Diskriminierung – Teil 1

Ich setz hier direkt eine Triggerwarnung! Das wird von meiner Seite aus ein Rundumschlag, was heißt das ich hier weder homophoben Spinnern noch Hardcore-Feministen ect. Honig ums Maul schmieren werde.

Langsam frage ich mich nämlich wirklich, ob die eigentlich allesamt ihre Heuchelei überhaupt noch checken und genau darüber reden wir hier heute auch. Ich spreche hier keine ganzen Gruppen an, sondern nur die Radikalen und wenn du dir den Schuh anziehen willst, dann ist das deine Entscheidung. Wenn ihr in diesem Thema irgendwie vorbelastet seid, dann passt bitte gut auf euch auf.

Was ist Diskriminierung?

In meinen Augen fängt Diskriminierung dort an, wo ich jemand aufgrund einer Tatsache ausschließe, beleidige und in seinem Wesen als Mensch abwerte, für die er nichts kann.

Wenn jemand extrem aggressiv ist, sich dreckig verhält und einfach asozial ist, dann darf ich denjenigen aufgrund seines Verhaltens Scheiße finden. Ich kann sagen, aufgrund seines Verhaltens, halte ich ihn für keinen guten Menschen, mit welchem ich auch nichts zu tun haben will. Das ist mein Recht, mir das nicht zu geben, da er sich für dieses Verhalten bewusst entschieden hat. Und jetzt komm mir keiner mit Kindheit bla bla bla. Wie wir uns anderen gegenüber verhalten entscheiden WIR, spätestens sobald wir erwachsen sind.

Wenn ich aber das gleiche behaupte, nicht aufgrund seines Verhaltens, sondern weil derjenige schwarz, weiß, männlich, weiblich, christlich, muslimisch, klein, dick oder what ever ist, dann werte ich ihn für etwas ab, wofür er nicht mal etwas kann. Gleichzeitig werte ich mich dadurch auf für etwas, wofür ich ebenfalls nichts kann. Warum soll ich mich als Weißer besser fühlen als ein Schwarzer? Ich kann doch nix dafür das ich weiß bin, dafür habe ich nichts geleistet und genauso umgedreht.

Dick, dünn, groß, klein, ….

Und nun kommt dann oft dieses tolle Argument: ,,Ja aber ein Dicker kann doch was dafür, wie er aussieht

Also erstens Mal, kann er das nicht immer. Nicht jeder übergewichtige Mensch frisst rund um die Uhr und die, die es vll tun, werden wohl auch ihre Gründe haben. Psychische Probleme können durch vieles kompensiert werden, u.a eben auch durch essen. Und selbst wenn derjenige sich dick und fett und kugelrund gefressen hat, ohne irgendeine Vorbelastung zu haben. Einfach nur so, weil es ihm gefällt:

Schadet es dir, wenn derjenige dick ist? Ist das sowas wie ein ansteckender Virus und wir werden jetzt auch alle dick, nur weil derjenige es ist? Erleidest du irgendwelchen Schaden durch das Aussehen anderer Menschen? Was geht dich deren Äußeres an? Mit welchem Recht darfst über sie urteilen?

Und das ist für mich der 2. Punkt bzgl Diskriminierung: Wenn dir oder anderen, jemand nicht aktiv schadet, mit einer willentlich ausgeführten Tat, dann geht es dich einfach einen Scheiß an was der macht und was nicht. Punkt.

Was ich trotzdem darf

Und trotzdem☝ darf ich dicke oder dünne oder krumme Menschen unattraktiv finden. Wenn ich keinen Partner von 120 kg möchte, möchte ich das nicht. Und wenn jemand nicht auf schlanke Menschen steht oder Blondinen oder Brünette oder sonst was, dann tut er das eben nicht. Das darf man! Nur hört auf, das direkt als Diskriminierung abzustempeln. Also mal ohne Scheiß, ich würde nicht wollen, dass mich jemand nimmt, obwohl ich ihm so null gefalle, nur damit ich mich nicht diskriminiert fühle. Das würde genau das Gegenteil in mir auslösen.

Und ich darf auch jemand anderes in meinen Gedanken bewerten. Solange wir uns selbst bewerten, bekommen wir das bei anderen sowieso nicht ausgeschaltet. Ich darf den Kleidungsstil oder das Aussehen eines Menschen komisch finden. Wenn mich jemand so sehr stört, dass ich mich gedanklich über ihn aufregen muss, dann ist das aber mein Problem. Ich habe da etwas, was mich stört. Was geht denjenigen das an? Ist mir oder dem geholfen, wenn ich ihm meine ungefragte Meinung vor den Latz knalle? Soll derjenige sich jetzt ändern oder sich schlecht fühlen, nur weil MICH etwas stört? Hört auf ständig eure eigene Meinung und Bedürfnisse, über die eines anderen zu stellen!

Die Hautfarbe

Wie kann man denn jemanden aufgrund seiner Hautfarbe oder seiner Herkunft als intelligenter, dümmer, besser, schlechter usw. bewerten? Kann mir diesen Sinn bitte mal jemand erklären? ,,Oh year, ich bin Weiß und in meinen Adern fließt arisches Blut und deshalb bin ich viel besser als du“ – Wisst ihr eigentlich woher die Arier kamen? Ist euch bewusst das sich das arische Volk vom hohen Norden, über die slawischen Länder, bis weit rein ins persische Reich zog? Ihr wisst schon, diese „dreckig aussehenden Terroristen„. Die Iraner, Afghanen ect – Ja, die gehören alle zu den Ariern. Tut mir leid, da hat euch der kleine, schwarzhaarige, krumme Adilein wohl belogen über die großen, blonde Herrenrasse 🤷‍♀️ Ups, Weltbild zerstört, ich weiß 🤷‍♀️.

Aber wir wissen, dass Rassismus schon viel, viel länger existiert hat. Im Laufe der menschlichen Geschichte wurden (und werden) immer wieder Völker ausgerottet, weil sich ein anderes Volk einfach über sie erhob. ,,Nänä, wir sind besser als du. Ätschibätsch!“ – Dieses Verhalten finden wir überall. Schaut doch mal in die Schulklassen rein. Wer eine Klasse findet, in der es nicht mindestens ein Mobbingopfer gibt oder gab, der bekommt ein Eis von mir spendiert. Und warum passiert das? Weil sich Menschen zusammenrotten und sich gegen einen Einzelnen oder eine Gruppe verschwören. Damit erheben sie sich und fühlen sich besser. Ständig suchen sich Menschen einen gemeinsamen Feind. In einer Schulklasse führt das schweren, psychischen Schäden des Einzelnen, auf der globalen Ebene wiederum eben zu Krieg und Vernichtung.

Rassismus gegen Weiße gibt es nicht

,,Du bist so ein richtiger Alman“ – ,,White Cracker“ – oder ich sehe Videos wo sich Schwarze weiß anmalen, eine Lederhose überziehen und weiße Menschen nachäffen, um zu zeigen wie schrecklich oder lächerlich diese sind. Also das ist okay? Sehe ich das richtig? Umgedreht wäre es aber Rassismus gegen Schwarze, stimmts? Ich kannte damals jemanden der seine gesamte Mittelschulzeit gemobbt wurde. Warum? Weil er der einzige Deutsche, noch dazu noch mit blonden Haaren, in seiner Klasse war. DAS ist also kein Rassismus? DAS ist okay? Riecht ihr eure Doppelmoral eigentlich selbst?

Was richtig ist, ist das die meisten Völkermorde (aber bei weiten nicht alle☝ ) von Weißen begangen wurden. Europäer, welche vom Ego gesteuert wurden und werden, haben immer wieder schlimme Taten begangen, vor allem gegenüber Völkern die mit der Natur im Einklang lebten. Es geht bei diesem Mist stets um solchen Dreck wie Macht, Ressourcen und Sklaverei. Das ist Ego gesteuertes Verhalten und hat nichts mit der Farbe weiß, schwarz oder grün zu tun!

Im Umkehrschluss dürfen deshalb jetzt nämlich alle Weißen diskriminiert werden und sollen sich schämen, einfach nur weil sie weiß sind? Egal ob sie etwas gemacht haben oder nicht? Wenn ihr so denkt, dann müsstet ihr doch mit Afd-Wählern komplett konform gehen. Die meisten haben nämlich Angst vor allen Ausländern, weil einige davon schlimme Straftaten begehen, u.a Vergewaltigungen (und das sind eben keine Einzelfälle mehr).

Diskriminierung und Gewalt wird von Arschl*chern ausgeübt und die sind überall! In jeder Rasse, in jeder Bevölkerungsschicht, in jedem Land. Hört auf von wenigen auf alle zu schließen, denn dann seid ihr keinen Deut besser!

Wenn dich was triggert….

Dann sag das. Wenn dich ein Wort, eine Wortlaut oder ein Satz triggert, dann darfst du mir das sagen und das gehört sich dann respektiert. Und wer das nicht respektiert, den kannst du getrost in die Wüste schicken. Aber hör auf mir wegen eines ganz normalen Satzes oder einer neutralen Handlung, Rassismus unterstellen zu wollen.

Wenn bei dir etwas so ankommt, kommuniziere das und man kann es aus der Welt schaffen. Man kann doch aber nicht durch die Weltgeschichte ziehen und anderen, wegen jedem persönlichen Trigger den man hat, pauschal Rassismus unterstellen und diejenigen für die eigene Paranoia, zu Kreuze kriechen lassen. Stellt euch mal vor, ich würde das mit jedem Trigger tun, den ich habe. Es gibt völlig neutrale Sätze die mich tagelang aus der Bahn werfen können. Es kann sein, dass jemand so etwas absichtlich gesagt oder getan hat. Aber das erfahre ich nur, wenn ich mit demjenigen darüber spreche. Ich kann und darf ihm diese Böswilligkeit nicht einfach unterstellen.

Sollen sich jetzt pauschal 83 Millionen in Deutschland lebende Menschen an meine Trigger anpassen? Laufen wir jetzt alle nur noch auf rohen Eierschalen, damit ich mich nicht mit meinen Triggern auseinandersetzen muss? Natürlich gehören solche Sachen wie das N-Wort oder auch Betitelungen wie Zige*ner ect. nicht gesagt. Hinter solchen Sachen stecken schlimme Geschichten und man darf fordern, dass darauf acht gegeben wird.

Aber wenn ein Schwarzer sein Restaurant umbenennen soll, weil es ,,Zum Mohrenkopf“ heißt, wirds langsam wirklich lächerlich. Soll der schwarzen Person dort etwa Rassismus gegen Schwarze unterstellt werden? Kommt mal wieder ein bisschen runter.

Oder wenn mir rassistisches Verhalten unterstellt wird, obwohl ich genau für das Gegenteil einstehe, nur weil ich weiß bin, dann empfinde ICH das diskriminierend. Aber wenn ich mich diskriminiert fühle, dann ist das nicht so wild, denn ich bin ja weiß. Bei dir jedoch ist das etwas ganz schlimmes, verstehe ich das so richtig? Wenn ihr solche Doppelmoral ernst meint, dann kann ich euch dafür leider nicht mehr ernst nehmen.

Was wir wirklich tun sollten

Aufklären! Nicht nur darüber was im Holocaust oder wo anderes geschehen ist, denn das ist nur kognitives auswendig lernen in der Schule.

