Erkenntnis des Tages: Man darf sich nach einer Vergewaltigung schlecht fühlen

Woooar, ja man. Darf man. Krass, oder? Also genau genommen ist das sogar eine normale Reaktion. Eigentlich. Denk ich.

Ich hab letztens was von einer Frau gelesen, die KO-Tropfen erhielt und vergewaltigt wurde. Und hey, ich weiß rational wie schlimm das ist und ich weiß auch rational, wie ich mich fühlen müsste. Aber eben nur rational.

Ich las das da jedenfalls und wisst ihr was mein erster Gedanke war?: ,,Ach die wurde betäubt? Und deswegen macht die so ein Fass auf?

Bitte versteht das jetzt nicht falsch: Das ist schlimm! Es gibt da kein weniger oder mehr schlimm! Mich ekelte dieser Gedanke deshalb selbst an. Und ich empfinde das auch nicht wirklich so. Ganz im Gegenteil hatte ich durch das lesen, wie andere Personen damit umgehen, voll die Erkenntnis: ,,Ja, sowas ist scheinbar doch schlimm. Du darfst dich schlecht fühlen“ . Warum ich dazu aber erst so eine „Erleuchtung“ brauche, das ließ mir selbst keine Ruhe…

Versuchen wir den Einstieg…

,,Deshalb macht die so ein Fass auf?“ – Passt auf, ich kann das nur am besten an dem Beispiel erklären, was ich selbst (wenigstens rational) miterlebt habe und mir in Erinnerung ist. In meine KO-Tropfen Erfahrung schilderte ich den Tatverlauf dazu schon einmal grob. Es ging um einen sehr nahen „Freund“ , der mich damals in diese Wohnung brachte. Es ging um mehrere Männer, um KO-Tropfen. Um das scheinbare Problem der Männer, dass ich damals trotz allem irgendwie in die Nebenwohnung fliehen konnte und um sehr wahrscheinliche Aufnahmen von mir. Trotz gefühlt tausend Indizien konnte ich damals nur glauben was passiert ist, weil es eine Zeugenaussage, die merkwürdigen Reaktionen der Beschuldigten und Aussagen/Informationen meiner „Freundin“ und anderer Betroffener gab (dazu später mehr).

Rational weiß ich von Anfang an, dass es nicht okay ist Frauen (oder generell Lebewesen) gegen ihren Willen zu benutzen. Der einzige Grund, warum ich damals aber zur Polizei ging war der, das ich nicht die Einzige war. Es gab andere Frauen und Mädchen. Einige davon waren noch Kinder. Kaum 11 Jahre alt. Der einzige Grund damals zur Polizei zu gehen war für mich der Gedanke: ,,Diese scheiß Junkies, die über mehrere Städte agieren, machen das doch nicht eigenständig. Jemand muss sie für die Aufnahmen bezahlen (mit guten Drogen, Geld, what ever). Eine Win-Win-Situation: Die haben ihren Spaß, genug Drogen und die „anderen“ ihre Ware.

Der Versuch sich zu wehren

Ich habe ein Mädchen kennengelernt: Sie war damals gerade 14/15 (oder war sie jünger, älter? Was weiß ich) . Missbrauch erlebte sie bereits in der Familie. Nichts unnormales also für sie. Ihre Mutter war Heroinsüchtig. Höchstwahrscheinlich wurde diese selbst schon missbraucht, bevor dann die Tochter dran war. Die Mutter brachte die Tochter dann in die Kreise. Als wir sie kennenlernten, kam sie gerade von einem Mann, der ihr den Unterkiefer zertrümmert hatte. Sie wurde wie ein Hund auf dem Sofa gehalten. Nun war sie „frei“ . So „frei“ wie sie war, kam sie zu ihrer neuen „Familie“ . Sie bezeichnete diese Männer zumindest als ihre Familie.

Männer von denen sie wusste, dass sie sie regelmäßig betäuben und missbrauchen. Aber sie bekam ein Dach über dem Kopf, Drogen und es waren die einzigen Menschen die ihr „zuhörten“. Dafür opfert man eben mal das ein oder andere. Wenn man es nicht anders kennt, ist es auch nicht so schlimm, wie für jemand er das nicht gewohnt ist. Nein, das ist ausnahmsweise mal nicht sarkastisch gemeint.

