Kleines Update und längere Pause

Pause bis vsl. Oktober 22

Das als allererstes: Ich bekomme das z.Z nicht so recht mit dem Blog hin. Mal bin ich 2 Wochen da. Dann wieder 2 weg, weil es doch zu viel wird. Und ich mag so unkonstante Dinge einfach nicht. Daher haben wir beschlossen, dass wir jetzt lieber einmal in eine längere Pause gehen, um mal wieder richtig runterzufahren. Besser als ständig dieses spontane abtauchen. Länger wird heißen 1-2 Monate. Heißt entweder bis Anfang oder bis Ende Oktober. Und dann gehts hoffentlich frisch erholt wieder los.

Vllt schauen wir zwischendurch aber trotzdem mal bei einem Live vorbei oder melden uns so mal, falls irgendetwas ansteht.

Wie gehts uns aktuell?

Soweit ganz gut. Aktuell gibt es keine gravierenden Probleme. Der August ist halt immer so ein bisschen schwierig, ich kann euch aber nicht mal genau sagen warum explizit.

Ich bin im August eigentlich meist nicht unbedingt schwer von Alpträumen geplagt und die Depression ist auch okay. Das ist mehr als würde eine große, schwarze Wolke die ganze Zeit dicht hinter einem schweben. Aber wie gesagt: Die Wolke ist nicht die Depression. Was die Wolke ist, weiß ich derzeit noch nicht, entschlüssle ich aber bestimmt noch. Wir sind auf jeden Fall schneller überlastet und neigen eher zu Nervenzusammenbrüchen, als sonst. Allerdings war dieser August recht entspannt. Es gab keine weiteren Dramen, die irgendwas zusätzlich hätten auslösen können und von daher haben wir die Zeit bisher ganz gut überstanden.

Und mittlerweile groove ich mich auch langsam ein, wann die problematischen Zeiten im Jahr sind. Deswegen kann man das nicht umgehen, aber man kann sich ein bisschen besser darauf einstellen. Man wird nicht mehr ganz so überfahren. Vllt ein blödes Bsp. aber das ist so ein bisschen wie wenn man seine Tage bekommt. Man weiß, zu der und der Zeit geht’s los und da ist man dann vllt emotionaler, bekommt Schmerzen, usw. An diesen Tagen meidet man dann deshalb vllt stressige Situationen, holt sich Schmerzmittel, … So in etwa. Nur halt ein bisschen anders.

Apropos Dramen…

Davon hatten wir diesen Sommer trotzdem genug 😅. Das ging Schlag auf Schlag, dass wir Menschen verloren oder vllt sagen wir eher gehen lassen haben. Allerdings nicht gerade mit Vorsatz und Absicht.

Das hat sich tatsächlich über 4 Menschen in kürzester Zeit gezogen, inkl. meiner besten Freundin. Und das war echt anstrengend. Zumal es auch immer wieder um Grenzüberschreitungen und verletzende Situationen ging. Hinzu kam dieses schräge Auseinandergehen mit unserer Thera., die nicht mal mehr ein Tschüß übrig hatte und dieses nervige Kliniktheater. Und immer wieder Vorwürfe wie egoistisch wir doch wären, in allen möglichen Variationen. Also eins kann ich sagen: Wir wissen jetzt wirklich WIE egoistisch wir sind 😂

Es wäre ja aber langweilig, wenn man nichts daraus lernt…

Was ließ sich daraus lernen?

Selbstvertrauen. Eine ganze Menge. Und auch das es okay ist. Die anderen verhalten sich ja nicht so, weil sie bösartige Menschen sind. Letztendlich läuft das alles nur auf (ungeplantes) gegenseitiges triggern hinaus. Und der „Böse“ ist letztendlich der, der halt am meisten verletzt hat. Aber darum geht es ja bei der fight-reaction. Angriff und Abwehr. Die Rolle des „Bösen“ lässt sich also beliebig austauschen. Es geht denen nicht um uns als Wesen (und das wir wirklich schlecht wären), sondern um deren Selbstschutz, weil sie sich selbst angegriffen oder zurückgewiesen fühlten. Und in diesem Falle von mir. Unabsichtlich. Aber trotzdem ist es ja so. Actio et Reactio. Aktion und Reaktion.

Und im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass wir genauso wenig die Bösen oder Schuldigen sind. Auch wir machen uns nämlich unheimlich von den Reaktionen der anderen abhängig. Die Angst abgelehnt und nicht mehr gemocht zu werden. Das wusste ich vorher schon, aber jetzt wurde es eben noch um einiges deutlicher.