Fördert endlich die Empathie! Hört auf weg zu schauen wenn Kinder psychische und physische Gewalt zuhause oder auch in der Schule erfahren. Menschen die Gewalt jeglicher Art ausüben, haben in fast allen Fällen selbst welche erfahren. Mobbing, auslachen, die Kinder bloß stellen oder unter Leistungsdruck setzen usw, das ist auch alles psychische Gewalt. Unterbindet diese Gewalt, hört auf sie klein zureden, zu ignorieren und wir werden in naher Zukunft keine Erwachsenen mehr haben, die sich genötigt fühlen, ihren eigenen Selbstwert auf Kosten anderer auszubessern.

Aber hört bitte auf jeden nur noch als Nazi und Rassist zu beschimpfen. Langsam geht das zu weit.

Keine Angst, damit bin ich aber noch lange nicht fertig. Damit das nicht zu lange wird, habe ich den Beitrag aber aufgeteilt. Nächstes Mal gehts dann weiter…

Meine KO-Tropfen Erfahrung…

Ausdrückliche Triggerwarnung! (Ich rede hier zwar nur ansatzweise von einem sex. Übergriff, auch ohne Details, dafür aber viel von Verrat – Das wird eine Selbstverarbeitungsarbeit bzgl dieses Themas, also seid vorsichtig)

*

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Ich möchte heute mal über ein Ereignis schreiben, welches in der nahen Vergangenheit vorgefallen ist. Meine Therapeutin meinte mal, wir sollten mit der Traumaaufarbeitung möglichst mit noch nicht ganz so fernen Ereignissen beginnen und ja, das ergibt irgendwo auch Sinn.

Auf das Erlebnis selbst kann ich gar nicht so wirklich eingehen, da ich wirklich null Emotionen damit verbinde. Da in der meisten Zeit die Depersonalisation eh so krass greift, fühlt sich, für mich, dieser Körper eigentlich nur wie der Körper an, den ich bewege (und den ich auch echt richtig Klasse finde, natürlich), aber den ich eben nicht mit mir in Verbindung setzen kann. Wenn es zu solchen und ähnlichen Übergriffen früher kam, dann kann ich, heute, so wie ich hier sitze, eigentlich nur auf der rationalen Ebene darüber berichten. Es wurde halt „nur“ der Körper berührt.

Und auf dieser Ebene kann ich nur sagen, dass sowas gar nicht geht. Ich meine, was geht in den Köpfen einiger vor? Gucken die morgens in den Spiegel und denken sich erstmal so: ,,Yo ey, wem betäube und vergewaltige ich denn heute mal so?“ ?? Ehrlich? Weil sie sonst keine ranlässt, oder was? 🤷‍♀️

Naja, was für mich aber eigentlich viel schlimmer war, war die Geschichte drum herum und da steigen wir jetzt auch einfach mal ein….

Die Vorgeschichte

Vor einigen Jahren kam vieles zusammen. Erinnerungen kamen hoch, ich beendete eine (missbräuchliche) Beziehung und mein Ex entdeckte plötzlich sein „Interesse“ an unserem Kind (nachdem er eine 6jährige „NurErZählt“-Zeit pflegte) und tat alles ihm in der Macht stehende (inkl. krasser Lügen vorm JA, Gericht usw.) das es nun bei ihm leben sollte. Und wie es zu erwarten war, wurde unser Kind dann zum Spielball seiner Launen. Boar ich rede da jetzt aber nicht weiter drüber. Dieses Thema triggert mich jedes mal richtig hart 😒

Jedenfalls rutschte ich in ein immer tieferes Loch ab und zog dann irgendwann mit einem Freund, in einer WG, zusammen.

Es gab immer wieder Streit mit ihm, was auch oft darin mündete, dass er mich packte und in irgendwelche Zimmerecken schmiss usw. Das fühlte sich extrem demütigend für mich an. Also zog ich zwischendrin zu einer Freundin.

Bei meiner Freundin

Und ich will jetzt wirklich betonen, dass ich niemand schlecht reden will. Jeder hat seine Erlebnisse und jeder handelt so, wie es sich für ihn gerade richtig anfühlt. Ich glaube nicht, dass da eine böse Absicht dahinter steckte, weder von ihm, noch von meiner Freundin. Mir gehts hier wirklich nur um meine Sichtweise und Wahrnehmung:

Als ich bei ihr war, kamen mir zu dieser Zeit grobe Erinnerungen und Gefühle auf, dass mein Vater vll mal mehr gemacht hat, als es ein Vater tun sollte. Ich erzählte ihr davon und ungelogen war ihre Antwort darauf: ,,Ja, aber ich glaube, mein Leid wiegt gerade schlimmer, als deins“ – Bämm Alter. Wie ein Schlag in die Fres*e.

Sie glitt zu dieser Zeit immer stärker in eine Psychose ab und sprach mit mir darüber, dass sie vermutete, dass man ihr mal Ketamin verabreichte und man … mit ihr gemacht hat. Völlig logische Aussagen wechselten sich mit totaler Paranoia ab. Und viele wandten sich deshalb von ihr ab oder lachten über sie. Ich nicht. Ich versuchte ihr weiter zuzuhören und ihr eine Stütze zu bieten, während ich meinen Schei* runterschluckte (weil „ihr Leid wiegte ja auch schlimmer“). Und das hört sich gerade so richtig ekelhaft an für mich, wenn ich das so sage. Als würde ich mich als heldenhaftes Opfer und sie als bösen Buhmann darstellen. So ist das aber nicht gemeint.

Mir gings zu dieser Zeit einfach selbst echt schei*e. Und dann sowas zu hören … Das signalisiert, dass du gerade überhaupt keine Rolle spielst und das du auch nicht wichtig bist. Nur sie. Ihre Probleme waren wichtig. So kam das zumindest bei mir an.

Zu dieser Zeit gab es noch einen Mann, den ich schon einige Jahre kannte. Wir saßen eines Abends zusammen und ich sagte zu ihm, dass er der Einzige wäre, den ich überhaupt noch als Freund bezeichne.

Besagter Freund

Eines Abends, kurz vor Weihnachten, schrieb er mir und wollte wissen ob meine Freundin da wäre und ich sagte ihm, sie würde schlafen. Er ging dann gar nicht mehr weiter auf sie ein und schrieb mir stattdessen, ob wir uns treffen könnten.

Ich schlug vor, dass wir uns auf dem Weihnachtsmarkt treffen , was auch wirklich schön war. Also wirklich schön.

Er erzählte mir dort, dass wir unbedingt zu einem Haus und den Leuten da müssten, weil da jemand wäre, der ihm bei etwas helfen könnte. Begeistert davon war ich nicht gerade, weil ich diese Leute nicht wirklich kannte und das Klientel auch nicht wirklich mochte. Aber hey, wenn er sich da Hilfe (bei was auch immer) verspricht…

Wir hielten, vor dem Haus, auf einem Spielplatz an. Und ich schwöre, es war wirklich ein toller Abend bis dahin. Keine Ahnung wann ich überhaupt mal so ausgelassen war. Es war einfach total witzig und schön. Dann gab es diesen Moment, wo er plötzlich nicht mehr zu dem Haus wollte. Ich war etwas irritiert und insistierte sogar noch. Irgendwann meinte er dann, dass wir doch da hingehen. Vll fand er den Abend auch schön und schwankte deshalb kurz? Keine Ahnung.

Der Übergriff

In der Wohnung angekommen, hätte mir eigentlich schon auffallen müssen, dass da irgendwas nicht stimmt. 4 Männer saßen im Wohnzimmer, wie aufgereiht. Es gab keine Musik und auch sonst wirkte es eigentlich eher, als hätten sie auf irgendwas gewartet.

Erst als wir uns dann dazu setzten, bot man mir Wein an und Musik wurde angemacht. Die Gespräche waren eigentlich auch ganz locker.

Ein Mann saß neben mir, welcher mich die ganze Zeit anbaggerte, zu dem ich aber mehrmals sagte, dass er es gerne probieren kann, aber definitiv nie etwas laufen wird. NIE. Im Laufe des Abends bekam ich die Situation zunehmends nur noch Bruchstückhaft mit. Der, dem die Wohnung gehörte (und dessen 2 Kinder *suprise* im Nebenzimmer saßen) wurde irgendwann plötzlich total wütend auf mich und wollte unbedingt das ich gehe. Ich weiß noch, dass ich überhaupt nicht verstand was ich ihm denn getan hatte.

Dann hab ich eine Szene in Erinnerung, wo ich auf dem Sofa, in der Ecke saß und mich überhaupt nicht mehr rühren konnte. Der, der mich die ganze Zeit anbaggerte biss mir in den Oberschenkel und ich wollte das er das ließ, konnte mich aber eben nicht mehr bewegen. Besagter Freund saß übrigens die ganze Zeit daneben.

Der Morgen danach

Ich wachte in der gegenüberliegenden Wohnung, irgendwann gegen 8.00 Uhr morgens, auf dem Boden auf. Die Polizei war in der Wohnung und eine Frau und auch besagter Freund, von welchem sie die Personalien aufnahmen und ihn sogar wegen eines offenen Haftbefehls mitnahmen. Die Polizei fragte besagten Freund was mit mir los sei und dieser erwiderte, dass ich nur betrunken wäre. Ich wollte protestieren, da ich für meine Verhältnisse überhaupt nicht viel getrunken hatte, allerdings stand ich völlig neben mir.

Erst später erfuhr ich (durch die Aussage der Frau bei der Polizei), dass ich irgendwann sehr frühen Morgen vor ihrer Tür stand, aber nicht ansprechbar war. Kurze Zeit später trat besagter Freund wohl die Tür ein und wurde ziemlich laut (fand er wohl nicht so gut, dass ich einfach abhauen wollte), weshalb Nachbarn die Polizei riefen, wegen Ruhestörung. (später erhielt ich sogar eine Anzeige wegen Hausfriedesbruch, weil ich ja auch in dieser Wohnung war)

Ehrlich gesagt, war diese Frau dort aber auch keine sehr große Hilfe. Ich kann mich erinnern, dass ich sie fragte warum die Polizei da war und was los sei usw und sie hat gar keine Auskunft gegeben und mich stattdessen versucht zu küssen, was ich in diesem Zustand mal so gar nicht wollte (nur Gestörte auf dieser Welt, ohne Schei*). Ziemlich desolat bin ich dann irgendwie nach Hause bzw. zu meiner Freundin gekommen. An den Weg nach Hause, habe ich allerdings keinerlei Erinnerung.

Beim Umziehen stellte ich dann fest, dass ich von oben bis unten mit blauen Flecken übersät war und auch einen riesigen Knutschfleck auf meinem Oberschenkel hatte. Aber wisst ihr was? 😂

Ich hab mir dabei trotzdem nix gedacht😂. Gar nichts. Nicht mal ne Vermutung. Keinen Plan. Blaue Flecken hatte ich ja sowieso ständig, dachte ich mir. Einen Tag später fiel mir dann auf, dass mir auch sämtliches Geld aus dem Portmonee gestohlen wurde. 1 Cent war noch drin. Der Glückscent wahrscheinlich 😂.