Sie war nicht die Einzige. Es gab Mädchen die nie wieder hin gingen. Es gab Mädchen die dort blieben, weil sie sonst Obdachlos gewesen wären und es gab Mädchen, die aktiv mitwirkten. Allen blieb eins gleich: Keine sprach darüber. Keine wollte (oder konnte) etwas sagen oder dagegen unternehmen. Stattdessen wandten sie sich gegen mich. Ich war die Lügnerin. Die Schlampe, die es mit jedem treibt (ja da passierte was, aber doch nur weil ich es so unbedingt wollte!). Ich wurde ausgeschlossen, ausgegrenzt und diffamiert. Verzeihen werde ich ihnen das nicht, aber heute kann ich es verstehen.

Eine andere Perspektive

Man sieht die Welt immer erstmal aus seiner eigenen Perspektive. Und aus meiner Perspektive habe ich allein davon wovon [ich] weiß, genug Leid erfahren. Ja, rational weiß ich das. Trotzdem, trotz aller Angst, ertrage ich das Schweigen nicht (und tue es doch trotzdem!). Ich ertrage das Unrecht nicht. Es geht einfach nicht. Ich weiß, dass man in einem schlimmen Moment lieber nachgibt, als der Panik zu verfallen. Aber niemals würde ich wieder kriechen. Ein Grund wahrscheinlich, warum so wenig Traumainformationen mit mir geteilt werden, denn diese unüberlegte Art brachte bisher nicht nur einmal Probleme. Ich habe die Mädchen deshalb dafür verurteilt. Und ich verurteile sie noch immer für ihr Verhalten mir gegenüber.

Aber heute versuche ich sie zumindest zu verstehen.

Passt auf, dass Verhalten war damals nicht nur von den Mädchen schlimm, sondern aus dem gesamten „Freundeskreis“ . Das schlimmste war nicht das ignoriert oder sogar beschuldigt („Selbst Schuld“ – „Du wolltest es doch und zeigst die Armen jetzt auch noch an?!“ ) werden, sondern das einige der „Freunde“ mit diesen Menschen danach sogar engen Kontakt hatten. Diese „Freunde“ hatten die Wahl. Die Mädchen hatten niemand. Sie kannten noch nicht mal mich wirklich. Was hätte es ihnen gebracht, diese Leute anzuzeigen? Moralisch voll viel. Klar. Total. Moral gibt dir ja auch essen und ein Dach über den Kopf. Moral gibt dir die Drogen, um zu vergessen. Nö, das ist keine Rechtfertigung. Das die Typen vllt ne Bewährungsstrafe bekommen und dich dafür nie wieder sehen wollen, du auf der Straße verrottest und dich dafür halt für wildfremde prostituierst, bringt dir aber auch nicht sehr viel.

Mein Feedback damals

Eine einzige Frau, eine „Freundin“ , nahm ich damals in den Arm. Die Einzige bis heute. Sie weinte sogar, während ich völlig überrumpelt war („Warum weint man denn da?!“ ). Sie selbst erlebte damals eine Vergewaltigung durch einen Bekannten und war tagelang festgebunden und nachdem sie frei war, glaubte ihre Mutter ihr nicht und hatte mit dem Mann weiterhin Kontakt. Eine unglaubliche Geschichte … Sie war die Einzige, die mich also in den Arm nahm. Und dann, kurz darauf, hing sie ständig in dem Haus und bei diesen Leuten ab. Ihr Freund war Dealer und nahm sie deshalb immer mit dahin. So schön, so gut, dachte ich. Kannst’e verscherzen. Außerdem versorgte sie mich mit so vielen Informationen, das ich wenigstens glauben konnte, dass das damals wirklich passierte. Na ist ja auch unrelevant….

Und dann, eines Tages jedenfalls, las ich auf Facebook wie sie dem Mann, dem die Wohnung gehörte, dem „Gastgeber“ quasi, und dessen zwei Kinder währenddessen im Nebenzimmer saßen, öffentlich schrieb er wäre ein ganz toller Mann und Vater und solle sich bloß von niemand etwas anderes erzählen lassen … Es ist unmöglich dieses Gefühl von Verrat in Schrift- oder Wortform rüber zu bringen, daher lasse ich den Versuch. Dann hatte ich einen „besten Freund“ . Dieser Mann zog damals durch die Stadt und erklärte sich zum selbsternannten goldenen Ritter. Ja, im Erzählen war er groß dabei, aber im tatsächlichen Handeln war ich komplett auf mich allein gestellt. Ich erinnere mich an eine Szene, wo er handgreiflich wurde, weil ich mich bei ihm beschwerte, dass der Mann, den wir bei uns in der WG schlafen ließen, mit diesen Menschen Kontakt hatte, aber keine Namen oder näheren Informationen rausrücken wollte.

