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1. Hilfe bei: Flashbacks

Das zurückgezogen werden in traumatische Erlebnisse kann sehr unangenehm werden, mitunter sogar retraumatisierend wirken.
Einige Möglichkeiten, dem Herr zu werden, habe ich euch heute einmal zusammengestellt. Jeden Flashback bekommt ihr damit natürlich nicht in den Griff, klappt bei mir auch nicht. Manchmal klappt überhaupt nichts, ärgert euch also nicht, falls bei euch nichts davon funktioniert. Vll könnt ihr ihn manchmal dadurch aber zumindest etwas abmildern 😊

Meistens hilft übrigens nicht nur eine Sache, sondern mehrere kombiniert.

Und falls ihr mehr Ideen habt, was bei euch z.B so hilft, dann immer her damit! 😁

In Bewegung bleiben

Aufstehen, im Zimmer herumlaufen, springen, klatschen – Alles was den Körper und das Gehirn in Bewegung hält und nicht weiter in den Flashback abschweifen lässt.
Während des Flashbacks befindest du dich in einem Freeze-Zustand. Durch die Bewegung signalisierst du deinem Gehirn, dass seine Gefahreneunschätzung gerade nicht richtig war und ihr euch nicht in akuter Gefahr befindet.

Auch den eigenen Körper berühren, beißen, zwicken und abtasten sind wilkommen. Spürt euch und spürt euch vor allem in der Gegenwart wieder.

Laut mitreden

Vll schaust dir gerade einen Film oder eine Serie an: Sprich laut mit, was gesagt wird. Jedes Wort, konzentriere dich darauf. Sei ruhig laut dabei. Zähle laut auf was gerade passiert und was du siehst.

Falls Musik läuft, kannst du auch da laut mitsingen. Schief und krumm und völlig falsch. Hier ist alles erlaubt.

Kühl dich runter

Eiskaltes Wasser auf der Haut, den Kopf unter die kalte Dusche halten oder Eiskompressen auf den Körper legen (gefrorene Erbsen tuns genauso gut): All das kann uns helfen schnellstmöglich wieder im Hier und Jetzt anzukommen, denn das Gehirn wird auf den Kälteschock reagieren, d.h seine Konzentration liegt vorerst weniger auf den Flashback.

5, 4, 3, 2, 1 Übung

Zähl 5 Dinge auf die du siehst, 5 Dinge die du hörst und 5 Dinge die du spürst.
Nun zählst du 4 Dinge auf die du siehst, die du hörst und spürst.
Nun 3 usw.
Auch mit dieser Übung versuchst du dich im Hier und Jetzt wieder zu erden.

Tick Tack

Eine Uhr, am besten mit aktueller Datumsanzeige oder einem Kalender in der Nähe, kann dir ebenfalls immer wieder in Erinnerung rufen WO und WANN du gerade BIST.

Scharfer Geschmack

Chilli-Bonbons, Chilli-Zahnpasta, Chillichoten, scharfe Gummitierchen usw. Alles mit einem starken, intensiven Reiz

Gerüche

Gleiches gilt für Gerüche. Mit Räucherstäbchen oder starken Menthol-Tüchern, aus der Apotheke, kann ich mich z.B am besten wieder erden. Z.b gehen auch Riechstäbchen mit Ammoniak, Lavendel usw.
Es gab Zeiten, da hing ich gefühlt den halben Tag schnüffelnd an so einem Tuch rum. Sieht ein bisschen dämlich aus😅, aber besser dämlich aussehen, als sich schlecht fühlen, oder? 🙂

Atmen

Tief einatmen. Hier hatte ich schon mal mehr zur Atmung und den verschiedenen Methoden geschrieben.
Konzentriert euch darauf, auf jeden einzeln Atemzug. Lange und tief einatmen, kurz halten und dann lange wieder ausatmen. In Stresssituationen halten wir nämlich gerne die Luft an und verkrampfen dadurch innerlich noch mehr, was den Stresszustand verlängert und verschlimmert.

Vorbeugend

… wenn ihr einen Trigger bemerkt und ins Strudeln geratet, können auch Imaginationsübungen helfen, so wie ich sie Hier schon mal näher beschrieben habe.

Und lustigerweise habe ich letztens etwas übers Tetris spielen gelesen. Ich markiere euch den entsprechenden Artikel mal Hier.

