teilweise sogar ziemlich, ziemlich oft. Da sie (bei mir zumindest) nur einen kurzen Augenblick bleiben und dann wieder verschwinden, sind sie auch nicht übertrieben störend, finde ich. Die „normale“ Intrusion ist mir zumindest 1000x lieber als ein Flashback.

Wo ist der Unterschied zur normalen Erinnerung?

Wenn ich mich z.B an letztes Jahr grillen erinnern möchte oder ich unterhalte mich darüber und die passende Erinnerung wird dazu aktiviert, dann sehe ich diese zwar bildlich vor mir, aber sie wirkt fade, leicht ausgegraut.
Die Intrusion dagegen ist lebendig. Du siehst eine vergangene Szene nicht nur, sondern du bekommst sie mit deinen ganzen Gefühlen und Empfindungen von damals aufgedrückt. Ich fühle mich dann auch wieder genau wie zu der Zeit, als wäre ich dort zurück zu Besuch. Gleichzeitig kann ich aber normal im Außen weiteragieren. Wenn so etwas z.B draußen auf der Straße kommt, stört es also (für das Agieren in der Umgebung) eigentlich kaum. Erhalten bleiben kann jedoch das ungute Gefühl, das mit dieser Intrusion mitkam, welches einem durchaus manchmal ganz schön die Laune in der momentanen Situation vermiesen kann.

Weiter holst du die Intrusion nicht bewusst hervor, sondern sie kommt einfach. Ist auch Wurst ob du gerade Lust hast oder nicht. Wegwedeln, sowie manche „normale“ Erinnerungen, kann man sie jedenfalls nicht, zumindest nicht sonderlich gut.

Intrusionen von Nebensächlichkeiten oder auch: Intrusionen bei KPTBS?

Ich wunderte mich lange sehr, weil ich eigentlich kaum eine Intrusion hatte, welche das Trauma direkt widerspiegelt. Bei mir kommen eigentlich eher, vom Gefühl her, völlig nebensächliche Dinge. Das war natürlich ein gefundenes Fressen für mich, vor meiner Therapeutin und auch vor mir selbst darauf zu beharren, dass niemals etwas schlimmes passiert sein kann. Traumatisierte Menschen sehen und erleben das Trauma schließlich in all seinen Poren immer wieder erneut. Träume lassen sich anders erklären, visuelle Flashbacks habe ich nicht und meine Intrusionen … Hey komm schon 🤷‍♀️.

Also erstmal sei gesagt ☝️: Es gibt tatsächliche auch positive Intrusionen und Flashbacks. Scheint zwar widersprüchlich, aber es können durchaus auch schöne Sachen intrusiv auftauchen. Wer so etwas erlebt, spinnt also nicht.

Ich habe bei diesen „Nebensächlichkeiten“ jedoch selten ein positives Gefühl. Höchstens neutral, würde ich behaupten. Die Situationen an sich wirken meist aber wie mitten aus dem Leben gegriffen, also hab ich versucht dem, in den letzten Monaten, mal etwas auf die Spur zu gehen…

Ein Blick in die Vergangenheit…(Triggerwarnung!)

Da ich mich eigentlich dauerhaft von einem toxischen Umfeld ins Nächste stürzte, hatte ich vor 3 Jahren tatsächlich das erste Mal in meinem Leben das Gefühl von Ruhe. Narzissten scharrte ich, genau genommen, permanent um mich. Ich hielt ich mich zudem in verschiedenen Szenen auf, die wirklich nicht gerade gesund waren: Von Kontakten mit der türkischen Mafia oder Koksern mit Knarre für ihre Raubüberfalle, zu Psychotikern die plötzlich einen Elektroschocker in ihrem Wahn zückten oder sonst was für Dramen heraufbeschworen. Großdealer im Haus, mit festen Arbeitszeiten über organisierte Vergewaltigungen, gehörte alle zu diesem Umfeld.

Es gab Situationen wo jemand eben einfach mal „verschwand“ oder wo jemand anderes mit 30 Messerstichen, unter der Folie eines Gartenteichs, gefunden wurde. Es gab Situationen wo es unter verschiedenen Dealern nicht mehr nur um harmlose Streitereien ging, weil viel zu hohe Summen im Spiel waren. In dem anderen Kreis kam es zu permanenten Diebstählen, Dramen, Intrigen, Übergriffen usw. Vieles davon, kommt heute erst wieder wirklich zurück bzw wird mir bewusst. Für mich war das alles aber immer völlig normal. Egal in welcher Szene ich mich befand und ob da Gewalt, Idiotie (nett ausgedrückt) oder eher Geld und völlige Ignoranz die Überhand hatten. Ich empfand diese Dramen nervig, aber nie als das, was sie eigentlich waren: Traumatisierend.

Auch meine Beziehungen (partnerschaftlich und freundschaftlich) hatten es in sich, was ich damals jedoch natürlich nie so gesehen habe. Erst jetzt im Rückblick muss ich mir selbst manchmal ganz schön an den Kopf greifen: Ich ging z.B mal mit jemanden eine Beziehung ein, der mir vorher erzählte, dass er seiner Ex-Freundin ein Kissen aufs Gesicht drückte und es erst weg tat, als sie sich nicht mehr bewegte. Er dachte sie sei tot. Aber damit nicht genug: Als Teenager, im Heim, hat er einen anderen Jungen umgebracht. Ein Schlag ins Gesicht, blöd getroffen, Junge tot. Keiner verrät ihn und ich so: „Ja jeder hat doch seine Macken oder? 🤷‍♀️ Komm, wir versuchen’s mal❤️“ 🤦‍♀️🤦‍♀️

Was ich damit sagen will….