Ob er das jetzt ließt? Ich weiß, war ja gar nicht so schlimm, wie ich wieder tue. Ich hab’s so oft gehört. Wie ich die Realität verdrehe….

Dieser „beste Freund“ erzählte mir dann eines Tages (als ich nicht mehr dort wohnte), dass er den Mann, den die Wohnung (wo es passierte) gehörte, in seine ließ. Es wäre im ja keine andere Wahl geblieben. Wisst ihr warum? Weil sein Dealer damals diesen Mann mitbrachte. Hätte er diesen Mann nicht in seine Wohnung gelassen und ne Stunde neben ihm gechillt, hätte ihm der Dealer nichts verkauft und wäre wieder gefahren. „Es blieb mir ja keine Wahl“ – Ja mein Schatz. Mein Ritter in glänzender Rüstung, du hast mich für Drogen verraten. Genauso wie mich mein „einziger, echter Freund“ (diese Bezeichnung wuchs auf meinen Mist – mein Fehler) damals für Drogen verkauft hat. Ich hoffe die Drogen waren die vielen Schw*nze wenigstens wert? Waren sie wenigstens gut? Aber ja, ich übertreibe schon wieder. Ich habe es so oft gesagt bekommen … Aber sagt mal, was ist eigentlich mein Marktpreis? Von allen die mal ran durften, wird es doch irgendjemand wissen?

Die Botschaft

,,Du bist nichts wert“ – Die einzige, jemals die Zeiten überdauerte Botschaft: ,,Du bist nichts wert. Alles ist wichtig, aber nicht du. Du bereitest im Moment Spaß. Gib dir wenigstens Mühe! Aber wenn etwas besseres daherkommt, dann hast du ausgedient!

Letztens unterhielt ich mich mit meinem Sohn über meine Schwester, ein Thema was ich normalerweise versuche zu vermeiden. Ich kann nicht gut über sie reden, ohne von Schuldgefühlen geplagt zu werden. Wisst ihr, was ich da aber für einen Satz plötzlich im Kopf hatte?: ,,Bestimmt fic*te sie auch noch besser als ich“ – Ist das nicht krank?! Ich finde es krank. Aber zurück zum Thema. Die Botschaft die ich damals erhielt war: ,,Du bist für den Moment okay, aber austauschbar“ … Die Reaktionen der Menschen denen ich bis heute (!) davon erzählte war: ,,Hätte ja auch schlimmer kommen können“ oder „Na bei dir ist ja was los“ etc.

Da für mich offensichtliches Leid geschah, dass nicht nur mich betraf, ging ich relativ offen damit um und bis heute war die Kernbotschaft der Reaktionen: ,,Ist nicht so wild.“ ; ,,Es gibt schlimmeres.“ ; oder mein Favorit: Es wird gar ganz übergangen/ignoriert.

Meine Schlussfolgerung daraus und die Diskrepanz

Meine Schlussfolgerung daraus war, dass nicht schlimm ist was passierte. Ich hatte und habe nichts außer meinem moralischen Kompass. Ja, aber woher soll ich denn wissen das der richtig ist? Mein ganzes Leben war doch mein Denken falsch und jetzt soll es auf einmal richtig sein? Bitte. Nicht nur von den Menschen die zu denen gehörten, die diese Männer kannten (und denen ich wenigstens eine Befangenheit andichten konnte/könnte) reagierten so. Sondern auch außenstehende Menschen. Mein Onkel meinte z.B: ,,Da wolltest du wohl Mitleid, weil du das erzählt hast?“ . Der Vater meines Kindes verbot mir den Kontakt zum Kind, weil ich „ekelhaft und widerlich“ wäre. Meine Cousine sagte: ,,Darüber spricht man nicht“ . Meine Freundin tat es ab, als hätte ich ihr gerade von der falschen Tagescreme erzählt.

Warum habe ich es überhaupt jemand erzählt? Weil es verdammt nochmal falsch war, was da passierte und immer noch passiert! ,,Nein, warum hast es wirklich erzählt?“ Weil ich dachte, jemand fände es schlimm. Weil ich dachte, jemand wäre wütend, was man mir antat. Niemand war es. Nein, niemand. Erbärmlich, diese Aufmerksamkeitssuche, oder?