Alpträume und (nächtliche) Flashbacks

Ohne Schlaf könnten wir nicht überleben. Stellt euch vor was unser Körper den ganzen Tag für Höchstleistungen erbringen muss – Wenn ihr mich fragt: Wir suchen auf dieser Welt ständig nach Wundern, doch laufen wir selbst jeden Tag in einem herum.

Da finde ich es irgendwie nur fair, wenn unser Körper nachts endlich einmal zur Ruhe kommen darf. Im Schlaf erholt sich nämlich unser Stoffwechsel, die Abwehrkräfte, wertvolle Energie kann generiert werden und auch unser Bewusstsein kann sich endlich einmal ausruhen und darf das Unterbewusstsein an die Arbeit lassen.

Nun ist es aber leider so das unser Unterbewusstsein nicht immer nur Blümchen und Sonnenschein für uns im Angebot hat und gerade wer unter viel Stress leidet oder betroffen von einer PTBS oder kPTBS ist, findet nachts nicht immer den eigentlich notwendigen, erholsamen Schlaf.

Erstmal: Was sind Alpträume?

Einen Alptraum hatte wohl jeder schon mal – Einmal wird man von einem Verfolger gejagt, das nächste Mal fällt man in einen tiefen Schacht oder manchmal rast auch eine riesige Flutwelle auf einen zu. Nicht selten erwacht manch einer dann schon mal schreiend oder um sich schlagend, das Haar völlig zerzaust und schweißgebadet.

Im Volksmund gibt es den Alp oder Alb, früher nannte man ihn Mahr oder bei den Römern Incubus (oder weibl. Succubus), ein Dämon der dem Schlafenden den Samen, die Energie und die Seele stiehlt.

Der Nachtalb dürfte uns wohl am bekanntesten sein. Ein Geist, der sich nachts auf die Brust des Schlafenden setzt und fest zudrückt, was oft zu Fieber, Herzklopfen, Nachtschweiß und Angst führen soll. Eine feinstoffliche Energie also, die uns Nachts Angst macht.

Nun nehmen wir uns die Alptraumszenarien noch einmal her: Der Verfolger ist oft ein Problem in unserem realen Leben, vor welchen wir davon laufen. Der tiefe Schacht lässt uns in ein Loch fallen, aus welchen wir nicht mehr heraus wissen – Wir treten auf der Stelle und die riesige Flutwelle stellt oft ein Problem, eine Situation oder eine Angst dar, die uns zu überrollen scheint und in der wir befürchten, zu ertrinken.

All diese Alptraumszenarien haben ihren Ursprung in verdrängten bzw. uns nicht direkten, bewussten Emotionen (Träume übermitteln uns immer eine Botschaft, die wir noch nicht kennen!) und was sind Gedanken und Emotionen? Sie sind nicht greifbar, sie sind feinstofflich, reine Energie also und diese “überfallen” uns Nachts.

Im Traum werden nämlich all diese unterdrückten Emotionen, Ängste und Sorgen in eine bildliche Form verpackt, sodass wir sie verstehen können – Wie beim Spiel Scharade.

Tatsächlich dienen sie also der Bewusstmachung und Verarbeitung. Wenn wir diese wertvollen Botschaften dann sogar erkennen und verstehen lernen, können wir sie auch in unseren Alltag integrieren und die Angst vor den unbewussten Sorgen abbauen, was den Stress im Tagesbewusstsein minimiert.

Was sind nun Flashbacks in Träumen?

Was Flashbacks sind, das besprachen wir ja schon einmal in einem anderen Beitrag .

Wir sprechen da also von isolierten Erinnerungen, die durch einen bestimmten Auslöser (Trigger) hervorgerufen werden können.

D.h Flashbacks sind auch nicht wirklich 1:1 gleichzusetzen mit Alpträumen. Während in Alpträumen nämlich unsere innersten Gedanken und Befürchtungen, in teilweise fast schon abstrakten Bildern, zum Vorschein kommen, zeigen sich die Flashbacks in einer ganz anderen Art der Beschaffenheit, da sie tatsächlich einen Teil der reellen Vergangenheit wiedergeben.

Was meine ich mit ,andere Beschaffenheit’?

Sie fühlen sich anders an. Fester, echter, realer einfach.