Wir kommen also mehr ins loslassen. Das heißt nicht, dass wir mit allen wieder heididei machen werden. Das ist eher unwahrscheinlich. Leider Gottes bin ich ein sehr nachtragender Mensch. Wenn es um emotionale Verletzungen geht, vergesse ich eher schwer. Nicht meine beste Eigenschaft, aber manchmal auch nicht die schlechteste. Sie schützt davor, immer wieder auf das gleiche Tamtam der gleichen Leute hereinzufallen.

Ein wichtiger Entwicklungsschritt

Sich nicht mehr so von den Meinungen anderer abhängig machen. Auch das haben die letzten Wochen gebracht. Letztendlich ist es sowieso egal wie sehr man den anderen zu gefallen versucht. Versucht perfekt zu sein. Nichts falsch zu machen. Irgendwo findet sich jemand, für den es eben doch nicht perfekt genug war. Der kritisiert. Bemängelt. Angreift. Aber wie derjenige mit dir umgeht, wie er dich behandelt und mit dir spricht oder mit der Situation umgeht, das ist sein Ding und hat absolut nichts mit einem selbst zu tun. Auch nichts Neues. Diesen Spruch gibt es schon lange, dass das Verhalten eines Menschen dir gegenüber mehr über ihn aussagt, als über dich. Projektion. Aber in den letzten Monaten hat sich das für mich als Erkenntnis ergeben.

Und mit Erkenntnissen verhält es sich so, dass das was der Verstand schon länger weiß, also rational bekannt ist, sich mit dem Gefühl verbindet. Man kann das nicht wirklich beschreiben, man kann es nur erleben. Das ist jedoch kein Schalter der sich umlegt und plötzlich ist alles anders. Es ist mehr, als hätte man das Schild an der Weggablung endlich richtig gelesen. Den weiteren Weg muss man trotzdem gehen. Da gibt es keine Abkürzung.

Heißt das die Sozialphobie o.ä. durch diese Erkenntnisschritte nicht verschwunden ist, aber es fühlt sich endlich an, als wären wir wieder auf dem richtigen Weg.

Beispielsituation:

Ich hatte einen guten Freund. Den kenne ich schon seit 9 Jahren. Vor 2 Jahren brach ich den Kontakt schon einmal ab. Grund war ein sehr verletzendes Verhalten von ihm. Vor einem halben Jahr gab ich ihm eine 2. Chance. Er verhielt sich allerdings erneut relativ ähnlich. Er rief mich an und das Telefonat drehte sich um ihn und die immer gleiche Geschichte mit seinem Ex-„Lover“ (es gab nie eine Liebesbeziehung!). Seine Sorgen. Seine Probleme und seine Erfolge. Umgedreht hörte er oftmals Nachrichten von mir gar nicht ab. Ab und an sprachen wir aber auch über mich, allerdings hörte er nicht zu. Er sprach lieber. Ich musste mich unglaublich beeilen in wenigen Worten viel Information rüberzubringen, weil er mir permanent ins Wort fiel und ich kaum ausreden konnte.

Irgendwann verlor ich die Lust mit ihm zu reden. Er stand ehrlich nicht mehr auf Nr.1 meiner Liste von Gesprächspartnern. 2-3x ging ich deshalb auch nicht mehr ans Telefon. Mein Zustand verschlechterte sich, was ich ihm mitteilte und um Ruhe bat. Er ignorierte das. Versuchte wieder anzurufen. Schickte Screenshots von deren Austausch (was meist nur aus gegenseitigen Drohungen bestand, wer wem mehr fertig macht). Und dann bekam ich eine Memo er müsse jetzt Bl*tmagie gegenüber diesen Typen anwenden. Er wolle nicht, aber er müsse und ich solle ihn abhalten. Ich kann gar nicht betonen WIE ekelhaft ich diese Memo, in dem Zustand den wir hatten, zu der Zeit, fand. Wie unreflektiert man sein eigenes Pseudo-Hokuspokus, von dem man keinerlei Ahnung hat, mir da um die Ohren hauen kann. Und das sagte ich ihm auch. Er deute das so, dass ich jetzt Angst vor ihm hätte. Ja was willst’e da sagen?