Wie ich darauf kam, was los war

Einige Tage später erzählte mir eine andere Freundin (die sich in dem Haus der Männer öfter aufhielt) ich wäre total betrunken gewesen und hätte dort mit jemand etwas gehabt und falls mir da Erinnerungen kommen würden, dann läge es daran. Aber, wie gesagt, war ich zu 100% sicher, dass ich dort mit niemand Sex hatte und auch nicht so betrunken war. Meinen letzten Alkohol-Blackout hatte ich mit 18 oder so. Erst im Nachhinein wurde mir klar, dass die wohl Schiss hatten, ich würde mich an etwas erinnern (da ich ja immerhin abgehauen bin) und wollten es damit wohl aus der Welt schaffen. Von wegen, ich wollte das doch.

Erst Tage später las ich, durch Zufall (und das war wirklich ein extrem dummer Zufall) über KO-Tropfen und wie die wirken und ich fand mich bzw. die Situation da total drin wieder. Und dann ergab auch plötzlich alles Sinn. Wissen welche Substanz genau das war, tue ich aber natürlich bis heute nicht genau.

Ich erzählte einem guten Bekannten davon, der mir sagte, das wäre zwar blöd, aber ich solle nicht weiter darüber reden. Dann berichtete ich meiner Freundin davon (der ja wahrscheinlich mit den gleichen Typen, ähnliches passiert war und man vll auch gemeinsam hätte etwas dagegen erreichen können), welche mich darauf noch am gleichen Tag vor die Tür setze. Sie bräuchte ihre Ruhe und ihr würde das alles zu viel…

Das war Ende Dezember. Es war arschkalt und sie wusste eigentlich, dass ich nirgends hinkonnte. Witzig ne 😅

Die Reaktion der anderen

Ich kam wieder bei meinen vorherigen Mitbewohner unter, obwohl ich da eigentlich nicht mehr wirklich hin wollte. Zugegeben war er bis heute aber der Einzige, der die Sache wirklich ernst nahm. Er begleitete mich zur Polizei und ich machte eine Anzeige, die irgendwann aber wieder fallen gelassen wurde, weil keiner der Beschuldigten aussagte.

Nach und nach wurde uns klar, dass ich nicht die Einzige war, der das dort passierte. Scheinbar machten die solche Aktionen zum Wochenndvergnügen oder keinen Plan. Und noch viel witziger war: Die meisten aus unserem „Freundes“kreis wussten davon. Was da passierte, war/ist ein offenes Geheimnis.

Ich versuchte die anderen Mädels, von denen wir wussten (und wovon auch welche erst mit mir darüber sprachen), ins Boot zu holen und zu einer Aussage zu überreden. Jede einzelne weigerte sich und am Ende wurde ich beschimpft als Lügnerin. Ich wurde als Schlam*e hingestellt (vor der sogar gewarnt wurde) und wurde lächerlich gemacht. Der gesamte „Freundes“kreis (die diese Leute fast alle kannten) wandte sich von mir (und auch meinem Mitbewohner) ab.

Da ich auch eine Anzeige bzgl der Dealerei dort machte (welche sich ja nicht nur im kleinen Kreis abspielte), gab es durchaus auch Tage wo wir einiges an Schiss hatten, da würde vll doch mal jemand vorbei kommen und Sachen machen, die Dealer halt so machen, wenn man sie verpfeift😅. Aber da passierte, Gott sei Dank, nichts in dieser Richtung.

Weitere Reaktionen

Als mein Ex davon erfuhr, verwehrte er mir sogar mit meinem Kind zu telefonieren, weil ich ja ,,schlechter Umgang“ für es sei. Ich wäre so widerlich, dass er es gar nicht mehr in Worte fassen könnte und verdient hätte ich es sowieso 👍. (Heute sehen mein Kind und ich uns übrigens wieder regelmäßig – Kämpfen lohnt sich also!)

Einem Nachbar, bei dem ich vorher öfter war, erzählte ich relativ am Anfang auch davon und während ich das erzählte und dabei auch echt nahe am Wasser gebaut war, begrapschte er mich und war dann sauer, weil nix lief. Deshalb beschallte uns der Nachbar dann auch rund um die Uhr mit lauter Technomusik. Schließlich war er sauer auf mich (durfte ja nicht ran) und wieso sollte er dann leise sein (hat er wirklich so gesagt 😂). Ohne Mist ey, das kann man sich doch nicht ausdenken 😂.

Und mein Mitbewohner?

So dankbar ich ihn für so vieles auch bin, so weh hat aber auch er mir getan. Ich bat ihn mehrmals um Hilfe bzgl weiterer Schritte. Ich hab mich echt um so vieles allein gekümmert, aber irgendwann war bei mir der Punkt erreicht, wo ich nicht mehr konnte. Vor allem weil ich mich so geschämt habe. Ich hatte kaum noch Energie um irgendetwas zu unternehmen. Und er hat immer wieder angekündigt, was er alles tun wird, aber hat es am Ende nie getan. Das löste in mir immer wieder die Hoffnung nach Hilfe aus, welche dann eben doch wieder nicht kam. Und manchmal wurde er auch richtig wütend, weil ich ihn fragte. Auch heute noch kann ich mit diesem Verhalten, wo was angekündigt aber nicht eingehalten wird, nur schwer umgehen.

Am krassesten fand ich, als er mir erzählte, dass er den Typ (welchen die Wohnung gehörte, wo das passierte) reinließ. Der kam angeblich im Schlepptau mit jemand anderen und er „musste“ ihn deshalb ja reinlassen. Ich wohnte da zwar nicht mehr dort, aber er hat mit dem Kerl erst mal nen Abend gechillt. Er hat null kapiert, was das in mir auslöst.

Am Ende hat er dafür sogar eine richtige Ego-Nummer aus dem gemacht, was ICH erlebt habe. Er hat überall rumerzählt wem ER alles angezeigt hat und was ER alles tolles gemacht hat. ER war der Ritter in der goldenen Rüstung, obwohl er weder irgendetwas davon getan, noch mir mit diesem Geschwätz geholfen hat. Durch sein Verhalten gegenüber der Öffentlichkeit, hat er mich nur noch mehr der Lächerlichkeit preisgegeben. Hat er aber irgendwie nie wirklich verstehen wollen.

Und finanziell sah es zu dieser Zeit auch mega kacke aus. Da ich nicht mehr arbeiten konnte, musste ich mich ja beim Amt melden, welches meinen Antrag damals (der vollständig war und die auch nix mehr brauchten), ungelogen, 5 Monate hin und her schob. Das passierte alles im Dezember und das 1.Mal wieder Geld bekam ich im Mai.

Ohne Schei* Alter, so richtig ist diese Zeit bis heute nicht in meinem Kopf angekommen.

Und heute?

Keine Ahnung, umso mehr das unter den Teppich gekehrt und beschwichtigt wurde, umso mehr kam in mir die Fassungslosigkeit auf.

Bisher habe ich, ehrlich gesagt, von meiner Umgebung nur die Rückmeldung bekommen: ,,Ja ist doof, aber das Leben geht ja weiter, hätte ja schlimmer kommen können usw“. So als ginge es um einen eingerissenen Zehnagel. Natürlich lösen solche Reaktionen in meinem Kopf dann das Gefühl aus, dass ja auch wirklich alles gar nicht so schlimm war. Ne Lappalie quasi. Aber mal ehrlich: Ich weiß, dass das da weitergeht. Die machen noch immer das Gleiche. Ich weiß von erneuten Vorfällen und alle so: ,,Na was solls 🤷‍♀️

Da wurde mir die Ignoranz der Leute das erste Mal echt erst so richtig bewusst. Ich mein, das war das erste Mal das ich „öffentlich“ über etwas gesprochen habe, was man eigentlich als traumatisch einstufen könnte und alle taten so, als wäre ich einfach nur mit dem falschen Fuß aufgestanden. Nach dem Motto: ,,Die beruhigt sich schon gleich wieder. Da müssen die Mädls halt durch. Ist halt so 🤷‍♀️.“ Es gibt ja immerhin auch wirklich wichtige Probleme, um die wir uns kümmern müssen, stimmts? Wer das nächste Topmodel wird z.B oder warum XY beim Dschungelcamp rausgeflogen ist, nich?

Misanthropie

Kennt ihr ,,Timon von Athen“ ? Das ist eine meiner Lieblingsgeschichten, welche ich in diesem Zusammenhang, immer wieder jeden vor den Latz knalle 😅.

Timon von Athen

Timon war ein reicher Mann im alten Griechenland und feierte viele wilde Partys, mit jeder Menge Leuten. Diesen machte er auch häufig sehr viele und große Geschenke und alle liebten ihn dafür. Timon hatte so viele Freunde, dass er sie kaum zählen konnte. Doch dann, eines Tages, war Timon´s Geld aufgebraucht (wie das eben irgendwann mal so ist), weshalb er gezwungen war, alte Schulden einzufordern und seine Freunde um Hilfe zu bitten. Tja, irgendwie wart das jedoch gar nicht so gern gesehen und die vielen Freunde Timon´s wollten nicht mehr so recht etwas mit ihm zu tun haben. Was soll man auch mit jemand, der einen nicht mehr aushalten kann?

Timon wurde daraufhin so sauer, dass er die Stadt verließ, in den Wald ging und sich ab nun als Misanthropen bezeichnete. Er grub nach einiger Zeit in der Erde nach Wurzeln und stieß dabei zufällig auf Gold. Als Alkibiades dann im Schlepptau mit 2 Prostituierten vorbeikam, erzählte dieser ihm, dass er ebenfalls große Wut auf Athen hatte und die Stadt belagern will. Timon gab ihn für diese Umsetzung jede Menge Gold. Ebenso wie den Prostituierten, da diese so viele Krankheiten wie möglich verbreiten sollten Und auch einem Dieb gab er etwas von dem Gold, mit dem Auftrag, die „Freunde“ Timons zu bestehlen und so das noch ausstehende Geld einzusammeln.

Währenddessen Alkibiades mit der Belagerung Athens begann, suchten Timon´s ehemalige „Freunde“ Timon immer wieder auf. Der Eine hattte Wind von dem Goldfund bekommen und mwollte Timon an die „schönen, alten Zeiten“ erinnern. Der Nächste wollte ihn überzeugen, zurück in die Stadt zu kommen, um sie vor Alkibiades zu retten. Dieser verspricht der Stadt mittlerweile wiederum nichts zu tun, außer seinen und Timons Feinden. Timon lehnt unterdessen natürlich jedes Gesuch der Leute ab und wie das dann halt so bei Shakepeare ist, stirbt Timon am Ende auch.

Ist diese Geschichte nicht klasse? 😁 Ich steh da total drauf!

Aber was ist denn nun Misanthropie?

Schauen wir mal, was Wikipedia dazu zu sagen hat:

,,Misanthropie oder Menschenfeindlichkeit ist die Sichtweise einer Person, die Menschen hasst oder deren Nähe ablehnt. Eine solche Person wird Misanthrop („Menschenhasser, Menschenfeind“) genannt.

Misanthropie charakterisiert eine Geisteshaltung, keine Handlungsweise. Ein Misanthrop muss weder gewalttätig, aggressiv noch arrogant sein, altruistisches Handeln ist bei ihm nicht ausgeschlossen. Die Misanthropie steht, trotz des etymologischen Anscheins, begrifflich nicht im Gegensatz zum verwandten Begriff der Philanthropie, mit dem im Allgemeinen eher die Handlungsweise als die Einstellung eines Menschen bezeichnet wird. Bei extremen Fällen von Abscheu dem Menschen gegenüber sondert sich der Misanthrop ab und führt ein Einsiedlerdasein. Diese selbst gewählte Isolation ist von pathologischer Menschenscheu zu unterscheiden, bei der trotz des Wunsches danach keine Nähe zur umgebenden menschlichen Gemeinschaft erreicht werden kann.“

Und wo bleibt jetzt die Erkenntnis?