Den emotionalen Missbrauch und die permanenten Ausnahmezustände habe ich geschafft, seit meiner Kindheit, dauerhaft aufrechtzuerhalten, bis ich ungefähr 27 war. Ich kann mich an kein Jahr erinnern, wo es auch nur einmal wirklich Ruhe gab. Im Bereich psychischer Missbrauch schaffte ich da ein recht konstantes Level, möchte ich meinen. Und dazu kamen noch ein paar andere Sachen, die sich aber auch oft im Kontext zu früher recht ähnlich waren.

Und alles was da nun an scheinbar nebensächlichen Intrusionen auftaucht, ob nun aus der Kindheit oder von später, hängt eigentlich immer und automatisch mit einer dieser Lebenssituationen zusammen, die eben traumatisch war.
Da das Trauma so langanhaltend war (ohne wirkliche Unterbrechung) bzw die Traumata immer wieder neu auftraten, kann es auch nicht DIE EINE Szene geben. So wie es z.B bei einem Überfall o.ä. der Fall wäre. Nicht die Einzelsituation war traumatisch, sondern die gesamte(n) Lebensepisode(n), weshalb logischerweise auch diese vielen unscheinbar wirkenden Intrusionen auftauchen. Der Moment isoliert, wirkt normal, zu betrachten gilt aber die Gesamtsituation, in der ich dauerhaft im Ausnahmezustand lief.

Bei KPTBS möchte ich daher behaupten, dass es normal ist, nicht permanent ‚die eine‚ traumatische Situation wieder zu erleben, sei es nun als Intrusion oder Flashback. Viel mehr sollte man bei den einzelnen (auftauchenden) Episoden schauen, was drum herum dazugehört.

Intrusion als Handlung

Wie man hier vll schon herausließt scheint sich auch ein vergangenes Trauma gerne, im Laufe des Lebens, zu wiederholen. Die Traumareinszenierung ist ebenfalls eine Form der Intrusion, welche ich, aufgrund der Länge des Artikels, aber gerne ausführlicher im nächsten Beitrag besprechen möchte. Mir persönlich helfen meist Beispiele anderer Betroffener sehr weiter, blinde Flecken bei mir selbst leichter zu erkennen. Darauf wollen wir dann nächstes Mal näher eingehen.

Intrusive Gedanken stoppen

Wie ich schon erwähnte, gibt es kaum ein Mittel die intrusiven Gedanken oder Gefühle vom Auftauchen abzuhalten. Um sich jedoch nicht darin zu verlieren, kann man es mit Achtsamkeitsübungen versuchen. Im Hier und Jetzt bleiben, sich ablenken…

  • Zählt laut auf, was ihr gerade macht. Jeden Schritt. Zum Beispiel: ,,Ich schalte jetzt den Computer an. Nun setze ich mich auf meinem Stuhl. Ich öffne Programm XY.“ usw. Oder: ,,Ich öffne den Kühlschrank und nehme die Gurke heraus. Jetzt lege ich sie auf das Schneidebrett. Ich nehme ein Messer in die Hand und schneide eine Scheibe ab. Nun noch eine…“ usw. usf.
  • Versucht es mal mit Imaginationsübungen, wenn euch ein Gefühl vereinahmt. Vor allem das mit der Wassersäule hilft mir da oft sehr weiter. Schaut ruhig einmal Hier vorbei, dort habe ich einige Imaginationsübungen (u.a das mit der Wassersäule) bereits beschrieben.
  • Dann das Übliche: Sport, Musik (am besten richtig laut mit Kopfhörern), Gerüche. Ihr könnt etwas malen, ein Videospiel auspacken, usw.
  • Weiter Möglichkeiten, was z.B auch bei Flashbacks helfen kann, habe ich im Artikel 1.Hilfe bei: Flashbacks schon näher erklärt

1. Hilfe bei: Flashbacks

Das zurückgezogen werden in traumatische Erlebnisse kann sehr unangenehm werden, mitunter sogar retraumatisierend wirken.
Einige Möglichkeiten, dem Herr zu werden, habe ich euch heute einmal zusammengestellt. Jeden Flashback bekommt ihr damit natürlich nicht in den Griff, klappt bei mir auch nicht. Manchmal klappt überhaupt nichts, ärgert euch also nicht, falls bei euch nichts davon funktioniert. Vll könnt ihr ihn manchmal dadurch aber zumindest etwas abmildern 😊

Meistens hilft übrigens nicht nur eine Sache, sondern mehrere kombiniert.

Und falls ihr mehr Ideen habt, was bei euch z.B so hilft, dann immer her damit! 😁

In Bewegung bleiben

Aufstehen, im Zimmer herumlaufen, springen, klatschen – Alles was den Körper und das Gehirn in Bewegung hält und nicht weiter in den Flashback abschweifen lässt.
Während des Flashbacks befindest du dich in einem Freeze-Zustand. Durch die Bewegung signalisierst du deinem Gehirn, dass seine Gefahreneunschätzung gerade nicht richtig war und ihr euch nicht in akuter Gefahr befindet.

Auch den eigenen Körper berühren, beißen, zwicken und abtasten sind wilkommen. Spürt euch und spürt euch vor allem in der Gegenwart wieder.