Wenige Tage später fing er dann aus dem Nichts heraus an mir Vorwürfe (per Whatsapp) zu machen, obwohl ich vorher normal antwortete und auch kurz davor anbot, man könne in ein paar Tagen telefonieren. Ich ginge angeblich NIE ans Telefon. Alles drehe sich alles immer nur um mich. Ich wäre total auf dem Egotrip und interessiere mich einen Scheiß für ihn und wie es ihm geht. Ich könne niemand lieben und alles was für mich wichtig wäre, bin ich. … Was er mir da vorwarf, war exakt sein Verhalten und seine Defizite (z.B Selbstliebe). Projektion. Und so ist das meistens. Achtet mal darauf.

Selbstliebe

Seit ungefähr einem Jahr stagnierte es hier völlig. Ich hasse das! Wisst ihr, im Leben ist es ja meist so (zumindest erlebe ich das), dass immer wieder ein neuer Abschnitt ansteht. Wie in der Schule. Hast du das eine Thema durch, kommt das nächste dran. Du lernst dadurch. Wächst. Entwickelst dich. So ähnlich betrachte ich den Weg der Heilung auch. Und ich dachte die ganze Zeit, dass die Traumaaufarbeitung ansteht. Ehrlich, ich bin fast verzweifelt, weil kaum Erinnerungen kamen. Ich hatte das Gefühl mich im Kreis zu drehen.

Die letzten Monate jedoch und u.a auch die Arbeit in der Kunsttherapie haben mir gezeigt, dass es aktuell aber überhaupt nicht darum geht. Wie soll ich mit den Erinnerungen umgehen, wenn der wichtigste Punkt gar nicht vorhanden ist? Selbstliebe. Es war, als würde ein riesiger Felsbrocken von meinem Herzen fallen, als ich das verstanden habe.

Es ist als würde ich einen Baum ohne Wurzeln in einen Sturm stellen und erwarten, dass er nicht um- oder wegfliegt. Die Psyche lässt immer nur das zu, wozu man auch bereit ist. Ich würde den Sturm, wenn mir das Trauma um die Ohren fliegt, gar nicht aushalten ohne festen Stand. Grenzen setzen, Gefühls- und Körperwahrnehmung, Selbstverständnis, Wohlwollen und Empathie gegenüber sich selbst, sind ganz wichtige Grundpfeiler im Prozess der Heilung. Ohne haut uns die Wucht um. Wieso sollte unsere Psyche heute, ohne diese Wurzeln, das Trauma besser ertragen als damals, wo sie es wegpacken musste? Und seit diese Erkenntnis kam, geht es endlich wieder voran. Sogar der Systemkontakt wird wieder besser und ebenso hilft dieser Weg auch erinnungstechnisch weit mehr. Ich wollte die ganze Zeit den 5. Schritt vor dem 2ten machen…

Das Pferd von hinten aufzäumen

So fühlt es sich nämlich an. Statt über die konkreten Erinnerungen oder Trigger versuchen wir jetzt mal von anderer Seite heran zu gehen. Auch ohne detailliertes Wissen bleiben unsere Gefühle und Empfindungen im Körper schließlich gleich. Und ich frage mich manchmal, wenn wir die abgespaltenen Gefühle integrieren können, ob die detailliierten Erinnerungen dann überhaupt noch für die Heilung notwendig sind? Also auch da werden wir aktuell etwas entspannter.

Und langsam, aber fühlbar, wächst das Selbstvertrauen. Ich denke weil uns vieles auch einfach egaler wird. Nicht im resignierten Sinne, sondern weil wir uns mehr mit uns beschäftigen und auch viele Mechanismen, sowohl bei uns, wie auch bei anderen, besser verstehen. Reflektion ist da der Kernpunkt. Dazu werde ich bestimmt auch mal einen Beitrag schreiben.

Letztendlich gibt es immer viele Wege und für jeden ist ein anderer der Beste. Und ebenso bleibt es ein Weg. Es gibt kein Schnipp und auf einmal bist du am Ziel. Wir werden wieder zweifeln und wieder in Krisen stürzen. Wieder uns die Meinung anderer viel zu sehr zu Herzen nehmen und uns wieder hassen. Diese Phasen wird es wieder geben. Aber das ist okay, denn es geht zumindest in kleinen Schritten vorwärts. Und damit bin ich schon vollkommen zufrieden. ,,Der Weg ist das Ziel“ – Ich lerne diesen Spruch immer mehr zu schätzen.

