Schlafparalyse – Was ist das?

Ich wachte in meinem Bett auf. Ich war mir sicher das ich wach war, denn ich war bei vollem Bewusstsein. Ich sah das dunkle Zimmer und dachte über meinen Traum nach. Plötzlich hörte ich Geräusche im Flur, ich hörte wie sich meine Schlafzimmertür öffnete, dabei war ich doch allein. Ein Einbrecher? Was will er? Ich muss mich bewegen. Aufstehen. Weglaufen. Mich wehren. Warum kann ich mich nicht bewegen?! Warum kann ich keine Faser meines Körpers bewegen?! Da kommt doch jemand!

Hast du so etwas ähnliches auch schon einmal erlebt?

Dann hattest sehr wahrscheinlich auch eine Schlafparalyse.

Und was ist das nun?

Wenn wir in eine Schlafparalyse rutschen, dann wachen wir quasi in unserer Tiefschlafphase auf.

Im sogenannten REM-Schlaf befinden sich Teile unseres Gehirns ebenfalls noch in einer Art Schlaf. Unser Gehirn blockiert in dieser Schlafphase nämlich die Nervenfasern, mit welchen wir normalerweise unsere Bewegungen steuern.

Stellt euch vor, ihr träumt gerade davon gegen einen wilden Bären zu kämpfen und diese Funktion wäre nicht ausgeschaltet – Regelmäßig müssten wir uns wohl eine neue Schlafzimmereinrichtung kaufen oder uns selbst verarzten lassen😅.

Die einzige Muskulatur die noch funktioniert ist die der Augen, was auch erklärt warum man das Gefühl hat, nur seine Augen auf und zu schlagen zu können.

Angemerkt sei, dass dies aber nur die bisherige These der Forscher ist. Bislang aber auch für mich die logischste. Möglich ist aber natürlich, wie immer, so gut wie alles.

Warum sehe ich und höre ich da Sachen, die gar nicht da sind?

Weiter geht die Forschung davon aus, dass es durch die unterschiedlich aktivierten Gehirnbereiche, zu Halluzinationen kommen kann.

Dadurch kann es dann eben dazu kommen das wir Berührungen oder Geräusche wahrnehmen oder auch Gestalten sehen, die gar nicht da sind (oft habe ich z.B auch schwarze, menschenähnliche Schatten an der Wand oder in den Ecken langhuschen sehen – Interessant☝ dazu ist die Beobachtung vieler Menschen weltweit, die in ähnlichen Phasen, zwischen Wach- und Schlafzustand, gleiche Gestalten gesehen haben – sogenannte Schattenmenschen –> auch bei psychotisch ausgelösten Halluzinationen gibt es ähnliche Berichte ).

Wodurch wird eine Schlafparalyse ausgelöst?

Darüber ist man sich noch nicht wirklich zu 100% sicher, sehr wahrscheinlich spielen da aber wieder verschiedene Faktoren eine Rolle. Stress steht da an 1.Stelle.

Ich hatte sowas z.B fast jede Nacht, teilweise mehrmals zum Aufwachen und Einschlafen hin, vor ungefähr 5 Jahren besonders stark. In dieser Zeit prasselte sehr viel auf mich ein, was zu einem regelrechten Systemausfall in mir drin führte. Ich war einfach restlos überfordert und stand deshalb unter enormen psychischen Stress und gerade in Phasen wo dieser Stress noch zunahm (wo ich mich zusätzlich also noch mit einer Vertrauensperson stritt oder etwas anderes dazukam) bemerkte ich die Schlafparalysen verstärkt.

Mittlerweile ist meine Situation viel ruhiger geworden und dadurch scheinbar auch die Schlafparalysen. Klar habe ich sowas ab und an noch mal, aber mittlerweile lange nicht mehr so oft und stark.

Daher hört sich für mich der Faktor ,Stress‘ tatsächlich auch am naheliegendsten an. Aber schauen wir mal was die Forschung dazu, in den nächsten Jahren, noch so alles herausfindet.

Was kann ich dagegen tun?

Naja, also in erster Linie versuchen Stress zu minimieren 😅 (Das sagt sich immer so schön leicht, ne? Ich weiß…)

Dann gibt es verschiedene weitere Ratschläge dazu:

  • die Schlafposition wechseln (ich schlafe z.B auf dem Bauch und als ich damals versuchte auf der Seite einzuschlafen, ging es etwas besser)
  • auf die richtige Schlafhygiene achten (Zimmer leicht abdunkeln, zur gleichen Zeit ins Bett gehen, kein Blaulicht wie z.B durch Fernsehen ect.)
  • auf ausreichend Schlaf achten
  • und was mir geholfen hat: Ich hab damals mal irgendwo gelesen das man versuchen soll, den kleinen Zeh zu bewegen, während man sich in dieser Schlafparalyse befindet. Das dauert halt seine Zeit bis man daran auch wirklich denkt, denn im Normalfall wachst du erstmal auf und denkst dir so: ,,PANIK!“ – Aber wenn so etwas öfter vorkommt, dann realisierst du irgendwann ,,Aha, das ist gerade eine Schlafparalyse. Ich muss versuchen ruhig zu bleiben und irgendwie meinen Körper zu wecken“. Ich versuchte dann meinen Zeh zu bewegen, was jetzt nicht immer gerade super hingehauen hat. Aber früher oder später konnte ich irgendetwas bewegen, auch wenn es vll nicht der Zeh war.
  • daher auch ein wichtiger Punkt: Bewahrt Ruhe! Eure Atmung und euer Herz funktionieren ganz normal weiter. Euch kann nichts passieren. Umso ruhiger ihr bleiben könnt, umso schneller ist die Paralyse auch vorbei 😊

2 Gedanken zu „Schlafparalyse – Was ist das?“

  1. ….Du….eben hier gefunden…daaanke….seit 2015 tägl.krieg bald die Krise…nat.DP und wenns dumm.läuft ganztags derealisiert(DiS!!)
    Keiner kennt sich damit aus….bin/sind so verzweifelt….nur noch Angst vorm Aufwachen!!
    Hast Du /ihr Tipps?
    Grüesse💕

    1. Ja, das hat hier auch ewig gedauert, bis wir herausgefunden haben was das überhaupt erstmal ist.
      Irgendwo las ich dann mal den Tipp, man solle, sobald man in der Schlafparalyse zu Bewusstsein kommt, versuchen einen Zeh zu bewegen. Das hab ich dann immer versucht im Kopf zu behalten bzw mir den Gedanken herzuholen. Das hat recht lange gedauert bis ich mich anfangs überhaupt in der Situation erinnern und dann nochmal bis ich überhaupt etwas bewegen konnte. Mit dem Zeh klappt bis heute nicht, dafür einen Finger meist und tatsächlich wird darüber meist relativ schnell der Rest des Körpers wieder beweglich und wach.
      Und ganz wichtig, daß hat mir am meisten geholfen: Sich bewusst machen, dass man ruhig bleiben muss und nicht in Panik geraten darf. Sobald ich panisch wurde (und manchmal werde ichs immer noch, vorallem wenn es länger nicht vorkam und dann plötzlich wieder) hat sich die Paralyse wie festgefressen und ich fiel noch tiefer rein. Sich quasi immer wieder aufsagen und bewusst machen, dass sie nur aufhört wenn man sich beruhigt (Stress verschlimmert nämlich sowohl den Zustand wie auch die Häufigkeit) und dann eben bewusst versuchen irgendein Körperteil ganz wenig zu bewegen. Bestimmt gibt’s auch zig andere Tipps, aber bei uns hat das am besten geklappt

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