Laut mitreden

Vll schaust dir gerade einen Film oder eine Serie an: Sprich laut mit, was gesagt wird. Jedes Wort, konzentriere dich darauf. Sei ruhig laut dabei. Zähle laut auf was gerade passiert und was du siehst.

Falls Musik läuft, kannst du auch da laut mitsingen. Schief und krumm und völlig falsch. Hier ist alles erlaubt.

Kühl dich runter

Eiskaltes Wasser auf der Haut, den Kopf unter die kalte Dusche halten oder Eiskompressen auf den Körper legen (gefrorene Erbsen tuns genauso gut): All das kann uns helfen schnellstmöglich wieder im Hier und Jetzt anzukommen, denn das Gehirn wird auf den Kälteschock reagieren, d.h seine Konzentration liegt vorerst weniger auf den Flashback.

5, 4, 3, 2, 1 Übung

Zähl 5 Dinge auf die du siehst, 5 Dinge die du hörst und 5 Dinge die du spürst.
Nun zählst du 4 Dinge auf die du siehst, die du hörst und spürst.
Nun 3 usw.
Auch mit dieser Übung versuchst du dich im Hier und Jetzt wieder zu erden.

Tick Tack

Eine Uhr, am besten mit aktueller Datumsanzeige oder einem Kalender in der Nähe, kann dir ebenfalls immer wieder in Erinnerung rufen WO und WANN du gerade BIST.

Scharfer Geschmack

Chilli-Bonbons, Chilli-Zahnpasta, Chillichoten, scharfe Gummitierchen usw. Alles mit einem starken, intensiven Reiz

Gerüche

Gleiches gilt für Gerüche. Mit Räucherstäbchen oder starken Menthol-Tüchern, aus der Apotheke, kann ich mich z.B am besten wieder erden. Z.b gehen auch Riechstäbchen mit Ammoniak, Lavendel usw.
Es gab Zeiten, da hing ich gefühlt den halben Tag schnüffelnd an so einem Tuch rum. Sieht ein bisschen dämlich aus😅, aber besser dämlich aussehen, als sich schlecht fühlen, oder? 🙂

Atmen

Tief einatmen. Hier hatte ich schon mal mehr zur Atmung und den verschiedenen Methoden geschrieben.
Konzentriert euch darauf, auf jeden einzeln Atemzug. Lange und tief einatmen, kurz halten und dann lange wieder ausatmen. In Stresssituationen halten wir nämlich gerne die Luft an und verkrampfen dadurch innerlich noch mehr, was den Stresszustand verlängert und verschlimmert.

Vorbeugend

… wenn ihr einen Trigger bemerkt und ins Strudeln geratet, können auch Imaginationsübungen helfen, so wie ich sie Hier schon mal näher beschrieben habe.

Und lustigerweise habe ich letztens etwas übers Tetris spielen gelesen. Ich markiere euch den entsprechenden Artikel mal Hier.

Alpträume und (nächtliche) Flashbacks

Ohne Schlaf könnten wir nicht überleben. Stellt euch vor was unser Körper den ganzen Tag für Höchstleistungen erbringen muss – Wenn ihr mich fragt: Wir suchen auf dieser Welt ständig nach Wundern, doch laufen wir selbst jeden Tag in einem herum.

Da finde ich es irgendwie nur fair, wenn unser Körper nachts endlich einmal zur Ruhe kommen darf. Im Schlaf erholt sich nämlich unser Stoffwechsel, die Abwehrkräfte, wertvolle Energie kann generiert werden und auch unser Bewusstsein kann sich endlich einmal ausruhen und darf das Unterbewusstsein an die Arbeit lassen.

Nun ist es aber leider so das unser Unterbewusstsein nicht immer nur Blümchen und Sonnenschein für uns im Angebot hat und gerade wer unter viel Stress leidet oder betroffen von einer PTBS oder kPTBS ist, findet nachts nicht immer den eigentlich notwendigen, erholsamen Schlaf.

Erstmal: Was sind Alpträume?

Einen Alptraum hatte wohl jeder schon mal – Einmal wird man von einem Verfolger gejagt, das nächste Mal fällt man in einen tiefen Schacht oder manchmal rast auch eine riesige Flutwelle auf einen zu. Nicht selten erwacht manch einer dann schon mal schreiend oder um sich schlagend, das Haar völlig zerzaust und schweißgebadet.

Im Volksmund gibt es den Alp oder Alb, früher nannte man ihn Mahr oder bei den Römern Incubus (oder weibl. Succubus), ein Dämon der dem Schlafenden den Samen, die Energie und die Seele stiehlt.

Der Nachtalb dürfte uns wohl am bekanntesten sein. Ein Geist, der sich nachts auf die Brust des Schlafenden setzt und fest zudrückt, was oft zu Fieber, Herzklopfen, Nachtschweiß und Angst führen soll. Eine feinstoffliche Energie also, die uns Nachts Angst macht.

Nun nehmen wir uns die Alptraumszenarien noch einmal her: Der Verfolger ist oft ein Problem in unserem realen Leben, vor welchen wir davon laufen. Der tiefe Schacht lässt uns in ein Loch fallen, aus welchen wir nicht mehr heraus wissen – Wir treten auf der Stelle und die riesige Flutwelle stellt oft ein Problem, eine Situation oder eine Angst dar, die uns zu überrollen scheint und in der wir befürchten, zu ertrinken.