Und was sonst noch war

Wir haben viel mehr soziale Kontakte, als noch im Winter. Vor Ort haben wir wieder Kontakt mit einem guten Freund, was total toll ist, weil man sich auch mal spontan verabreden kann. Aber auch von weiter weg konnten wir gute Kontakte knüpfen. Sehr positive sogar, die uns halfen mehr Vertrauen in uns, unser Können und auch ganzes Wesen zu entwickeln. Wir haben einige Projekte in Gang gebracht und haben uns öffentlich gezeigt, teilweise ja auch immer mal wieder in den Livestreams auf Instagram. Und es dreht sich hier nicht mehr alles um die Diagnose und das Trauma. Es ist eben so wie es ist, aber das ändert nichts daran wer der Mensch hier (wir) ist. Wir sind die Gleichen wie vor der Diagnose und nicht plötzlich ein Alien. – Es gab also viele sehr stressige Wochen. Eeeecht stressige Wochen. Aber auch wirklich sehr, sehr viel positives.

Weiter wurde uns jetzt durch den Kontakt mit anderen Betroffenen mehrmals gesagt, dass anhand unseres Stimmfarbenwechsels auffällt, wann jemand anderes da ist. Und ich fand das so eine lustige Begebenheit, da ich felsenfest behauptet habe, dass sich unsere Stimmen nicht von einander unterscheiden 😂. Naja, man lernt nie aus.

Ähnlich verhält es sich übrigens mit unserer Triggerbarkeit. Das Ding mit dem: „Woa ich bin soooo triggerfest“ klappt nicht mehr so ganz. Wir sind viel schneller, als früher, getriggert und mich zumindest haut es dann raus. Immer noch nicht extrem schlimm, aber nerven tut es mich trotzdem etwas. Dennoch sehe ich das relativ positiv. Wir lassen Gefühle mehr zu und die Folge ist eben, das sich das entgegen der dissoziativen Barrieren auswirkt. Und das ist ja eigentlich etwas ganz positives. Außerdem können Trigger auch die Möglichkeit bieten, zu schauen wo man genauer hinsehen muss.

Das Therapietheater

Vorweg:
Dieser Beitrag dient heute nur dazu, dass wir uns einfach mal etwas Luft machen können. Unsere Therapeutin war deswegen keine schlechte Person (ganz im Gegenteil) oder unfähig o.ä. Es geht hier nur um unsere Wahrnehmung und nicht darum, dass es definitiv auch so war.
Letztendlich waren es viele kleine Missverständnisse, die sie aber kaum wissen konnte, da wir es nicht angesprochen haben. Hätten wir das getan, hatten sich vllt viele Dinge aus dem Weg räumen lassen…

Unschönes Therapieende

Wir teilten ja Ende März den Beitrag über das baldige Therapieende und das wir noch die 4 Stunden mit unserer Therapeutin arbeiten wollten. Tja… Joar, das wurde nichts.
3 Tage nach dem Beitrag schrieben wir ihr eine Mail, dass wir die Therapie jetzt hier beenden möchten und sie uns zur 60. (also unserer letzten) Stunde abmelden solle.
Ehrlich gesagt war für uns das Vertrauensverhältnis kaputt.
Wir hatten schon nach der Pause im Dez.-Jan. das Gefühl das sie irgendwie nicht mehr soviel Bock auf uns hat. Unseren Platz vllt bereits neu vergeben hat oder what ever.
Plötzlich war unser alter Termin, den wir immer Donnerstags zur gleichen Zeit hatten, weg. Dann wusste sie mal gar nicht mehr wann sie uns reinschiebem sollte und konnte uns das erst Tage später mitteilen, usw. Vllt haben wir uns das alles eingebildet, aber es kam einfach ein komisches Gefühl auf.

Und das sie uns in dieser, ja nun letzten Stunde, mitteilte das wir ja auch hier Schluss machen könnten, bestätigte dieses Gefühl eigentlich nur noch mehr. Wir rechneten ja überhaupt nicht damit, als wir in die Stunde kamen, da ja noch weitere Stunden von der KK und vom Fonds genehmigt waren.
Sie sagte zwar, sie wäre für alle weiteren „Schandtaten“ zu haben. Ließ letztendlich aber wenig Spielraum offen. Entweder wir machen direkt zu dieser Stunde Schluss oder wir machen noch 4 und behalten den Rest als Notfallprophylaxe, meinte sie.
Auf meine Aussage, dass wir ja auch noch Stunden vom Fonds hätten, sagte sie, sie wäre ja auch in der Verantwortung das keine Stunden verschwendet werden… Joar.
Was willste da drauf sagen?
Nach: „Wir machen weiter, so wie sie das möchten und brauchen“ hörte es sich nicht gerade an. Eher nach: „Ihnen geht’s doch gut. Wozu brauchen Sie Therapie?“