Aber auch da gibt es wieder Unterschiede Beispiele:

Der direkte, visuelle Flashback:

Im Traum war ich einmal im Klo meines Elternhauses. Ein winziges Zimmer und ich sah mich als kleines Kind, vll höchstens 5-6 Jahre alt. Mein kleines Ich hockte an der Heizung, umschlang die Arme und schrie voller Panik. All das sah ich, als würde ich diese Szene aus der oberen Ecke des Zimmers betrachten. Ich wachte auf und zwar von meinem Schrei, der durch die ganze Wohnung hallte – Dieser Traum fühlte sich an, als wäre ich in der Zeit zurückgereist und hätte live daneben gestanden.

Fühlen, hören, schmecken:

Ja auch das ist hier wieder möglich. Es fühlt sich dann einfach anders an, als im normalen Traum – (Vornweg sag ich jetzt, dass ich nicht weiß ob das ein Flashback war, da ich das einfach NIRGENDS einordnen kann – Genauso könnte ein Flashback aber eben auch aussehen) Ich kürze den Traum jedoch ab: Ich hörte den Todesschrei einer jungen Frau und ich schwöre ich habe sowas noch nie zuvor in meinem Leben gehört. Ich habe früher sehr viele Horrorfilme geschaut und da schreit ja oft eine Schauspielerin, aber das kann man nicht mal im Ansatz vergleichen. Dieser Schrei ging durch Mark und Bein und blieb mir tagelang im Ohr. Noch heute schaudert es mich, wenn ich daran denke. Aber auch Berührungen die sich so echt anfühlen, als würde man sie woher kennen usw. kann Teil solch einer isolierten Erinnerung sein. Wichtig finde ich da auch immer das Gefühl, mit welchen man aufwacht.

Die verschachtelten Flashbacks:

Mir fällt leider gerade kein besserer Begriff ein😅. Gemeint ist damit das der Traum zwar eine reale Erinnerung zeigt, aber die Szenerie drumherum eine ganz andere ist, z.B kann da auf einmal ein Bär mit rumlaufen oder es ist eine reale Szene, aber in einer ganz anderen Umgebung. Ihr erlebt die Situation, seid z.B aber plötzlich im dunklen Weltall – Das Gehirn vermischt dann die Erinnerung, also den Flashback, mit den dazugehörigen Gefühlen in Bildform. Im Weltall seid ihr dann vll, weil man sich in dieser damaligen Situation ganz allein, einsam und verlassen gefühlt hat. Schwerelos, von allem abgetrennt.

(Trigger – Anfang) Ein Beispiel von mir wieder:

Ich träumte von einer Villa (das Haus kenne ich so nicht, jedoch den Anstrich und die Fenster) und einer Frau die darin vor etwas weglief. All das war völlig aus der Beobachterperspektive und zwischendrin stand ich mit Gott vor dieser Villa und sagte zu ihm, dass ich nicht wissen will, was darin passiert. Dann sieht man die Frau, wie sie auf einem Hometrainer sitzt (Fahrrad). Hinter ihr, auf einem Sitz, ein Monster, fast wie ein Dämon und der Hintergrund leuchtet rot-braun, fast ein bisschen wie man sich die Hölle vorstellt. Das Monster jagt sie ständig, fängt sie aber nicht (weil es eben ein Standfahrrad ist und sich beide nicht bewegen können).

Szenenwechsel – Gleiche Kulisse, aber diesmal liege ich am Boden und jemand würgt mich. Ich weiß in diesem Moment das ich gleich sterben werde, es fühlt sich so an. Ich fühle die Schmerzen, aber ich fühle mich auch schon total weit weg, wie losgelöst. Dann wache ich auf und musste für den Rest der Nacht erstmal das Licht anlassen. Das schräge ist, dass ich die Straße kenne, wo diese Villa im Traum stand. Ich kann sie nur nicht zuordnen, als würde einem etwas auf der Zunge liegen, aber es fällt einem einfach nicht ein.