All diese Alptraumszenarien haben ihren Ursprung in verdrängten bzw. uns nicht direkten, bewussten Emotionen (Träume übermitteln uns immer eine Botschaft, die wir noch nicht kennen!) und was sind Gedanken und Emotionen? Sie sind nicht greifbar, sie sind feinstofflich, reine Energie also und diese „überfallen“ uns Nachts.

Im Traum werden nämlich all diese unterdrückten Emotionen, Ängste und Sorgen in eine bildliche Form verpackt, sodass wir sie verstehen können – Wie beim Spiel Scharade.

Tatsächlich dienen sie also der Bewusstmachung und Verarbeitung. Wenn wir diese wertvollen Botschaften dann sogar erkennen und verstehen lernen, können wir sie auch in unseren Alltag integrieren und die Angst vor den unbewussten Sorgen abbauen, was den Stress im Tagesbewusstsein minimiert.

Was sind nun Flashbacks in Träumen?

Was Flashbacks sind, das besprachen wir ja schon einmal in einem anderen Beitrag .

Wir sprechen da also von isolierten Erinnerungen, die durch einen bestimmten Auslöser (Trigger) hervorgerufen werden können.

D.h Flashbacks sind auch nicht wirklich 1:1 gleichzusetzen mit Alpträumen. Während in Alpträumen nämlich unsere innersten Gedanken und Befürchtungen, in teilweise fast schon abstrakten Bildern, zum Vorschein kommen, zeigen sich die Flashbacks in einer ganz anderen Art der Beschaffenheit, da sie tatsächlich einen Teil der reellen Vergangenheit wiedergeben.

Was meine ich mit ,andere Beschaffenheit‘?

Sie fühlen sich anders an. Fester, echter, realer einfach.

Aber auch da gibt es wieder Unterschiede Beispiele:

Der direkte, visuelle Flashback:

Im Traum war ich einmal im Klo meines Elternhauses. Ein winziges Zimmer und ich sah mich als kleines Kind, vll höchstens 5-6 Jahre alt. Mein kleines Ich hockte an der Heizung, umschlang die Arme und schrie voller Panik. All das sah ich, als würde ich diese Szene aus der oberen Ecke des Zimmers betrachten. Ich wachte auf und zwar von meinem Schrei, der durch die ganze Wohnung hallte – Dieser Traum fühlte sich an, als wäre ich in der Zeit zurückgereist und hätte live daneben gestanden.

Fühlen, hören, schmecken:

Ja auch das ist hier wieder möglich. Es fühlt sich dann einfach anders an, als im normalen Traum. Ich kürze den Traum jedoch ab: Ich hörte den Todesschrei einer jungen Frau und ich schwöre ich habe sowas noch nie zuvor in meinem (bewussten) Leben gehört. Also so eine Art von Schrei. Ich habe früher sehr viele Horrorfilme geschaut und da schreit ja oft eine Schauspielerin, aber das kann man nicht mal im Ansatz vergleichen. Dieser Schrei ging durch Mark und Bein und blieb mir tagelang im Ohr. Noch heute schaudert es mich, wenn ich daran denke. Aber auch Berührungen die sich so echt anfühlen, als würde man sie woher kennen usw. kann Teil solch einer isolierten Erinnerung sein. Wichtig finde ich da auch immer das Gefühl, mit welchen man aufwacht.

Die verschachtelten Flashbacks:

Mir fällt leider gerade kein besserer Begriff ein😅. Gemeint ist damit das der Traum zwar eine reale Erinnerung zeigt, aber die Szenerie drumherum eine ganz andere ist, z.B kann da auf einmal ein Bär mit rumlaufen. Oder es ist eine reale Szene, aber in einer ganz anderen Umgebung. Ihr erlebt die Situation, seid z.B aber plötzlich im dunklen Weltall – Das Gehirn vermischt dann die Erinnerung, also den Flashback, mit den dazugehörigen Gefühlen in Bildform. Im Weltall seid ihr dann vll, weil man sich in dieser damaligen Situation ganz allein, einsam und verlassen gefühlt hat. Schwerelos, von allem abgetrennt.

(Trigger – Anfang) Ein Beispiel von mir wieder:

Ich träumte von einer Villa (das Haus kenne ich so nicht, jedoch den Anstrich und die Fenster) und einer Frau die darin vor etwas weglief. All das war völlig aus der Beobachterperspektive und zwischendrin stand ich mit Gott vor dieser Villa und sagte zu ihm, dass ich nicht wissen will, was darin passiert. Dann sieht man die Frau, wie sie auf einem Hometrainer sitzt (Fahrrad). Hinter ihr, auf einem Sitz, ein Monster, fast wie ein Dämon und der Hintergrund leuchtet rot-braun. Fast ein bisschen wie man sich die Hölle vorstellt. Das Monster jagt sie ständig, fängt sie aber nicht (weil es eben ein Standfahrrad ist und sich beide nicht bewegen können).

Szenenwechsel – Gleiche Kulisse, aber diesmal liege ich am Boden und jemand würgt mich. Ich weiß in diesem Moment das ich gleich sterben werde, es fühlt sich so an. Ich fühle die Schmerzen, aber ich fühle mich auch schon total weit weg, wie losgelöst. Dann wache ich auf und musste für den Rest der Nacht erstmal das Licht anlassen. Das schräge ist, dass ich die Straße kenne, wo diese Villa im Traum stand. Ich kann sie nur nicht zuordnen, als würde einem etwas auf der Zunge liegen, aber es fällt einem einfach nicht ein.