Weitere problematische Aussagen

Dann sagte sie in dieser Stunde, sie hätte das Gefühl wir kämen ja sowieso schon viel besser miteinander klar. Wahrscheinlich sei es mittlerweile bestimmt auch nur noch eine pDis. Wo ich mir denke: „Klar, deshalb fehlen uns teilweise auch komplette Nächte“ 🤦‍♀️. Eine Stunde vorher fragten wir danach, ob wir nicht mal an der Innenkommunikation arbeiten könnten. Etwas was wir dort nie taten.
Und irgendwie bezog ich das die ganze Zeit auf mich. Das ich einfach unfähig dazu bin. Allerdings hätten wir ja vllt auch erstmal angehen können, wie man das überhaupt macht, statt so zu tun, als müsste ich das alles schon können und es ginge nur darum, alle mal mit ihr quatschen zu lassen. Wie soll Innenkontakt besser klappen, wenn ich nicht mal weiß wie und wo ich anfangen soll?

Im Gegenteil reagierte sie sogar eher mal sehr skeptisch, als ich erzählte das wir eine Übung zur Innenkommunikation machten (einfach aufschreiben was gerade alles für Sätze und Worte im Innen zu einem Thema auftauchen und farblich jeweils unterschiedlich kennzeichen). Das irritierte uns wieder dermaßen, weil die Angst, dass sie uns nicht glaubt und wir uns in was hineinsteigen, wieder aufkam.

Generell war sie oft so unkostant in ihrer Art (bitte nicht in der Therapie!) . Auch dieses mit der pDis… Wir lagen bei der Auswertung des SKID-D und beim FDS im sehr hohen dissoziativen Bereich. Das nahm sie ernst, das nächste Mal wars dann doch wieder nicht so schlimm. Dann doch wieder. Und dann tat sie so, als hätten wir plötzlich eine Spontanheilung erfahren. Obwohl wir 3 Monate vorher, kurz vor Weihnachten, nochmal zu ihr kommen sollten, weil sie Angst hatte das wir uns etwas antun könnten. Was denn nun?
Und das sie uns auf unsere letzte Mail nicht mal mehr eine Antwort gab, kein: „Tschüss, Ihnen alles Gute“ o.ä, bestätigte nur noch mehr das Gefühl, dass sie uns loswerden wollte. Wir sind auseinander gegangen, ohne uns von einander zu verabschieden. Zumindest ein „Machen Sie’s gut“ als Antwort wäre drin gewesen.

Vergangene Situationen reflektiert

Wir haben uns auch die ganze Zeit gefragt, warum wir einfach kein richtiges Vertrauen aufbauen konnten. Warum so vieles nicht ging (mal abseits vom inneren Redeverbot). Was sie ja letztendlich auch gemerkt haben wird. Und vllt auch der Grund war, warum sie dachte es wäre besser die Therapie hier zu beenden (womit sie auch recht hatte! Wir waren einfach nicht 100% stimmig miteinander).
Uns fielen dann verschiedene Situationen wieder ein, die das für uns etwas besser erklärten:

In der 4. od 5. Stunde, ganz am Anfang, belegte sie unseren Termin zum wiederholten Male doppelt. An diesem Tag öffnete sie uns die Tür und schaute uns mit diesem: „Was willst du denn jetzt hier?!“ Blick an. Klar, sie war selbst verwundert, da sie einen anderen Patienten erwartete. Das war soweit auch nicht mal das Problem. Das fing für uns erst an, als sie meinte, sie wisse auch nicht warum ihr das wieder passiert ist. Sie müsse da mal in sich hineinhören und schauen was ihr ihr Unterbewusstsein damit sagen möchte…
Wir fühlten uns so elendig. Vor allem da wir ja sowieso schon ständig das Gefühl haben unwillkommen, überflüssig und nervig zu sein.

Dann hat es fast ein Jahr gedauert bis wir uns getraut haben ihr den Blog zu zeigen. Bevor sie raufschaute meinte sie, wenn wir das dann wollen hängt sie die Adresse an ihre Pinnwand in der Praxis. Wir waren mega auf ihre Reaktion gespannt.
Joar, ihr rutschte allerdings heraus: „Das ist aber wirklich viel. Zuuu viel“ beugte sich dabei nach vorn und hielt sich die Hände vors Herz. Ich schätze sie merkte was sie sagte, denn sie brach die letzten Buchstaben des Satzes ab und „rettete“ sich schnell darin, dass es aber bestimmt informativ sei. Davon den Blog in ihrer Praxis auszuhängen, war nie wieder die Rede…Das unsere Texte zu viel Text sind, wissen wir mittlerweile. Aber das sind nun mal wir. Es geht einfach nicht kürzer, trotz guter Vorsätze.