Im Januar träumte ich dann das ich in einem Bett liege. Ich in der Mitte, rechts liegt … (ich mag hier nicht verraten wer) und links von mir eine Frau. Über ihr liegt ein Mann, den ich kenne und sie ruft ,,Nein!” und versucht sich zu wehren, aber er hört nicht auf, er macht einfach weiter. Erst sehe ich das aus der Perspektive der Frau, dann bin ich Ich und sehe wie er sie würgt währenddessen und denke im Traum das ich doch diese Szene von mir kenne. Dass das etwas ist, was mir passiert ist. Dann hört er auf und dreht sich zu uns um und meint wir sollen Platz machen, da das eben ja nur die “Vorspeise” war. Ich dachte ,,Nicht wieder!” und lief voller Panik weg und versuchte mich zu verstecken. (Trigger – Ende)

–> Manchmal kann es da also sein, dass man einen Flashback nachts erlebt, aber es wirkt mehr als hätte man eine wahre Begebenheit, als Film nachgedreht. Vll sind es andere Darsteller oder eine andere Kulisse, aber die Situation an sich fühlt sich so dermaßen echt und real an, als wäre man live da oder hätte sie schon einmal gesehen/erlebt.

Falsche Erinnerungen

Ne liebe FalseMemory Foundation, da braucht ihr euch noch nicht gleich die Hände reiben – Hier geht`s nämlich nicht um euren Quatsch.

Zu erstmal: Ja, Erinnerungen verfälschen sich mit der Zeit. Dadurch das wir alle die Realität durch unseren jeweils ganz eigenen Filter wahrnehmen, haben wir zum Einen schon mal den Faktor das nicht jeder der Beteiligten haargenau die gleiche Erinnerung teilen muss. Zum Anderen verändern sich Erinnerungen auch im laufe der Zeit – Details verblassen, verändern sich oder bekommen unbewusst einen romantischen (,,früher war alles besser”) oder negativen Schleier verpasst. Ja das ist normal.

Flashback´s fallen diesbezüglich jedoch in eine ganz andere Sparte und werden NIEMALS von einem romantischen Schleier ect. überzogen, sondern geben einen Bruchteil der damaligen Realität wieder. Flashback´s sind niemals eingebildet oder überbewertet, liebe FalseMemory Foundation.

Nun aber zu meinen ,falschen’ Erinnerungen:

Bis vor einiger Zeit war ich der festen Überzeugung das ich mich relativ gut an früher erinnern kann. Klar fehlt einiges, aber ist das nicht normal?

Was aber auch irgendwo Quatsch ist, weil ich mich nämlich an eine Szene erinnern kann, wo ich ungefähr Anfang 20 bin und es entweder zu jemanden sage oder es vll auch nur vor mich hin denke (kann ich nicht genau zuordnen), dass ich kaum etwas aus meiner Kindheit weiß. Früher war mir das also scheinbar zumindest mal relativ bewusst.

Nun und in den letzten Jahren ging ich eigentlich von einer recht chronologischen Geschichte aus. Da sind doch schließlich Erinnerungen da….

So nach und nach stellte ich fest: Okay, dass ist jetzt zwar auch nicht gerade ein riesiges Portfolio an Erinnerungen, aber wie gesagt: Ist das nicht irgendwie immer noch normal?

Und dann gab es diese Situation, wo mir meine Schulfreundin von früher von einer Situation erzählte. Nichts bewegendes – Wir sind mit dem Zug in die nächst größere Stadt gefahren und meine Cousine war wohl dabei. Ich fragt ganz überrascht, weil ich gar nicht in Erinnerung hatte das wir mal etwas mit ihr zusammen unternommen haben. So und sie erzählte das ich mit meiner Cousine wohl im Zug saß, sie ihn aber verpasste und von ihrem Vater zu einem anderen Bahnhof gefahren werden musste – Nichts bewegendes, sag ich ja.

Interessant war nur dabei, dass ich mich, wie gesagt, wirklich nicht daran erinnern konnte. Mein Gehirn hat aber direkt danach angefangen eine Szene dazu zu bilden, d.h ich hatte plötzlich ein Bild im Kopf, wie ich mit meiner Cousine im Zug sitze und sich meine Freundin verspätet.

Naja gut, dann ist die Erinnerung dazu jetzt eben wieder aufgetaucht 🤷‍♀️

Ne, ist sie nicht. Ich denke stark in Bildern – Jedes Wort wird von mir in Bildform gedacht, d.h auch zu allem was mir erzählt wird, bekomme ich sofort ein Bild in den Kopf. Und irgendwas passte da nicht. Das war nicht meine Erinnerung, dass war nur ein Bild. Es fühlte sich null an wie eine Erinnerung, sondern genauso wie ein Bild in meinem Kopf, wenn mir jemand von seinem Mittagessen erzählt.

