Indirektes SSV (Kompensieren, Süchte)

Im letzten Teil ging es um die klar sichtbare SSV.
Nun wenden wir uns dem selbstschädigenden Verhalten, welches nicht ganz so derart ersichtlich für die Umgebung ist, zu.

Was ist Kompensation?

Compensare ist lateinisch und bedeutet so viel wie „ersetzen“ oder „ausgleichen“.

Wenn Menschen etwas kompensieren, dann ersetzen sie also etwas, dass in ihrem Innersten fehlt bzw. versuchen ein Ungleichgewicht auszugleichen – Meist unbewusst natürlich.

Beispiele:

Bei der Sport- oder Schönheitssucht versuchen Menschen oft (nicht immer☝) einen sehr unsicheren und schwachen Selbstwert zu kompensieren, mit etwas das gleichermaßen wirkt, aber eben nicht ihr Innerstes (also das dauerhafte) sondern ihr Ego (das kurzweilige) anspricht.

Eine Frau, die z.B von einer Schönheits-Op zur Nächsten läuft, täglich 4 Stunden mit schminken verbringt oder ein völligst übertrainierter Mann (wo es also schon gesundheitschädlich wird), da kann man vermuten, dass genau das ihr größter Mangel ist. Das sie sich nämlich selbst nicht schön finden (nur ist das ihr Innerstes, welches sie nicht mögen und lässt sich daher nicht äußerlich beheben).

Bei Menschen die krankhaft viel arbeiten oder sehr perfektionistisch sind, lässt sich davon ausgehen (pauschalisieren lässt sich das aber niemals!), dass sie sich selbst nicht gut genug sind und daher immer diesen Drang verspüren noch mehr, noch weiter zu machen – irgendetwas zu erreichen. Wenn ich mich selbst nicht gut genug finde, dann habe ich das Bedürfnis nach Außen hin zu zeigen WIE wertvoll ich doch aber bin.

Ich habe z.B auch einen total perfektionistischen Trieb in mir drin. Ich will ständig bloß keinen Fehler machen, da ich das Gefühl habe sonst nicht genug für andere zu sein. Das hat den Vorteil, dass ich sehr schnell lerne, aber den Nachteil, dass ich im Prinzip nie wirklich zufrieden mit mir sein kann – Perfektion ist ein utopisches Ziel und wird niemals nie erreicht werden, weil es einfach unmöglich ist es jeden und zusätzlich noch sich selbst, zu 100% recht zu machen.

Wer krampfhaft Einkaufen gehen muss, der könnte versuchen eine innere Leere, mit dem Anhäufen materieller Güter, zu füllen.

Bei stark ausgeprägt sexuell wechselnden Partnern wird oft eine fehlende oder fehlerhafte Beziehung zu einer damaligen Bezugsperson kompensiert.

Die typische Adrenalingier kann wiederum eine Ablenkung von Problemen sein oder ein sich, durch ein inneres Leeregefühl, spüren wollen oder teilweise können dahinter sogar wirklich schon indirekte Suizidabsichten stecken.

Usw.

Ihr versteht das grobe Prinzip?

Das Innerste wird versucht durch etwas Äußeres (weil leichter greif- und sichtbar) zu ersetzen oder dadurch davon abzulenken („nicht spüren wollen“).

Wer schlecht drauf ist und deshalb eine Tafel Schokolade isst, macht übrigens genau das Gleiche – er kompensiert ein inneres, schlechtes Gefühl 😉.
Jetzt werden manche sagen: „Ja, weil die Schokolade ja auch Glücksgefühle auslöst und uns daher besser drauf sein lässt“ – Ja 😄, aber genau das machen alle anderen Kompensationsmöglichkeiten auch 🙃

Dann haben wir da natürlich noch die:

Kompensationsmöglichkeiten durch Alkohol, illegale Drogen und Medikamente

Ich habe z.B früher sehr oft zum Alkohol gegriffen, wenn es mir schlecht ging.

Was habe ich kompensiert? Definitiv Einsamkeit.

Menschen waren zwar immer irgendwie um mich herum, aber sehr, sehr selten Menschen, bei denen ich das Gefühl hatte, da wäre mehr Interesse als diese oberflächliche Show, die ständig alle abziehen. Ich denke der ein oder andere weiß was ich meine.

Und dann war da damals auf jeden Fall das ein oder andere Gefühl das ich unterdrücken wollte bzw. einfach nicht wusste damit umzugehen.

Auch zu anderen Substanzen habe ich eine zeitlang gegriffen. Gerade aufputschende Mittel, bei denen ich nicht schlafen musste und die mich meine Gefühle nicht mehr so sehr spüren ließen, waren bei mir beliebt. Es gab Zeiten, da wollte ich einfach nicht mehr einschlafen – einschlafen, aufwachen, träumen…

Süchtig war ich übrigens nie, auch wenn mir das gerne ständig jeder an jeder Ecke unterstellen wollte 😌 (lustig fand ich da die Leute, die sich am Tag 10g Amphetamin durch die Nase zogen oder 5g Gras pro Tag rauchten und mir dann erzählen wollten, ich solle mal weniger trinken…..Mehr sag ich dazu jetzt nicht) – Also mit süchtig meine ich, dass ich nie die Nase zum Aufstehen oder Funktionieren gebraucht habe. Beim Alkohol sah das eine zeitlang schon anders aus, aber Gott sei Dank kam es da nie zu einer körperlichen Abhänigkeit.

Ein Grund dafür war, meiner Meinung nach zumindest, das mir stets zu jeder Zeit bewusst war das ich kompensiere.

Die wenigen Male, als mich jemand fragte warum ich tue was ich tue (und wo ich bei der Antwort keine Angst vor direkten, negativen Folgen für mich hatte), habe ich immer ehrlich geantwortet und auch mir selbst habe ich in diesem Zusammenhang nichts vorgemacht. Vllt nützte das was…

Die Sucht fängt erst da an, wo die Kompensation unbewusst ausgeführt bzw. geleugnet wird, denn erst dann beginnt man den jeweiligen Ersatz als dringend benötigtes Mittel anzusehen (weil es den Ausgleich für etwas schafft, dessen Hintergrund man nicht versteht, verstehen will oder verstehen kann) und das sind dann meistens auch die Leute, mit denen es wirklich keinen Spaß mehr macht, da sie ihre eigenen unterdrückten Sorgen und Probleme auf dich projizieren und selbst immerzu auf der Stelle tappen – wo es einfach kein Weiterkommen mehr gibt (und das sind z.B viele der Menschen, die ständig darüber reden wie „hart“ sie „feiern“, die aber nur noch zum Totalabschuss weggehen).

Was kann ich tun?

Das Wichtigste ist also erstmal, dass sich der Betroffene darüber im Klaren ist, das seine Verhaltensweisen einen Grund haben.

Wer weiß warum und mit was er gerade kompensiert, der kann sich langsam eine Alternativmöglichkeit einfallen lassen – also was kann er tun um das eigentliche Problem zu lösen und damit nicht weiterhin zu kompensieren bzw. zu verdrängen.
[ D.h alles übrigens nicht, das jede Art von Konsum direkt eine Kompensation ist – man kann sowohl mit Alkohol, wie auch mit anderen Sachen einen entspannten Abend haben, OHNE deshalb gleich unter einem psychisches Problem oder einer Sucht zu leiden. Man kann ja auch Sport treiben oder Sex haben, ohne deshalb gleich danach süchtig zu sein ]

Ich persönlich habe irgendwann mal begonnen, konsequent auf Alkohol etc. zu verzichten. Das ging ungefähr 1 Jahr lang so und auch heute trinke ich nur etwas, wenn ich mich mit einer Freundin treffe (Geburtstag, Spieleabend, usw.), aber nicht mehr wenn es mir schlecht geht, also ich betreibe nicht mehr dieses Betäuben, wie früher.

Zugegeben war das allerdings ein längerer Weg und in der Anfangszeit bestand in meinem Kopf die Verbindung: „Mir geht es schlecht. Ich will das mit irgendwas wegmachen“ noch ganz stark. d.h ich musste diesem Drang schon jedesmal dolle widerstehen. 2019 gab´s diesbezüglich auch noch einmal einen Rückfall, wo ich kurzzeitig, als es mir schlecht ging, nochmal zum Alkohol griff. Und wer weiß ob das nicht wieder nochmal vorkommen wird…Ich weiß mittlerweile jedoch, dass jeglicher Konsum, zur Kompensation, das Problem am Ende nur größer und dadurch schlimmer macht und das will ich definitiv nicht mehr.

Als Angehöriger:

Macht dem Betroffen klar das alles eine Ursache hat und seid für ihn da, aber um Himmelswillen lasst diese dummen Ratschläge 🤦‍.

Wer Ratschläge verteilen will, der sollte dann auch helfen. Mir hat z.B immer nur jeder gesagt was ich falsch mache und was ich lassen soll, aber mir war selbst stets bewusst, was gut und was nicht gut ist.

Ich habe kompensiert, weil ich keine andere Möglichkeit gesehen habe, weil ich allein völlig überfordert mit allem war und Ratschläge, sowie das Verurteilen, wenn ich diese nicht einhalte, haben mir dabei nicht geholfen. Die Menschen ließen mich mit meinem Kernproblem ja trotzdem allein.

Es war nach dem Ratschlag also alles wie vorher, nur mit dem zusätzlichen Druck: „Wenn du nicht machst, was derjenige sagt, dann will er nichts mehr mit dir zu tun haben“, aber den Ratschlag befolgen ging auch nicht, weil damit ja nicht mein Problem gelöst war, das erst zum Kompensieren geführt hat. You know? 😅

Wenn ihr also nicht in irgendeiner Art und Weise helfen wollt oder könnt, dann haltet eure Klappe, hört auf zu verurteilen und schaut darauf wo ihr selbst kompensiert.

Mein Ex-Freund hat mich damals z.B nach der Vergew*ltigung beschimpft, dass ich das verdient habe, weil ich ein scheiß Junkie bin (glaubt mir, ich habe nicht einmal annähernd in einem Monat konsumiert, was andere an einen Tag weghauen ) und das doch so wollte und bla bla bla …. Mal abgesehen das er und diese ganze Situation, die er fabrizierte, zu vielem beigetragen haben und er gar nicht das recht gehabt hätte, dass also zu sagen (niemand hat das!), sieht er mittlerweile selbst ziemlich ähnlich aus, wie diese krankhaften, gedopten Bodybuilder…😉.

Das Gleiche ist es mit Medikamenten:

Der eine wirft den anderen vor, dass er kifft oder sonst was, nimmt aber selbst brav jeden Tag seine Medikamente.
(Mir muss den Unterschied sowieso noch einmal jemand erklären, warum Medikamente okay und illegale Drogen es nicht okay sind🤷‍ Amphetamine z.B werden noch heute in der Medizin eingesetzt, als weißes Pulver ist es aber böse, Pfui, der Teufel🤦‍ Ich heiße Drogen deshalb ABSOLUT NICHT GUT, aber für mich ergibt sich da kein Unterschied zu legalen Medikamenten oder Alkohol – beides finde ich mindestens genauso schlimm und schädlich).

Direktes SSV (Ritzen, Selbstm*rd, …)

Was ist selbstschädigendes Verhalten?

Wir unterscheiden in indirekt und direkt selbstschädigendes Verhalten.

Direktes:

Hier sprechen wir von direkten Verletzungen am Körper, also sich selbst Brandwunden zufügen, Haare ausreißen, Ritzen, Kopf aufschlagen ect. und ganz klar fallen Suizidgedanken bzw. – versuche mit darunter.