Denn immerhin heißt diese neue Rubrik ja ,,Erkenntnis des Tages“.

Wisst ihr, wenn ich unter Menschen gehe (und umso mehr Menschen das werden, wie am Bahnhof oder im Laden z.B, umso schlimmer wird das) schaltet sich in meinem Kopf ein Mantra an: ,,Ich hasse Menschen! Jeden einzelnen von euch. Boar wie ich Menschen hasse! Lasst mich einfach nur in Ruhe, guckt mich nicht an und sprecht mich erst recht nicht an!“

Witzig ne? Denn eigentlich würde ich behaupten, dass ich eine recht umgängliche Person bin, die Menschen irgendwie auch gar nicht wirklich hasst.

Ne, hassen tue ich sie nicht. Es ist Angst. Ja, ich glaube es ist einfach nur Angst. Die Angst vor den anderen Menschen. Vor ihren Reaktionen. Die Angst in irgendeiner Form verletzt zu werden. Die Angst, sie zu nahe an mich heran zu lassen und die Angst vor der Ungewissheit. Wenn ich innerlich auf Abstand gehe und mir immer wieder aufsage, wie sehr ich sie allesamt ablehne, brauche ich mich dieser Angst nicht zu stellen.

Ich glaube deshalb gefällt mir, unbewusst, wohl auch die Geschichte um Timon von Athen so gut. Statt sich dem zu stellen, was er vorher nicht sehen wollte, nämlich das diese Leute nie seine Freunde waren und er sich ihre Freundschaft stets nur erkauft hat, weil er ebenso auf der äußerlichen Ebene funktionierte, wie sie, vergrub er sich lieber in tiefen Hass und Rachegelüsten. Er war nicht ehrlich zu sich und hat sich sein ganzes Leben lang völlig unter seinem Wert verkauft. Niemand mochte ihn seiner Selbstwillen, sondern nur deswegen, was er für die anderen zu bieten hatte und er ließ es zu. Er war erwachsen und konnte frei entscheiden, doch er ließ es zu. Aber das anzuerkennen, würde auch bedeuten der eigenen Selbstablehnung in die Augen zu blicken. was unglaublich viel Schmerz bedeutet.

Hass, Wut, Zorn, …

Ich persönlich bin ja der Meinung das all diese Emotionen ihren Ursprung in der Angst haben. Also ich kann durchaus Wut empfinden und ich glaube mittlerweile, dass ich durchaus auch echten Hass empfinden kann (nicht nur den mir selbst vorgegaukelten, wie bzgl. der allgemeinen Menschheit). Ich habe sie allerdings nie wirklich wahrnehmen können. Die Emotion Hass. Ohne Mist, Hass war immer eine Emotion, von welcher ich mich stets völlig befreit fühlte. Die war einfach nicht in meinem Repertoire vorhanden. Selbst wenn ich sie empfinden wollte. Dachte ich zumindest. So richtig wahrnehmen konnte ich sie jedenfalls nie.

Aber wenn nun sowas hochkommt und ich versuche das zu reflektieren, dann hat das (bei mir) seine Grundlage meist auf dem Gefühl der Ungerechtigkeit. Mir gegenüber oder aber auch anderen gegenüber. Wenn ich das Gefühl habe, dass Ungerechtigkeit geschieht, werde ich wie ein bissiger Hund. Da rotiert es in meinem Kopf ohne Ende.

Aber warum ist da die Frage?

Weil Angst da ist. Angst was aus dieser Ungerechtigkeit resultieren könnte...

Und da kommen wir wieder am gleichen Punkt, wie immer, heraus:

Egal wie schlimm sich ein Mensch vll wirklich gerade benimmt oder benommen hat, mein Hass und meine Wut auf ihn, haben letztendlich eben doch immer nur etwas mit mir zu tun. Dessen Tat oder Verhalten war trotzdem kacke, aber für meine Emotionen bin ich verantwortlich. Nicht schuldig. Aber verantwortlich. Genauso wie mein Gegenüber für seine Tat oder sein Verhalten verantwortlich ist.

Anzeichen für (verdrängten) sexuellen Missbrauch

So liebe Leute, ihr bekommt jetzt hier eine Liste präsentiert und wenn was zutrifft, wurdet ihr früher missbraucht. Ja, ganz sicher.

Nein, natürlich nicht 😅. Sorry, ist eigentlich kein witziges Thema. Ich weiß. Ich fürchte, das ist Galgenhumor .

Natürlich sagt so eine Liste gar nichts aus. Wirklich zählen nur eure Erinnerungen und Gefühle. Um aber besser einordnen zu können, wo man mit seinen Befürchtungen und Gefühlen hin soll, kann sowas schon hilfreich sein. Auch dem, der vll immer wieder an seinen Erinnerungen zweifelt, kann so etwas helfen.

Sollten nur einige dieser Symptome zutreffen, dann kann es auch möglich sein, dass diese eine andere Ursache haben, da psychischer und physischer Missbrauch z.B auch zu vielem führen können. Ab einer Anzahl von 25 zutreffenden Items könnte man von einem Inzest- bzw. frühen sexuellen Trauma ausgehen. Diese Liste ist aber, und das sage ich nochmal ganz klar, kein eindeutiger Hinweis und man sollte weiterhin sein eigenes Empfinden und auch, mit der Zeit, aufpoppende Erinnerungen beobachten.

Bei den einzelnen Punkten muss nicht alles zutreffen, sondern sie geben jeweils eine Übersicht der Möglichkeiten wieder, wie z.B bei Punkt 27: Sexuelle Probleme. Bei diesem Punkt (oder eben anderen) muss also nicht ausschließlich alles zutreffen.

Diese Liste basiert auf Beobachtungen und Interviews mit Überlebenden sexualisierter Gewalt, sowie der Arbeit der Organisation „New York Women Against Rape“ und stammt von der Autorin E.Sue Blume (,,Secret Survivors“). Sie ist also validiert und wurde nicht von mir, nur auf gutdünken, zusammengestellt.

Checkliste Folgeerscheinungen bei Überlebenden von sexualisierter Gewalt

frei aus dem englischen übersetzt

Punkte 1 – 10

  • 1. Angst vor dem Alleinsein in der Dunkelheit, davor alleine zu schlafen, Albträume (besonders von Vergewaltigung, Verfolgung, Bedrohung, eingesperrt sein, Blut) und generelle Nachtangst
  • 2. Schluckbeschwerden und Würgegefühle; Abscheu gegen Wasser im Gesicht beim Baden, Duschen oder Schwimmen (Erstickungsgefühle)
  • 3. Schlechtes oder verzerrtes Körperbild; Entfremdung vom Körper bzw. fühlt man sich im Körper nicht zu Hause; Unfähigkeit Signale des Körper richtig zu deuten und sich um körperliche Bedürfnisse richtig zu kümmern; zwanghafte Reinlichkeit, inkl. baden oder duschen mit brühend heißem Wasser oder absolute Gleichgültigkeit was das äußere Erscheinungsbild und Körperhygiene betrifft
  • 4. Somatoforme Probleme, wie z.B Magen-Darm-Beschwerden; gynäkologische Beschwerden (inkl. spontaner vaginaler Infektionen), plötzlichen vaginalen Jucken, vaginales Narbengewebe; Kopfschmerzen; Arthritis und Gelenkschmerzen, auch Fibromyalgie; starke Abneigung gegenüber Ärzten, besonders Gynäkologen und Zahnärzten
  • 5. Das Tragen von vielen Kleidungsstücken, selbst im Sommer oder weite Kleidung; Schwierigkeiten Kleidung abzulegen, selbst wenn es angebracht wäre (z.B beim Schwimmen, Baden, Schlafen); extremes  Bedürfnis nach Privatsphäre beim Benutzen des Badezimmers
  • 6. Essstörungen; Drogen- oder Alkoholmissbrauch oder totale Abstinenz ist möglich; andere Süchte; zwanghaftes Verhalten (inkl. zwanghaftem Betätigungsdrang)
  • 7. Selbstverletzungen, wie ritzen, sich verbrennen, Haare ausreißen etc. -> der physische Schmerz ist dadurch kontrollierbar, Abhängigkeit erzeugendes Muster; Selbstzerstörung
  • 8. Phobien, Panikattacken und andere Ängste
  • 9. Der Wunsch unsichtbar zu sein, perfekt oder im Gegenteil total schlecht
  • 10. Selbstmordgedanken und -versuche oder Besessenheit vom Suizid (inkl. „passiver Selbstmord“ –> der Wunsch sich jetzt oder in Zukunft zu töten, es gibt aber keinen akuten Handlungsdruck oder eine Aktivität diesbezüglich)

Punkte 11 – 20

  • 11. Depression (zeitweise lähmend) und scheinbar grundloses Weinen
  • 12. Probleme mit Wut und Aggression: Unfähigkeit die Wut zu erkennen, sich einzugestehen oder auszudrücken; Angst vor echtem oder eingebildeten Zorn, ständige Wut, heftige Feindseligkeit gegenüber des gesamten Geschlecht oder der ethnischen Gruppe („Rasse“) des Täters
  • 13. PTBS Symptome; Dissoziation (Erlebnisse oder Gefühle abspalten), Depersonalisation (sich von eigenen Körper abgetrennt fühlen), Schockzustände; in Krisensituationen wie blockiert sein (stressige Situationen sind immer Krisen), seelische Erstarrung; körperliche Schmerzen oder Taubheit, welche in Verbindung mit einer spezifischen Erinnerung, Emotion (z.B. Wut) oder einer Situation (z.B. Sex) steht
  • 14. Starre Kontrolle der eigenen Denkprozesse; übermäßige Humorlosigkeit oder extremes Feierbedürfnis
  • 15. In der Kindheit wurde sich oft versteckt oder in sich in Ecken gekauert (schutzsuchendes Verhalten); Nervosität als Erwachsener, sich beobachtet fühlen, Schreckhaftigkeit, Hypervigilanz (erhöhte Wachsamkeit bzw. die Umgebung ständig ,,abscannen“)
  • 16. Probleme/Unfähigkeit zu vertrauen (zu vertrauen erscheint nicht sicher) oder blindes Vertrauen, dass auch in Zorn umschlägt, wenn es enttäuscht wird; wahlloses Vertrauen
  • 17. Hohe Risikobereitschaft oder Unfähigkeit Risiken einzugehen
  • 18. Probleme mit den Themen Grenzen, Kontrolle und Macht; Angst vor Kontrollverlust; obsessive/zwanghafte Verhaltensweisen (Versuche Unwichtiges zu kontrollieren, um überhaupt etwas unter Kontrolle zu haben); verwechseln von Macht und Sex
  • 19. Schuld, Scham, geringes Selbstbewusstsein, Gefühl von Wertlosigkeit; übertriebene Wertschätzung kleiner Gefallen anderer
  • 20. Muster von Opferverhalten (sich selbst bestrafen, nachdem man von anderen schikaniert wurde), besonders in sexueller Hinsicht; kein Gefühl für die eigene Macht und das Recht Grenzen zu setzen und „Nein“ zu sagen (sexuell werden z.B oft Beziehung eingegangen, die eigentlich gar nicht gewünscht sind oder es wird generell zu viel erduldet); Verhaltensmuster von Beziehungen mit sehr viel älteren Personen (Beginn schon in der Jugend) oder übertriebenes Anspruchsgefühl; auch im Erwachsenenalter immer wieder Opfer anderer werden (sexualisierte Gewalt, inkl. sexuelle Ausbeutung durch Vorgesetzte oder professionelle „Helfer“)