Mein Gehirn wollte mir das aber als meine Erinnerung verkaufen – Witzig, ne?

Also hab ich mal weiter in meinem Kopf gesucht:

Ich habe eine Erinnerung, wie ich zu Ostern über eine Wiese laufe und ein Stofftier suche, da bin ich vll 2 Jahre….Und nun siehe an – Vor mehreren Jahren sah ich mal eine Videoaufnahme, die genau diese Szene zeigt. Mein Gehirn hat diese Szene allerdings als so wahrhaft übernommen, das ich tatsächlich glaubte, ich würde mich selbst daran erinnern.

So habe ich mittlerweile viele meiner vermeintlichen Erinnerung als Fake enttarnt. Sie stammen von Bildern, von Videoaufnahmen oder aus Erzählungen. Aber das sind nur Bilder im Kopf, dass sind gar nicht MEINE ECHTEN ERINNERUNGEN. Was für ein mieser Fake, oder?

Wo sind denn jetzt die echten Erinnerungen?

Die gibt es. Es gibt ein paar ganz wenige und nur deshalb kann ich den Unterschied mittlerweile auch erkennen- Sie haben nämlich eine ganz andere “Konsistenz”.

Aber das sind nicht viele. Die meisten setzen sogar erst ab ca. 11-12 Jahren ein und da kommt der nächste Spaß: Die Erinnerungen aus der Teeniezeit (wie spazieren gehen usw.) habe ich einfach gestreckt und auch auf meine Kindheit bezogen.

Ja liebes Hirn, was stellst du denn da an??

Ich stehe total auf Weihnachten und jedes Jahr bin ich zu meinem Geburtstag wieder enttäuscht, weil ich am liebsten ein kunterbuntes Kinderfest mit ganz vielem bunten Kram und guter Laune feiern würde und jedes Jahr am Ende doch irgendwie so eine depressive Nummer wird. Vor einiger Zeit wurde ich gefragt warum ich eigentlich so ein Weihnachts- und Geburtstagsfreak bin….

Tja…Ich habe irgendwo diesen ganz ganz tollen Geburtstag im Kopf und dieses wundervolle Weihnachten, aber warum eigentlich? Also hab ich zurück überlegt – Meine Mutter hat in der Weihnachtszeit immer alles ganz toll geschmückt und sie war immer eine hervorragende Gastgeberin. Ja und weiter?

Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Alter Schwede, da sind Szenen von vll 1- höchstens 3 Weihnachten dabei. SZENEN, kein ganzes Weihnachten, kein ganzes Essen oder sonst was. Bei meinen Geburtstagen ist das etwas besser – Ich kann grob einschätzen das wir 2x eine Kinderfeier gemacht haben (durch Bilder) und ein paar mal Essen waren. Aber nichts vom Rest des Tages. Ja warum stehe ich denn nun also so auf Weihnachten und Geburtstage? Ich weiß es, ehrlich gesagt, gar nicht…

2,3 und teilweise 4.Klasse – Da ist so gut wie nichts da. Ab und an wenn ich ein Bild sehe, denke ich mir: ,,Ja, grob. Irgendwas war da schon mal”, aber nichts davon könnte ich, von selbst, in irgendeinen zeitlichen Rahmen stecken. Im Alter von 16/17 – Ich kann mich nicht daran erinnern das ich da Kontakt zu einer anderen Schulfreundin hatte (sie wechselte viele Jahre vorher schon die Schule – wie habe ich damals überhaupt wieder Kontakt aufgenommen? Ich habe doch nie das Haus verlassen?). Ich habe keine Ahnung wie und warum manche Freundschaften oder Bekanntschaften damals eigentlich auseinander gingen. In meiner Klasse wechselten öfters die Schüler – Wann und warum gingen die? Warum habe ich keine Erinnerungen an ein Familienmitglied? Warum fangen meine ersten Szenen dazu erst an, als ich Anfang 20 war? Derjenige existierte doch früher auch, ich war da doch sehr oft….

Aber ist das nicht immer noch normal…?

Flashback’s und Intrusionen

Schauen wir uns mal das Thema Flashbacks näher an.
Was versteht man darunter, welche Formen gibt es, wie erkenne ich sie und was sind Intrusionen?