Indirektes:

Im Prinzip alle möglichen Süchte: Arbeitssucht, Sportsucht, Kaufsucht, Schönheitsucht (ÜBERTRIEBEN viele OPs, Korrekturen ect.) usw. und natürlich Drogen-, Alkohol- und Medikamentemissbrauch. Aber auch sehr exzessives Verhalten im Se*ualleben, Ausleben von Extremsportarten sowie generell risikofreudiges Verhalten, absichtliches Ignorieren von gesundheitlichen Ratschlägen (bzgl. gefährlicher Folgen) sowie Essstörungen usw. usf.

Ihr seht, dass Spektrum ist da recht umfangreich 😌

Und warum machen Menschen das?


Genau genommen ist sich die Psychologie darüber selbst noch uneins, daher erzähle ich einfach mal aus meinen eigenen Erfahrungen.

Ich habe eine Freundin, die sich damals in der Schulzeit die Arme aufritzte und sie beschrieb es mal so, als wäre ihr Innerstes eine Cola-Flasche die man richtig doll geschüttelt hat, sodass sie kurz vorm platzen ist (innerer Druck) und indem sie die Flasche öffnete (ihre Haut verletzte), konnte dieser Druck entweichen. D.h also, die ganzen Gefühle, die sie in sich trug, konnte sie nicht anders los werden, weil sie nie eine Möglichkeit lernte (wie manch einer vllt. in einem liebevollen Zuhause) diese Gefühle adäquat rauszulassen.

Man kann also davon ausgehen das SSV dann verwendet wird, wenn kein richtiger Umgang mit Gefühlen bzw. Emotionen erlernt wurde.

Sprechen dir die Eltern z.B immer wieder deine Gefühle als nichtig oder lächerlich ab und nehmen dich nicht ernst, zwingen dich zu Sachen, lassen dich mit deinem Emotionen alleine usw, dann besteht die Möglichkeit, das entstandene Emotionschaos zu regulieren, indem du extreme Verhaltensweisen anwendetest, denn diese greifen ja wieder in den bereits durcheinandergebrachten Hormonhaushalt „positiv“ ein (Adrenalinkick z.B, Schmerzen spüren, Drogen, …-> den „Kick“ oder sich selbst spüren können).

Wie war das bei mir?

Auch meine Oberschenkel zieren lange, tiefe Narben. Dennoch war es bei mir damals kein direkt (mir bewusstes) Druck ablassen. Ich fing damit erst Anfang 20 an und tat das meist, zum einen nach emotional extrem anstrengenden Situationen (hier würde also das Druck ablassen zutreffen) und zum anderen, aus einem damals ganz unbeschreiblich schrecklichen Gefühl.

Das waren die Zeiten, als ich auch unter schweren depressiven Episoden litt und da gab es Momente, in denen sich relativ „plötzlich“ ein Gefühl in mir ausbreitete das tatsächlich nicht zu beschreiben ist. Wie ein schwarzes Loch, das sich ganz langsam in deiner Brust ausbreitet und alles von und in dir verschlingt (es war jedoch keine innere Leere und auch keine Panikattacke und mit der Depression selbst, weiß ich auch gar nicht mehr so ganz genau, ob es zusammenhängt). Um dieses Gefühl wegzubekommen hätte ich damals so ziemlich alles getan und das Verletzen meiner Haut verschaffte mir tatsächlich zumindest eine kleine Ablenkung (zudem beruhigt mich der Anblick von Blut seltsamerweise 🤔🤷‍).

Scham spielt bei mir zu alledem eine sehr große Rolle. Ich verletzte z.B meine Oberschenkel, weil ich Angst hatte das es jemanden auffällt und man mir dann sagt, ich wolle nur Aufmerksamkeit. Viele Mädchen verstecken deshalb z.B auch ihre Arme stets unter langen T-Shirts oder Pullovern.

Übrigens erzählte mein Ex-Freund auch genau das später den Ärzten damals in der Klinik: Das ich das alles nur mache, um seine Aufmerksamkeit zu bekommen (obwohl ich es auch vor ihm bis dato ganz gut geheimhielt) 😒 – Obwohl ich mich heute manchmal frage, wie das ging 🤔.

Leute! Das geht gar nicht!

Niemand der sich tiefe, schmerzhafte Wunden zufügt, macht das nur damit ihn jemand bemitleidet, sondern derjenige hat tiefsitzende, ernsthafte, innere Schmerzen.
Echt mal, manchmal frag ich mich echt, was in den Köpfen anderer Menschen vor sich geht 🤦‍.

Passt auf: Aufmerksamkeit spielt in unser aller Leben eine extrem große Rolle. Wir geben ständig welche ab oder bekommen sie. Aufmerksamkeit, das Gefühl beachtet zu werden und eine real existierende, berechtigte Rolle auf dieser Welt einnehmen zu dürfen, ist für uns alle extrem wichtig und ein grundlegendes Bedürfnis für Kinder (und auch Erwachsene).

Wer dieses Bedürfnis in der Kindheit nicht gestillt bekam, durch z.B starke Vernachlässigung, der kompensiert dieses mangelnde Bedürfnis natürlich irgendwie, irgendwann in seinem Leben. Also vom daher: Ja, natürlich spielt Aufmerksamkeit eine Rolle, aber nicht so wie es sich manche einbilden. So wichtig seid ihr auch nicht, dass Menschen das nur wegen euch tun.

Selbstm*rdgedanken und -versuche

So und nun sind wir auch schon recht dicht am Thema Selbstm*rdversuche dran, denn ständig höre ich diesen Quatsch: „Ach der will doch nur Aufmerksamkeit“ auch jetzt noch ständig über andere Menschen mit Selbstm*rdgedanken – Wer bereit ist sich sein Leben zu nehmen, der hat definitiv noch ein paar andere Sorgen, als nur Aufmerksamkeit.

Die Gründe, warum sich Menschen das Leben nehmen wollen sind auch hier wieder extrem vielschichtig, aber man kann davon ausgehen, dass fast immer eine extreme Verzweiflung die Grundlage dafür ist.

Und auch hier kann ich wieder nur am besten aus meiner Erfahrung erzählen: Ich hab, hmm🤔, naja sagen wir so einige Selbstm*rdversuche hinter mir.

(Vorsicht TRIGGER!)

*

Die ersten waren als Kind und von daher noch recht stümperhaft. Es gab zwar jeweils einen Abschiedsbrief, aber ich hatte nur Aspirin und ähnliche Tabletten (und etwas Alkohol) zur Verfügung und hab davon einfach ganz viele genommen und naja (*suprise*) …. Das wurde nix.

Als Teenie fanden dann die Nächsten statt, aber auch da waren die Verletzungen nicht tief genug (ganz ehrlich? Eigentlich bin ich voll schmerzempfindlich, keine Ahnung was mich da manchmal geritten hat) und dann gabs als Erwachsene noch ein paar. Die waren schon weitaus konkreter mit Tabletten geplant, aber bis auf zweimal (was in der Klinik endete), bin ich meist nach ca. 8-10h (trotz Dosissteigerung) wieder aufgewacht – manchmal war das echt frustrierend –> Irgendwie wollte der Tod mich wohl nicht 😅.

Warum wollte ich mich umbringen?

Das ist schwierig zu beschreiben – Manchmal sind da einfach Gefühle da, die kaum auszuhalten sind und oft war da soviel Sinnlosigkeit ( ,,Warum weiter machen?“ ) und aber auch Abscheu mir selbst gegenüber. Ich denke, das war eine Mischung aus vielem, also ich könnte jetzt zumindest nicht DEN EINEN Grund dafür nennen. Mittlerweile bin ich, seit einigen Jahren, von diesen Akutgedanken und -plänen aber weg (Ich würde gerne Tipps geben wie, aber ehrlich? Ich hab keinen Plan warum es besser wurde)

*

(Trigger Ende)

Ich möchte damit nur einmal aus meiner Sicht schildern, dass es den Menschen meist nicht um ein lapidares Bemitleiden geht oder sie gar einfach nur zu feige sind, denn meist steckt dahinter weniger harmloses als manche glauben.

Übrigens, finde ich, sieht man Menschen, die wirklich Selbstm*rdgefährdet sind, jenes selten an. Bei mir hat zwar mein näheres Umfeld mitbekommen, dass ich nicht dauerhaft gut drauf war, aber das und warum und wie ernsthaftig ich es versuchte, hat nie jemand mitbekommen. Nicht einmal mein damaliger Freund. Ich habe sowohl an solch einem Tag, wie auch am Tag nach dem Versuch, einfach alles weggelächelt. Humor war schon immer mein liebstes Mittel für alles 😄, naja und wirklich tief blicken tun Menschen nun mal auch selten.

Wie handle ich als Angehöriger?

Wenn jemand also Andeutungen macht und sich in Selbstm*rdgefahr befindet, dann nehmt das bitte ernst. Für mich wäre es damals zwar eine Katastrophe gewesen, hätte man mich einfach in eine Klinik gesteckt, für andere wiederum kann es genau die richtige Rettung sein, aber das ist eben sehr individuell. Wichtig ist nur, dass ihr den Menschen nicht alleine lasst!

Ich persönlich finde zudem, so wie ich es generell immer empfehle: Redet mit den Leuten darüber, nehmt sie ernst, seid aufmerksam, fragt was los ist, wie es ihnen geht, warum sie solche Gedanken haben und versucht GEMEINSAM Lösungstrategien zu finden (ohne Forderungen und Zwang!) und meist lässt sich damit schon eine Akutsituation zumindest etwas entschärfen.

Warum ich aufhörte meine Haut selbst zu verletzen

Mein Köper ist etwas ganz tolles und ich wollte und will ihm so etwas nicht mehr zufügen. Er kann schließlich nichts dafür. Zudem hat es für mich ja keinen Mehrnutzen, sondern bringt nur noch mehr Unnötiges mit sich. Die frischen Verletzungen und Narben verbergen. Die komischen Blicke und Fragen der anderen usw.

Ich habe also angefangen mehr auf mich zu hören – Es kommt immer ganz darauf an, meist muss ich nach sehr stressigen Situationen erst nicht und nach einer Weile dafür ganz allein sein (und das äußere ich auch deutlicher als früher).

Wenn ich wütend bin hilft mir raus gehen, Musik in die Ohren und laufen (die angestaute Energie in etwas umwandeln). Wenn ich traurig bin, mache ich es mir gemütlich und mache Sachen die mir gut tun. Ich habe immer noch Probleme mit Traurigkeit- oder Verzweiflungsgefühlen und fühle mich dann oft aufgeschmissen, aber der Gedanke, dass das bald wieder vorbei sein wird und es immer eine Lösung für alles gibt, hilft mir meist extrem und daher bekomme ich mich mittlerweile meist viel schneller wieder gefangen.


Das Stockholmsyndrom (Täteranbindung)

Was verstehen wir darunter?

Beim Stockholm Syndrom entwickeln die Opfer einer Gewalttat Sympathien und Verständnis für die Täter und verklären diese dann oft sogar selbst zum Opfer (,,Er musste das ja tun, man ließ ihn keine Wahl, …“ usw).

Ursprünglich geht der Name auf ein Geiseldrama 1973 in Schweden zurück. Damals wurde eine Bank in Stockholm überfallen und vier Angestellte als Geiseln genommen. Aufgrund des besagten Effektes entwickelten die Geiseln eine regelrechte Zuneigung für die Geiselnehmer. Dies führte dann dazu, dass sie am Ende mehr Angst vor der Polizei als vor ihren Geiselnehmern hatten.
Auch nach der Beendigung der Geiselnahme empfanden die Geiseln keine negativen Gefühle wie z.B. Hass oder Wut auf die Täter. Sie waren ihnen sogar dankbar, baten um Gnade für sie und besuchten sie im Gefängnis.

Daher wird das Stockholm-Syndrom meist mit Entführungen in Verbindung gebracht, dieser Effekt kann aber auch bei jeder anderen Gewalttat eintreten, z.B bei einer Vergewaltigung, bei Frauen die geschlagen werden, usw.

Hört sich eigentlich total schräg an, oder?