Punkte 21 – 25

  • 21. Das Bedürfnis etwas leisten zu müssen um geliebt zu werden; instinktiv wissen und tun, was andere wollen und brauchen; in Beziehungen werden große Kompromisse eingegangen
  • 22. Verlustangst; Wunsch nach sehr engen Beziehungen; Angst vor Intimität oder dessen Vermeidung
  • 23. Dissoziation = Verdrängung bestimmter Lebensabschnitte (besonders zwischen dem 1. und 12. Lebensjahr, kann aber bis ins Erwachsenenalter reichen), bestimmter Personen, Orte oder Ereignisse; Fantasiewelten werden erschaffen, genauso wie alternative Identitäten (Dissoziative Identitätsstörung)
  • 24. Das Gefühl ein schreckliches Geheimnis mit sich herumzutragen; der Drang es zu erzählen, gleichzeitig aber die Angst, dass es offengelegt werden könnte oder das niemand zuhören würde (es kann sein, dass dieses Geheimnis nur als Gefühl existiert und nicht in Worte gepackt werden kann – Es besteht dann nur der Drang etwas zu erzählen, ohne zu wissen was); allgemein verschlossen sein; das Gefühl gezeichnet zu sein (der „scharlachrote Buchstabe“)
  • 25. Sich verrückt fühlen, anders oder „als Alien“ fühlen, sich als unwirklich und andere als unreal wahrnehmen oder umgekehrt

Punkte 26 – 28

  • 26. Leugnen („Vielleicht bilde ich mir das nur ein“, ,,Das ist gar nicht passiert“) , verdrängen von Erinnerungen; bagatellisieren („es war ja nicht so schlimm“, ,,Es war ja nur das eine Mal“); Träume oder Erinnerungen –> Flashbacks (so beginnt der Erinnerungsprozess in der Regel); starke und unangemessen negative Reaktionen auf Menschen, Orte oder Situationen, „Körperflashbacks“ (körperliche Reaktionen) ohne deren Bedeutung zu erkennen; das Erinnern an Einzelheiten der Umgebung, aber nicht an das Ereignis oder die Identität des Täters. Erinnerungen beginnen oft mit dem am wenigsten bedrohlichen Ereignis oder Täter. Tatsächliche Einzelheiten des Missbrauchs werden eventuell nie vollständig erinnert, dies ist allerdings für die Heilung unerheblich. Innere Beschützer/Führer lassen immer nur so viele Erinnerungen zurückkommen, wie man auch in der Lage ist zu verarbeiten
  • 27. Sexuelle Probleme: Sex fühlt sich „schmutzig“ an; Abneigung gegen bestimmte Berührungen, besonders gynäkologische Untersuchungen; starke Abneigung gegen oder der starke Drang nach bestimmten sexuellen Praktiken; sich vom eigenen Körper betrogen fühlen; Schwierigkeiten Sexualität und Emotionen miteinander zu verknüpfen; Verwechseln von Zuneigung mit Sex, Dominanz, Aggression und Gewalt; Streben nach Macht in sexuellen Bereichen, was zur Manipulation [insb. Frauen] oder Missbrauch [insb. Männer] anderer führen kann; zwanghaft asexuell oder verführerisch sein; Promiskuität; Sex mit Fremden, aber gleichzeitig das Unvermögen Sex innerhalb einer intimen Beziehung zu haben; Prostitution, Pornografie etc.; Sexsucht oder striktes verweigern; weinen oder Schmerzen nach dem Sex/Orgasmus; jeder Verkehr fühlt sich wie eine Grenzüberschreitung an; Sexualisierung aller bedeutsamen Beziehungen; sexuelle Reaktionen/Erregung auf Missbrauch oder Gefühle der Wut; Vergewaltigungsphantasien (oft resultieren daraus Gefühle von Schuld und Verwirrung); Teenagerschwangerschaften; Hinweis: Homosexualität ist keine Nachwirkung!
  • 28. Muster ambivalenter oder stark konflikthafter Beziehungen (bei echter Intimität treten die Schwierigkeiten eher auf, als in problematischen Beziehungen, wo der Fokus schnell von der eigentlichen Missbrauchsproblematik abgelenkt wird); auch Partner leiden unter den Konsequenzen des erlittenen Missbrauchs des/der Lebensgefährten/in

Punkte 29 – 37

  • 29. Meiden von Spiegeln (steht in Verbindung mit dem Gefühl unsichtbar sein zu wollen oder zu müssen, Scham, Selbstwertproblemen, verzerrter Körperwahrnehmung)
  • 30. Der Wunsch den eigenen (Nach)Namen zu ändern (um sich von den Tätern zu trennen oder ein Gefühl von Selbstbestimmung zu bekommen)
  • 31. Das Gefühl von Glück nur begrenzt dulden können; aktives Vermeiden von Freude oder dem Gefühl der Freude nur widerwillig trauen können
  • 32. Angst davor zu viel Lärm zu machen (z.B. während des Geschlechtsverkehrs, beim weinen, lachen oder anderen Körperfunktionen); verstärkt auf jedes gesagte Wort achten; leise sprechen, besonders wenn es eigentlich nötig wäre, dass man gehört wird
  • 33. Stehlen (Erwachsene), Feuer legen oder besondere Aggressionen (Kinder)
  • 34. Vermeiden bestimmter Nahrungsmittel aufgrund der Konsistenz (z.B. Mayonnaise), dem Erscheinungsbild (z.B. Bratwurst); vermeiden bestimmter Gerüche oder Geräusche, die an den Missbrauch oder den Täter erinnern; Abneigung gegen Fleisch oder rote Nahrungsmittel
  • 35. Zwanghafte Ehrlichkeit oder Unehrlichkeit
  • 36. Erhöhte Wachsamkeit bezüglich Kindesmissbrauch oder das Unvermögen Kindesmissbrauch als solchen zu erkennen; Vermeiden des Themas Kindesmissbrauch; starke emotionale Reaktionen auf dieses Thema oder die Tendenz Beziehungen zu Menschen einzugehen, die selbst (Kinder) missbrauchen
  • 37. Persönlichkeitsstörungen oder eine Dissoziative Identitätsstörung (oder pDis oder Ego-State-Disorder), welche oft nicht richtig erkannt werden

Sexuelle Erregung

Das ist auch ein ganz wichtiger Punkt:

Ich fand das die ganze Zeit richtig schräg und teilweise auch echt krank und hab deshalb ewig nicht darüber gesprochen. Erst vor 2 Monaten oder so, hab ich mich getraut einmal mit meiner Therapeutin darüber zu sprechen. Ich hab dann auch im Internet mehr dazu geforscht und alle haben mir das gleiche Ergebnis präsentiert…

Es gibt Themen im Bereich des sexuellen Missbrauchs die mich sofort, beim Hören oder Lesen, erregen. Gleichzeitig ist da aber auch ein Gefühl des Schreckens und der Abscheu da. Weiter gibt Fantasien in mir, die wirklich nicht lustig sind. Nicht mal annähernd. Darauf werde ich auch nicht näher eingehen. Entscheidend ist in diesem Zusammenhang aber, dass es einmal Fantasien von mir gibt und dann, in meinen Augen, abartige Fantasien, die wiederum nicht direkt von mir stammen und wo ich IMMER ein Mann bin. Ich stelle mir nicht vor der Mann zu sein, ich BIN der Mann/Täter. Meine Thera. meinte das es sich diesbezüglich vll um einen täterimitierenten Anteil handeln könnte.

Weiter meinte sie, dass auch die sexuelle Erregung bei bestimmten Themen daran liegen könnte, weil früher Erregung mit Gewalt oder einem andern Thema gekoppelt wurde. Für mich klingt das einleuchtend. Vor allem da ich genau so etwas (die Erregung) immer wieder auch von anderen Opfern sexueller Gewalt höre.

Somatische Beschwerden

Das Bild unten (das habe ich mal in einer Online-Gruppe gefunden und fand es echt klasse) , könnt ihr nutzen, um eure somatischen Beschwerden einmal einzuzeichnen (falls ihr das nicht groß bekommt, meldet euch ruhig über das Kontaktformular und ich schicke euch das per Mail zu). Auch das allein ist nicht aussagekräftig, wie immer ist es nur ein Teil des Gesamtbildes.

Ich habe die Beschwerden nicht notiert, wenn sie aufgetreten sind (also pro Tag/Uhrzeit), sondern einmal im ganzen eingezeichnet (sonst hat man da ja einen ganzen Stapel Zettel rumliegen😅). Dazu habe ich für jede Körperstelle eine andere Farbe genommen und mit dieser Farbe auch angekreuzt, wie sich die Beschwerden anfühlen und aufgeschrieben (unter Sonstiges) wie häufig sie ca. auftreten

Es gibt nicht die eine Stelle, von der man sagen kann: ,,Oh ja, also das kann nur Missbrauch gewesen sein!“. Ich kann euch also nicht sagen was da genau auf was zutrifft oder zutreffen müsste.

Also ich hab das auch gemacht und als ich fertig war, ist mir vor Überraschung erstmal die Kinnlade runtergeklappt, weil es einfach so eindeutig war, welche Stellen betroffen sind. Ohne das schwarz (oder eben bunt) auf weiß vor mir zu haben, fiel mir das nie auf. So tat halt mal da was weh und danach mal dort was, aber so richtig war da immer kein klares Bild für mich zu erkennen.

Aber wie gesagt:

Beobachtet das Gesamtbild und zieht keine voreiligen Schlüsse. Wenn euer Gefühl sagt: ,,Da war was“ und sich vllt. auch hier ein klares Bild abzeichnet, dann glaubt diesem Gefühl auch ruhig erstmal (so gut es eben geht, ansonsten arbeitet ihr ja gegen euer Gefühl, was auch nicht gerade produktiv ist), aber bleibt offen dafür, dass es auch anders gewesen sein könnte.

Wenn ihr Näheres wissen möchtet, wie ihr sexuellen Missbrauch erkennen könnt, schaut gerne einmal bei meinem Beitrag „Missbrauch erkennen (und helfen)“ oder bei dem Projekt „Starke Kids“ vorbei

(p)Dis – Formen und Unterschiede

Dis ist nicht gleich Dis, genauso wenig wie eine DDNOS gleich eine DDNOS ist. Es ist eben wie bei allen psychischen „Störungen“, wo nicht jeder in genau das gleiche Muster passt. Gerade auch bei der DDNOS fällt mir immer wieder auf, dass in verschiedene Typen unterteilt wird, was manchmal ganz schön verwirrend sein kann.

Gucken wir uns einfach mal an, was es da überall für Unterschiede gibt. [Ich spreche jetzt hier noch vom ICD-10. Was sich nächstes Jahr, mit dem ICD-11 ändert, kennzeichne ich euch extra.]