Weitere verletzende Situationen

Nachdem wir den Beitrag „Man darf sich nach einer Vergewaltigung schlecht fühlen“ schrieben, baten wir unsere Thera. diesen Beitrag einmal zu lesen. Wir wollten gern in der nächsten Stunde darüber reden, allerdings können wir 10x besser schreiben, als reden. Einfach weil so vieles nicht gesagt werden darf und auch weil immer wieder die „Alles ist voll gut„-Fassade da ist. Wenn wir schreiben können wir dieses „Uns gehts gut„-Ding etwas umschiffen und ehrlicher sein. Wir hätten es niemals so erzählen können, wir wir es geschrieben haben.
Als wir dann in der nächsten Stunde da waren, fragte sie nochmal nach, welchen Artikel wir meinten. Ich war kurz sprachlos, da sie in diesen 5 Minuten vor der Stunde ja unmöglich den Text lesen und verstehen konnte.
Tat sie auch nicht. Mehr als überflogen konnte sie ihn nicht haben, denn sie war nach 3 Minuten wieder da. Sie fragte nicht nach, warum wir wollten das sie ihn liest und sie sprach ihn in der Stunde (o.a) auch nicht an…

Auch wenn wir eine Mail schrieben (was extrem selten vorkam) wurde das kaum in der nächsten Stunde angesprochen. Und gegen Ende der Therapie bekamen wir immer mehr das Gefühl, dass wir einfach unfähig sind. Oder es uns halt doch einfach gar nicht schlecht geht. Wir kamen nicht an Erinnerungen ran. Und auch nicht richtig ans weitere Innensystem.
Wir haben aber eigentlich genug Traumata im Erwachsenenalter, an die z.B auch ich Erinnerung habe. Aber das wir das angehen könnten, auf die Idee kam sie nicht. Und wenn wir sie ansprachen kam wenig Reaktion darauf. Uns signalisierte das, dass diese Traumata wohl einfach nicht schlimm genug waren.

Oder wir erzählten mal das wir es endlich schaffen, dreckige Teller auch mal etwas stehen lassen zu können. Ein riesen Ding, weil die Zwänge endlich besser werden. Ihre Antwort darauf: „Na aber wenn das so rumsteht, ist es ja auch nicht schön„… Sagt man sowas in so einer Situation?! Das befeuert die Zwänge doch nur wieder.

Falsche Versprechungen

Sie sagte mal, wir arbeiten mit dem was gerade da ist und wenn mal nichts geht, dann ist das eben so.
Aber wir haben nicht mit dem gearbeitet was da ist. Wenn eine Blockade da ist, wird die doch einen Sinn haben, oder? Statt das wir das angehen, sagt sie das wir z.Z vllt auch einfach gar keine Therapie brauchen. Lustigerweise sind wir in der Kunsttherapie in wenigen Stunden aber bereits mehr vorangekommen, als in den 60h Traumatherapie. Weil wir dort eben mit dem arbeiten, was gerade da ist und nichts erzwingen, was gerade gar nicht ansteht.
Dann soll man sowas nicht sagen, wenn man, sobald es mal nicht läuft, die Therapie beendet. Zumal wir in der vorletzten Stunde noch eine Technik mit ihr gemacht haben. Dabei ging es um Situationen, wenn wir mal wieder nicht sprechen können, dass wir uns über die Finger äußern. Was das bringen sollte, wenn eh Schluß ist, frage ich mich bis jetzt.

Weiter sagte sie uns mal ganz am Anfang, dass wir ja in der Therapie mit ihr vllt endlich mal ein neues Beziehungserlebnis machen können, als sonst. So wie es geendet ist, war es ehrlich gesagt aber genau das Gleiche wie immer.
Die Botschaft, egal ob diese bewusst oder unbewusst rübergebracht wurde, war wieder: „Du bist falsch. Du machst es nicht richtig. Dich will keiner. Vertrau niemand, denn es gibt keine Hilfe.“

Danach…

Riefen wir bei anderen Therapeuten an, um einen neuen Platz zu finden. Allerdings sind nicht nur alle (wenigen) Traumatherapeuten voll, sondern die KK hat auch etwas geändert. Früher war es so, dass man einfach das Therapieverfahren wechseln konnte. Also nach ausgeschöpfter VT z.B hätte man zur Tiefenpsychologie wechseln können. Joar, so einfach ist es wohl nicht mehr, meinte zumindest eine Therapeutin am Tel. zu uns. Der neue Thera. muss ein Gutachten anfertigen und genau schildern warum man jetzt eine neue Therapie will, oder auch warum man erst nach so vielen Stunden den Therapeuten wechselt. Sie meinte, sie zumindest hätte dafür gar keine Zeit.
Ich solle es aber ruhig trotzdem weiter versuchen….