Wie entsteht sowas?

Also erstmal: Das Stockholm-Syndrom kann sich unabhängig von jeder psychischen Krankheit entwickeln.

Überlegt mal, ihr befindet euch in einer schrecklichen Situation, in der euer Wohl und vll euer Leben davon abhängen wie ihr euch verhaltet. Du selbst bzw deine Psyche versucht dich also wieder irgendwie zu schützen, indem es die Situation anders einstuft, als sie es in der Realität ist.

–> Beispiel: Du wirst als Kind (oder Erwachsener) regelmäßig missbr*ucht (sexuell, körperlich oder emotional) – wenn sich ein Teil von dir jetzt einredet, dass das eigentlich ganz normal und gar nicht so schlimm, vll sogar nötig ist, dann ist die Situation viel aushaltbarer, als wenn du dir jedesmal wieder den Schrecken bewusst machen musst.

Jetzt kann das soweit gehen das der Täter dahinter die Unterstützung des Opfers, in seiner Tat, sieht und dementsprechende Sympathien deswegen entwickelt. Das Opfer redet sich währenddessen ein das es die Tat/Taten auch möchte, vor allem da der Täter ja so nett ist (weil er ja eben deine Unterstützung sieht).

Und da kann dann tatsächlich eine ganz perfide „Freundschaft“ entstehen, wo dem Opfer immer noch regelmäßig grauenvolle Taten angetan werden, aber beide scheinbar völlig zufrieden mit dieser „Beziehung“ wirken (das Opfer befindet sich in starker kognitiver Dissonanz und ist nicht wirklich glücklich!).

Jeder der jetzt versucht sich von Außen einzumischen und das Opfer zu befreien bzw ihm zu helfen, wird als Feind betrachtet. Auch da halten Täter und Opfer wieder zusammen.
Das ist eine völlige kranke Dynamik, die sich da entwickelt!
Opfer und Täter können sogar zu der Überzeugung kommen, dass ihre Begegnung eine schicksalshafte Begegnung war und sie für einander bestimmt sind.

Dann kann der Täter z.B auf die Tränendrüse drücken und sich selbst als Opfer hinstellen. Und er bringt es so glaubhaft rüber, das man ihm glaubt (bzw. innerlich vor allem glauben will, weil es die Situation eben erträglicher macht).

–> Beispiel: Ein Bankräuber fängt vor der Geisel an zu weinen, erklärt welch dramatische Historie ihn jetzt dahin geführt hat und das er der Geisel eigentlich auch wirklich gar nicht weh tun will, dass er das alles hier gar nicht wollte, aber man ihn ja dazu gedrängt hat und drängt (die Polizei die draußen wartet o.ä ).

–> Diese Geschichte zu glauben und den Täter zum Opfer zu verklären macht die Situation um so vieles erträglicher, als sich einzugestehen das der Typ ein widerliches Arschloch ist. Keine dramatische Hintergrundgeschichte, so schlimm sie auch sein mag, rechtfertigt es anderen Leid und Schrecken zuzufügen. Soll er das mit den (vll. damals) Beteiligten ausmachen, aber nicht mit Unschuldigen. Aber was ist einfacher in dem Moment, wo du vll um dein Leben fürchtest…? Die Angst zulassen oder ihn in ein romantisches Licht stellen

Merke: Wir treten in eine kognitive Dissonanz, wenn wir die Realität nicht ertragen und keine andere Lösung finden können. Dabei verzerren wir die Realität dann so, dass wir wieder darin existieren können❗

Als nächstes kann es sein das die Forderungen des Täters vom Opfer nachvollzogen werden können. Das Opfer kann partout nicht verstehen warum den Forderungen auch nicht einfach nachgegangen wird, denn das würde die schlimme Situation, in der sie sich befinden, ja endlich beenden.

Plötzlich wird nicht mehr der eigentliche Täter zum Übeltäter, sondern die, die versuchen eine gewaltfreie Lösung zu finden (bzw eine Lösung in der nicht den Forderung des Terroristen nachgegangen wird und dieser dadurch vll auch noch Schlimmeres anrichten kann) werden für die schlimme Situation verantwortlich gemacht.
Ein aktuelles Beispiel verkneife ich mir da jetzt lieber mal 😉

Nochmal zusammengefasst:

Das Opfer entwickelt Zuneigung, Sympathie und Verständnis für den Täter, aber nicht weil es WIRKLICH Verständnis für die Tat/Taten hat, sondern weil die Situation anders nicht erträglich wäre

Gaslighting – Wie wir uns daraus befreien können

Gaslighting funktioniert nicht, wenn wir nicht mitspielen.
Es gibt auf der einen Seite immer den, der es ausführt, also den Gaslighter und auf der anderen Seite den, bei dem es fruchten kann.

(Zum Beitrag ,,Was ist Gaslighting? “ geht’s Hier)

Ganz wichtig!: Du bist NICHT Schuld am Verhalten des Gasl. und du bist auch NICHT Schuld daran das es dir schlecht geht o.ä. (das ist eine normale Reaktion der Psyche auf missbräuchliches Verhalten).
Hier geht es nicht um die Schuldfrage, sondern um destruktive Mechanismen und wie wir sie nicht mehr zulassen. Hier treten wir also nicht in den Opfermodus, sondern schauen was wir selbst tun können und wo unsere eigene Verantwortung liegt. Zudem beziehe ich mich hier jetzt auf das Erwachsenenleben und wo wir dort unsere Muster erkennen und daran ansetzen können. Als Kind haben wir keinerlei Möglichkeit Gaslighting zu entkommen oder dagegen anzugehen!

Wann bist du leichter anfällig für Gaslighting?

  • Wenn du dich schnell von Menschen
    beeinflussen lässt, die sicher oder autoritär
    wirken
  • Wenn du verstärkt auf Menschen reagierst
    die gekränkt, frustriert oder hilfsbedürftig
    erscheinen
  • Wenn du gern recht hast und dir das auch
    von anderen bestätigen lässt
  • Wenn du alles daran setzt gemocht,
    geschätzt und verstanden zu werden
  • Wenn es dir sehr wichtig ist alles ins Lot und
    Sachen zu einem guten Ende zu bringen
  • Wenn du die ausgeprägte Fähigkeit besitzt,
    dich in andere hineinversetzen zu können
    und du somit schnell den Standpunkt des
    Gasl. verstehen kannst
  • Wenn du die Beziehung unbedingt
    beibehalten und nicht aufgeben willst (aus
    Angst vor Einsamkeit vll, oder weil es ein
    Familienmitglied ist, Menschen loslassen dir
    schwer fällt, usw.)
  • Wenn du zu gern eine gute Meinung vom
    Gasl. beibehalten willst (du verklärst ihn,
    stellst ihn auf ein falsches Podest, willst
    nicht auch negative Seiten von ihm sehen)
  • Wenn es dir schwerfällt zuzugeben das
    jemand dich schlecht behandelt (vll aus
    Scham, …)
  • Wenn du Streitigkeiten und Konflikte nicht
    ertragen kannst (und deshalb z.B schnell
    kleinbei gibst)
  • Wenn du dich lieber auf die Meinung eines
    anderen verlässt, als auf deine eigene
  • Wenn du oft Angst hast nicht gut, tüchtig
    oder liebenswert zu sein (du willst vom Gegenüber die Bestätigung bekommen das du
    liebenswert, ect. bist)

Versteht das nicht falsch, es geht nicht darum das eine dieser Eigenschaften/Verhaltensweisen per se schlecht ist (oder das du schlecht bist, weil du so reagierst) und abgelegt werden muss, es geht nur darum das sie uns leichter manipulierbar machen. Wenn ich z.B gerne recht habe oder die Bestätigung suche das ich ein liebenswerter Mensch bin (weil ich es selbst nicht glaube), dann lasse ich mich schneller und vor allem immer wieder auf Diskussionen ein, die im Falle des Gasl. dann zu emotionaler Manipulation führen.

Umso weniger Standfestigkeit ich habe, umso leichter bin ich manipulierbar – wie ein Baum. Umso tiefer seine Wurzeln gehen, umso schwerer lässt er sich vom Wind verbiegen.

Was kann ich jetzt tun?

Beim Gaslighting geht es darum das deine Wahrnehmung verdreht wird und du die des Gegenüber annehmen sollst.

Also ist der wichtigste Rat:
Bleib bei dir!

Nehmen wir das Beispiel mit dem Flirten wieder:

Die objektive Wahrheit ist das du dich mit jemand des anderen Geschlechts unterhälst.

Deine subjektive Wahrnehmung ist das du dich gut mit jemand unterhälst, der dir sympatisch ist.

Seine (des Gasl.) subjektive Wahrnehmung ist das du hemmungslos flirtest und dabei auf seine Gefühle schei*t.

‼️ Ihr habt beide das Recht auf eure Wahrnehmung!!

Die jeweilige eigene Wahrnehmung einer Sache, resultiert aus etwas das euch selbst betrifft. Wenn der Gasl. wahrnimmt das du flirtest und dich nicht um seine Gefühle kümmerst, dann ist das etwas das IHN betrifft, nicht dich! Und wenn der, mit dem du dich unterhälst, das Gespräch als flirten aufnimmt, dann ist ebenfalls das SEINE WAHRNEHMUNG. Und würden es noch 10 weitere Menschen als flirten wahrnehmen, dann wäre das auch IHRE Wahrnehmung. Nicht deine. Punkt.

Selbstverständlich sollte man darüber aber auch sprechen können, denn egal ob die Wahrnehmung deines Gegenübers zu der deinen passt, spielt sie ja trotzdem eine wichtige Rolle. Entscheident ist hier aber das ,,darüber reden können“ – Du musst dich weder beleidigen, beschimpfen, dir etwas unterstellen lassen oder sonst etwas in dieser Art.

Deine Wahrnehmung – seine Wahrnehmung und ihr habt beide das recht die jeweilige zu behalten.
Du kannst seinen Standpunkt verstehen und dadurch auf ihn eingehen, aber du musst NICHT seinen Standpunkt einnehmen. Und er (der Gasl.) muss auch nicht von deinem Standpunkt überzeugt werden. Wenn er wahrnimmt das du auf seine Gefühle nichts gibst, dann hat das einen (seinen) Grund, den ER angehen muss. Er darf so empfinden. Das heißt aber nicht, das es stimmt was er über dich denkt und sagt!

Nächstes Beispiel:
Wie viele Omi’s, sagt auch meine gern so Sachen wie: ,,Naja, da hattest du wohl einfach keine Lust mit mir zu reden. Mit so einer Alten hätte ich auch keine Lust mich zu unterhalten.“ , wenn ich mal nicht gleich ans Telefon gehe 😌.
Auch das ist emotionale Manipulation (und wie man da sieht, nicht immer mutwillig oder böse angewandt).

Das was sie da zu mir sagt, ist ihre Wahrnehmung über sich selbst, die sie dann auf mich projiziert. Nicht meine.

Wenn ich einfach nur keine Zeit hatte ran zu gehen, dann hatte ich einfach keine Zeit ran zu gehen, mehr nicht. Das sage ich ihr dann. Wenn dann so Sachen kommen wie: ,,Und da hattest du nicht eine Sekunde Zeit um mal kurz abzunehmen?! Schon gut, du musst dich ja auch nicht mit mir unterhalten, wenn du das gar nicht willst.“ (d.h du wirst in die Rechtfertigungsfalle gelockt), dann versuche weiter bei dir und den Fakten zu bleiben: ,,Ich hatte keine Zeit ran zu gehen, wenn du dich unterhalten möchtest, dann unterhalte ich mich sehr gerne jetzt mit dir.

–> Lass dich nicht darauf ein und erkläre das es z.B gar nicht stimmt, dass du nicht reden willst oder warum du keine Zeit hattest (außer die Frage lautet anders und ist z.B aus Neugierde gestellt, statt mit dem Ziel der Rechtfertigung).