🎞️ Was sind Flashbacks?

Flash = schnell , back = zurück
Wir sprachen ja bereits über Trauma und das diese im Gehirn nicht als vergangen abgespeichert, sondern quasi in die “noch-zu-bearbeiten/noch aktuell” Ecke des Gehirns gepackt werden. Ein Trauma entsteht wenn eine Situation für unsere Psyche nicht aushaltbar ist, demnach kann es also auch nicht sofort verarbeitet und als vergangenes Erlebnis abgespeichert werden.

Gibt es einen bestimmten Trigger, der an die traumatische Situation erinnert, kann ein Flashback ausgelöst werden, d.h du wirst blitzartig zurück in die traumatische Situation geworfen und erlebst sie erneut, als würde sie gerade wieder passieren.
Allerdings muss es gar nicht immer einen bestimmten Trigger, wie ein Parfüm ect., geben, zumindest keinen der direkt bekannt oder auffällig ist. Es gibt nämlich verschiedene Arten von Flashbacks.


Schauen wir uns die mal an:

✅ Der Visuelle (sehen)

Der visuelle Flashback ist der, den man aus Filmen kennt. Ich persönlich habe keine visuellen Flashbacks und kann sie euch daher nur aus der Beschreibung anderer erzählen.
Wie es der Name aber schon sagt, wirst du visuell, also bildlich zurück in die entsprechende Situation geworfen. Du hast bildhaft, wie einen Film, vor Augen was damals passiert ist und erlebst die Situation in deinen Gedanken, mit deinen “Augen” live noch einmal. Du siehst z.B wie das (Unfall)Auto auf dich zufährt und versuchst dich zu schützen, indem du die Arme hochreißt.

✅ Der Emotionale (empfinden)

Der emotionale Flashback ist der, der wohl am häufigsten bei komplexer PTBS vorkommt (weil meist einfach keine konkrete Erinnerung zu den Traumata besteht und daher “nur” die Emotionen gespeichert werden) und auch am häufigsten unentdeckt bleibt, weil er einen einfach “nicht auffällt”.

Die habe ich sehr häufig und kann sie daher etwas aus meiner Warte beschreiben.
Ich checke oft wirklich nicht was da los ist, meist erst hinterher oder zum Ende hin. Du bist halt emotional auf einmal wo ganz anderes und kommst da auch nicht so einfach raus. Und oft ist das wirklich nicht mal annähernd angemessen zur aktuellen Situation.

Ein einfaches Beispiel: Eine Freundin reagierte komisch auf eine Nachricht von mir, also ungewöhnlich für sie und ich konnte ihre Antwort auch nicht deuten. Ich las sie mehrmals durch und fragte auch direkt nach was genau sie bedeuten soll, weil ihre Antwort stark auf mich wirkte als hätte ich irgendwas falsch gemacht bzw. als ob sie mir irgendetwas vorwirft und sie jetzt quasi im Begriff ist, die Freundschaft zu beenden. Wenige Minuten später stellte sich heraus das dass nicht der Fall und es im Endeffekt nur ein großes Missverständnis war. Ich sagte ihr das alles gut ist (und legte das Handy auch erstmal weg), was es objektiv auch war.

Bei mir hatte sich jedoch schon ein Schalter umgelegt, ich war wo ganz anderes. In der Vergangenheit gab es nämlich immer wieder genau solche Situationen: Menschen die mir Nahe standen und zu denen ich ein Vertrauensverhältnis aufgebaut hatte, haben quasi aus dem Nichts heraus (also ohne Vorwarnung und Erklärung) den Kontakt zu mir abgebrochen, mich beschimpft oder mir die wildesten Sachen unterstellt, mit Androhung von Strafe usw. und an allem war natürlich, so oder so, immer alleinig ich schuld (aus deren Sicht zumindest). Da hat auch alles reden und erklären oder bitten usw. nichts geholfen. Ich war eben schuld daran was passiert ist, egal was es war, und fertig und manchmal waren das halt auch Situation wo es (bei der Strafe) wirklich um etwas Wichtiges ging (wie mein Dach über den Kopf, meine Gesundheit, Menschen die mir sehr wichtig waren, usw.).