DDNOS

(Ab 2022 fallen beide Typen unter pDis…)

  • Typ 1a: Wird als Dis (Dissoziative Identitätsstörung) gesehen, welche aber noch nicht klar diagnostiziert ist, weil z.B kein Switch beobachtet werden konnte. Oder weil zwar relevante Amnesien für die Vergangenheit bestehen, nicht jedoch aber für den normalen Alltag (keine bis wenig Alltagsamnesien).
  • Typ 1b: Wie eine Dis (erfüllt nicht alle Kriterien dafür) => Die unterschiedlichen Anteile sind nicht ganz soweit von einander getrennt/abgespalten oder wirken nicht getrennt genug von der Frontperson. Weiter gibt es keine Amnesien zwischen den verschiedenen Anteilen (emotionale Amnesien sind aber möglich, also das nicht-Erinnern an entsprechende Gefühle ect.), d.h es besteht ein ständiges Co-Bewusstsein. Es kann dabei auch „nur“ zu verschiedenen Ich-Altersstufen oder Emotionszuständen kommen (=Ego-State-Disorder).

➡ Im neuen ICD-11 werden beide Typen zusammengefasst, als Partielle Dissoziative Identitätsstörung. Dort heißt es:

,,In der Regel treten keine Amnesien, aber regelmässig teildissoziiertes Handeln auf. Ein Persönlichkeitszustand ist dominant und andere Persönlichkeitszustände versuchen intrusiv zu beeinflussen, sind jedoch nicht dominant. Intrusive Beeinflussungsversuche beinhalten oft Selbst- und Fremdverletzungen, Essstörungen, Einnahme von Suchtmitteln und sexuelle Handlungen. (…) Diese Intrusionen sind verbunden mit Veränderungen von Empfindungen, Wahrnehmung, Affekten, Kognitionen, Erinnerung, motorischer Kontrolle und Verhalten und werden als Beeinträchtigung des Funktionierens des dominanten Persönlichkeitszustands und typischerweise als störend erlebt.“

Im amerikanischen DSM-5 (seit 2013) heißt diese Diagnose OSDD.

Weitere DDNOS-Typen…

  • Typ 2: Derealisation, ohne Depersonalisation. Normalerweise wird hierfür aber trotzdem die Diagnose: Depersonalisations- /Derealisationsstörung vergeben, da nach dem ICD-10 dafür entweder Derealisation oder Depersonalisation (oder eben beides) gegeben sein muss. Wann genau und warum dafür dann manchmal die Diagnose DDNOS ausgestellt wird/werden kann, konnte ich leider noch nicht herausfinden (ich gebe bescheid, wenn ich mehr weiß).
  • Typ 3: Dissoziationszustände die bei Personen auftreten, die längere Zeitphasen einer Gehirnwäsche und/oder Indoktrination ausgesetzt waren, z.B in einem Gefangenlager ect.
  • Typ 4: Dissoziative Trance(störung). Das Bewusstsein für die Umgebung, das eigene Erleben, die eigene Identität, wie auch für das kognitive Denkvermögen sind dort stark eingeschränkt. Es kann zudem immer wieder zu den gleichen, monotonen Aussagen kommen.

Bei der Besitztrance (Besessenheitszuständen) erlebt der Betroffene sich bzw. sein Handeln wie von einer fremden Macht oder Wesenheit gesteuert. Diesbezüglich kann es auch zu einer Amnesie kommen. Vor allem in den östlichen Ländern, wie Asien, ist diese Störung sehr weit verbreitet (und wurde bei den Betroffenen, früher und heute, wahrscheinlich oft auch eher bewusst durch Dritte herbeigeführt).

  • Typ 5: Dissoziativer Stupor, wobei der Betroffene am ganzen Körper erstarrt und sich nicht mehr bewegen kann. Oder Bewusstlosigkeit und Koma, die nicht auf eine körperliche Ursache zurückzuführen sind.
  • Typ 6: Ganser-Syndrom. Betroffene antworten knapp an Fragen vorbei (z.B 2+2=5). Ein anderer Zustand kann nicht damit assoziiert werden (z.B eine dissoziativen Fuge, ect.).

Dissoziative Identitätsstörung

Reaktive Dis

Reaktiv = ,,als Reaktion auf einen Reiz auftretend“

Gemeint ist hier, dass die Dis „natürlich“ entstanden ist. Durch anhaltenden Missbrauch (psychisch, physisch und/oder se*uell), entwickelten sich alternative Persönlichkeiten, die die Traumata aushielten. Diese entstanden jedoch ohne Beabsichtigung durch die Außenwelt/Täter. Was jedoch durchaus möglich ist, ist das die Dis den Tätern irgendwann auffiel und sie für ihre Zwecke genutzt wurde, wie im organisierten Verbrechen z.B.

Programmierte Dis

Auch hier ist die Dissoziation natürlich eine Reaktion auf die äußeren Reize. Die Dissoziation der Kinder wird dort aber gezielt durch die Täter gefördert. Meist wurden die Kinder schon im Mutterleib „vorbereitet“, z.B durch Elektroschocks bei der Mutter, während der Schwangerschaft, wodurch die Schmerztoleranz der Kinder erhöht werden soll und diese beabsichtigt eingesetzten Traumata ziehen sich so durch die gesamte Kindheit, bis in das Erwachsenenalter hinein. Die Täter setzen den Missbrauch hier ein, um gezielt Persönlichkeiten abzuspalten, welche dann auf bestimmte Verhaltensweisen und/oder Handlungen konditioniert und programmiert werden (sie führen durch Mind-Control die Befehle der Täter aus). Bei anhaltenden Traumata auch zuhause, in der Schule ect., spalten sich oft weitere Persönlichkeiten ab (reaktiv; nicht beabsichtigt durch die Täter).

Weitere Unterschiede

pDis Typ 1 (neu)

Im Alltag gibt es ganz normal Ich-Syntone Handlungen, was heißt das sich der Betroffene auch wie er selbst fühlt. Nur bei Stresssituationen fühlt sich sein Handeln, Denken und Fühlen Ich-Dyston an, also nicht zu sich gehörig. Wenn im Streit z.B ein emotionaler Anteil (EP) heraus getriggert wird (wie bei der Ego-State Disorder) oder im Flashback usw., also eben in einer Stresssituation, dann übernimmt ein EP die Exekutive (er beeinflusst von Innen heraus, wodurch die Frontperson wie der EP handelt und reagiert, aber immer noch die Frontperson bleibt -> kein Switch, wie bei der Dis), wobei auch Depersonalisation auftreten kann. Amnesien gibt es jedoch nicht.

pDis Typ 2 (neu)

Hier gibt es auch im Alltag Ich-Dystones Empfinden. Handlungen, Gedanken, Gefühle usw. werden als zu sich gehörig (Ich-Synton), wie auch als nicht zu sich gehörig (Ich-Dyston) empfunden/wahrgenommen. Innere Anteile stehen also im Co-Bewusstsein und beeinflussen die Frontperson von Innen, sowohl im normalen Alltag, wie auch in Stresssituationen. Dabei kann es zu Depersonalisationserlebnissen kommen, allerdings ebenfalls ohne Amnesie (die Frontperson bekommt alles mit, auch wenn ein innerer Anteil durch sie hindurch agiert). Das ist das, was wir bisher als DDNOS bzw. Vorstufe zur Dis angesehen haben.

Dis Typ 1 (neu)

Volldissoziiertes Handeln bei Stress, d.h im normalen Alltag gibt es keine Amnesien oder Wechsel. Die Handlungen und Gedanken werden als Ich-Synton, oder aber auch als Ich-Dyston (aber ohne Amnesie) erlebt. Erst bei Stress oder traumanahen Situationen kommt es dann zu einem Switch, mit Amnesie.

➡ ,,Ich-Syntonie bedeutet allgemein, dass eine Person ihre Gedanken, Impulse oder Gemütserregungen als zu ihrem Ich gehörend erlebt. Diese werden also nicht als fremd und störend wahrgenommen, sondern als fester Bestandteil der eigenen Persönlichkeit. “ (Wikipedia)

Dis Typ 2 (neu)

Volldissoziiertes Handeln im Alltag. In stressnahen Situationen, sowie im Alltag kommt es zu Ich-Syntonen, wie Ich-Dystonen Handlungen, mit und ohne Amnesie (d.h auch im normalen Alltag kommt es regelmäßig zu Wechseln).

,,Offene“ Wechsel

Hier sind die Wechsel zwischen den unterschiedlichen Persönlichkeiten relativ offensichtlich zu erkennen. Die Persönlichkeiten unterscheiden sich oft auch stärker in ihrem Auftreten, sodass durchaus eine klare Stimmveränderung, Körperhaltung, ect. wahrgenommen werden kann.

[ Bemerkbar können sich Wechsel übrigens über Augenrollen (das Weiße kommt z.B zum Vorschein) oder andere Augenbewegungen; starkes Zittern; Schütteln; Kopf-, Gesicht- oder Körperspastiken; ,,den Faden verlieren“ bzw. das nicht Erinnern des vorher Gesagten; plötzliche Stimmungswandel oder Sichtweisen; usw. bemerkbar machen. ]

,,Verdeckte“ Wechsel

Die Wechsel erkennt man hier weniger gut, sodass selbst Fachpersonal oft Probleme hat, einen Switch eindeutig zu identifizieren. Die Persönlichkeiten wechseln sich eher im Hintergrund, also hinter der Frontperson ab, sodass nach Außen weiterhin eine einheitliche Fassade aufrecht erhalten bleibt. Obwohl auch da die Persönlichkeiten, für sich genommen, durchaus eine viel tiefere oder höhere Stimme oder eine ganz andere Mimik, Körperhaltung ect. (als die Frontperson) haben können, erkennt man dies selten direkt bei so einem versteckten Wechsel. Es kann auch dazu kommen, dass Vorhergeschehenes an die neu herausgewechselte Persönlichkeit „übergeben“ wird, sodass auch nicht zwangsmäßig eine Amnesie zum z.B vorherigen Gespräch vorhanden sein muss (was dann ja nach Außen hin auffallen würde).

Oft findet man diese Form der Dis bei programmierten Systemen an (da dort von den Tätern ja beabsichtigt wird, dass die Dis niemanden auffällt). Wie immer kann, muss aber gar nichts. Auch reaktive Systeme können so „versteckt“ wechseln. Zudem wechseln sich auch bei der DDNOS die Persönlichkeiten hinter der Frontperson ab, weshalb gerade da so schwer erkannt werden kann, dass eine multiple „Störung“ vorliegt.

Was kann sich noch unterscheiden?