Du weißt das der (in)direkte Vorwurf deines Gegenübers nicht stimmt, also rechtfertige dich dafür auch nicht.

So kann es sein das der andere zwar immer noch denkt das du ihn nicht magst, seine Gefühle ignorierst, dumm bist, usw., aber DU GLAUBST ES NICHT!
Und darum geht es hier – nicht darum die Meinung des anderen zu ändern.

Wenn es dir enorm wichtig ist, was der andere über dich denkt, dann ist das ein Punkt bei dem DU ansetzen musst.
2 unterschiedliche Personen, 2 unterschiedliche Wahrnehmungen, 2 unterschiedliche Punkte an denen der jeweilige ansetzen kann/sollte. Nicht der andere muss sich ändern (wenn es dir zu viel wird hast du jederzeit das Recht zu gehen und das solltest du dann auch tun) und nicht du musst dich ändern.
Mir hat diese Erkenntnis zumindest sehr geholfen 🙂

➡️ Setz das Schritt für Schritt um und übe immer mal ein bisschen (Ich bin darin auch noch laaaaaange kein Meister 😅)

Im letzten Beitrag sprach ich über die verschiedenen Phasen. Wenn du dich bereits in Phase 2 oder gar 3 befindest, wird das alles nicht mehr so leicht sein. Versuch es trotzdem (im Endeffekt kannst ja so oder so nur du dich befreien) und scheue dich nicht Hilfe von Außen anzunehmen, entweder durch Freunde/Familie oder auch durch einen Therapeuten.
Und wenn das Gaslighting wirklich schlimm ist, dann breche den Kontakt bitte ab oder beschränke ihn zumindest auf ein Minimum, auch da such dir ruhig Hilfe, dass durchzustehen.

»Du kannst nicht im selben Umfeld geneßen, in welchem du krank wurdest«

Fazit:

Am Ende hilft also nur sich um sein eigenes Selbstbewusstsein und sein eigenes Selbstwertgefühl zu kümmern. Bleibt bei euch und lasst nicht zu, dass andere sich (länger) um euer Leben und eure Gedanken kümmern.
Ihr seid niemanden eine Rechtfertigung schuldig. Das man aus seiner eigenen Warte heraus mal irgendwas in den anderen und sein Verhalten hineininterpretiert passiert jeden von uns (mir auch noch ständig), aber das ist dann UNSERE Interpretation. Und entweder fragt man dann nach (und glaubt demjenigen) oder man distanziert sich. Je nachdem. Und das Gleiche könnt ihr auch erwarten. Nämlich das man euch fragt und euch dann auch glaubt.
Keiner weiß besser was in eurem Kopf vergeht, als ihr selbst!😉

Buchhinweis:

–> ,,Der Gaslight-Effekt“ von Dr. Robin Stern (sehr empfehlenswert!)

Gaslighting – Was ist das?

Gaslighting ist eine sehr schwere Form der psychischen Gewalt, wobei der Täter, durch Macht und Kontrolle, sein Opfer soweit manipuliert, dass dieses seiner eigenen Wahrnehmung nicht mehr glaubt und beginnt die Wahrnehmung des Täters anzunehmen.

Soweit so gut, schauen wir uns das ganze aber einmal näher an:

Wer übt Gaslighting aus?

Das ist ein ganz wichtiger Punkt:

Gaslighting (oder, ,,emotionale Manipulation“) wird nicht nur von Narzissten oder psychopathischen Menschen genutzt, auch Menschen ohne diese Merkmale können es anwenden. D. h wenn du feststellst das dein Partner, deine Mutter, dein Chef, … solche Verhaltensweisen an den Tag legt, dann muss er/sie deshalb nicht gleich ein Narzisst o.ä sein.

Gaslighting wird, wider erwarten, nämlich meist gar nicht so bewusst benutzt, sondern geschieht oft ohne das derjenige direkt eine bewusste Manipulation geplant hatte (was es aber auch nicht wirklich besser macht – Selbstreflexion könnte da helfen). Hauptsächlich wird Gaslighting verwendet, wenn ein Mensch sehr viel Kontrolle braucht. Diese versucht er dann auch, mit aller Macht, über andere Menschen ausüben.

Die 3 Phasen des Gaslighting

Phase 1.) Die Anfangsphase – es passiert nur hin und wieder

Deine Standardreaktion: ,,Wovon redest du überhaupt?

Beispiel: Du unterhälst dich nur mit jemand des anderen Geschlechts. Dein Partner ist rasend eifersüchtig und der Meinung du hättest hemmungslos geflirtet. Ein Nicht-Gaslighter würde nun vll sagen ,,Na gut, ICH habe ein Problem mit meiner Eifersucht, wahrscheinlich wollte er/sie mich mit seinem/ihrem Verhalten aber gar nicht verletzen.“

Der Gaslighter dagegen kommt jedoch gar auf die Idee, dass es eigentlich um seine Eifersucht, Unsicherheit und Paranoia geht. Er wird der Meinung sein, dass ER unter deinem Verhalten leidet und daran ist nur einer Schuld: DU! Du bist schuld, weil du in Wirklichkeit auf seine Gefühle scheißt. In Wahrheit willst ihn nur verletzen und machst das doch absichtlich! Aber es reicht nicht das er deine Boshaftigkeit nur erkannt hat, nein er wird auch noch alles dafür tun das du ihm auch zustimmst, wie boshaft du bist (Kontrolle). Stimmst du ihm nicht zu, dann reagiert er strafend mit stundenlangen Beleidigungen, Drohungen, Beschimpfungen, Brüllen, Schweigen oder anderen Formen der Gewalt.

Eine tatsächlich logische Reaktion darauf ist sich zu rechtfertigen: ,,Schatz, ich habe mit ihm/ihr nicht geflirtet. Wir haben uns nur ganz normal unterhalten. Wie kommst du nur darauf das ich dich absichtlich verletzen will?!“ –> Ein Nicht-Gaslighter würde jetzt vll sagen ,,Okay, ich glaube dir. Es tut mir leid, meine Eifersucht geht manchmal mit mir durch. Ich versuche das besser in den Griff zu bekommen.

Beim Gaslighter sieht das anders aus. DU hast etwas falsch gemacht und DU musst das genauso sehen wie er. Wenn du es nicht so siehst und ihm nicht zustimmst, dann bist du in Wirklichkeit noch boshafter als angenommen. Dann willst du ihn scheinbar noch mehr leiden sehen. Wie kannst du ihn/sie nur anlügen?! Perfide wird es dann wenn dir der Gaslighter plötzlich vorwirft DU würdest SEINE Wahrnehmung verdrehen wollen.

❗ In Phase 1 wunderst du dich also noch über den Gasl. Wenn er dich kritisiert, einschüchtert, dir etwas vorwirft, usw. sagst du: ,,Ach komm schon“ oder ,,Das stimmt doch nicht“ (Rechtfertigung)
–> Du hast noch immer deine eigene Perspektive und fragst dich ,,Was stimmt mit IHM nicht?“

Ein weiteres Beispiel:

Ich räumte immer morgens die Küche auf. Irgendwann behauptete mein Freund er müsse das jeden Tag tun, wenn er von der Arbeit kommt und ich würde überhaupt nichts machen. Ich wusste jedoch ganz genau das ICH das jeden Morgen mache. ICH mit MEINEN Händen und das die Küche sauber war, wenn er kam. Er war allerdings der festen Überzeugung das er alles machen musste und da gab es auch keinen Weg, kein Argument ihm zu versichern das ICH es doch eigentlich erledige. Ich war nicht nur faul und ließ ihn mit dem Haushalt allein, sondern log ihn auch noch frech an … Das war seine Sicht und davon ließ er nicht ab. Ich fing an jedesmal einen Strich auf einen Zettel zu machen, wenn ich die Küche sauber machte. Fotografierte die sie kurz bevor er kam. Weil nicht mehr wusste, ob er nicht vll doch recht hat und ich verrückt werde.

❗SEINE Wahrnehmung war die einzig richtige. Eine andere Wahrnehmung existiert für den Gaslighter nicht. Er denkt etwas von dir und dann ist das eben so und das wird solange wiederholt bis du zustimmst.
Und irgendwann fragst du dich dann…

Phase 2.) Was stimmt mit MIR nicht?

Gaslighting funktioniert nur wenn wir uns auch darauf einlassen, d.h zum Gaslighting gehören immer 2. (Was NICHTS mit selbst Schuld haben zu tun hat! Zudem spreche ich davon, wenn wir erwachsen sind, denn als Kind hast du keine Möglichkeit zu reagieren. Menschen die übrigens bereits in ihrer Kindheit Opfer von Gaslighting wurden, sind auch später viel anfällig dafür – Logisch, denn du durftest ja nie eine eigene Meinung entwickeln und behalten.)

Während wir in Phase 1 noch versuchen für unsere Meinung einzustehen und einen Kompromiss mit dem Gasl. zu finden, beginnen wir in Phase 2 nun immer mehr die Situation aus seiner Perspektive zu betrachten (,,Ich würde mich auch nicht gut fühlen an seiner Stelle. Ich kann ihn ja verstehen. Vll habe ich mich wirklich falsch verhalten.“ ) und versteht mich da nicht falsch. Dinge aus der Perspektive des anderen betrachten zu können, ist eine wichtige empathische Eigenschaft. Gefährlich wird es erst, wenn wir beginnen unsere eigene Perspektive dafür hintenanzustellen bzw. gar nicht mehr zu beachten.

Wir verstehen also unseren Gegenüber und da wir mit ihm in irgendeiner Art von Vertrauensbeziehung (wichtig☝sonst funktioniert das Gasl. nicht) stehen, wollen wir meist auch von ihm/ihr anerkannt werden. Wir wollen das derjenige uns als guter/tüchtiger/liebenswerter…. Mensch betrachtet, jedoch hat dieser ja ständig etwas auszusetzen.

Nun geben wir uns also umso mehr Mühe demjenigen gerecht zu werden, natürlich auch aus Angst vor der Ablehnung, dem Brüllen usw. das sonst folgt.

Wenn er/sie nun also findet das: ,,…Ich so spät zu Bett gehe, um ihn/sie damit zu ärgern, vll ist das dann auch so? Mich würde das ja auch stören und klar, ich will ihn/sie nicht bewusst ärgern, aber was ist wenn ich es unterbewusst doch irgendwie will und tue? Vll merke ich es ja nur nicht?
–> Hier fängt der Punkt an, wo man nicht mehr seine/ihre Wahrnehmung der Dinge in Frage stellt, sondern seine eigene. Man beginnt an der eigenen Wahrnehmung zu zweifeln.

Und wenn du dir noch so sicher bist, dass es nicht stimmt was er/sie sagt: „Was ist wenn er/sie doch ein bisschen recht hat?“ – ,,Vll sehe ja doch ICH die Sache falsch und nicht er/sie?“ .

Der Gasl. will immer Recht haben und er wird versuchen dieses Recht mit aller Gewalt durchzusetzen. Entweder brüllt er dich in Grund und Boden oder er redet solange nicht mehr mit dir, bis du ihm zustimmst oder er beschimpft dich, erniedrigt dich, sagt dir immer wieder wie dumm du bist usw.
==> Er (der Gasl.) konditioniert dich darauf, zu denken wie er!