Und diese immer wiederkehrenden Situationen haben in mir ein Gefühl von tiefer Verzweiflung und dauerhafter Unsicherheit ausgelöst. Ein Gefühl das du dich niemals sicher bei einem Menschen fühlen darfst, weil jederzeit etwas Schlimmes passieren kann und wehe du lässt deine Deckung fallen.
Und das hat mich scheinbar so stark geprägt (weil auch fast mein ganzes Leben aus solchen Menschen bestand), dass mich so eine winzige Kleinigkeit manchmal direkt zurückwirft. Ich lag ehrlich heulend und zitternd unterm Couchtisch und das ging mindestens eine Stunde lang so.

Das ging gar nicht darum das ich jetzt Angst hatte verlassen zu werden o.ä., sondern in meinem Kopf ging es direkt wieder los mit: ,,Du bist schuld, das dich keiner will! Du bist schuld daran, was jetzt passiert! Du bist so widerlich! Wieso existierst du überhaupt?!” usw.

Ihr seht also: Der Situation nicht gerade angemessen😅 – du hast aber auch keine bewusste Kontrolle darüber. Mir ist ja z.B die Ursache für verschiedene Flashbacks manchmal sogar sehr bewusst und ich kann auch kognitiv auf die Situation einwirken, mir also sagen das alles gut ist und nichts schlimmes passiert ist und passieren wird usw, nur so schnell kommt man da halt trotzdem nicht raus.

Es gibt übrigens auch Flashbacks die sich über mehrere Stunden hinweg ziehen können. Danach fühlt man sich eeecht extrem ausgelaugt.
Statt also visuell mit deinen Gedanken und deinem Erleben zurückgezogen zu werden, erlebst du hier “nur” deine Emotionen.

✅ Der Körperliche/Somatische (fühlen)

Beim körperlichen Flashback reagiert der Körper z.B mit Erstarrung, Zittern, Krampfen, dem Gefühl von Lähmung usw.

Oder ich hab z.B manchmal das Gefühl als würde jemand hinter mir stehen, mich an sich drücken und mir meine Arme auf der Brust festhalten. Das löst in mir dann sofort das Gefühl von Panik und sich befreien müssen aus (das ist aber meist nach wenigen Sekunden wieder verschwunden).

Oft brennen auch meine Oberarme und Handgelenke, so als hätte man die Haut fest gedrückt, was das bei mir ist weiß ich noch nicht genau (weil ich das einfach keiner bestimmten Situation von früher zuordnen kann). All solche Sachen können aber körperliche Flashbacks sein. Alles was halt mit der damaligen Situation zusammenhängt.

Möglich ist auch das man das Gefühl hat an bestimmten Körperstellen gerade nochmal angefasst zu werden oder bestimmte Körperstellen schmerzen plötzlich oder jucken stark (vaginales Jucken, ohne physische Ursache, kann z.B auch dazu gehören) oder es kann bestimmte (sich wiederholende) Zeiten im Jahr geben, wo der Köper mit verschiedenen Symptomen reagiert (bei mir sind es z.B gewisse Zeiten im Jahr, wo das Gefühl von Panik stark ausgeprägt ist, so als müsste gleich etwas schlimmes passieren + verschiedener psychosomatischer Symptome – letztes Jahr konnte ich sogar die Uhr danach stellen, immer von …Uhr bis ….Uhr) und und und.

Ausgelöst werden kann ein Flashback aber auch durch eine Berührung von außen. Mit sowas hab ich z.B gar keine Probleme, andere können aber wiederum gar kein normales Sexleben haben oder reagieren, wenn man sie am Arm berührt usw.

✅ Der Akustische (hören)

Das können Worte, Töne, Geräusche, Melodien usw. sein. Alles was eben mit dem akustischen zusammenhängt. Diese können im Inneren selbst als Flashback auftreten (du hörst also plötzlich eine Melodie) oder aber sie können auch von außerhalb ausgelöst werden. Ein Kriegsveteran kann z.B bei einem lauten Knall plötzlich hinter irgendeine Ecke springen, weil er mit seinem Verstand und Köper wieder zurück im Krieg ist und nun Deckung sucht.

✅ Der Gustatorische (schmecken)

Das kann ein plötzlich auftretender widerlicher Geschmack im Mund sein. Oder das intensive Gefühl Wasser im Mund zu spüren (wenn man z.B einmal fast ertrunken wäre) usw.