Im Januar träumte ich dann das ich in einem Bett liege. Ich in der Mitte, rechts liegt … (ich mag hier nicht verraten wer) und links von mir eine Frau. Über ihr liegt ein Mann, den ich kenne und sie ruft ,,Nein!“ und versucht sich zu wehren, aber er hört nicht auf, er macht einfach weiter. Erst sehe ich das aus der Perspektive der Frau, dann bin ich Ich und sehe wie er sie würgt „währenddessen“ und denke im Traum das ich doch diese Szene von mir kenne. Dass das etwas ist, was mir passiert ist. Dann hört er auf und dreht sich zu uns um und meint wir sollen Platz machen, da das eben ja nur die „Vorspeise“ war. Ich dachte ,,Nicht wieder!“ und lief voller Panik weg und versuchte mich zu verstecken. (Trigger – Ende)

–> Manchmal kann es da also sein, dass man einen Flashback nachts erlebt, aber es wirkt mehr als hätte man eine wahre Begebenheit, als Film nachgedreht. Vll sind es andere Darsteller oder eine andere Kulisse, aber die Situation an sich fühlt sich so dermaßen echt und real an, als wäre man live da oder hätte sie schon einmal gesehen/erlebt.

Falsche Erinnerungen

Ne liebe FalseMemory Foundation, da braucht ihr euch noch nicht gleich die Hände reiben – Hier geht`s nämlich nicht um euren Quatsch.

Zu erstmal: Ja, Erinnerungen verfälschen sich mit der Zeit. Dadurch das wir alle die Realität durch unseren jeweils ganz eigenen Filter wahrnehmen, haben wir zum Einen schon mal den Faktor das nicht jeder der Beteiligten haargenau die gleiche Erinnerung teilen muss. Zum Anderen verändern sich Erinnerungen auch im laufe der Zeit – Details verblassen, verändern sich oder bekommen unbewusst einen romantischen (,,früher war alles besser“) oder negativen Schleier verpasst. Ja das ist normal.

Flashback´s fallen diesbezüglich jedoch in eine ganz andere Sparte und werden NIEMALS von einem romantischen Schleier ect. überzogen, sondern geben einen Bruchteil der damaligen Realität wieder. Flashback´s sind niemals eingebildet oder überbewertet, liebe FalseMemory Foundation.

Nun aber zu meinen ,falschen‘ Erinnerungen:

Bis vor einiger Zeit war ich der festen Überzeugung das ich mich relativ gut an früher erinnern kann. Klar fehlt einiges, aber ist das nicht normal?

Was aber auch irgendwo Quatsch ist, weil ich mich nämlich an eine Szene erinnern kann, wo ich ungefähr Anfang 20 bin und es entweder zu jemanden sage oder es vll auch nur vor mich hin denke (kann ich nicht genau zuordnen), dass ich kaum etwas aus meiner Kindheit weiß. Früher war mir das also scheinbar zumindest mal relativ bewusst.

Nun und in den letzten Jahren ging ich eigentlich von einer recht chronologischen Geschichte aus. Da sind doch schließlich Erinnerungen da….

So nach und nach stellte ich fest: Okay, dass ist jetzt zwar auch nicht gerade ein riesiges Portfolio an Erinnerungen, aber wie gesagt: Ist das nicht irgendwie immer noch normal?

Und dann gab es diese Situation, wo mir meine Schulfreundin von früher von einer Situation erzählte. Nichts bewegendes – Wir sind mit dem Zug in die nächst größere Stadt gefahren und meine Cousine war wohl dabei. Ich fragt ganz überrascht, weil ich gar nicht in Erinnerung hatte das wir mal etwas mit ihr zusammen unternommen haben. So und sie erzählte das ich mit meiner Cousine wohl im Zug saß, sie ihn aber verpasste und von ihrem Vater zu einem anderen Bahnhof gefahren werden musste – Nichts bewegendes, sag ich ja.

Interessant war nur dabei, dass ich mich, wie gesagt, wirklich nicht daran erinnern konnte. Mein Gehirn hat aber direkt danach angefangen eine Szene dazu zu bilden, d.h ich hatte plötzlich ein Bild im Kopf, wie ich mit meiner Cousine im Zug sitze und sich meine Freundin verspätet.

Naja gut, dann ist die Erinnerung dazu jetzt eben wieder aufgetaucht 🤷‍♀️

Ne, ist sie nicht. Ich denke stark in Bildern – Jedes Wort wird von mir in Bildform gedacht, d.h auch zu allem was mir erzählt wird, bekomme ich sofort ein Bild in den Kopf. Und irgendwas passte da nicht. Das war nicht meine Erinnerung, dass war nur ein Bild. Es fühlte sich null an wie eine Erinnerung, sondern genauso wie ein Bild in meinem Kopf, wenn mir jemand von seinem Mittagessen erzählt.

Mein Gehirn wollte mir das aber als meine Erinnerung verkaufen – Witzig, ne?

Also hab ich mal weiter in meinem Kopf gesucht:

Ich habe eine Erinnerung, wie ich zu Ostern über eine Wiese laufe und ein Stofftier suche, da bin ich vll 2 Jahre….Und nun siehe an – Vor mehreren Jahren sah ich mal eine Videoaufnahme, die genau diese Szene zeigt. Mein Gehirn hat diese Szene allerdings als so wahrhaft übernommen, das ich tatsächlich glaubte, ich würde mich selbst daran erinnern.