Taten wir aber ehrlich gesagt nicht mehr.
Wozu auch, kam letztlich auf. Wieder den ganzen Mist von vorn erzählen. Dann wird es womöglich wieder nichts und letztendlich war es sowieso nur ein Kampf sich zu dieser blöden Therapie zu schleppen und gegen den inneren Drang abzubrechen anzukämpfen. Es gibt eine Partei im Inneren die definitiv Therapie machen will. Die hat uns ja auch immer wieder dahin geschleift und anrufen und weitersuchen lassen. Aber wir fahren aktuell mit der Kunsttherapie gut. Dort geht es zwar nicht um die Dis, aber dafür gehen wir andere ganz, ganz wichtige Punkte an.

Klinikdesaster

Jo, mit den Kliniken sieht es keinen Deut besser aus.
Wenn ich mir überlege, dass wir jetzt seit Ende 2019 auf der Suche nach einem Klinkplatz sind, packt mich wirklich langsam die Wut.

Nur um dieses lächerliche Theater mal festzuhalten:

  • Erst gingen wir vor Ort ins Gespräch mit der psychosomatischen Psychiatrie. Das Gespräch mit dem Chefarzt dort hat uns so sehr getriggert, dass wir 3 Tage nicht mehr aufstehen, geschweige denn die Wohnung verlassen konnten. Die Klinik fiel also weg.
  • Dann meldeten wir uns in der Waldschlösschenklinik an. Allerdings wies die Rentenkasse unseren Reha-Antrag damals ab und verwies uns auf eine richtige Klinik (keine Reha). Bei unserem „Zustand“ wäre eine Reha nicht erfolgreich.
  • In der Parklandklinik angemeldet und 1 Jahr darauf gewartet, bekamen wir dann letztes Jahr, als es hätte los gehen können, gesagt, man nehme uns nicht auf, außer wir tragen eine Maske. Was mit Maskenbefreiung (aus gutem Grund) etwas schwer wird. Man gab uns die Schuld dafür und sagte wir würden uns nur weigern. Sobald wir bereit wären eine aufzusetzen, könnten wir kommen. Nach erneuten Antrag+Wartezeit natürlich.
  • Wir telefonieren nach einer anderen Klinik herum. Keine wollte uns (bis heute) ohne Maske aufnehmen. Bei einer stehen wir auf der Warteliste und könnten kommen, wenn die Maskenpflicht fällt. Dazu sollen wir uns 1x mtl. (seit einem Jahr und ein Ende ist nicht in Sicht) melden. (wozu wir mittlerweile kaum mehr Lust haben)
  • Ende 2021 stellten wir erneut einen Rehaantrag, extra mit Verweis auf das Maskenproblem und das wir sicher nicht sofort aufgenommen werden. Erstmal wollten sie uns in einer normale psychosomatische Klinik anmelden. Wir sagten das uns das nichts bringt, da die sich nicht mit Dis und komplex Trauma auskennen. Dann schlug man uns 7 andere Kliniken vor. Wir telefonierten alle ab oder schrieben eine Mail, um der Rentenkasse nachweisen zu können, dass man uns dort nicht richtig behandeln könnte. Waldschlösschen wollte man uns nicht genehmigen (weil privat). Letztendlich konnten wir uns aber auf eine Klinik mit Traumaschwerpunkt und Erfahrung im Bereich der Dis einigen.
  • In diese hätten wir vorletzten Monat kommen können. Nur mit Maske natürlich. Also wurde der Termin dort auch wieder abgesagt. Wir hätten jetzt eine Kostenübernahmeverlängerung bei der RK stellen müssen. Ansonsten müssen wir den Antrag WIEDER neu stellen. Wir riefen da auch an, aber der Mitarbeiter wusste von nix was und wir sollten eine Mail schreiben. An sich nichts aufwändiges, aber wir hatten einfach keine Lust und Energie mehr.