Ich weiß rational das es nicht richtig war. Aber ich habe kein Gefühl dazu. Hatte ich von Anfang an nicht. Alles was mir blieb und bleibt ist der Abgleich mit Außen und der sagt es wäre nicht schlimm. So und jetzt bin ich im Internet unterwegs. Ich sehe und lese Artikel anderer Menschen. Ich komme auf andere Accounts und Profile. Und dort erzählen Menschen nun von ihren Erlebnissen. Und sie bekommen Feedback wie: ,,Oh, du bist so stark!“ oder ,,Was du schlimmes erleben musstest! Blablabla“ und ich lese das….

Egal was mir bisher passierte: Es war nie schlimm! Niemals! Ich kann mir einen 3h Vortrag meiner Oma anhören, wie schwindelig ihr doch ist, aber zur Hölle nochmal Franziska! Hör auf zu reden, die Welt dreht sich nicht nur um dich! – Okay. Aber heute sehe ich andere Menschen und sie reden über sich. Sie werden ernst genommen. Überall will ich mich mit einhaken und sagen: ,,Oh das kenne ich auch!“ , aber ich traue mich nicht. Franziska, hör auf nur an dich zu denken! Denk doch mal an andere. An die, denen es wirklich schlecht geht!

Wisst ihr was das auslöst?

Neid und Eifersucht. Und ich hasse mich dafür. Ich kann einige Blogs, Kanäle oder Accounts gar nicht mehr öffnen, weil mich der Hass auf andere Menschen so stark überkommt. Dieser bestärkende Fanclub, der jedes mal direkt um die Ecke kommt, wenn jemand nur komisch hustet. Und ich sitze da. Ich sitze da mit der Überzeugung, MEINER Überzeugung: ,,Wenn du betäubt wurdest, war es doch nicht so schlimm.“ . Es geht auch um früher, vorallem um früher? : ,,Wenn du betäubt warst und man sich an dir vergangen hat, wo ist da das Problem? Das ist doch nicht dein Körper. Du benutzt ihn nur. Warum sollten ihn andere nicht auch benutzen dürfen? Wenn du nichts gemerkt hast, war es doch für niemanden etwas schlimmes?! Derjenige hatte seinen Spaß/Nutzen und du hast friedlich geschlummert oder warst glücklich weggetreten. Es gibt kein Problem. Das Problem machst DU!

Ich verstehe rational die Tragweite. Objektiv verstehe ich sie. Auf irgendeiner Ebene. Aber als ich las, WIE andere mit so einer Erfahrung (also der des betäubtseins) umgehen, brach irgendwas zusammen. Ich konnte mich solange im Spiegel angucken, wie ich dachte es wäre doch sowieso nicht schlimm. Bei niemand wäre es wirklich schlimm. Man merkt „nix“ , also ist es okay. Und wenn es eh nicht schlimm ist, tut es auch nicht weh, dass es keinen kümmert.

Aber dann las ich deren Gefühle und Gedanken und ich selbst dachte: ,,Das ist also doch schlimm?! Echt jetzt??“ Und als nächstes kam: ,,Aber wenn das wirklich schlimm ist und es in Ordnung und normal wäre, dass du das schlimm findest, warum hat dir das nie jemand gesagt?“ Traurig oder? Also, dass ich jemand brauche, der mir das erst sagt. Und nun kommt der spektakulärste Gedanke: ,,Aber wenn das wirklich schlimm ist. Wenn andere das schlimm finden. Und andere bei anderen. Warum ist es bei dir nicht schlimm? Was machst du falsch, was ist an DIR falsch, das es bei dir nicht schlimm ist?

Und jetzt?

Jetzt stehe ich da und suche überall nach einem Gefühl: ,,Okay, du bist nicht verrückt. Das war also tatsächlich schlimm. Du darfst dich so fühlen, wie du rational denkst, dass du dich fühlen müsstest. Aber wo ist es denn jetzt, das Gefühl?“ . Stellt euch mich als kleines Männchen vor, das mit einer großen Taschenlampe jede Ecke des Körpers ausleuchtet: ,,Irgendwo muss es sein!“ . Ich träume ja sogar alle Jubeljahre davon und fühle mich dann morgens schlecht. Irgendwo muss das Gefühl dazu also sein. … Aber nichts. Man könnte mir sonst was angetan haben und rational würde ich dir eine „emotionale“ Rede halten, wie schlimm die Tat doch war. Naja, solange jemand anderes mit betroffen war. Aber bei mir ist es nicht schlimm: „Hätte ja schließlich schlimmer kommen können“ .