✅ Der Olfaktorische (riechen)

Hier treten plötzlich Gerüche auf, die nicht tatsächlich in der Umgebung vorhanden sind. Ich rieche z.B oft Parfüm, männliches wie weibliches allerdings. Das tritt einfach auf und ist dann wieder weg. Oder manchmal auch Chlorgeruch.

Von außen wiederum ausgelöst hab ich dieses Beispiel: Ich saß letztens im Bus und ein Mann setzte sich ein paar Reihen hinter mich. Der Typ muss in einem ParfümFASS gebadet haben. Und das war ein Parfüm was ich kannte (negativ), aber nicht zuordnen konnte. Ich versuchte dann die restliche Busfahrt (was Gott sei Dank nicht mehr lange war) durch den Mund zu atmen und mich bloß nicht in das Gefühl der Panik fallen zu lassen. Da hatte ich richtig zu kämpfen.

➡️ Bei allen Flashback-Formen gilt: Sie können jeweils einzeln auftreten, dann hat man z.B nur den Geruch oder den Geschmack, aber kein Gefühl und kein Bild dazu. Daher kann man sowas dann oft auch schlecht als Flashback einordnen/erkennen.
Dann können sie aber auch gemischt auftreten – Der Geschmack kommt mit einem Bild oder eine Emotion zusammen mit Körpererinnerungen usw.

📽️ Was sind Intrusionen?

Ganz wichtig, denn Flashbacks sind eigentlich eine Unterart der Intrusionen.

Intrusionen kann man auch Wiederhallerinnerungen nennen. Es sind Erinnerungen, in Form von Gedanken, Bildern, Geräuschen, usw. die sich dir einfach aufdrängen. Du holst diese Erinnerungen also nicht bewusst hervor, sondern die erscheinen einfach. Dennoch zieht es dich nicht so zurück, wie beim Flashback. Du bleibst in der aktuellen Situation.

Sowas hab ich z.B permanent.
Du hast eine Situation, ein Gefühl ect. zwar klar vor Augen, aber du wirst nicht so in die Situation hineingezogen, wie beim Flashback.
Bei mir fing das langsam an mit positiven Erinnerungen die mir ins Gedächtnis schossen (es gibt übrigens auch positive Flashbacks), plötzlich war da wieder das Gefühl von früher. Seit 1-2 Jahren sind eher negativ besetzte Sachen “hinzugekommen”. Im Endeffekt versuche ich das aber als positiv anzusehen.
Wenn sich das ganze Zeug jetzt langsam äußert und ans Tageslicht kommt, heißt das das ich soweit stabil genug bin das auch zu verkraften und zu verarbeiten, sonst würden all die Sachen bestimmt gar nicht erst auftauchen.

⁉️ Kann ich als Außenstehender helfen ⁉️

Klar.
Wenn jemand einen Flashback bekommt, seid ruhig und für denjenigen da und nehmt ihn vor allem ernst (also bitte kein ,,Hab dich mal nicht so” o.ä) . Versichert ihm das alles gut ist und er in Sicherheit ist. Versucht ihm beim ‘sich erden’ zu helfen, also das er wieder im Hier und Jetzt ankommt. Zeigt ihm den Boden unter seinen Füssen, vll kann man auch in den Garten gehen, die Socken ausziehen und die Füsse auf die kalte Erde drücken. Zeigt ihm den Himmel über euch oder die Einrichtung der eigenen Wohnung. Vll kann auch Musik helfen. Hauptsache irgendwas das ihn wieder im Hier und Jetzt ankommen und ruhiger werden lässt (bei jedem klappt da was anderes – manchmal hilft auch einfach eine Umarmung).

Wenn er, und demnach auch du, nicht genau checkt das es ein Flashback ist, dann achte einfach darauf ob seine Reaktion und sein Verhalten gerade zur aktuellen Situation passt. Frag denjenigen wie er sich fühlt und was er denkt (oft kann man so herausfinden in WELCHER Situation er gerade steckt). Das Wichtigste ist aber ruhig bleiben. Bloß nicht noch mehr Action machen oder gar Vorwürfe bringen (ein NoGo!). Wenn ihr mit der Situation überlastet seid, dann kommuniziert das so offen und verlasst den Raum. Niemand kann in so einer Situation jemand gebrauchen der selbst total hippelig oder vll sogar noch aggressiv und vorwurfsvoll wird…