Schnauze voll

Wir haben die Schnauze jetzt voll nach Hilfe zu betteln, wie ein Hund nach einem Leckerli.
Wir haben es bisher allein geschafft und schaffen es sicher auch weiterhin allein. Das ist jetzt nicht bockig, sondern ernsthaft gemeint. Allmählich ekelt uns dieses Gebettel an.
Zudem haben wir mittlerweile solche Probleme entwickelt, dass wir anfangen zu zittern, wenn das Thema Klinik auch nur ansatzweise aufkommt. Weil jedes Mal wieder der innere Glaubenssatz: „Es gibt keine Hilfe.“ angetriggert wird.
Und so ist es doch letztendlich auch.
Dir wird vermittelt das du selbst Schuld bist, wenn dir nicht geholfen wird („Setzen Sie doch einfach eine Maske auf“ ). Wieder wird man ausgeschlossen („Guck mal, wer brav ist, darf auch Teil der Gruppe sein“ ). Und wieder steht man der Situation ohnmächtig gegenüber.
Ich werde jetzt sicher nicht zum Xten Mal einen verschissenen Antrag stellen, wenn selbst die Ärzte und Pfleger in den Kliniken davon ausgehen, dass das mit der Maske so bestimmt noch Jahre weitergehen könnte.

Mit einer Betroffenen sprachen wir und konnten unsere Frage was passiert, wenn man als Notfall in die Psychiatrie kommt, dadurch aufklären: Ohne Maske musst du auch dort wieder nach Hause.
Ob es überall so ist wissen wir nicht (gehen aber stark davon aus, da man und sogar in der Notaufnahme nur aufgrund einer verständnisvollen Angestellten aufnahm, nachdem man uns wieder wegschicken wollte). Uns antworteten die Kliniken, die wir anschrieben und fragten was bei einem Notfall passiert, gar nicht erst. Derzeit graut es einen einfach nur noch davor womöglich einmal doch ein Notfall zu werden.
Ich meine wir gehen jetzt ins dritte Pandemiejahr und die einzige Lösung die gefunden wurde ist, BIS HEUTE, schwer kranken Menschen einfach die Behandlung zu verweigern.
Solange darüber nicht endlich öffentlich gesprochen wird und sich daran etwas ändert und zwar schnell, braucht mir keiner mehr mit seiner heuchlerischen Solidarität kommen. Mein Verständnis für die Maske ist jetzt aufgebraucht.

Aber letztendlich…

Was sollten wir eh in einer Klinik? Die Fassade, dass es uns gut geht und wir stabil sind, würden wir doch dort auch nicht wirklich ablegen können. Und wenn uns unsere Therapeutin schon mit den Worten „Ihnen geht’s doch schon viel besser“ nach Hause schickt, obwohl die Pause und Blockade eher aus dem genauen Gegenteil resultierte (und wir sie in der vorhergehenden Stunde sogar baten das wir uns vllt auch erstmal um die Depression kümmern), sollen wir uns in der Klinik dann wieder den gleichen Rotz anhören? Uns fragen lassen, was wir überhaupt dort wollen? Wieder das Gefühl bekommen nicht ernst genommen zu werden? Angst haben das einem nicht geglaubt wird?
Nein danke.
So bedürftig sind wir nicht, das wir uns wiederholt so erniedrigen müssen.
Und letztlich werden die uns sowieso nicht helfen können. Selbst wenn sie es wollten. Dafür blockieren wir selbst auch viel zu sehr. Mal schauen wie es vllt in 1-2 Jahren aussieht, aber aktuell ist das alles ein rotes Tuch für uns.

Ach btw, was mir gerade noch zur Thera einfällt:
Die erste Stunde nach unserer Pause, erzählten wir ihr von den starken Depressionen die wir zu der Zeit hatten. Sie sagte darauf: „Ja man riecht auch das es Ihnen nicht gut geht“ – „Wie man riecht das? Nach was rieche ich denn?“ – Naja, nach Schweiß.“ – „Doll??“ – „Na ich reiche es bis hier her„…. Da erzählste dir geht’s dreckig und bekommst erstmal als Antwort „du stinkst“ 😂👍. Ich meine, käme das ständig vor, okay. Aber auch dann könnte man einen günstigeren Moment abpassen. Wir haben die Stunde daraufhin übrigens 20min eher verlassen, weil wir uns so geschämt haben.
An dem Tag trugen wir das Natron wahrscheinlich 1x zu dünn auf. Passiert uns seitdem nicht wieder. Achten da jetzt wirklich sehr extrem und doppelt und dreifach darauf.