Du wirst versuchen diese übertriebenen Reaktionen zu vermeiden – du wirst dich anpassen. Wenn er/sie findet du flirtest mit jedem, dann versuchst du vll Gespräche mit Fremden zu vermeiden, um ihn/sie nicht zu verärgern und dem drohenden Streit aus dem Weg zu gehen. Oder du wirst perfektionistisch, um bloß keinen Fehler zu machen. Du möchtest ein Problem ansprechen oder möchtest vll wegfahren/ausgehen, aber du hast Angst vor seiner/ihrer Reaktion bzw weißt wie er/sie darüber denken wird, also lässt du es besser: ,,So wichtig war es ja eigentlich eh nicht“ …

➡️ Du gibst dich Stück für Stück immer mehr selbst auf. Seine Wahrnehmung wird langsam zu deiner Wahrnehmung (,,Er/sie hat schon recht, irgendwie flirte ich wirklich mit jedem. Scheinbar merke ich das gar nicht. Wie schlimm ich bin!“ oder ,,Vll bin ich wirklich so dumm wie er/sie sagt“ )

Phase 3.) Du übernimmst vollends die Wahrnehmung des Gaslighters

Während du in Phase 1 noch versuchst den Gasl. zu überzeugen das er unrecht hat, wächst der Drang nach Verschmelzung in Phase 2 schon immer mehr. Du versuchst es ihm/ihr immer öfter recht zu machen. In Phase 3 jedoch ist der Drang nach Verschmelzung am größten geworden, du willst nur noch endlich seine/ihre Anerkennung bzw Liebe.

Du wirst apathisch und hast weder Energie noch Lust dem Gasl. zu widersprechen (,,Wozu auch, er hat doch recht?“ ). Wenn er/sie sagt du bist dumm oder unnütz, dann wird das auch so sein.

Du hast dich so sehr angestrengt und trotzdem kannst du ihm/ihr nicht gerecht werden. Vor allem wenn derjenige schon von Anfang an völlig verklärt wurde (,,Der perfekte Mann!“ – ,,So eine aufopferungsvolle Mutter“ ➡️ in Eltern-Kind-Beziehung ist es übrigens normal, dass die Bezugspersonen in der Kindheit „verklärt“ wird. Ohne könnte das Kind nicht überleben) usw., bleibt die einzige Schlussfolgerung für das Opfer das nicht der Gasl. das Problem ist, sondern das Opfer selbst.
Er sagt die Dinge also nicht mehr nur, DU glaubst sie selbst.

–> Bsp.

Er/sie ist von etwas verletzt:

Phase 1 = Du rechtfertigst dich: ,,Ich hab das
nicht böse gemeint

Phase 2 = Du glaubst du könntest vll schuld
sein

Phase 3 = Du WEIßT, du bist schuld

Er sagt der Himmel ist grün, also glaubst DU der Himmel ist grün. Klar, du schaust hoch und er sieht blau aus, aber dann siehst DU eben falsch. Irgendwas stimmt mit DIR nicht. Der Gasl. kann nicht unrecht haben.

Der Gasl. hat recht und du unrecht, ist in der letzten Phase also die Einstellung – sowohl vom Opfer, wie auch vom Täter. Im Prinzip leidest du unter einer Art der Gehirnwäsche.

Gaslighting ist schwerer emotionaler Missbrauch und keine Lappalie, wie man nun merken kann. Und tatsächlich verläuft alles ganz schleichend. Die Folgen können nicht selten (schwere) Depressionen, Angstzustände, zerstörtes Selbstwertgefühl, (K)PTBS, psychosomatische Beschwerden, usw. sein.

Frauen oder Männer, die vorher mitten im Leben standen und erfolgreich waren, können nach so etwas nur noch ein Schatten ihrer selbst sein, also vorsichtig wer mit dem Finger auf andere zeigt und der Meinung ist, ihm könnte das niemals passieren

(Zum 2. Teil: ,,Gaslighting – Wie wir uns daraus befreien“ geht’s Hier)

Buchhinweis:

–> ,,Der Gaslight-Effekt“ von Dr. Robin Stern (sehr empfehlenswert!)

Was sind Träume?

Die Wissenschaft ist sich bis heute uneins darüber, welchen Zweck unsere Träume überhaupt erfüllen sollen. Warum träumen wir? Warum erinnern wir uns manchmal daran und manchmal nicht?


Allgemein sprechen wir davon, dass Träume sich mit unseren Alltagserlebnissen beschäftigen. Viele sind deshalb sogar der Meinung das wir auf unsere Träume nicht sehr viel geben bräuchten oder sollten.
Gehen wir nun aber davon aus das Träume unser Erleben, unsere Gedanken und Gefühle reflektieren, also all das was wir im Wach-Bewusstsein erleben, dann lohnt es sich doch allemal seinen Blick näher darauf zu richten, denn wissen mir nicht spätestens seit Freud, dass unser Bewusstsein nur einen sehr kleinen Teil ausmacht? Das ein Großteil der Dinge die wir wahrnehmen und fühlen, gar nicht erst in unsrem Alltagsbewusstsein ankommt?

»Was der Traum zeigt, ist der Schatten dessen, was an Weisheit im Menschen vorhanden ist, selbst wenn er im Wachzustand nichts davon wissen mag…Wir wissen nichts davon, weil wir unsere Zeit mit äußerlichen und vergänglichen Dingen vertrödeln und dem, was in uns real ist, keine Aufmerksamkeit schenken.«

Paracelsus

Im täglichen Leben benutzen wir überwiegend unsere linke Gehirnhälfte, die logische, rationale, die, die über Sprache kommuniziert. Doch dann gibt es da ja noch mehr.
Könnten wir schließlich alle Fragen mit unserem rationalen Verstand klären, gäbe es keine unklaren Sorgen, Gedanken, Gefühle und Krankheiten mehr.

Träumen wir, dann ist es für uns völlig normal, wenn uns ein Elefant verfolgt, wir gegen Monster kämpfen müssen, uns ein Arm mehr wächst oder wir sogar Weltmeister im Fußball werden.
Träume drücken sich also in einer besonderen Art von Bildersprache aus und sobald man sich darüber klar ist, wird man erkennen das der Elefant oder das Monster jemanden oder etwas symbolisiert, der oder das einen erschreckt oder zu erdrücken droht. Das uns ein Arm mehr wächst, weil wir uns im Alltag den täglichen Aufgaben nicht mehr gewachsen fühlen und wortwörtlich einen Arm mehr dazu bräuchten, um alles zu schaffen.


Lernen wir unsere Träume zu deuten, lernen wir also auch ungemein viel über uns selbst. Wir können unbewusste Muster aufdecken, Sorgen aus dem Weg räumen, die uns nicht mal als Sorgen bekannt waren oder geheime Wünsche, Sehnsüchte oder auch Talente aufdecken – Kurz: Wir können uns dadurch selbst besser kennenlernen und weiterentwickeln.

Was wir daran auch erkennen ist, dass sich Träume über eine sehr dramatische, übertriebene Art äußern. Nur so können wir allerdings ihre Botschaften erkennen.
Würde es reichen zu sagen ,,Hey, du bist unglücklich in deiner Beziehung.“, dann könnte uns jeder gute Ratschlag der Freundin zur Erleuchtung führen, meist verstehen wir aber erst, wenn wir es fast schon übertrieben bildhaft vor Augen geführt bekommen.
Träume reflektieren ja nicht nur die kleinen Dinge, die uns im Wachbewusstsein entgangen sind (wie z.B die nonverbale Kommunikation unseres Chefs, die aussagt das wir uns dringend vor ihm in Acht nehmen sollten, während seine Worte jedoch stets sehr freundlich sind und uns damit täuschen), sondern auch eine enorme Menge an Gedanken und Gefühlen, die uns im Alltagsbewusstsein entgangen sind. Die tief irgendwo in uns liegen und uns beeinflussen, ohne das wir es merken.
Sehen wir die Träume also als Sprachrohr unseres Herzens an, als Kommunikationsmittel unserer Seele mit uns zu sprechen oder für die Martialisten: Die Sprache der rechten Gehirnhälfte, dann ergibt einiges umso mehr Sinn.


Und warum sollte uns das überhaupt interessieren? Warum sollten wir darauf hören?
Weil wir eben nicht nur äußerlich funktionieren, solange wir auch nur einem Gedanken denken oder ein Gefühl fühlen, solange etwas innerlich in uns stattfindet, funktionieren wir auf der Inneren und Äußeren Ebene gleich und ignorieren wir die Eine, geraten wir ins Ungleichgewicht.
Der Verstand kommuniziert über Sprache und Zahlen und die rechte Gehirnhälfte über Gefühle und Bilder.
Es ist allerdings fast ein bisschen wie bei dem Spiel ,,Scharade“, wo man durch pantomimisch dargestelltes, erraten muss was gemeint ist 😅.

»In jedem von uns steckt ein anderer, den wir nicht kennen. Er spricht mit uns in Träumen und sagt uns, wie anders er uns sieht als wir uns selbst. Wenn wir uns in einer schwierigen, ausweglosen Lage befinden, kann er uns daher manchmal ein Licht aufstecken, dass unsere Haltung radikal ändert – eben die Haltung, die uns in eine schwierige Lage gebracht hat.«


C.G.Jung

Und warum können wir uns nicht immer
erinnern?

Auch diese Frage ist bis heute nicht restlos geklärt.
Eine neuere Hypothese stützt sich auf die (bewiesene) Tatsache, dass unser Gehirn nach dem Aufwachen bis zu 15 Minuten braucht, um zu voller Leistungsfähigkeit „hochzufahren“. In dieser Phase arbeitet vermutlich auch das Gedächtnis nur eingeschränkt und vermag Trauminhalte deshalb nicht immer nachhaltig zu speichern. Das erklärt warum es sinnvoll ist, seinen Traum direkt nach dem Aufwachen zu notieren, jedoch nicht warum uns manche Kindheitsträume noch heute so lebhaft in Erinnerung sind, als wären wir eben erst daraus erwacht.
Es scheint so, als würden uns die wichtigsten Botschaften bzw die emotional stärker (positiv wie negativ) besetzten Träume fester in Erinnerung bleiben.
Träume die uns nicht mehr aus dem Gedächtnis weichen, lohnen sich also allemal näher anzuschauen.

I

Mobbing

Was ist Mobbing?

Mobbing ist schwere, psychische Gewalt und zwar der übelsten Sorte, da hier bewusst direkt auf den Selbstwert eines Menschen gezielt wird (und gerade in der Gruppe, kann man sich kaum wehren).
Und nein, dass ist nicht nur mein subjektives Empfinden, sondern von schwerer, psychischer Gewalt wird laut Definition geredet.
Zum Mobbing zählt:

  • das Schikanieren des Opfers
  • das Auslachen
  • das Verleumden
  • das Demütigen (jeglicher Art)
  • die soziale Ausgrenzung (,,DICH wollen wir
    nicht dabei haben!“)
  • ständige Kritik an der Person selbst (,,Guck
    mal wie hässlich du bist“ – ,,Du bist so
    dumm“ – ,,Wer will so jemand ekliges wie
    dich schon haben?“)
  • Gewaltandrohung oder sogar -ausübung
  • Machtmissbrauch (z.B eine ganze Gruppe
    gegen eine Person oder der Chef gegenüber
    seines Angestellten)
  • und jegliches weiteres seelisches Quälen
    und Verletzen

All das wird zudem regelmäßig ausgeführt und ist keine einmalige Handlung. Dann kann es nur eine Person sein, die mobbt, meistens sind es aber mehrere, die sich zusammenschließen. Und ja, Mobbing kann überall stattfinden – in der Schule, auf der Arbeit, in der Familie (in meinem Elternhaus, also beide Elternteile geschlossen zusammen, war das eigentlich Gang und Gebe mir gegenüber – also alles, von ausgrenzen und plötzlichen ignorieren, auslachen, spotten, nachäffen über Demütigungen, bloßstellen privat oder in der Öffentlichkeit, Beleidigungen, usw.) , im „Freundes“kreis oder sogar in der Beziehung.