Stimmen

  • Viele Betroffene hören die Innenpersonen klar und deutlich. Sie hören eine klare Stimmfarbe und können die unterschiedlichen Stimmen oft auch gut zuordnen. Die Personen diskutieren laut miteinander, kommentieren das Handeln der Frontperson, usw.
  • Ich wiederum höre nur sehr selten eine klare Stimmfarbe. Wenn, dann nehme ich auch den vollständigen Satz wahr. Die meiste Zeit über höre ich die Stimmen aber mehr wie Gedanken. Ich kann nicht heraushören ob da eine männliche oder weibliche oder kindliche Stimme redet und eigentlich höre ich da auch keine ganzen Sätze. Was gesprochen wird weiß ich, aber das ist mehr als würden die Wörter und Sätze als eine Art Gefühl aus dem Hintergrund angeschwappt kommen, welche ich im Inneren dann „übersetze“. Ich beschreibs immer als ,,Hör-Fühlen“ 😅. Da wird auch regelmäßig kommentiert und geschwafelt, aber das ist für mich mehr wie ein Klumpen vieler unterschiedlicher Meinungen/Gedanken, der durch den Kopf rauscht. So deutliches Reden, als würde man sich z.B in einer Bahnhofhalle mit vielen Menschen befinden (wie es viele oft beschreiben), ist das für mich nicht. Oft fühlt es sich eher an, als würden die entsprechenden Personen ganz, ganz weit weg stehen und der Wind trägt mehr so ein Wispern zu mir rüber oder als würde ich sie durch ein ewig langes Rohr, weit entfernt wahrnehmen. Mittlerweile weiß ich, dass das aber auch völlig normal ist und ich gar nicht so alleine damit bin (am Anfang dachte ich das nämlich, was mir wieder einen Grund zum Zweifeln gab).
  • Manche hören überhaupt keine Stimmen. Sie können die anderen nicht reden hören. Kommunikation ist dort mehr über Intrusionen, Gefühle, Impulse, Körperreaktionen, andere vermittelte (Außen)Personen (wäre aber nicht mein Favorit) , Kontaktbücher usw. möglich. Auch das ist gar nicht so selten, wie angenommen.

Wichtig ist noch zu sagen…

… das es Anteile geben kann, die überhaupt nicht sprechen können. Du kannst also durchaus die anderen ganz klar hören, während du aber diesen einen Anteil (oder auch mehrere) nicht hörbar wahrnehmen kannst. Dann ist es z.B auch möglich, dass du deine Anteile nicht deutlich hörst, weil die Barrieren zu ihnen noch zu hoch sind (sie weiter abgespalten sind). Durch die Therapie oder nähere Beschäftigung mit ihnen, kann sich das mit der Zeit verändern. Ebenso kann es aber auch möglich sein, dass du schon Jahre Therapie auf dem Buckel hast und du die Stimmen der anderen trotzdem nicht hören kannst. Dann habt ihr einfach eine andere Art zu kommunizieren.

Es gibt sogar, darüber las ich letztens, Betroffene die die inneren Personen doch im Außen hören (bisher habe ich das in die Kategorie Schizophrenie gepackt, weil es mehr wie eine Halluzination klingt). Alison Miller schreibt über eine Patientin, die die eigentlich inneren Stimmen, aus dem TV kommend wahrnahm. Auf Nachfrage antwortete eine Innenperson, dass die Betroffene die inneren Stimmen als Dämonen und böse Wesen ansah und ihnen deshalb nicht glaubte, wiederum aber alles glaubte, was im TV erzählt wird.

Innenwelt

  • Es ist völlig normal wenn gar keine Innenwelt existiert. Diese wird dann meist im Zuge der Therapie (oder kann natürlich auch ohne) ausgestaltet und aufgebaut. Jede Innenperson kann so ein Zimmer bekommen. Ein Konferenzsaal kann gebaut werden. Ein Spielzimmer für die Kleinen, usw.
  • Es kann auch eine Innenwelt geben, wozu du einfach nur (noch) keinen Zutritt hast oder z.B durch ein erneutes Trauma oder sehr viel Stress, dir der Zutritt nicht mehr möglich ist.
  • Weiter ist aber auch eine sehr große, bunte und umfangreiche Innenwelt möglich. Für programmierte Systeme ist oft eine Innenwelt mit sehr geometrischen Formen und Strukturen (Pyramiden, Hexagon, …) oft ein MÖGLICHER Indikator.

Letztendlich….

… ist das aber wieder nur eine grobe Übersicht, die das Verständnis der Unterschiedlichkeiten leichter machen soll. Wir sind alle so individuell und niemand lässt sich stur in eine bestimmte Kategorie einteilen. Es kann sein, dass du dich irgendwo haargenau wiederfindest. Es kann aber auch sein, dass du dich irgendwo zwischen mehreren Bereichen findest. Und das ist vollkommen okay und nichts daran ist falsch.

Hier geht es ja nicht um eine Tabellenkalkulation, sondern um unsere Psyche und da lassen sich eben nicht immer so ganz haargenaue Grenzen ziehen.

Haushaltspflege – Mal ganz natürlich

Ohwei, wenn ich mir manchmal anschaue was für Giftkeulen da bei manchen auf dem Einkaufsband liegen…Ist das nicht völlig schräg? Das ein Cocktail aus 20 verschiedenen Chemikalien mittlerweile von uns als völlig natürlich angesehen wird, während natürliche Produkte als Hexenzauberei und falscher Hokuspokus betitelt werden?

Überlegt mal was wir alles zum waschen in unsere Wäsche reinpacken. Die Wäsche, die wir dann den ganzen Tag an unserer Haut tragen. Die Haut, das größte Organ in unserem Körper, ihr wisst schon…

Oder auf der einen Seite beschweren wir uns, dass es keine Insekten mehr gibt, gleichzeitig ist es für uns aber völlig normal jeden Tag deren Lebensraum zu vergiften.

Hach, nicht aufregen…Wuuuussssaa 😅 ….Ich habe jedenfalls mal ein paar Alternativen zusammengestellt. Seht sie einfach als Anregungen an. Machen müsst ihr davon natürlich gar nichts.

Waschmaschine:

Zum Wäsche waschen benutzte ich eine lange Zeit Natron. Dafür gebe ich eine Tüte davon direkt in die Wäschetrommel.
Vorteil: Es wirkt desinfizierend und reinigt gleichzeitig die Rohre
Nachteil: Bei schwarzer Wäsche, kann diese mit der Zeit ausbleichen

Mittlerweile bin ich auf Essig umgestiegen, da er die Wäsche gleichzeitig schön weich mach. Sowohl Essig wie auch Zitronensaft lassen sich daher also auch wunderbar als Weichspülerersatz nehmen und riechen wider erwarten auch völlig neutral.

Was es auch noch gibt sind Waschnüsse aus dem Biomarkt. Diese kommen vom Waschnussbaum ( ‍😅 ja der heißt wirklich so – „Sapindus saponaria“). Er gehört zu den Seifenbaumartigen Gewächsen und wächst im tropischen Raum. Die Schale der Frucht sondert bei Kontakt mit Wasser eine seifenartige Flüssigkeit ab und wird daher, seit Jahrhunderten, in Indien zum Waschen benutzt. Viel braucht man von den Nüssen nicht und kommt daher recht lange damit aus.
Da diese Nüsse aber auch über den halben Erdball reisen müssen, sollte man vll doch lieber auf heimische Möglichkeiten zurückgreifen.

Anbieten würden sich da z.B auch noch Kastanien, deren inneres verwendet wird oder Efeu (habe ich jedoch noch nicht ausgetestet).

Küche:

Für den Abwasch nehme ich kein Spülmittel. Dieses ist wieder voll von unnötigen Inhaltsstoffen, die nicht nur durch das Wasser in die Umwelt gelangen, sondern auch am Geschirr hängen bleiben. Es sind genug giftige Stoffe im Essen und Trinken, das reicht mir ehrlich gesagt schon.

Wie immer ist mir hier Natron eine große Hilfe. Eine Tüte in die Aufwaschschüssel (oder in der Spülmaschine direkt übers Geschirr). Dadurch das es nicht schäumt, sind wenige von der Wirkung überzeugt, doch tötet der hohe alkalische Wert des Natrons sämtliche Keime ab.
Zudem bekomme ich damit gerade angebranntes besser ab, als mit herkömmlichen Spülmittel.

Bei eingebrannten, wie z.B im Backofen oder auf dem Herd, klappt es auch mit Natron + Essig super.

VerstopfteRohre:

Besser als jeder Rohrreiniger den ich bisher benutzte, hilft Natron + Essig + heißes Wasser.
Ich warte ab bis kein Wasser mehr weiter im Spülbecken ist, gebe etwas Natron in den Abfluss (2-3EL), dann Essig darüber (1 Tasse), schnell den Stöpsel rauf (sodass das Gas wirken kann) und lasse es ein paar Stunden (über Nacht z.B) einwirken. Später gieße ich dann sehr heißes Wasser darüber, welches die losgelösten Reste wegspült. Bei Bedarf kann das jederzeit wiederholt werden.

Man kann es sich ähnlich dem Effekt der Magensäure vorstellen – das Natron zusammen mit Essig zersetzt die blockierenden Essensreste, während das heiße Wasser nachher alles Gelöste wegspült.

Toilette:

Zum reinigen bietet sich ganz fantastisch Zitronensäure an, welche die Keramik super sauber bekommt. Tafelessig oder Essigessenz wirken kalklösend und desinfizierend.

Mein persönlicher Favorit bei Urinstein ist aber Cola. Die billige tuts da übrigens auch. Ich gieße dazu wieder 2-3 große EL Natron ins Klo und schütte darauf dann 0,5l Cola, lasse das über Nacht einwirken und spüle am nächsten Tag alles weg. Mit der Bürste lassen sich dann die restlichen Ablagerungen ganz leicht entfernen (natürlich kommt das nochmal auf den Schweregrad an – Die letzten 5 Jahre bekommt man mit einmal Anwendung eher nicht weg 😅)

Wischen:

Für den Fußboden oder auch Ablagegeflächen nehme ich entweder Natron ODER Essig (beides zusammen könnte empfindlichen Boden zu sehr reizen). Wer es etwas duftig mag kann Zitrone, Orange ect. dazugeben. Ich habe auch hier ehrlich gesagt bessere Erfolge erzielen können, als mit der Chemiekeule.

Thema: Selbstdiagnose

Ein heikles Thema, welchem ich mich heute trotzdem einmal annehmen möchte.

Klären wir erstmal:

Was ist eine Diagnose?

Wikipedia sagt dazu:

,,Eine Diagnose entsteht durch die zusammenfassende Gesamtschau und Beurteilung der erhobenen Befunde.“

Heißt schlicht, dass eine Diagnose gestellt wird, aus den vorliegenden Symptomen und Beschwerden. Im Normalfall wird dazu auch die Vorgeschichte mit einbezogen. Welche (medizinische) Diagnose dann z.B gestellt wird, richtet sich nach den einzelnen Gruppen/Kategorien, welche in den offiziellen Diagnosehandbüchern bisher verzeichnet sind.

Eine klare, umfassende und sichere Diagnose kann demnach auch nur geschultes Personal durchführen.

Stellt euch vor, ihr seid in einem Gebäude Hausmeister und sollt nun plötzlich eine Diagnose über die Statik des Hauses anstellen. Sehr sicher und zuverlässig klingt das dann nicht, oder?

Im Endeffekt, behaltet das im Hinterkopf, geht es aber bei der Diagnosestellung nur darum, dem Kind einen Namen zu geben. Ihr habt Symptome und um diese auf etwas Greifbares einzugrenzen, sodass man euch danach richtig behandeln kann, wurden die gängigen Diagnosebilder entwickelt. Eine Diagnose ist aber immer nur der VERSUCH eure Symptome einzugrenzen, sie sagt niemals etwas darüber aus wer oder was ihr seid!