So habe ich mittlerweile viele meiner vermeintlichen Erinnerung als Fake enttarnt. Sie stammen von Bildern, von Videoaufnahmen oder aus Erzählungen. Aber das sind nur Bilder im Kopf, dass sind gar nicht MEINE ECHTEN ERINNERUNGEN. Was für ein mieser Fake, oder?

Wo sind denn jetzt die echten Erinnerungen?

Die gibt es. Es gibt ein paar ganz wenige und nur deshalb kann ich den Unterschied mittlerweile auch erkennen- Sie haben nämlich eine ganz andere „Konsistenz“.

Aber das sind nicht viele. Die meisten setzen sogar erst ab ca. 11-12 Jahren ein und da kommt der nächste Spaß: Die Erinnerungen aus der Teeniezeit (wie spazieren gehen usw.) habe ich einfach gestreckt und auch auf meine Kindheit bezogen.

Ja liebes Hirn, was stellst du denn da an??

Ich stehe total auf Weihnachten und jedes Jahr bin ich zu meinem Geburtstag wieder enttäuscht, weil ich am liebsten ein kunterbuntes Kinderfest mit ganz vielem bunten Kram und guter Laune feiern würde und jedes Jahr am Ende doch irgendwie so eine depressive Nummer wird. Vor einiger Zeit wurde ich gefragt warum ich eigentlich so ein Weihnachts- und Geburtstagsfreak bin….

Tja…Ich habe irgendwo diesen ganz ganz tollen Geburtstag im Kopf und dieses wundervolle Weihnachten, aber warum eigentlich? Also hab ich zurück überlegt – Meine Mutter hat in der Weihnachtszeit immer alles ganz toll geschmückt und sie war immer eine hervorragende Gastgeberin. Ja und weiter?

Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Alter Schwede, da sind Szenen von vll 1- höchstens 3 Weihnachten dabei. SZENEN, kein ganzes Weihnachten, kein ganzes Essen oder sonst was. Bei meinen Geburtstagen ist das etwas besser – Ich kann grob einschätzen das wir 2x eine Kinderfeier gemacht haben (durch Bilder) und ein paar mal Essen waren. Aber nichts vom Rest des Tages. Ja warum stehe ich denn nun also so auf Weihnachten und Geburtstage? Ich weiß es, ehrlich gesagt, gar nicht…

2,3 und teilweise 4.Klasse – Da ist so gut wie nichts da. Ab und an wenn ich ein Bild sehe, denke ich mir: ,,Ja, grob. Irgendwas war da schon mal“, aber nichts davon könnte ich, von selbst, in irgendeinen zeitlichen Rahmen stecken. Im Alter von 16/17 – Ich kann mich nicht daran erinnern das ich da Kontakt zu einer anderen Schulfreundin hatte (sie wechselte viele Jahre vorher schon die Schule – wie habe ich damals überhaupt wieder Kontakt aufgenommen? Ich habe doch nie das Haus verlassen?). Ich habe keine Ahnung wie und warum manche Freundschaften oder Bekanntschaften damals eigentlich auseinander gingen. In meiner Klasse wechselten öfters die Schüler – Wann und warum gingen die? Warum habe ich keine Erinnerungen an ein Familienmitglied? Warum fangen meine ersten Szenen dazu erst an, als ich Anfang 20 war? Derjenige existierte doch früher auch, ich war da doch sehr oft….

Aber ist das nicht immer noch normal…?

Flashback’s und Intrusionen

Schauen wir uns mal das Thema Flashbacks näher an.
Was versteht man darunter, welche Formen gibt es, wie erkenne ich sie und was sind Intrusionen?

🎞️ Was sind Flashbacks?

Flash = schnell , back = zurück
Wir sprachen ja bereits über Trauma und das diese im Gehirn nicht als vergangen abgespeichert, sondern quasi in die „noch-zu-bearbeiten/noch aktuell“ Ecke des Gehirns gepackt werden. Ein Trauma entsteht wenn eine Situation für unsere Psyche nicht aushaltbar ist, demnach kann es also auch nicht sofort verarbeitet und als vergangenes Erlebnis abgespeichert werden.

Gibt es einen bestimmten Trigger, der an die traumatische Situation erinnert, kann ein Flashback ausgelöst werden, d.h du wirst blitzartig zurück in die traumatische Situation geworfen und erlebst sie erneut, als würde sie gerade wieder passieren.
Allerdings muss es gar nicht immer einen bestimmten Trigger, wie ein Parfüm ect., geben, zumindest keinen der direkt bekannt oder auffällig ist. Es gibt nämlich verschiedene Arten von Flashbacks.


Schauen wir uns die mal an:

✅ Der Visuelle (sehen)

Der visuelle Flashback ist der, den man aus Filmen kennt. Ich persönlich habe keine visuellen Flashbacks und kann sie euch daher nur aus der Beschreibung anderer erzählen.
Wie es der Name aber schon sagt, wirst du visuell, also bildlich zurück in die entsprechende Situation geworfen. Du hast bildhaft, wie einen Film, vor Augen was damals passiert ist und erlebst die Situation in deinen Gedanken, mit deinen „Augen“ live noch einmal. Du siehst z.B wie das (Unfall)Auto auf dich zufährt und versuchst dich zu schützen, indem du die Arme hochreißt.

✅ Der Emotionale (empfinden)

Der emotionale Flashback ist der, der wohl am häufigsten bei komplexer PTBS vorkommt (weil meist einfach keine konkrete Erinnerung zu den Traumata besteht und daher „nur“ die Emotionen gespeichert werden) und auch am häufigsten unentdeckt bleibt, weil er einen einfach „nicht auffällt“.