Praxisbeispiele:

Also ich selbst hab das Mobbing gar nicht so krass abbekommen früher. So richtig weiß ich das aber, ehrlich gesagt, auch nicht mehr, dazu fehlen mir einfach zu viele Erinnerungen an die Schulzeit. Ich weiß nur das ich tierisch ungern zur Schule gegangen bin und in den Pausen hab ich versucht irgendwohin zu verschwinden oder mich in Büchern zu verkriechen. Da waren schon viele Momente dabei wo ich ausgelacht oder rumgeschubst wurde (das Auslachen fand ich am schlimmsten, da das meine Eltern auch zuhause immer mit mir machten. Und dann gab es natürlich diverse Beleidigungen und abschätzige Blicke und immer wieder das Gefühl ,,Die wollen dich nicht. Du bist falsch. Deine bloße Existenz stört sie bereits. “ und auch an angespuckt werden kann ich mich noch erinnern – vor allen Kindern im Schulbus – das war so demütigend), aber wir wollen jetzt erstmal von den wirklich schlimmen Fällen reden:

Eine meiner Freundinnen hatten sie richtig auf den Kicker. Die wurde in die Schultoilette gezerrt, im Schrank eingesperrt (wofür SIE dann Ärger vom Lehrer bekam), geschubst, beleidigt, ausgelacht, ihre Sachen weggenommen, Lügen über sie erzählt, geschlagen (sie wurde von einem Klassenkameraden so fest in den Bauch/Unterleib geschlagen, dass die ärztliche Sorge bestand das sie überhaupt keine Kinder bekommen kann und sie erlitt tatsächlich auch mehrere Fehlgeburten), usw. Wenn sie heute über ihre Erinnerungen daran spricht, tut es mir einfach nur so unendlich weh (vor allem da ich leider auch nicht unschuldig war). Sie ist so ein toller Mensch. Was ich richtig schlimm fand, waren die („coolen“) Mädels eine Klasse über uns, die spielten ihr vor das sie mit ihr befreundet sein zu wollen, nur um sie dann richtig fies auflaufen zu lassen.

Das ging eigentlich jeden Tag so, bis sie irgendwann die Schule wechselte und dort ging es…naja…es war zumindest nicht ganz so extrem.
Wenn ich mich heute mir ihr unterhalte, wird mir das Ausmaß dessen erst einmal richtig bewusst, was das mir ihr gemacht hat.

Meine andere Freundin wurde ebenfalls beleidigt, bespuckt, ausgelacht, Behauptungen aufgestellt, Sachen weggenommen und es wurde sogar ihre Kleidung angezündet. Die war zwar nicht das Daueropfer, hatte es mit den Attacken aber keinen Deut besser.

Die Tochter dieser Freundin wird mittlerweile auch in der Schule gemobbt. Sie hat sich einmal zur Wehr gesetzt und die Federmappe nach dem Täter geworfen, daraufhin hat SIE Ärger von der Lehrerin bekommen (das Muster, dass das Opfer die Schuld und Konsequenzen bekommt, wiederholt sich ständig) . Und wisst ihr warum das Mädel gemobbt wird? Weil sie 5kg mehr auf den Rippen hat (und selbst wenn sie 50kg zu viel hätte – überlegt euch mal diese Absurdität, jemand aufgrund seines Körpergewichtes als Mensch abzuwerten!). Wisst ihr was sich so ein Kind dann fragt? ,,Was ist falsch mit mir?“ und wisst ihr was?: NICHTS!

Warum wird gemobbt?

Aus unterschiedlichen Gründen. Es gibt ja zum einen auch erstmal unterschiedliche Arten von Mobbern:

1.) den Initiator (der sich ein Opfer rauspickt und auch immer wieder dafür sorgt das der Gesprächsstoff über das Opfer nicht abreißt) –> da fällt mir z.B sofort eine aus unserer Parallelklasse ein oder meine
damalige, vorübergehende Chefin in der Ausbildung.

➡️ Unbehandelte Soziopathen und Narzissten sind übrigens oft (wenn auch nicht immer) die perfekten Initiatoren, denn egal was dem Opfer passiert, selbst wenn es sich vll sogar etwas antut, es juckt sie meist einfach nicht – Sie sind im Recht, das Opfer hat selbst Schuld. Aber auch Menschen die sich einfach selbst nicht die Bohne ausstehen können, brauchen jemand anderes, um sich durch dessen Abwertung, selbst besser zu fühlen

2.) die ,,Flying Monkeys“ (den Begriff. schnappte ich letztens wo auf und der ist SO passend) –> das sind die ,,guten Freunde“ des Initiators, die jeden Scheiß glauben und mitmachen, die der erzählt.

➡️ das sind sowas wie die Soldaten der Regierung, die denken selbst nicht viel (sie befolgen schließlich „nur“ Befehle) , handeln aber aus voller Überzeugung. Die haben meist gar nicht immer selbst einen gebrochenen Selbstwert, sondern denken einfach nur nicht soviel drüber nach, was sie da gerade anstellen und warum. Die finden das meist einfach „witzig“ oder glauben sie hätten das Recht dazu, weil der andere ja nun mal dick ist oder ne schiefe Nase hat

3.) die Gelegenheitsmobber –> die machen ab und zu mit, wenn sie gerade nichts besseres zu tun haben, sollte deren Laune gut sein, reden sie aber auch ganz normal mit dir.

➡️ das fällt in den Bereich Gruppendynamik, auch die machen sich wenig Gedanken darüber was sie anrichten, haben aber gar nicht pauschal ein Problem mit dir, sondern lassen sich einfach „mitreißen“

4.) die „Hauptsache-ich-werde-nicht-gemobbt“ Mobber –> die mobben mit, aus dem Grund das nicht sie gemobbt werden, wenn ein
anderer dran ist.

↪️ dazu gehörte übrigens ich 🙋‍
Jap, ich war früher leider überhaupt kein Engel . Ich habe meine Freundin damals auch ziemlich drangsaliert. Mir klappt jedes Mal aufs Neue die Kinnlade herunter, wenn sie erzählt was ich damals gemacht habe. Sie sagt das nie in einem anklagenden Ton, weshalb ich sie jedesmal wieder frage wie sie das schafft und das es krass ist, dass sie heute überhaupt mit mir redet (wir hatten viele Jahre keinen Kontakt, von meiner Seite aus sogar).

Ich war zwar noch nie der Typ, der groß zusammen mit der Masse agiert, trotzdem habe ich unmögliche Sachen gerissen. Sie hat erzählt das ich ihr z.B Briefe geschrieben habe, wo ich so tat als wäre ich einer der Jungs, der auf sie steht. Ist das nicht widerlich? Oder das ich auch plötzlich nicht mehr mit ihr geredet und über sie gelästert habe. Sogar zu Erpressung, etc. kam es von meiner Seite aus. Ich weiß wirklich so gut wie fast gar nichts mehr aus dieser Zeit, aber das ist ja keine Rechtfertigung. Das macht ja das, was passiert ist, nicht ungeschehen. Nicht für sie. Und ich denke schon das in meinem Kopf bestimmt rumging, das nicht ich dran bin, wenn sie es ist, die leidet.

Aber nochmal: So etwas ist NIEMALS eine Rechtfertigung! Die Gründe dafür anzuerkennen hilft sich selbst nicht zu verurteilen und in der Schuldspirale hängen zu bleiben, aber das spricht einen nicht von der Verantwortung der eigenen Taten frei.

‼ Keine dieser 4 Formen ist okay ‼

Nicht einmal ansatzweise. Egal welche Erklärung man dafür hat.
Passt auf: Ich denke, ich war als Kind sehr komisch. Ich kann daher verstehen warum andere Kinder mich nicht einzuschätzen wussten und was fremd oder komisch ist, wird prinzipiell gerne abgelehnt. Nur war es aber so, dass ich ja nicht ohne Grund komisch war. Ich meine, kein Kind kommt ,,komisch“ zur Welt. Zuhause war es Mist und wenn ich in die Schule kam, war es auch Mist – Natürlich schlägt sich das auf dein Verhalten nieder. Das Gleiche war es mit meinen Freundinnen, beide hatten ein schwieriges Elternhaus.

❗Daher Merke❗


–> beim Mobbing werden sich immer die
Schwächsten rausgesucht (und das ist
ARMSELIG und KEIN Zeichen von Stärke!)

‼ MOBBER SIND TÄTER – KEINE OPFER ‼

Mir Wurst mit welcher rührseligen Geschichte einer ankommt, was für ne schlimme Vergangenheit er hatte oder das er sich doch nur wehren müsse oder sonst was.
Wenn dir die Fresse von jemanden nicht passt, denk dir deinen Teil und geh weiter.
Du hast NICHT DAS RECHT jemand als Mensch abzuwerten, nur weil DIR irgendwas nicht passt. Punkt.

Spätestens als Erwachsener sollte man das checken und sich, auch wenn man in der Kindheit Mobber war, aufrichtig beim Opfer entschuldigen. Nicht mit der Intention einem würde alles vergeben und vergessen (womit man eh nicht rechnen sollte), sondern aus ernsthafter Reue. Auch wenn das für das Opfer nichts ungeschehen macht, ist ehrlich zuzugeben das man sich falsch verhalten hat und das Opfer gar nicht das Problem war, etwas immens wichtiges. Nicht für euch, sondern für das Opfer.

Was sind die Folgen von Mobbing?

  • Zerstörter Selbstwert (sowie Selbstvertrauen/-bewusstsein)
  • Depressionen
  • soziale Isolation
  • PTBS bis komplexe PTBS
  • dauerhafte Angespanntheit
  • Schreckhaftigkeit
  • Alpträume und Schlafstörungen
  • Nervosität
  • Panikattacken
  • Übelkeit
  • somatoforme Beschwerden wie Migräne, Bauchschmerzen (Magen-Darm Trakt), Hautkrankheiten wie Neurodermitis können begünstigt werden, und weitere
  • Erschöpfungszustände
  • selbstverletzenden Verhalten [da werden Kinder (od. Erwachsene) zuhause und/oder in der Schule (od. Job) fertig gemacht und dann wird sich noch darüber beschwert und lustig gemacht, dass sie sich selbst verletzen, weil sie anders nicht mehr mit dem Druck umzugehen wissen – Mal zum drüber nachdenken, wie krank das ist! ]
  • und SELBSTMORD! (Mobbingopfer tragen also nicht nur lebenslange, seelische Narben (und große und tiefe noch dazu) davon, sondern sie können unter der Last auch völlig zusammenbrechen und sich das Leben nehmen. Nicht wenige junge Schulkinder begehen allein wegen des Mobbings Selbstmord. 8-Jährige!)
  • Auch extreme Schamgefühle können ein Leben lang bestehen bleiben (nur wofür sollen sich die Opfer eigentlich schämen?! Sie haben nie etwas falsch gemacht!)

An die Opfer:


IHR SEID GUT SO, WIE IHR SEID!


Wenn andere ein Problem mit euch haben, ist das DEREN Problem. Man kann ein Problem normal ansprechen und man muss sich auch nicht mögen (dann geht man sich eben einfach aus dem Weg), aber sobald jemand mobbt, geht es nicht mehr um etwas ernsthaftes, das ihr falsch gemacht habt, sondern es geht ausschließlich darum euch abzuwerten (egal wie und warum) und das tun nur Menschen, die sich selbst so abstoßend finden, dass sie sich irgenwie (auf Kosten anderer) erhöhen müssen.