Fehldiagnosen

Wie ihr wisst, sind Ärzte aber auch nur Menschen und Menschen machen nun mal Fehler. Das kann leider passieren.

Diesbezüglich kann es verschiedene Faktoren geben:

  • Bei Diagnosestellung waren nicht alle Symptome bekannt (sowohl dem Arzt, wie aber auch dem Patienten)
  • Die Vorgeschichte des Patienten wurde nicht gründlich mit einbezogen
  • Aus Zeitmangel wurde der Patient nur oberflächlich begutachtet
  • Das medizinische Personal ist in einem bestimmten Bereich nicht geschult und kann die Symptome daher nicht richtig zuordnen
  • Der behandelte Arzt ist von seiner Grandiosität überzeugt und lässt keine andere Meinung zu, sondern handelt rein nach seinem Ermessen
  • usw.

Zu einer Fehldiagnose kann es also durchaus schnell einmal kommen. Genau deswegen wird ja auch immer wieder angeraten, sich eine 2. und 3. Meinung einzuholen.

So und das ist der Punkt, den ich so schade finde. Denn gerade im Bereich der Psychiatrie/Psychotherapie habe ich es z.B immer wieder erlebt, dass vorher gestellte Diagnosen einfach übernommen wurden. Ohne dies selbst noch einmal zu überprüfen.

Bei mir hat das dazu geführt, dass ich jahrelang mit einer Borderline-Diagnose herumgelaufen bin und auch dementsprechend behandelt wurde. Für mich führte das zu viel Negativen.

Andere wiederum, z.B gerade im Bereich der dissoziativen Störungen, laufen jahrelang mit einer Schizophrenie-Diagnose durch die Gegend. Das die falsche Behandlung dieser 2 unterschiedlichen Diagnosefelder weitreichende Folgen haben kann, erklärt sich von selbst.

Auch wenn man immer wieder über falsche Krebs-Diagnosen ließt, macht einen das hellhörig. Hier habe ich euch einen Artikel verlinkt, wo es darum geht, dass 10 von 11 Brustkrebs-Diagnosen schlicht weg einfach falsch sind und Frauen unnötigerweise die Brust amputiert wurde.

Selbsteinschätzung

In den Trauma“selbsthilfe“gruppen, in welchen ich angemeldet war, kam es immer wieder zu diesen Momenten: Neue Mitglieder stießen dazu, schilderten ihre Symptome, gaben ihre Selbsteinschätzung ab und fragten nach der Meinung der anderen (für mich logisch, dass sie Leute fragen, die selbst betroffen sind – Wer sollte es sonst besser wissen?).

Mein erster Gedanke war dabei aber immer: ,,Na, wollen wir wetten, wie lange es dauert, bis der Rest der Gruppe seine Mistgabeln und Fackeln rausholt?“

Sich selbst einzuschätzen, ist ja da dermaßen verpönt.

Warum?

Ich finde es ungemein wichtig, sich selbst ein Bild über sich zu machen. Das ist meiner Meinung nach eine Voraussetzung dafür, dass man wieder den Weg zu sich selbst findet. Ich kann mich doch nicht nur darauf verlassen, was andere sagen. Wie wir eben besprochen haben, kann das nämlich auch schnell mal in die Hose gehen.

Wie nehme ich mich wahr? Was erlebe ich? Was fühle ich?

Und mit dieser Selbsteinschätzung kannst du dann auch beim Arzt abklären, was wirklich Sache ist. Der Arzt kann dir erst so erklären, wo vll der Unterschied zwischen deiner Selbstwahrnehmung und dem liegt, was pathologisch nachweisbar ist. Ihr könnt darüber reden, was er wahrnimmt und wo die Punkte sind, wo sich eure Wahrnehmung unterscheidet. Und genau diese Punkte könnt ihr dann näher erörtern.

So lernst du doch auch viel besser mit dir und deiner Selbstwahrnehmung umzugehen, als wenn du ausschließlich darauf wartest, dass dir ein anderer sagt, was mit dir los ist.

Vorsicht ist trotzdem geboten

Schnell kann das Symptome googlen aber dazu führen, dass man sich in etwas hineinsteigert.

Die meisten dürften sowas hier nämlich kennen: Du gibst bei Google Husten und Kopfschmerzen ein und schwupp hast du das Ergebnis Krebs. Faszinierenderweise spuckt ja so gut wie jedes Symptom Krebs aus 😅. Wer dann jetzt vll noch ganz leicht dazu veranlagt ist, hypochondrisch zu reagieren, naja … Der macht sich auf jeden Fall nicht gerade gesünder, durch seine Suche.

Des weiteren sollte niemals eine Selbstmedikation, aufgrund selbst gestellter Diagnosen, erfolgen. Mal abgesehen davon, dass das generell nie zu empfehlen ist, kann sowas eben kann schön kräftig nach hinten los gehen. Wenn du eine ganz andere Krankheit hast, als du glaubst zu haben, kannst du dir mit solchen Selbstbehandlungsversuchen, am Ende nur richtig schaden.

Appell an die Eigenverantwortung

Ihr dürft euch aber trotzdem selbst einschätzen. Punkt.

Ihr selbst tragt die Verantwortung für eure Heilung. Nicht der Täter. Nicht der Arzt und nicht der Psychotherapeut.

Voraussetzung dafür ist, dass ihr wieder in Kontakt mit euch kommt.

Ihr dürft also sehr wohl eine Meinung über euch haben und diese Meinung dürft ihr auch vertreten. Ärzte sind nicht allwissend. Sie sind keine Götter und vor allem wissen sie nicht, was in euch vorgeht (im Bereich der Psychiatrie/Psychotherapie z.B).

Dennoch hört euch auch an was sie zu sagen haben und winkt das nicht gleich ab. Bis man wirklich weiß was mit einem los ist, dauert das manchmal lange Zeit und es bedarf vieler Meinungen und Einschätzungen.

Was ich wichtig finde

Für mich ist es unheimlich wichtig alle möglichen Eventualitäten mit einzubeziehen. Nur wenn ich z.B weiß wie der Eine das und das erlebt, kann ich sagen: ,,Aha das erlebe ich auch so“ oder ,,Ne, das hab ich überhaupt nicht“.

Und nur wenn ich meiner Therapeutin sage: ,,Hören Sie mal, ich erlebe das und das und das und habe dieses Gefühl dazu. Wie beurteilen Sie das?“ und ich dann ihre Meinung dazu bekomme, kann ich für mich etwas schlüssiges daraus ziehen.

Viele Dinge erlebe ich, seit ich mich erinnern kann. Ich kenne sie nicht anders. Oder andere Sachen haben sich so in den normalen Alltag eingeschlichen, dass ich sie gar nicht für ungewöhnlich erachte. Woher soll ich also wissen ob das normal oder pathologisch ist, wenn ich nicht nachfrage und das abgleiche?

Ich finde es auch ein bisschen frech und beleidigend, wenn direkt davon ausgegangen wird, dass man sich deshalb gleich in eine Diagnose hineinsteigert oder sie sogar ausschmückt/Symptome dazu erfindet usw.

Mir gibt dies das Gefühl, als würde man mir nicht zutrauen selbst beurteilen zu können, ob ich etwas erlebe oder nicht. Als würde ich dann auf alles, auch wenn es mich gar nicht betrifft, mit ,,JaJaJa!!“ antworten.

Ich bin ein erwachsener Mensch und erachte mich als so eigenverantwortlich, dass ich beurteilen kann, ob ich etwas erlebe oder nicht. Wenn ich z.B noch nie einen dissoziativen Krampfanfall hatte, hatte ich eben noch keinen. Um zu wissen was das aber ist, muss ich ja erstmal nachschauen/nachfragen. Und es gibt Menschen, die bzgl. dieses Differenzierens Probleme haben. Das ist vollkommen okay. Dennoch sollten jene dies aber nicht auf andere projizieren und diese dafür angreifen, weil sie wissen wollen, wo sie selbst stehen.

Ein persönliches Beispiel

Ich bin durch ein Buch, einer Betroffenen, auf die dissoziativen Symptome gekommen. Das Buch bekam ich geliehen und hatte dazu überhaupt keinen persönlichen Bezug. Also ich las das nicht, um etwas über mich zu erfahren o.ä

Diese Geschichte war so abgedreht, dass es eigentlich fast unmöglich war, das mir davon irgendwas bekannt vorkam. Tat es aber.

Also suchte ich im Internet weiter und stieß auch auf einen YouTube-Kanal einer Betroffenen. Mir kamen immer mehr Sachen bekannt vor, aber ich dachte: ,,Naja, das ist trotzdem echt schräg. da ist schon nix.“. Irgendwann dachte ich: ,,Naja vll KÖNNTE es doch in den Bereich ….. gehen“ (eine klare Diagnose nenne ich hier nicht). Einige Tage später holte ich meine Unterlagen, von meiner Anwältin ab (was wirklich ein dummer, zeitlicher Zufall war). Dabei befand sich ein Klinikbericht von mir aus dem Jahre 2015. Eine meine Oma´s kopierte diesen damals und reichte ihn vor Gericht ein (der Sinn dahinter war, dem Gericht zu zeigen wie durchgeknallt ich doch sei, sodass mein Kind bloß nicht zu mir zurückkommt und beim Vater bleiben soll), weshalb er letztendlich auch bei meiner Anwältin landete.

Das was ich vermutete, stand da schon längst als Diagnose drauf. Schon vor Jahren. Nur soviel zu dem Thema wie richtig oder falsch so eine Selbsteinschätzung sein kann. Auch die Borderline-Diagnose habe ich mittlerweile nicht mehr. Ich sagte damals immer wieder, dass ich mich in einigen Punkten wiederfinde, aber eben nicht in allen. Und genau das sind die Punkte, die den Unterschied zur kPtbs machen (ich verlinke euch die Tabelle mal Hier).

Ich selbst wusste von den Diagnosen des Arztes übrigens nichts. Dieser Klinikbericht ist bis heute auf mysteriöse Weise verschwunden (meine Oma hat ihn aber nicht, die kopiert sich solche Sachen nur, das wäre sonst zu auffällig) und es existiert (für mich auffindbar zumindest) nur die Kopie, die beim Gericht vorgelegt wurde. Auch mit dem Arzt konnte ich damals nicht mehr darüber sprechen, da ,ich‘ mich vorher selbst aus der Klinik entließ.

Mein Schlusswort

Ich persönlich werde mich trotzdem davor hüten zu sagen: ,,Also das und das habe ich definitiv!“. Dazu warte ich einen weiteren (oder weitere) Klinikaufenthalt(e) ab (da man dort ganz anders diagnostizieren kann) und auch was sich in meinem Erleben weiterhin noch tun wird. Ein wildes switchen, wo jede Woche jemand anderes meiner Therapeutin was erzählt, gibt es z.B nämlich nicht.

Ich habe meine Selbsteinschätzung, die Einschätzung der früheren Ärzte und die meiner Therapeutin. Und was sich weiterhin zeigt und was nicht, wird die Zeit bringen, Manches ist so wie man denkt und manches ist am Ende ganz anders.

Lasst euch bitte von niemand einreden, ihr könntet nicht wissen was mit euch los ist. Steigert euch nicht rein, bleibt ehrlich zu euch selbst, klärt aber trotzdem ruhig alles mögliche einmal ab. Und hört auf euer Gefühl.

Ihr dürft das tun 😊.