Ich gucke und fasse immer wieder meinen Körper an: ,,Vergewaltigt? Mehrfach?“ – Und dabei denke ich an das, wovon ich weiß. „Gibt es etwa noch mehr? Mein Körper wurde noch öfter berührt?? “ . Ich frage im Inneren nach: ,,Hat er?“ – „Ja„. ,,Und er auch?“ – „Ja“ ,,Noch andere?“ – „Ja„. Ich versuche es mir bildlich vorzustellen. Masochistisch, oder? Ich versuche mir vorzustellen, wie sich mein Körper dazu bewegt hat. Krank, nicht? Ich versuche mir ein Bild aufzurufen, wie dieser Körper vergewaltigt wurde. Ja, vergewaltigt. Nicht missbraucht. Das hört sich so süß an, oder? Nein, vergewaltigt. Immer und immer wieder.

Aber das schnallt mein Kopf einfach nicht. „Ja, vergewaltigt. Aber das ist nicht schlimm!“ . Ich lese von vergewaltigten Frauen und ich fühle mit ihnen. Ich sehe wie man sich fühlen müsste, aber da ist verdammt nochmal nichts. NICHTS! Warum ist da nichts? Warum fühle ich nichts??Aber das wäre nicht schlimm. Wenn ich einfach darüber schweigen und es ignorieren könnte, wäre es nicht schlimm. Denke ich. Glaube ich. Da ist jedoch dieser unstillbare Drang alles zu erforschen und dann darüber zu sprechen. Denn: ,,Wie sollte sich jemals etwas ändern, wenn wir nicht darüber reden?“ – Ich will das sich etwas ändert! Ich will diese Welt nicht mehr! … Aber hör doch endlich auf so ein Drama zu machen!!

Wisst ihr wie das ist? Als würdest du versuchen für einen Fremden zu denken. Wie soll ich denn über etwas reden, anderen erklären wie schlimm es ist, wenn ich es nicht selbst fühle? Solche Taten finden andere schlimm? Toll. Andere finden es mega, wie vergewaltigte Frauen so stark und mutig weiter machen können? Klasse. Was verdammt sollen sie denn aber auch sonst tun? Wisst ihr, ich will auch in den Arm genommen werden und gesagt bekommen, wie stark ich bin. Ja verdammt, das will ich! Aber selbst würde es jemand tun wäre es, als würde man mich für eine Lüge belobigen: „Okay Herr Flashback, vllt ist es passiert. Aber es war niemals nicht schlimm!“ und wisst ihr warum es nicht schlimm war? Weil ich nicht gut genug war! Nicht einmal die einzige Aufgabe für die ich da bin, konnte ich zufriedenstellend erfüllen. Nein, nicht mal vergewaltigen lasse ich mich gut. Deshalb war es nicht schlimm. ,,Du bist nur der billige und einfache Notfic*“ … Ja, das sind Gedanken aus einem kranken Hirn. Welcome.

2 Gedanken zu „Erkenntnis des Tages: Man darf sich nach einer Vergewaltigung schlecht fühlen“

  1. Nein! Die Gedanken kommen nicht aus einem Krankenhaus Hirn, sondern aus der Erfahrung heraus, die du leider mit Mitmensxhen machen musstest. Wenn man immer und immer wieder hört, das es ja nicht so schlimm sei, dann sucht man automatisch den Fehler bei sich.
    Und wenn man dann trotzdem schlecht Gefühle hat, dann packt man die ins ganz hintere Eck, weil….es war ja nicht schlimm….und an diese Gefühle wieder ran zu kommen, ist eben schwierig.
    Aber weißt du was? Ich finde es nicht nur schlimm, ich find es schrecklich, furchtbar und grausam was dir passiert ist. Und Ja es ist schlimm auch mit Betäubung, denn Vergewaltigung ist immer schlimm…
    Deshalb auch Respekt, das du darüber redest und vor allem das du angezeigt hast!

    1. 💚💚
      Leider brachte die Anzeige aber nicht viel. Sie wurde fallen gelassen und das Treiben dort ging fröhlich weiter. Wir sind dann von dort weggezogen und haben alle Kontakte abgebrochen. Das sind aber eben auch immer so Sachen, warum sich niemand wundern braucht, dass viele Frauen gar nicht erst zur Polizei gehen. In den meisten Fällen passiert den Tätern doch schließlich kaum bis gar nichts 😒🤷‍♀️.

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