Die habe ich sehr häufig und kann sie daher etwas aus meiner Warte beschreiben.
Ich checke oft wirklich nicht was da los ist, meist erst hinterher oder zum Ende hin. Du bist halt emotional auf einmal wo ganz anderes und kommst da auch nicht so einfach raus. Und oft ist das wirklich nicht mal annähernd angemessen zur aktuellen Situation.

Ein einfaches Beispiel: Eine Freundin reagierte komisch auf eine Nachricht von mir, also ungewöhnlich für sie und ich konnte ihre Antwort auch nicht deuten. Ich las sie mehrmals durch und fragte auch direkt nach was genau sie bedeuten soll, weil ihre Antwort stark auf mich wirkte als hätte ich irgendwas falsch gemacht bzw. als ob sie mir irgendetwas vorwirft und sie jetzt quasi im Begriff ist, die Freundschaft zu beenden. Wenige Minuten später stellte sich heraus das dass nicht der Fall und es im Endeffekt nur ein großes Missverständnis war. Ich sagte ihr das alles gut ist (und legte das Handy auch erstmal weg), was es objektiv auch war.

Bei mir hatte sich jedoch schon ein Schalter umgelegt, ich war wo ganz anderes. In der Vergangenheit gab es nämlich immer wieder genau solche Situationen: Menschen die mir Nahe standen und zu denen ich ein Vertrauensverhältnis aufgebaut hatte, haben quasi aus dem Nichts heraus (also ohne Vorwarnung und Erklärung) den Kontakt zu mir abgebrochen, mich beschimpft oder mir die wildesten Sachen unterstellt, mit Androhung von Strafe usw. und an allem war natürlich, so oder so, immer alleinig ich schuld (aus deren Sicht zumindest). Da hat auch alles reden und erklären oder bitten usw. nichts geholfen. Ich war eben schuld daran was passiert ist, egal was es war, und fertig und manchmal waren das halt auch Situation wo es (bei der Strafe) wirklich um etwas Wichtiges ging (wie mein Dach über den Kopf, meine Gesundheit, Menschen die mir sehr wichtig waren, usw.).

Und diese immer wiederkehrenden Situationen haben in mir ein Gefühl von tiefer Verzweiflung und dauerhafter Unsicherheit ausgelöst. Ein Gefühl das du dich niemals sicher bei einem Menschen fühlen darfst, weil jederzeit etwas Schlimmes passieren kann und wehe du lässt deine Deckung fallen.
Und das hat mich scheinbar so stark geprägt (weil auch fast mein ganzes Leben aus solchen Menschen bestand), dass mich so eine winzige Kleinigkeit manchmal direkt zurückwirft. Ich lag ehrlich heulend und zitternd unterm Couchtisch und das ging mindestens eine Stunde lang so.

Das ging gar nicht darum das ich jetzt Angst hatte verlassen zu werden o.ä., sondern in meinem Kopf ging es direkt wieder los mit: ,,Du bist schuld, das dich keiner will! Du bist schuld daran, was jetzt passiert! Du bist so widerlich! Wieso existierst du überhaupt?!“ usw.

Ihr seht also: Der Situation nicht gerade angemessen😅 – du hast aber auch keine bewusste Kontrolle darüber. Mir ist ja z.B die Ursache für verschiedene Flashbacks manchmal sogar sehr bewusst und ich kann auch kognitiv auf die Situation einwirken, mir also sagen das alles gut ist und nichts schlimmes passiert ist und passieren wird usw, nur so schnell kommt man da halt trotzdem nicht raus.

Es gibt übrigens auch Flashbacks die sich über mehrere Stunden hinweg ziehen können. Danach fühlt man sich eeecht extrem ausgelaugt.
Statt also visuell mit deinen Gedanken und deinem Erleben zurückgezogen zu werden, erlebst du hier „nur“ deine Emotionen.

✅ Der Körperliche/Somatische (fühlen)

Beim körperlichen Flashback reagiert der Körper z.B mit Erstarrung, Zittern, Krampfen, dem Gefühl von Lähmung usw.

Oder ich hab z.B manchmal das Gefühl als würde jemand hinter mir stehen, mich an sich drücken und mir meine Arme auf der Brust festhalten. Das löst in mir dann sofort das Gefühl von Panik und sich befreien müssen aus (das ist aber meist nach wenigen Sekunden wieder verschwunden).

Oft brennen auch meine Oberarme und Handgelenke, so als hätte man die Haut fest gedrückt, was das bei mir ist weiß ich noch nicht genau (weil ich das einfach keiner bestimmten Situation von früher zuordnen kann). All solche Sachen können aber körperliche Flashbacks sein. Alles was halt mit der damaligen Situation zusammenhängt.

Möglich ist auch das man das Gefühl hat an bestimmten Körperstellen gerade nochmal angefasst zu werden oder bestimmte Körperstellen schmerzen plötzlich oder jucken stark (vaginales Jucken, ohne physische Ursache, kann z.B auch dazu gehören) oder es kann bestimmte (sich wiederholende) Zeiten im Jahr geben, wo der Köper mit verschiedenen Symptomen reagiert (bei mir sind es z.B gewisse Zeiten im Jahr, wo das Gefühl von Panik stark ausgeprägt ist, so als müsste gleich etwas schlimmes passieren + verschiedener psychosomatischer Symptome – letztes Jahr konnte ich sogar die Uhr danach stellen, immer von …Uhr bis ….Uhr) und und und.