Ja, das kann ebenfalls an einem problematischen Elternhaus des Mobbers liegen, an narzisstische Elternteilen usw. Das sind die Gründe (die tatsächlich wichtig sind zu verstehen, um so selbst begreifen zu können das es niemals um einen Selbst ging, man also weder falsch ist noch etwas falsch gemacht hat, sondern immer nur um den Mobber, das waren seine Probleme, ihr musstet nur herhalten – Was andere mit euch anstellen hat nie etwas mit euch zu tun, auch wenn man durch schlimme Taten immer wieder dieses Gefühl bekommt und auch die Täter selbst etwas anderes behaupten), aber eben niemals eine Entschuldigung.
IHR SEID VÖLLIG IN ORDNUNG, DEREN VERHALTEN IST FALSCH.
Vergesst das bitte nie ❤

Emotionale Gewalt

Gerade emotionale Gewalt wird in unserer Gesellschaft noch immer sehr gerne bagatellisiert oder sogar ignoriert.
Ganz zu unrecht, wie ich finde.
Sprechen wir nämlich von sexueller oder physischer Gewalt und den darauffolgenden Schäden für die Opfer, so weiß meist jeder relativ schnell was gemeint ist. Wusstet ihr aber das emotionale Gewalt ganz ähnliche Folgen für die menschliche Psyche und den Körper haben kann?
Im MRT lassen sich z.B die gleichen neuronalen Veränderungen im Gehirn durch emotionalen Missbrauch feststellen, wie auch durch sexuelle oder physische Gewalt.

(Mehr Infos dazu Hier und Hier)

Was verstehen man unter emotionaler Gewalt/emotionalen
Missbrauch?

Wer jemanden missbraucht, der nutzt diesen, gegen seinen Willen, für die eigenen Zwecke aus. Was beim physischen und sexuellen Missbrauch auf der körperlichen Ebene stattfindet, geschieht beim emotionalen Missbrauch auf der psychischen/emotional bzw. zwischenmenschlichen Ebene und genau dort sind die Folgen der Gewalt sowohl für das Opfer, wie aber auch für Außenstehende kaum äußerlich sichtbar. Dies ist auch ein Grund dafür, warum diese Form des Missbrauchs gerne mit Sätzen wie:

  • ,,Hab dich doch nicht so.“
  • ,,Ich glaube, du übertreibst.“
  • ,,Das war doch nur ein Spaß! Sei nicht so eine Spaßbremse!“ oder
  • ,,Ich verstehe gar nicht wo dein Problem liegt? Da war doch gar nichts weiter.“

usw. abgetan wird.

Emotionale Gewalt gegen andere wird meist dann angewandt, wenn ein fehlendes oder ‚fehlerhaftes“ Gefühl kompensiert werden muss. Wenn sich der Vater (bzw. die Mutter) oder der Ehemann(-frau) z.B selbst stark minderwertig fühlt, dann gibt es natürlich verschiedene Möglichkeiten wie er(sie) damit umgehen kann. Eine dieser Möglichkeiten wäre u.a das er dieses Gefühl der Unterlegenheit, gegen eins der Überlegenheit austauscht. Und wie erreicht er das?

Indem er einen Schwächeren (Kinder, Partner, usw) z.B mit demütigenden Worten straft, ihn auslacht, herabwürdigt, usw.
Selbstverständlich muss das aber natürlich nicht immer am Gefühl der Minderwertigkeit liegen, manchmal kann es auch eine innere Leere sein, „schlichte“ Wut, die nicht anders auszudrücken gewusst ist. Hass (der aber meistens vom Täter auf sich selbst bezogen ist und nur auf andere ungelenk wird) ect.

Es ist so, das emotionale Gewalt meist von nahestehenden Personen ausgeübt wird (also dem Partner, Familienmitgliedern, „Freunden“, oder auch von Nachbarn, Mitschülern, Lehrern, Kollegen, dem Chef – allen, zu denen man eben in irgendeiner Form eine Beziehung aufgebaut hat), da der Täter eine enge Bindung zum Opfer benötigt, um „erfolgreich“ zu sein. Im „besten Falle“, eine Beziehung in der der andere in irgendeiner Art und Weise unterlegen und/oder auf den Täter angewiesen ist.

Wichtig ist hierbei: Nicht in jeder Beziehung, in der es Probleme gibt oder die unfreundlich auseinander geht, wendet der Partner gleich psychischen Missbrauch an. Der richtige Gewalttäter handelt aus Vorsatz, auch ohne die Motivation für sein Handeln zu erkennen und mit der bewussten Absicht, das Opfer in irgendeiner Form zu quälen. Eine Veränderung seines Verhalten zu erwägen, kommt ihm dabei selbstverständlich auch nicht in den Sinn, ganz im Gegenteil fühlt sich der Täter sogar noch im Recht und wälzt die Schuld eher auf sein Opfer ab.

Welche Formen von emotionalen
Missbrauch gibt es?

Ich glaube die Bandbreite davon ist riiiesig, denn auch da kommt es wieder darauf an was das Opfer als schlimm empfindet. Grundsätzlich können wir aber sagen das zu emotionaler Gewalt zählt:

  • bloßstellen
  • lächerlich machen vor anderen / auslachen
  • beleidigen, beschimpfen
  • herabwürdigen, diskriminieren
  • dauerhafte Kritik
  • Manipulation
  • ignorieren
  • Bedrohen, Einschüchtern, Nötigen
  • einsperren/Isolation
  • übermäßige Kontrolle ausüben
  • Wahrnehmung verdrehen (Gaslighting)
  • ständige Schuldzuweisungen
  • Stalking
  • Mobbing
  • Erpressung
  • Rufmord
  • starkes unter Druck setzen
  • wiederholter, bewusster Verrat
  • Gefühle und Empfindungen kleinreden
  • nicht ernst nehmen, Gefühle ganz absprechen

Gerade zum letzten Punkt würde ich gerne etwas sagen:
Viele Eltern, aber auch Partner/Freunde etc. nehmen absolut gar nicht ernst was der Gegenüber da von sich lässt.
Wenn ein Kind oder aber auch die Frau oder der Mann etc. weint oder sagt das er/sie etwas nicht mag, nicht will usw. dann nehmt das bitte ernst und sagt nicht Sachen wie: ,,Ach komm, so schlimm findest du das bestimmt gar nicht“ oder ,,Hör auf zu heulen. Du übertreibst total„. Ihr wisst doch gar nicht was im anderen vor sich geht, also tut bitte auch nicht so.

Auch was das lächerlich machen oder verspotten angeht, hat das nichts mehr mit Witz und „Spaßbremse sein“ zu tun – Humor ist wichtig und gerade auch über sich selbst lachen zu können. Auch sich gegenseitig zu necken kann sehr schön sein, aber wenn Dinge gesagt werden, die der Andere offensichtlich nicht schön oder lustig findet (gerade vor anderen Menschen) dann ist eine Grenze erreicht.
Nicht immer kann man natürlich sofort wissen, wann genau man beim anderen eine Grenze überschreitet, da der jeweilige Humor ja nun mal ganz verschieden ist. Auch ich muss da manchmal aufpassen das ich mit meinem, zugegeben, manchmal etwas fraglichen Humor so manch einen nicht zu sehr auf die Füsse trete😅, aber sobald man merkt das es für den anderen jetzt zu viel wird, ist definitiv aufhören angesagt.

Sehr schlimm finde ich auch das Verhalten das z.B sehr viele Partner oder Eltern sehr gerne an den Tag legen: ,,DU verhältst dich falsch. Nur weil DU das und das tust, muss ich so zu dir sein [–> das Opfer wird selbst verantwortlich gemacht, was z.B starke Schuldgefühle und Scham auslöst, Bei solchen Leuten ist es außerdem egal wie du dich verhälst – Das Problem ist deren Verhalten, NICHT DU!].

Gerade dieses Muster fahren viele missbräuchliche Täter, denn durch die Schuldzuweisungen und Diskriminierungen fängt das Opfer an, sich selbst die Schuld zu geben und nicht dem Täter. Es verliert immer mehr an Selbstvertrauen und Stärke, was dem Täter damit natürlich in die Hände spielt.
Natürlich steckt hinter so einem Täter oft selbst ein langer Leidensweg und meist geben sie nur das weiter, was sie selbst erfahren haben, aber das ist trotzdem keine Entschuldigung!
Niemals, Leute!
Wir haben immer noch einen freien Willen und wenn wir uns entscheiden, anderen zu schaden, dann tun wir das BEWUSST und nicht weil wir eine schlimme Kindheit oder sonst was hatten! Die Kindheit ist nicht für alles eine Ausrede.

Was kann durch emotionalen Missbrauch
geschehen?

Wie bereits erwähnt, lässt sich emotionale Gewalt (und Traumata) im Gehirn erkennen, genauso wie sexuelle oder physische Gewalt.
Gewalt an anderen hinterlässt also immer Spuren, ob wir es nun direkt an blauen Flecken sehen oder nicht.

Wenn sich ein Mensch einer Situation hilflos ausgeliefert fühlt und durch die Handlungen des anderen leidet, dann kann sich daraus ein Trauma (eine seelische Verletzung) entwickeln und wird dieses nicht verarbeitet oder hält sogar über einen längeren Zeitraum an, dann entwickelt der Betroffene eine PTBS bis hin zu einer komplexen, also einer chronischen PTBS.
Der Betroffene kann eine Angststörung entwickeln, unter Panikattacken und Alpträumen leiden, leichte bis sehr schwere Depressionen bekommen, es können Persönlichkeitsstörungen entstehen wie z.B Borderline, die narzistische oder depentende PS uvm.
Und auch dissoziative Störungen können sich aus emotionalen Missbrauch entwickeln. Noch immer unklar ist z.B wodurch sich die dissoziative Identitätsstörung entgültig entwickelt. Sicher ist durch eine langanhaltende und dauerhafte Traumatisierung (eine komplexe PTBS ist also die Grundlage), aber ob letztendlich die körperliche oder doch eher die seelische Gewalt (die nämlich fast immer zu dem sexuellen und/oder körperlichen Missbrauch hinzukommt) ausschlaggebend ist, ist noch ungeklärt.

Was kann ich tun?

Gute Frage, nächste Frage 😄

Als Betroffener macht euch erstmal klar:

Ihr seid NICHT Schuld! Natürlich gehört es in jeder Art von Beziehung dazu, dass mal Worte fallen, die man nicht mag oder das man selbst verletzt oder durch andere unbewusst verletzt wird, aber dann kann man darüber sprechen.
Wer jegliche Kommunikation mit euch abblockt, euch nicht ernst nimmt und eure eigene Wahrnehmung als falsch oder unwichtig abtut, hat höchstwahrscheinlich auch wenig Interesse an einer richtigen Kommunikation oder an euren wahren Gefühlen. Seht das ihr euch von solchen Menschen so gut und so weit es geht entfernt und das so schnell wie möglich. Wenn es ein Mensch ist, den ihr zwangsgebunden durch irgendeinen Grund nicht so leicht aus eurem Leben streichen könnt, dann sucht euch Hilfe und Unterstützung, wenn ihr mit ihm wieder in Kontakt treten müsst und gebt nicht auf bei der Hilfesuche, auch wenn das manchmal schwer ist.
Und vor allem, das Wichtigste, stärkt eure eigenen Widerstandskräfte, denn am Ende können wir uns ja alle nur selbst aus den Folgen befreien.

Taten wie Freiheitsentzug, Nötigung, Erpressung, Stalking oder Rufmord sind zudem strafbar! Ihr könnt Anzeige erstatten. Auch emotionaler Missbrauch lässt sich anzeigen, die Probleme bestehen dort leider nur im Nachweis.

Als Angehörige oder Außenstehende schreitet ein wenn ihr mitbekommt das sich jemand missbräuchlich anderen gegenüber verhält, ob das nun auf der Arbeit, in der Schule (bringt euren Kindern bei wie schlimm Mobbing ist!) oder im Freundeskreis oder der eigenen Familie ist. Steht nicht nur daneben und passt auf, denn das verschafft dem Täter einen Freibrief, weil er sieht, dass sein Verhalten scheinbar okay ist oder zumindest niemand stört.

Ich verstehe das man Angst hat sich einzumischen wenn körperlich/tätliche Gewalt geschieht, was auch okay ist (in diesem Fall holt lieber mehr bzw andere Hilfe), aber gerade bei psychischer Gewalt kann jeder einschreiten. Macht dem Täter klar das dieses Verhalten weder normal, noch okay ist. Jeder hat das recht fair und respektvoll behandelt zu werden! Man kann alles so kommunizieren, dass man den anderen dazu weder runterputzen, noch lächerlich machen oder wild beleidigen muss.

Emotionaler Missbrauch, egal in welcher Form, ist die Grundlage für jedwede seelische Erkrankung und die große Misere in der wir derzeit weltweit stecken. Lasst uns dieses Thema in Zukunft daher viel ernster und realer behandeln…

Ego-State-Disorder

= Ich-Zustand/Wahrnehmungs-Störung

Wir können die ESD nun quasi noch „vor“ der DSNNB und „nach“ der kPTBS (auf einem imaginären Zeitstrahl) einordnen. Viele bezeichnen sie als kleinen Bruder der DSNNB und leider wird auch (bisher) die gleiche Diagnose, nämlich die ‚Dissoziative Störung, nicht näher bezeichnet‘ für beide vergeben.
Ich persönlich finde das etwas verwirrend, da es bei beiden ja schon größere Unterschiede gibt 🤔.
Vll liegt das daran, dass man sowohl bei der DSNNB als auch bei der Ego-State-Disorder nur über einen ANP (anscheinend normalen Persönlichkeitsanteil) verfügt (anders als bei der Dis, wo es mindestens 2 gib), der jeweils unterschiedlich viele EP’s (emotionale Persönlichkeitsanteile/Traumaträger) abgespalten hat. Nur sind sie bei der DSNNB weiter abgespalten und handeln daher auch autonomer.

Aber was ist das denn jetzt genau?

Bei der ESD spaltet der Betroffene einzelne Gefühlszustände ab. Diese Rollen, welche man bei kleinen Kindern auch kennt, die bitterlich weinen und im nächsten Moment herzlich lachen können, so in etwa könnt ihr euch das vorstellen.
Der Betroffene weiß per Definition aber zu jeder Zeit das ER der gerade vorhandene Persönlichkeitsanteil ist, da es nur ihn selbst gibt, daher gibt es auch keine Amnesien zwischen der einzelnen Anteilen (dissoziative Amnesien zur Vergangenheit sind aber trotzdem möglich).

Diese einzelnen Rollen, die Menschen normalerweise haben, sind bei ihm aber besonders stark ausgeprägt.
Wer bei Borderlinern diese starken Emotionsausbrüche (starke Wut, starke Trauer, extreme Fröhlichkeit usw) schon mal gesehen hat – Das sind unterschiedliche States, die auch durch einen entsprechenden Trigger hervorgerufen werden können.

Aber auch bestimmte „Zustände“ sind möglich. Wer z.B früh gelernt hat das es in manchen Situationen notwendig ist, ein bestimmtes Verhalten an den Tag zu legen, der kann auch noch im Erwachsenenalter in ähnlichen Situationen in diesen Zustand zurückrutschen.
Nehmen wir z.B an, in der Kindheit wurde gefordert sich Männern anzubieten, dann kann dieses Verhalten als einzelner Zustand abgespalten werden, d.h im Erwachsenenalter kann man noch immer in Gegenwart von Männern das Gefühl haben, als müsste man sich ihnen anbieten (obwohl man das selbst eigentlich gar nicht möchte). Jedoch ist dieser Zustand/dieses Verhalten kein eigenständiger Persönlichkeitsanteil (wie bei der Dis), sondern noch immer ein Teil der eigentlichen Person.

Auch das innere Kind ist z.B so ein Ego-State, welches bei der ESD dann z.B soweit ausgebildet sein kann, dass der Betroffene in diesen kindlichen Modus reinrutscht. Er IST dann das Kind. Trotzdem weiß er noch das er er ist. Es ist kein autonomer Anteil (wie bei der Dis oder pDis) der herauswechselt.

Ego-State Betroffene können aber übrigens trotzdem die Stimmen der einzelnen Anteile hören, sie können vor ihrem inneren Auge eine Vorstellung davon haben wie sie aussehen und ganz wichtig: Die Anteile haben auch Bedürfnisse und wollen gehört und vll gerne einfach mal in den Arm genommen werden. Sie sind also auch völlig existent und real, so wie sie sind. Der einzige Unterschied zur Dis/PDis ist wirklich nur der, dass sie nicht so weit abgespalten sind das sie kein komplett eigenständiges Erleben und Empfinden haben (im Gegensatz zur nach Außen agierenden Person).

Entstehen kann die ESD im Endeffekt genauso wie jede andere Traumafolgestörung – durch anhaltend traumatischen Stress.

Übersäuerung des Körpers

Beim Mediziner ist das Ganze recht einfach – hast du Husten, bekommst du einen Hustenstiller. Hast du hohen Blutdruck, bekommst du blutdrucksenkende Medikamente. Hast du Arthrose oder Gicht, bekommst du eben dagegen Medikamente …

Hilft klasse die Symptome zu unterdrücken, oder?

Aber wie schaut’s mit der Wurzel allen Übels aus? Besiegen wir die Krankheit, indem wir nur die Symptome bekämpfen? Werden wir durch die reine Symptombekämpfung geheilt? Oder besteht sogar die Möglichkeit das sich das Leiden nur an anderer Stelle wieder äussert?


Was ist eine Übersäuerung?

Ist der Körper übersäuert, hat er schlichtweg einen Überschuss an Säure.
Säure an sich ist überhaupt nicht schlimm, ganz im Gegenteil ist sie sogar sehr wichtig. Das Milieu im Dickdarm ist z.B immer sauer und muss es auch bleiben.
Auf der anderen Seite ist es wiederum wichtig für z.B das Blut oder den Dünndarm das es von einem basischen Milieu umgeben ist, um ordnungsgemäß zu funktionieren.

Säure und Base sollten für die optimale Funktion des Körpers also ein harmonisches Gleichgewicht bilden.
Befindet sich nun zuviel Säure im Körper gerät dieses Gleichgewicht aus den Fugen, übrigens geschieht das aber genauso wenn ausschließlich Base vorhanden wäre (hachjaa, dieses berühmte Gleichgewicht zwischen beiden Seiten😏).

Wie äußert sich eine Übersäuerung?

Merken tun wir davon erstmal gar nichts, alles kommt eher schleichend. Sodbrennen ist z.B nicht das erste Anzeichen oder zwingend notwendig:


📍 Vielmehr fühlen wir uns schlapp,
energielos und dauermüde

📍 Wir bekommen eine schlechte, unreine
(Akne) und/oder fettige Haut

📍 Kopfschmerzen und Migräne entstehen

📍 Schlechte Zähne und/oder brüchige Nägel
durch einen Mineralstoffmangel
[Unser Köper ist ein absolutes Meisterwerk und durchaus in der Lage sich selbst von überschüssigen Säuren zu befreien. Diese werden von unserem Köper nämlich „neutralisiert“ und in Schlacken umgewandelt. ‚Schlacken‘ ist eigentlich ein Begriff der aus der Kohleindustrie stammt und die Abfallprodukte der verbrannten Kohle bezeichnet und genauso sind die Schlacken in unserem Körper die Reste der umgewandelten Säuren. Um diese Arbeit effektiv verrichten zu können braucht unser Körper basische Mineralien (wie Calcium, Magnesium, Eisen, Natrium, Kalium usw), welche er im Notfall des Mangels zuerst aus den Zähnen oder aus den Haaren zieht (bzw sie dahin nicht mehr weiterleitet)

–> bei Männern macht sich das z.B in lichten Haar bzw einer kleinen Inselglatze bemerkbar 😉. Normalerweise werden diese Schlacken regelmäßig aus dem Körper befördert, fallen jedoch zu viele an und der Körper kommt nicht mehr hinterher, werden sie in verschiedenen Teilen des Körper zwischengelagert, wie z.B im Bindegewebe, was wiederum Cellulite und eine fahle, schlaffe Haut zur Folge haben kann (für alle Frauen übrigens, die ihre Periode hassen: Durch diese werden regelmäßig auch überschüssige Schlacken ausgespült, da sich das Blut einmal monatlich reinigt. Im Gegensatz zu den Männern habt ihr gesundheitlich also einen enormen Vorteil 😉, dass ist auch der Grund warum sich das Hautbild und die Gesundheit vieler Frauen rapide nach den Wechseljahren verschlechtert 😉

📍 Also wie erwähnt haben wir Cellulite und
Haarausfall

📍 dann Rheuma, Arthritis, Gicht und Arthrose
(bei der Verstoffwechslung von Fleisch
und Fleischprodukten entsteht Harnsäure.
Wird diese neutralisiert entstehen
Harnkristalle, welche sich wiederum in den
Gelenken ablagern)

📍 Nieren-, Blasen- oder Gallensteine
(auch in diese Organe werden
überschüssige Schlacken gepackt -> euer
Körper wird zur Müllhalde!)

📍Bluthochdruck (denn auch die Gefäße
werden verengt)

📍 Übergewicht bzw. die Neigung schneller
Gewicht zuzulegen

📍 Blähungen oder andere Magen-Darm
Beschwerden

📍 Muskelverspannungen bis hin zu
Rückenschmerzen

📍 Schuppen

📍 chronischer Schnupfen und Anfälligkeit
für andere Infekte

📍 Appetitlosigkeit und Übelkeit

📍 Depressionen und Gereiztheit

📍 verschlechterte Potenz ….


Wenn ihr testen wollt ob ihr übersäuert seid, solltet ihr das beim Arzt nachprüfen lassen. Erste Hinweise geben aber auch pH-Teststreifen (ca.2-3€) aus der Apotheke. Auf diese pinkelt ihr rauf, ca. 3-4x am Tag über 3-5 Tage hinweg, immer zur gleichen Uhrzeit bitte und daraus nehmt euch dann den Durchschnittswert. Alles unter 7.0 ist sauer. 7.0 – 8.0 dagegen neutral und erwünscht, alles über 8.0 ist basisch. Der Morgenurin ist meist sauer, da über Nacht viele Säuren ausgeschieden werden. Das ist also kein Problem und völlig normal, es geht mehr darum ein ungefähres Tagesprofil zu erstellen. Ist der Urin dauerhaft sauer, ist das kein Zeichen davon wie gut der Körper Säuren ausscheidet (wie oft behauptet), es ist schlichtweg ein Zeichen davon das euer Körper überfordert ist.


Wodurch entstehen Säuren?

Durch Stress, Rauchen, Alkohol, Bewegungsmangel (lustigerweise aber auch beim Leistungssport bzw exzessiven Sport) und vor allem durch die falsche Ernährung.
Generell kann man sagen das:

  • Fleisch und Wurst
  • Milch- und Milchprodukte
  • Fisch
  • Weizenprodukte
  • Kaffee
  • ganz klar Zucker!
  • Fast Food und Softdrinks
  • und synthetische Zusatzstoffe wie
    Konservierungsmittel, Farbstoffe,
    Geschmacksverstärker und Süßstoffe
    stark säurebildend wirken.

Haltet euren Körper zudem von Sachen wie Cremes oder anderer Kosmetik fern, auch dieses Zeug wirkt sich säurebildend und schädlich auf euren Körper aus.

Hier findet ihr eine ganz toll zusammengestellte Liste, zu den basischen und säurebildenden Lebensmitteln.

Irrtümlicherweise wird z.B gerne u.a die Zitrone für ein säurebildendes Lebensmittel gehalten, was jedoch genau dem Gegenteil entspricht. Viele saure Lebensmittel werden im Körper zu basischen Produkten verstoffwechselt, während z.B zuckerhaltige sehr viele Säuren bilden.

Denkt daran: Es geht nicht darum jedes annähernd säurebildende Lebensmittel ab nun komplett zu vermeiden, ihr könnt getrost auch solche essen. Es geht nur darum, dafür zu sorgen das darin kein Ungleichgewicht mehr herrscht (wie es in unserer modernen Lebensweise nun mal meist so ist).