Ausgelöst werden kann ein Flashback aber auch durch eine Berührung von außen. Mit sowas hab ich z.B gar keine Probleme, andere können aber wiederum gar kein normales Sexleben haben oder reagieren, wenn man sie am Arm berührt usw.

✅ Der Akustische (hören)

Das können Worte, Töne, Geräusche, Melodien usw. sein. Alles was eben mit dem akustischen zusammenhängt. Diese können im Inneren selbst als Flashback auftreten (du hörst also plötzlich eine Melodie) oder aber sie können auch von außerhalb ausgelöst werden. Ein Kriegsveteran kann z.B bei einem lauten Knall plötzlich hinter irgendeine Ecke springen, weil er mit seinem Verstand und Köper wieder zurück im Krieg ist und nun Deckung sucht.

✅ Der Gustatorische (schmecken)

Das kann ein plötzlich auftretender widerlicher Geschmack im Mund sein. Oder das intensive Gefühl Wasser im Mund zu spüren (wenn man z.B einmal fast ertrunken wäre) usw.

✅ Der Olfaktorische (riechen)

Hier treten plötzlich Gerüche auf, die nicht tatsächlich in der Umgebung vorhanden sind. Ich rieche z.B oft Parfüm, männliches wie weibliches allerdings. Das tritt einfach auf und ist dann wieder weg. Oder manchmal auch Chlorgeruch.

Von außen wiederum ausgelöst hab ich dieses Beispiel: Ich saß letztens im Bus und ein Mann setzte sich ein paar Reihen hinter mich. Der Typ muss in einem ParfümFASS gebadet haben. Und das war ein Parfüm was ich kannte (negativ), aber nicht zuordnen konnte. Ich versuchte dann die restliche Busfahrt (was Gott sei Dank nicht mehr lange war) durch den Mund zu atmen und mich bloß nicht in das Gefühl der Panik fallen zu lassen. Da hatte ich richtig zu kämpfen.

➡️ Bei allen Flashback-Formen gilt: Sie können jeweils einzeln auftreten, dann hat man z.B nur den Geruch oder den Geschmack, aber kein Gefühl und kein Bild dazu. Daher kann man sowas dann oft auch schlecht als Flashback einordnen/erkennen.
Dann können sie aber auch gemischt auftreten – Der Geschmack kommt mit einem Bild oder eine Emotion zusammen mit Körpererinnerungen usw.

📽️ Was sind Intrusionen?

Ganz wichtig, denn Flashbacks sind eigentlich eine Unterart der Intrusionen.

Intrusionen kann man auch Wiederhallerinnerungen nennen. Es sind Erinnerungen, in Form von Gedanken, Bildern, Geräuschen, usw. die sich dir einfach aufdrängen. Du holst diese Erinnerungen also nicht bewusst hervor, sondern die erscheinen einfach. Dennoch zieht es dich nicht so zurück, wie beim Flashback. Du bleibst in der aktuellen Situation.

Sowas hab ich z.B permanent.
Du hast eine Situation, ein Gefühl ect. zwar klar vor Augen, aber du wirst nicht so in die Situation hineingezogen, wie beim Flashback.
Bei mir fing das langsam an mit positiven Erinnerungen die mir ins Gedächtnis schossen (es gibt übrigens auch positive Flashbacks), plötzlich war da wieder das Gefühl von früher. Seit 1-2 Jahren sind eher negativ besetzte Sachen „hinzugekommen“. Im Endeffekt versuche ich das aber als positiv anzusehen.
Wenn sich das ganze Zeug jetzt langsam äußert und ans Tageslicht kommt, heißt das das ich soweit stabil genug bin das auch zu verkraften und zu verarbeiten, sonst würden all die Sachen bestimmt gar nicht erst auftauchen.

⁉️ Kann ich als Außenstehender helfen ⁉️

Klar.
Wenn jemand einen Flashback bekommt, seid ruhig und für denjenigen da und nehmt ihn vor allem ernst (also bitte kein ,,Hab dich mal nicht so“ o.ä) . Versichert ihm das alles gut ist und er in Sicherheit ist. Versucht ihm beim ’sich erden‘ zu helfen, also das er wieder im Hier und Jetzt ankommt. Zeigt ihm den Boden unter seinen Füssen, vll kann man auch in den Garten gehen, die Socken ausziehen und die Füsse auf die kalte Erde drücken. Zeigt ihm den Himmel über euch oder die Einrichtung der eigenen Wohnung. Vll kann auch Musik helfen. Hauptsache irgendwas das ihn wieder im Hier und Jetzt ankommen und ruhiger werden lässt (bei jedem klappt da was anderes – manchmal hilft auch einfach eine Umarmung).

Wenn er, und demnach auch du, nicht genau checkt das es ein Flashback ist, dann achte einfach darauf ob seine Reaktion und sein Verhalten gerade zur aktuellen Situation passt. Frag denjenigen wie er sich fühlt und was er denkt (oft kann man so herausfinden in WELCHER Situation er gerade steckt). Das Wichtigste ist aber ruhig bleiben. Bloß nicht noch mehr Action machen oder gar Vorwürfe bringen (ein NoGo!). Wenn ihr mit der Situation überlastet seid, dann kommuniziert das so offen und verlasst den Raum. Niemand kann in so einer Situation jemand gebrauchen der selbst total hippelig oder vll sogar noch aggressiv und vorwurfsvoll wird…